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Archiv für die Kategorie ‘Amateurfunk’

CC2 auf Dr. Dish TV

14. August 2010 3 Kommentare

Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph sind alte Hasen im Computerbereich. Vor etlichen Jahren leisteten sie im WDR Fernsehen mit dem legendaeren “Computerclub” wahre Pionierarbeit. Mittlerweile gilt ihr “Computerclub Zwei” – AudioCast als einer der erfolgreichsten Podcasts ueberhaupt und wurde im letzten Jahr im Rahmen des “European Podcast Award” dafuer ausgezeichnet.

Doch damit nicht genug: Die beiden sympathischen Rentner sind schon vor laengerer Zeit zu ihren Fernsehwurzeln zurueckgekehrt und machen seitdem eine regelmaessige, jeweils einstuendige TV-Informationsfernsehsendung. Diese lief bisher nur auf “NRW TV“, wurde aber auch als Download und Stream angeboten. Als logische Weiterfuehrung dieser Aktivitaeten laeuft das Ganze nun auch auf dem Satellitenfernsehsender “Dr. Dish TV“.

Vor einigen Jahren begab sich der “gute Geist” unseres Amateurfunkclubs, “Nobbi” (DL1YDW) regelmaessig in unser Clubheim und fing dort an, irgendwelche wirren Parameter in die Satellitenempfaenger zu hacken. In Zusammenspiel mit der dort vorhandenen, drehbaren Grossantenne war es ihm dadurch moeglich, die ersten Hobby-Versuchssendungen vom heutigen “Dr. Dish” zu sehen und auf VHS-Videos fuer uns aufzunehmen. Schon damals gab es dort interessante Berichte, z.B. zum Thema “Spionagesatelliten”, worin unter anderem auch einiges an Amateurfunkequipment zum Einsatz kam. Ebenso sehenswert war der spaetere, interessante Beitrag ueber einen ambitionierten, heute 84-jaehrigen Menschen, der schon seit Jahren versucht, die europaeischen Astra-Satelliten in Brasilien zu empfangen und dabei schon ganz erstaunliche Erfolge erzielt hat.

Mittlerweile ist “Dr. Dish TV” ganz normal mit jeder auf den Astra-Satelliten ausgerichteten Satanlage empfangbar. Im Jahr 2009 wurde das Programm deutlichst aufgeblaeht und man begann, auch ueber die eigentliche Kernthematik hinaus von anderen Medienfronten zu berichten. Somit passt der “ComputerClub 2″ prima ins neue Gesamtbild. Ganz im Gegensatz zu den leider auch vorhandenen Shoppingsendungen :)

KategorienAmateurfunk, Medien

Schneckenpost aus China

10. Mai 2010 Keine Kommentare

“Das ist eine Frechheit! Mein Mann ist seit sieben Jahren tot…” Diese Worte stammen von einer aelteren Witwe aus Guetersloh, die es nicht fassen konnte, dass ihr bereits verstorbener Mann kuerzlich Post bekam. Des Raetsels Loesung ist aber voellig undramatisch und die gute Frau haette es wahrscheinlich nicht so kommentiert, wenn sie die Hintergruende gekannt haette…

Ihr Mann war unter anderem begeisterter Kurzwellenhoerer (“SWL” = ShortWaveListener), der sich mit seinen “Grundig Satellit“-Empfaengern gerne auf den Frequenzen tummelte. Zudem konnte er morsen und eines Tages kam er mit einem handgeschriebenen Zettel zu mir. Darauf war eine einwandfreie Mitschrift eines Morsepruches zu lesen, nur konnte der SWL die Abkuerzungen nicht ausdeuten, weshalb er mich um eine Uebersetzung bat.

Solche Mitschriften und/oder Protokolle senden viele “Lauscher” dann an die entsprechenden (Radio-) Stationen in der Hoffnung, von diesen daraufhin eine schoene Empfangsbestaetigungskarte zu erhalten. Auch im Amateurfunkbereich sind “QSL-Karten” beliebt. Vor allen Dingen dann, wenn ein ungewoehnliches, in irgendeiner Art und Weise besonderes Funkgespraech stattgefunden hat, schickt man sich gerne gegenseitig diese oftmals phantasievoll gestalteten Motivkarten, die unter anderem auch die technischen Daten der jeweiligen Station enthalten. Dieser Vorgang erfolgt entweder auf dem direkten Postweg (dann meistens unter Beilegung von US-Dollar-Noten, um die Portokosten auszugleichen) oder auf dem “traditionellen” Weg, der wiederum ungefaehr so funktioniert:

Ein Funkamateur speichert die Daten, verarbeitet sie aber nicht immer sofort weiter. Bis zum Ausfuellen der Karten vergeht unter Umstaenden schon einige Zeit. Spaeter gibt er diese Karten meistens beim monatlichen Vereinstreffen an den sogenannten “QSL-Manager” weiter. Der sortiert sie und leitet sie gebuendelt an die deutsche Zentralstelle des DARC in Baunatal bei Kassel. Von dort aus gehen sie weiter in alle Welt. Am Zielort angekommen, koennen die Karten aber nicht sofort an die jeweiligen Adressaten weitergeleitet werden. Das passiert daher auch erst dann, wenn diese sich beispielsweise auf dem dortigen Vereinstreffen blicken lassen. Somit koennen von der eigentlichen Aussendung ausgehend schonmal Jahre (!) vergehen, bis dass die zugehoerigen QSL-Karten ihre Ziele erreichen…

Nach Verdeutlichung dieses Sachverhaltes war die Witwe schnell besaenftigt, denn sie kann sich nun sozusagen ueber ein posthumes “Lebenszeichen” ihres Mannes freuen.
Die betreffende QSL-Karte kam von “Radio China International” anlaesslich des fuenfzigjaehrigen Bestehens der deutschen Redaktion des Senders.

Es soll an dieser Stelle nicht verheimlicht werden, dass es mittlerweile sogenannte “E-QSL-Karten” gibt, die online abgerufen werden koennen und die oftmals schon wenige Minuten nach Beendigung der entsprechenden Funkverbindung beidseitig verfuegbar sind. Doch das ist nach Meinung vieler Funkamateure “irgendwie nicht dasselbe”. Daher heisst es bei vielen nach wie vor : “QSL via bureau”, was den oben beschriebenen, traditionellen Weg beschreibt…

KategorienAmateurfunk

Vom CB- zum Amateurfunk

26. April 2010 5 Kommentare

Amateurfunk ist ein interessantes Hobby. Nach wie vor. Viele Menschen denken bei diesem Begriff nur an Morsetasten und an grosse, schwere Roehrengeraete mit grossen Knoepfen. Doch der Amateurfunk ist beiweitem nicht antiquiert, denn er hat sich beispielsweise das Internet zum Partner genommen und dadurch viele neue, interessante Spielarten geschaffen…

Meine erste “aktive” Begegnung mit einem Funkgeraet fand Ende der siebziger Jahre im Auto meines Stiefonkels statt. Es war eine Kombination aus AM-CB-Funkgeraet und Autoradio, ueber die ich dann mit diversen CB-Stationen in der hiesigen Innenstadt sprechen konnte. Einmal Blut geleckt, wollte der kleine Schueler natuerlich mehr und kaufte sich drei Jahre spaeter vom abgesparten Taschengeld eine gebrauchte “TFT Economic 2000″ von “Pluto 05″ alias Ingo, der heutzutage unter dem Rufzeichen DL6YEU mit dem Schreiber dieser Zeilen im gleichen Ortsverband N-47 “zuhause” ist.

Es folgten 1984 die erste, silberfarbene President PC-40 und spaeter diverse “Export-Kisten”, wie z.B. die legendaere President Lincoln. Naechtelang wurde sich sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene unterhalten, weit bevor es Skype & Co. gab, und es hat immer einen Mordsspass gemacht. Man traf sich zu Funksignalsuchfahrten und sonstigen Unternehmungen, die oftmals auch ganz spontan zustande kamen.

Freitagabend, 22 Uhr: Der 20:15-Uhr-Film war gerade durch und der “Hauskanal” belebte sich. “Ich hab morgen frei und mir ist langweilig. Wollen wir nach Holland zum Pommes Essen fahren?” Der Rest ist Geschichte, denn auf einmal bewegte sich ein kleiner Autokorso Richtung Grenze. Ganz spontan. Ohne Planung. Das waren Zeiten :)

Doch irgendwann war die CB-Funk-Schiene auch in technischer Hinsicht relativ ausgereizt und die Scheu vor der Amateurfunkpruefung wich immer mehr der Neugier. Die Bundeswehr tat ihr Uebriges dazu, denn dort musste ich das Morsen lernen, letztendlich waren wir immerhin bis zu 30 wpm (“Woerter pro Minute”) schnell, was weit ueber den damaligen Anforderungen fuer die “zivile” Amateurfunkpruefung lag. Zudem war “unser Haubo” (Hauptbootsmann Joachim “Jo” Schenkel aus Gluecksburg) ebenfalls Funkamateur und er hatte seine Stube innerhalb der Kaserne mit einem kleinen Funkshack versehen (hochoffiziell genehmigt, natuerlich). Er bestaerkte mich darin, mein Wissen zu erweitern und gab mir die Gelegenheit, einen Kursus zu besuchen, der innerhalb der Kaserne abgehalten wurde. Leider musste der wegen eines Standortwechsels abgebrochen werden.

1995 war es dann aber soweit, die Lizenz flatterte ins Haus. Das erste “lizensierte” QSO fand am 16.6.1995 auf der Relaisfrequenz 438,800 mhz (DB0TB, Bielefeld) statt. Der Duobander, ein Kenwood TW-4100E, war zwar schon vorher vorhanden, wurde aber tatsaechlich erst am Tag des ersten QSOs fest installiert. Weitere Geraete sollten folgen…

Ein Kenwood TS-450 S-AT loeste den Yaesu FT-747 GX in punkto Kurzwelle ab, fuer UKW fand ein betagter Yaesu FT-726 Verwendung, der spaeter durch einen FT-736 ersetzt wurde. Im Auto werkelte ein Kenwood TM-733E. Spaeter funkte hier fuer einige Jahre ein YAESU FT-847, der als erste “eierlegende Wollmilchsau” fast alle Baender bediente.

Das einzige, was hier wirklich durch das Internet komplett verdraengt wurde, ist das Packet Radio. In den Spaetneunzigern war das Internet noch langsam und teuer. Diverse 14,4er, 28,8er und 33,6er Elsa-Modems belegten eine serielle Schnittstelle des klobigen Tisch-PCs. Es gab noch Volumen- und/oder Zeittarife, so dass das Internet nur dann “angemacht” wurde, wenn es noetig war. Aber das “Paeckchenradio”, das lief fast rund um die Uhr und lieferte Informationen, DX-Cluster, Flohmarktanzeigen und vieles mehr. Sogar das, was heutzutage als “Chat” bekannt ist, war damals schon Gang und Gebe, kostenlos, aber selten schneller als 9600 Baud :) Heutzutage laeuft das Internet Dank DSL-Flatrate permanent mit und Amateurfunk wird gerne mal nur “nebenbei” betrieben…

Trotzdem: Die Faszination ist nach wie vor gegeben, auch wenn sie sich manchmal ueber laengere Strecken nur in einer Praesenz auf der “OV-Welle” niederschlaegt. Doch allein die Moeglichkeit zu haben, jederzeit beispielsweise auf die Kurzwelle zu wechseln und spontan in diese Welt einzutauchen, ist es wert, auch heutzutage noch eine Funkanlage betriebsfaehig zu halten…

Update vom 27.04.2010: Bilder gibt’s im neu eingerichteten Bereich “DL6YDY” auf dieser Seite.

KategorienAmateurfunk

MTFT Balun – die einfache Wunderdose

11. April 2010 6 Kommentare

Was vor Jahren als “Notloesung” angedacht war, verrichtet heutzutage noch immer brav seinen Dienst: Ein MTFT-Balun aus dem Hause Wimo. Er dient zur Anpassung von nicht resonanten Antennendraehten. In dieser kleinen Wunderdose steckt nicht viel an materiellem Wert, wahrscheinlich zahlt man den an sich sehr hohen Neupreis von derzeit ca. 50-60 Euro fuer die Indoor Version wohl eher fuer das verwendete “Know-How”. Es gibt ebenso eine Version in wetterfestem Gehaeuse mit Mastmontagemoeglichkeit. Diese war damals hier nicht vorhanden und somit wurde der “normale” Balun mit einer schwarzen Satelliten-LNB-Halterung an der Spitze eines ca. 8m hohen, bis dahin fuer eine vertikale S4-Antenne verwendeten Alumastes befestigt, nachdem er zuvor mit Klarlack behandelt worden war. Und so haengt er da schon seit vielen, vielen Jahren…

Knapp 20m Langdraht werden von ihm (end-)gespeist und die damit erzielten Empfangs- und Sendeergebnisse sind in der Tat sehr zufriedenstellend. Saemtliche Amateurfunkbaender koennen vom internen Antennentuner des Kenwood-TS2000-Transceivers ohne zusaetzliche Hilfsgeraete problemlos und schnell angepasst werden (sofern ueberhaupt noetig, denn diese Konstellation hat einige resonante Bereiche). Das Signal innerhalb Deutschlands und darueber hinaus liegt meistens deutlichst auf aehnlichem Niveau wie die Signale, die andere, hiesige Amateurfunkstationen mit ihren teilweise viel hochwertigeren Antennen produzieren. Das haben einige Gespraechsrunden auf der Kurzwelle bewiesen. Das Geheimnis der hiesigen Drahtantenne liegt wohl darin, dass der Speisepunkt relativ hoch und frei liegt und dass es vom Shack bis zum Speisepunkt oben am Mast ungefaehr 70m Antennenkabel des Typs RG213 gebraucht hat, wobei ein Grossteil dieser Leitung durch einen unterirdischen, stillgelegten Kanal verlaeuft. Auf den oberen Baendern (insbesondere auf 10m und 15m) macht sich das natuerlich negativ bemerkbar, liegt aber noch im tolerablen Bereich. Die unteren Baender funktionieren ganz prima, auch 160m-Anpassung ist kein Problem, dem so produzierten Signal wurden oftmals schon sehr gute Rapporte erteilt.

Natuerlich ist diese Antenne ein Behelf, aber ein sehr effizienter und pflegeleichter Behelf. Sie hat bisher saemtliche Stuerme nahezu problemlos ueberstanden. Spoetter argumentieren immer wieder gerne, dass man bei Benutzung eines solchen Baluns das Allermeiste sozusagen “nutzlos verbrennt”. Das mag sein, aber nach all den Jahren kann getrost und mit Recht gesagt werden, dass diese Loesung (wohlgemerkt abseits jeglicher Contest-Absichten und jenseits von jeglichem Interesse an dicken Endstufen) fuer Normalbetrieb mit einem normalen bis-zu-100-Watt-Transceiver voellig ausreichend ist!

Weiterlesen: Externer Erfahrungsbericht als PDF-Datei

KategorienAmateurfunk

Papierballast im Schredder

5. Januar 2010 Keine Kommentare

Ein Schredder ist eine praktische Sache. Vor allen Dingen dann, wenn man sich zu Jahresbeginn voller guter Vorsaetze in Aktionen stuerzt, die man schon gefuehlte Ewigkeiten vor sich hergeschoben hatte.
In diesem Fall war es das Durchsehen alter Akten und das Vernichten von altem Papierballast.
Aus den Augen – aus dem Sinn. Sehr befreiend… :)

Unerfreuliches (alte Knoellchen etc.) wurde ebenso in den Schlitz des 15-Euro-Vernichters gesteckt wie auch Rechnungen oder Prospekte z.B. alter Geraete, die nie gekauft wurden, mittlerweile nicht mehr existieren oder durch andere ersetzt wurden. Und dabei war es hochinteressant, ja teilweise sogar erschreckend zu beobachten, wie kostspielig diverse Dinge frueher einmal gewesen sind, die man heute wesentlich preisguenstiger erstehen kann. Manches ist aber auch verhaeltnismaessig stabil geblieben…

Das interessanteste Beispiel war eine 40-Gigabyte-IDE-Festplatte, die im Jahr 2001 in einem Bielefelder Computer-Discounter noch 444 DM kostete. Die Reparatur (!) eines Philips HiFi-Stereo-Videorecorders kostete 1994 schlappe 455,50 DM, ein FIC-Notebook mit Pentium 233 MMX-Prozessor, 32 MB RAM und 2,1 GB Festplatte schlug 1999 mit 2610 DM zu Buche. Ein Amoisonic DVD 8506F DVD-Player, dessen Eigenschaften heutzutage von fast jedem 30-Euro-Billigverhau getoppt werden, kostete 2001 noch 448 Deutsche Muecken :)

Auch fuer Funkamateure waren alte Dokumente dabei: Ein Kenwood TS-450 S/AT brachte es 1994 auf 3.648.- DM, ein Packratt PK-232 auf 485 DM. Ein YAESU FT-847 kostete vor 10 Jahren 4300.- DM und sein Urgrossvater, der FT-747 verschlang 1993 bei einem damaligen Gummersbacher Funkhaendler 1899 DM (mit FM-Einheit!). Die Pruefungsgebuehr beim “Bundesamt fuer Post und Telekommunikation” (BAPT) in der Aussenstelle Muenster betrug 1994 fuer die Amateurfunklizenzpruefung 40.- DM.
TUX, der Linux-Pinguin, kostete als Plueschausgabe im Jahr 1998 bei der Firma S.u.S.E. noch 64 DM. Er hat bis heute ueberlebt…

KategorienAmateurfunk, Diverses