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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Zum Tode von Udo Juergens

21. Dezember 2014 Keine Kommentare

Mir fehlen die Worte!

Vielen Dank für die Musik, Udo Jürgens!

Jeder, der mich kennt, weiss, dass Udo’s Musik immer etwas Besonderes in meinem Leben war – er hat den Soundtrack dafuer geschrieben. Er war sozusagen immer da, wenn ich ihn brauchte, zumindest war hier immer eine Schallplatte mit einem passenden Lied fuer jede Lebenslage greifbar…

Ich bin zutiefst erschuettert und meine besten Wuensche gehen an die Angehoerigen.

KategorienMusik

Breiter Schellackplattensound

24. Oktober 2014 Keine Kommentare

…vorhin spontan via Facebook geschrieben:

Alte Schellack-/Grammophonplatten haben auf guten Plattenspielern nichts zu suchen. Meint man. Aber: Fuer das ein- oder andere, gute Tonabnehmersystem, wie z.B. das nach wie vor weit verbreitete M75 von Shure, gibt es sogar extra gefertigte Schellackplattennadeln. Neu, wohlgemerkt. Diese entlocken den ganz alten Schellackschaetzchen, sollten sie noch gut erhalten sein, tatsaechlich einen unerwartet breiten, warmen Klang, der vom Getröte der Grammophone meilenweit entfernt ist. Ich bin erstaunt…

Normale Vinylnadeln sollte man fuer die 78 U/Min-Scheiben aber nicht benutzen, sie waeren schnell ruiniert. Umgekehrt sollte man das Abspielen von Vinyl-LPs oder Singles mit Schellacknadeln ebenfalls tunlichst vermeiden, es wuerde die Platten schaedigen.

Mit HiFi-Genuss hat das zwar nicht viel zu tun, aber Spass macht es trotzdem…


Der hierfuer verwendete Plattenspieler ist ein DUAL 1214 / CS16

Entsprechende Nadeln gibt es z.B. bei William Thakker.

KategorienMusik

Formel Eins – Die Zweite…

24. Oktober 2014 Keine Kommentare

Nein, wir reden jetzt nicht ueber Sebastian Vettel & Co. Es geht um die mittlerweile in die zweite Runde gehende Neuauflage der 80er-Jahre-Kultmusiksendung “Formel Eins“.

Wiederum moderiert von Peter Illmann, reisen wir audio-visuell in die Vergangenheit(en) der 80er und 90er Jahre. Doch, nicht nur…

Die Sendung nimmt sich mittlerweile die Freiheit(en), weit ueber den eigentlichen Retro-Tellerrand zu schauen. Ganz deutlich wir das am Ende der woechentlich auf RTL Nitro ausgestrahlten Show, wenn die aktuellen, deutschen Charts abgegrast werden.

Peter Illmann hoechstselbst sagte einmal sinngemaess, dass eine Neuauflage der “Formel Eins” mit ihm als Moderator und mit aktuellen Musikinhalten kaum eine Chance haette. Ich glaube, dass er da falsch liegt. Beim Betrachten dieser ersten Episode der zweiten (neuen) Staffel, kam einerseits ein (aufgrund der Stimme) “Zuhause-Gefuehl” zutage, andererseits wurden zeitgleich Interpreten, Titel und Videoeindruecke aus dem aktuellen Chartgeschehen unterhaltsam vermittelt.

Eine komprimierte (!) Chartsendung à la “Formel Eins”, die allgemein empfangbar ist und ggf. wie frueher fuer Gespraechsstoff u.a. auf den Schulhoefen sorgt, fehlt heutzutage. Die “EinsPlus-Charts” haben hier unlaengst diesbezueglich aufhorchen und -sehen lassen. Doch “Formel Eins” hat einen nach wie vor nicht zu unterschaetzenden Kult-Charakter, der sowohl “Oldies” als auch “Newcomer” nach wie vor in seinen Bann ziehen koennte… Macht was draus!

Bei SONY MUSIC sind mittlerweile eine neue DVD-Box und neue CDs zur Sendung erschienen…

KategorienMedien, Musik

Tribute to Udo Juergens

20. Oktober 2014 Keine Kommentare

“Tribute Shows” sind ja oftmals so eine Sache. Manchmal sind sie deutlichst ueberzogen, manchmal werden sie dem, der oder den Geehrten nicht gerecht. In diesem Fall sind beide Befuerchtungen unbegruendet. Die ZDF-Geburtstagssshow fuer Udo Juergens, die seinem juengsten Album getreu, unter dem Motto “Mitten im Leben” stand, wurde dem mittlerweile 80-jaehrigen auf niveuavolle, stimmige Art und Weise gerecht, was u.a. mit dem Tagesquotensieg an diesem Samstagabend belohnt wurde.

Wenn eine solche Show es schafft, dass der / die Betrachter ein hohes Mass an Toleranz und Anerkennung auch fuer Kuenstler entwickeln, die bei ihnen ansonsten vielleicht nicht so hoch in der Beliebtheitsskala angesiedelt sind, dann muss es schon eine besonders gelungene Produktion sein.

So schmetterte Yvonne Catterfeld eine ueberraschend-stimmige Schmachtversion von “Immer wieder geht die Sonne auf” und Chris De Burgh zeigte sich mit seiner Version von “Mit 66 Jahren” von seiner tatsaechlich vorhandenen, rockigen Seite. Die Truppe “Santiano” brachte mit “The Devil Made The Rum For Us” eine froehlich-folkige Variante von “Der “Teufel hat den Schnaps gemacht” und Lang-Lang intonierte zusammen mit dem Email-Checker Tim Bendzko “Vielen Dank fuer die Blumen”. Jamie Cullum bewies in bester Udo-Tradition, dass ein Mensch und ein Klavier ausreichen, um Zuhoerer zu fesseln. Er brachte die Udo-Juergens-Komposition “If I never sing another song” beeindruckend zu Gehoer. Darueber hinaus gab es noch viele weitere, erwaehnenswerte Auftritte, die dann unter Mitwirkung von José Carreras und David Garrett in der wohl besten und emotionalsten Version von “Mein groesster Wunsch” gipfelten, die ich je gehoert habe…

Hoehepunkte und bemerkenswerte Stationen aus Udo’s Leben wurden in kleinen Einspielern passend komprimiert in Erinnerung gerufen und auch Johannes B. Kerner ueberzeugte mit emotionaler und tadelloser Moderation, allerdings weniger mit seinen Sanges”kuensten” :-)

Sendungen wie diese einen voellig zurecht nach wie vor Generationen vor dem Fernseher. Vielen Dank dafuer!

Das Tribute – Album gibt es z.B. hier.

Die Sendung wird noch ein paar Tage lang in der ZDF-Mediathek verfuegbar sein.

KategorienMusik

Udo wird 80!

30. September 2014 Keine Kommentare

Udo Juergens wird heute 80 Jahre alt! Herzlichen Glueckwunsch an einen wahren “Klassiker”, der noch lange nicht zum alten Eisen gehoert und dessen Musik mich immer begleitet und beruehrt hat. Vor fuenf Jahren schrieb ich bereits einen Beitrag dazu, den ich an dieser Stelle nahezu unveraendert und nur leicht editiert wiedergeben kann…

Ja, er hatte intensive Frauengeschichten und ja, er hat frueher auch mal gerne tief ins Glas geschaut. Woraus viele Journalisten meinen, eine Riesen-Gratulationsbiographie fabrizieren zu muessen, das ist hier und jetzt lediglich zwei Nebensaetze wert. Warum? Es war und ist schlicht und ergreifend seine (!) Sache…

Die Musik, sie ist es, die im Vordergrund stehen sollte. Jenseits vom griechischen Wein und der Feststellung, noch niemals in New York gewesen zu sein, hat der gebuertige Kaerntner Lieder geschrieben, die viele andere “deutsche Wellen” muehelos ueberdauert haben, weil einfach die Qualitaet gegeben war. Es ist schade, dass Udo immer viel zu sehr in die Schlager-Ecke gedraengt wurde. Zweifelsohne hat er auch viele “Gute-Laune-Songs” gemacht, aber genau diese wurden auch immer mit akriebischer Genauigkeit von der Plattenfirma herausgepickt und als Singles veroeffentlicht, waehrend die wahren Perlen auf den LPs verblieben und allerhoechstens im Rahmen von Live-Konzerten zur Geltung kamen.

…und meistenteils sind es genau diese “Ueberbleibsel”, die dem Schreiber dieser Zeilen in musikalischer Hinsicht immer viel bedeutet haben, die immer gehoert wurden, egal, welche anderen Musikvorlieben zusaetzlich gegeben waren. Im Alter von gerade mal acht Jahren kaufte ich im damals noch vorhandenen “Hertie”-Warenhaus in Guetersloh zusammen mit meiner Mutter meine erste Vinylsingle vom eigenen Geld: “Gefeuert” von Udo Juergens. Natuerlich habe ich den aeusserst sozialkritischen Text damals nicht verstanden :) Die B-Seite war und ist “Mein Bruder ist ein Maler”, ein wunderschoenes Lied, welches er seinem Bruder gewidmet hat und welches der A-Seite zeitweise den (Vor-)Rang abtrotzte, was mich erkennen liess, dass da musikalisch und textlich noch viel mehr zu holen war.

“Udo 80″ war dann allerspaetestens das Album, welches mich sprichwoertlich vom Hocker haute. Die kleine “Sinfonie” mit dem schoenen Namen “Wort”, die er mit den Berliner Symphonikern aufnahm und sich somit einen Jugendtraum erfuellte, aber auch das zum Heulen schoene “Ist das nichts?” und das aus der Fernsehserie “Es war einmal… der Mensch” bekannte “Tausend Jahre sind ein Tag” lassen diese Platte bis heute aus meiner Sicht unsterblich werden. In den 80ern und 90ern folgten geniale Platten, die immer wenigstens 4-5 Songs jenseits der jeweiligen Singleauskopplungen hatten, die es eigentlich eher wert gewesen waeren, die Charts zu zieren. Es war ihm nicht vergoennt. Trotzdem: “Willkommen in meinem Leben”, “Treibjagd”, “Ohne Maske”, “Das blaue Album”, “Deinetwegen” oder “Silberstreifen”, das sind u.a. die Alben, die auch heute noch immer wieder gerne gespielt werden.

In den 50ern und teilweise auch noch in den 60er Jahren hat Udo aus heutiger Sicht ganz ueble “Hurra-wir-fahren-nach-Italien”-Lieder mit weinerlicher Stimme und rrrrrollendem Rrrr gesungen. Weil es ihm auferlegt wurde. Es war halt “in”. Aber erst, nachdem er mit der wohlweislich einfach gestrickten Edelschnulze “Merci Chérie” den Grand Prix Eurovision De La Chanson gewann (ein Wettbewerb, der damals noch Bedeutung und Ansehen genoss), merkte er, dass er allein es besser konnte als alle anderen, die ihm bis dato gut zugeredet hatten. Der Rest ist Geschichte. In den 70ern folgten einige sozialkritische Songs (z.B. “Lieb Vaterland”), die auch den Grundstein fuer vieles legten, was auf den spaeteren Platten zu hoeren war. Meiner subjektiven Meinung nach hat Udo Juergens in der Zeit von den Spaetsiebzigern bis Mitte der neunziger Jahre die allerbeste Musik seiner gesamten Karriere fabriziert. Danach verlor er sich zu sehr in Wiederholungen und daraus resultierenden Neuaufnahmen alter Songs fuer neue Best-Of-Sampler. Spaetestens das Album “Einfach Ich” aus dem Jahr 2008 liess das alles wieder in den Hintergrund treten, denn da blitzte sie wieder massiv auf, diese Magie eines typischen Udo-Juergens-Albums in bester Tradition. “Der ganz normale Wahnsinn” und “Mitten im Leben” reihten sich seitdem nahtlos ein…

Udo Juergens tourt unaufhoerlich weiter durch die Republik – und das vor ausverkauften Hallen. Aus finanziellen Gruenden haette er das bestimmt nicht mehr noetig, aber das ist es, was er lebt und liebt und womit er sich zurecht viiiele Fleisspunkte verdient, selbst im jetzt erreichten Alter von 80 Jahren.

Herzlichen Glueckwunsch, Udo Juergens, und DANKE fuer viele, unvergessliche Lieder!

KategorienMusik