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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

4-Vinyl-Sampler: 60 Jahre BRAVO

30. August 2016 Keine Kommentare

Die legendaere Jugendzeitschrift BRAVO feiert in diesem Jahr ihr 60jaehriges Jubilaeum. Auch fuer mich war sie in den achtziger Jahren eine der wichtigsten Informationsquellen, zwei Originale befinden sich auch noch in hiesigem Besitz. Irgendwan in den fruehen Neunzigern wurde die ganze Sammlung entsorgt – ein grosser Fehler, denn heutzutage werden viele Erstausgaben erst recht gesucht…

Zum Geburtstag schenken die grossen Plattenfirmen (z.B. Sony Music und Universal) dem Jugendblaettchen eine nett gestaltete Vinyl-Edition. Diese beinhaltet vier LPs mit insgesamt 35 Titeln. Dazu gibt es einen entsprechenden MP3-Downloadcode und einen Nachdruck der ersten Ausgabe der BRAVO vom 26. August 1956.

Aktueller Preis im Media Markt und bei Amazon: ca. 30 Euro.
Link zum Vinyl-Set bei Amazon.de (unterstuetzt diese Seite ohne Mehrkosten)

Vielleicht erfaehrt dieser Sampler eine aehnlich-beeindruckende Wersteigerung, wie sie z.B. der TV-Total-Vinyl-Sampler von 2013 durchlebt, daher ist dieses Set sicherlich ein heisser Tip fuer Plattensammler, zumal es auf 2.500 Exemplare limitiert ist.

Musikalisch ist es allerdings keine wirkliche Offenbahrung. Die Tatsache, dass Coldplay’s “Viva La Vida” enthalten ist, war hier dennoch schon ein Kaufgrund ;)

Die Platten klingen zwar recht wuchtig, aber nicht so breit und transparent, wie man das von alten Pressungen gewohnt ist. Das Vinyl-Mastering muss anders angegangen werden als das CD-Mastering – diese Tatsache ist anscheinend noch nicht jedem wieder so gelaeufig…

Die Musikauswahl ist recht “kraus”, birgt aber immerhin ein paar wenige, interessante “Perlen”. 60 Jahre Musikgeschichte lassen sich nunmal nicht so leicht abbilden – und mit vielen der hier vorhandenen Titel erst recht nicht.

Dennoch: Es lohnt sich, aber vornehmlich nur aus Sammlergruenden…

Titelliste:
Another One Bites The Dust (Remastered 2011) – Queen
Summer Of ’69 (Album Version) – Adams, Bryan
Take On Me – A-Ha
Suspicious Minds – Presley, Elvis
99 Luftballons – Nena
Out Of The Dark (Remastered 2012) – Falco
Das Boot (Album Version) – U96
Dancing Queen – Abba
The Great Pretender (Remastered 2011) – Mercury, Freddie
Never Forget – Take That
Counting Stars – Onerepublic
Viva La Vida – Coldplay
Let Me Entertain You – Williams, Robbie
(I’ve Had) The Time Of My Life – Medley, Bill, Warnes, Jennifer
Maria Maria (Radio Mix) – Santana
Back To Black – Winehouse, Amy
No Woman No Cry – Fugees
Abc (Album Version) – Jackson 5
Girl Gone Wild – Madonna
Toxic – Spears, Britney
Get The Party Started (Radio Mix) – P!Nk
Poker Face – Lady Gaga
Firework – Perry, Katy
Empire State Of Mind, Pt. 2 (Broken Down) – Keys, Alicia
Whenever, Wherever – Shakira
Jenny From The Block (Album Version W/O Rap) – Lopez, Jennifer
I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me) – Houston, Whitney
What Goes Around… Comes Around (Radio Edit) – Timberlake, Justin
Sorry – Bieber, Justin
Waterfalls (Single Edit) – Tlc
Happy (From “Despicable Me 2″) – Williams, Pharrell
Hard Knock Life (Ghetto Anthem) (Broadway/Original Cast Version) – Jay-Z
Bilder Im Kopf – Sido
Mfg (Radio Edit) – Die Fantastischen Vier
Altes Fieber – Die Toten Hosen

(Liste via Amazon.de)

KategorienMusik

Woche der kleinen Kuenste 2016

27. August 2016 Keine Kommentare

Die sogenannte “WdkK” findet einmal jaehrlich an fuenf Werktag-Abenden (Montag bis Freitag) statt. An jedem Abend stehen zwei verschiedene Bands, Gruppen, Kuenstler auf der Buehne. Das Programm wird gestaltet von der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz Guetersloh und besticht alljaehrlich durch einen homogenen Mix aus Experiment und Attraktion.

So traten in der Vergangenheit neben unbekannteren Gruppierungen aus aller Welt (die immer wieder fuer Ueberraschungen gut waren) so bekannte Leute wie Georgie Fame, Zoot Money, die Gebrueder Wingenfelder, Brian Auger Trinity, Bobby Kimball (Toto), Jango Edwards, Cosmo Klein und viele weitere auf.

Zudem gab es immer Fenster fuer lokale Bands und Kuenstler, welche unter anderem durch die Dizzy Dudes, Mickey Meinert oder Richie Arndt bekleidet wurden.

In diesem Jahr wirkte die “Woche” besonders gelungen – nicht zuletzt aufgrund der idealen Wetterverhaeltnisse…

Puenktlich zum ersten Programmabend am Montag, den 22.8.16, klarte das bis dato schmuddelige Herbstwetter auf. Die Blues-Ikone Abi Wallenstein und der “Vizeweltmeister im Bluesspielen”, Michael Van Merwyk, lieferten die perfekte Einstimmung mit solidem, gradlinigen Blues-Rock – und einer unverwechselbaren Stimme Wallensteins.

Danach konnte man schon fast von “In The Summertime” sprechen, denn Ray Dorset und Mungo Jerry brachten nicht nur eben diesen Allzeitsommerhit, sondern ebenfalls ueberraschend-starke Bluesrock-Toene, gepaart mit weiteren Pop-Hits, wie z.B. “Lady Rose”. Somit knuepften sie treffsicher an das Vorherige an, schafften aber auch eine gute Ueberleitung zur letztendlichen Partystimmung.

Mit dem Dienstag kam die Bullenhitze. Der zudem letzte Ferienabend und das berechenbare Wetter trugen sicherlich dazu bei, dass der Dreiecksplatz mit geschaetzten 5000-6000 Besuchern aus allen Naehten zu platzen drohte – und das bei einem Jazzkonzert.
Das “Maria Baptist Jazz Orchestra” lieferte handwerklich astreinen Jazz, der aber doch fuer viele Ohren sehr bzw. zu speziell war.

Doch die Leute blieben und warteten auf Max Mutzke, der sein Projekt “Maximal Max” vorstellte. “Leute, 6000 Leute sind zuviel fuer ein Jazzkonzert, geht mal wieder heim”, sagte er sueffisant-ironisch inmitten seines umjubelten Auftritts, der einen Spagat zwischen Soul, Pop und natuerlich Jazz vollzog.

Dieser Abend war quasi ein “Stresstest” fuer alle Beteiligten, insbesondere der das Gelaende umgebenden Gastronomie, die teilweise den Betrieb unterbrechen musste, weil alle verfuegbaren Glaeser in Umlauf waren. Letztendlich hiess es aber: Test bestanden.


Der Mittwoch begann betulich mit dem Acapella-Sextett “Voisix” aus Paderborn. Es war das einzige Konzert, welches der Schreiber dieser Zeilen nicht selbst miterlebt hat.

Die Meinungen anderer dazu gingen auseinander, sie reichten von “sehr schoen” bis “zuviel Gequatsche und unglueckliche Titelauswahl”. Die Wahrheit lag wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Puentklich zum Auftritt der kleinen, quirligen Powerfrau aus Frankreich, Nina Attal, war ich dann wieder zugegen. Dieser sehr talentierte Wirbelwind praesentierte Soul mit Funk-Einfluessen vom Feinsten.

Auch solo wusste Nina an den Tasten zu ueberzeugen. Sie rannte mit ihrer Gitarre ins Publikum und tanzte auf den Tischen.

Da wurde selbst der Klischee-Ostwestfale von den Stuehlen bzw. der Bierbank gerissen…

Die Hitze erreichte ihren Zenith am Donnerstag. Fuer mich war es ein besonderer Tag, denn diesmal war ich nicht nur passiv als Zuschauer, sondern aktiv dabei. Meiner langjaehrige und freundschaftliche Beziehung zur Band “Fools Garden” hatte sich auch in Veranstalterkreisen herumgesprochen und somit wurde mir die Betreuung der Band aufgetragen.

Die bei 35 Grad schon am Nachmittag beginnende Aufgabenpalette reichte vom Roadie-esquen Schleppen diverser Alukoffer ueber Essenkoordinierung nebst Bestellung bis hin zu Interviewabsprachen mit Sponsoren und interessierten Fernsehteams – und natuerlich waren auch ein leckeres, gemeinsames Essen sowie das Aftershow-Bierchen nebst Extra-Currywurst Bestandteil dieses sprichwoertlich heissen Abends, den zunaechst der aeusserst sympathische Aly Keita mit seinem magischen Balafon eroeffnete. Seine fein abgestimmte Band und er sorgten fuer afrikanische Klaenge und teilweise sogar karibisches Sommerfeeling in Guetersloh. “Fools Garden” betraten gegen 21:30 Uhr die Buehne und wurden gleich ueberschwenglich empfangen.

Mit einer quer durch die Studioalben ihrer mittlerweile 25-jaehrigen Bandgeschichte abgestimmten Songliste bewiesen sie, dass sie eben NICHT das One-Hit-Wonder sind, fuer das viele sie im Vorfeld hielten. Natuerlich kam der Zitronenbaum auch zum Einsatz, aber ueberraschenderweise nicht zum Schluss, sondern mehr oder weniger mittendrin, was dazu fuehrte, dass die von Peter Freudenthaler zuvor in Richtung der Sitzenden gemachte Ankuendigung “Euch kriegen wir auch noch hoch” schnell wahrgemacht wurde…

Das war ein toller Tag, der fuer mich quasi einmal “um die Uhr” (von 15 bis 3 Uhr) dauerte.
Ich wuerde es jederzeit wieder tun…

Nach ihrem Auftritt sollte der Dreiecksplatz bitteschoen auf Jahre hinaus unbespielbar sein – so ungefaehr kuendigte Frontman Max Oestersoetebier seine “Sazerac Swingers” am Freitagabend an, nachdem zuvor die Hamburger Soulsaengerin “Miu” mit grossem Personalaufwand eine anstaendige, aber auch sehr brave Show abgeliefert hatte.

Die Lokalhelden aus Guetersloh, die sich vor fuenf Jahren in der kleinen Weinbar “Vinus” quasi formierten, forderten die noch Sitzenden gleich beim ersten Stueck zum Aufstehen und Naeherkommen auf. Was folgte, kann man nur als eine “Riesenparty” bezeichnen. Doch ihre eigenen Kompositionen im wahrlich besten Mix mit diversen Klassikern waren ihnen nicht genug, denn zu einer richtigen Show gehoeren zum einen eine attraktive Frau und zum anderen ein Weltstar.

Marlene Von Steenvag, die “deutsche Antwort auf Dita Von Teese”, gab sich die Ehre und badete zu den Klaengen der Sazeracs in einem riesigen Cocktailglas, spaeter stand sie in aufreizender Waesche nochmals auf der Buehne und betoerte die eifrig arbeitenden Musiker.

Doch damit nicht genug: Glen David Andrews, der Star der Musikszene New Orleans, uebernahm das Mikrophon – und hatte das Publikum sofort im Griff. Mit beneidenswerter Selbstsicherheit versammelte er die “starken Maenner” vor der Buehne. Aus gutem Grund, denn kurz darauf liess er sich von ihnen auf dem Ruecken singend durch die Massen tragen.

Ohnehin war die Band sehr ausflugsfreudig, so gingen sie zu mehren mit ihren Instrumenten durch das Publikum, Boogiespezialist Dennis Köckstadt spielte zwischenzeitlich auf “dem” Stein des Dreiecksplatzes weit Abseits der Buehne ein Intermezzo. Die Leute tanzten und feierten und kamen somit der anfaenglichen Ankuendigung, den Platz abzureissen, schon sehr nahe.

Fazit:
Krachender haette man diese gelungene “Woche der kleinen Kuenste” nicht beenden koennen!

KategorienLokales, Musik

Ortopilot

14. Juli 2016 1 Kommentar

Es muessen nicht immer die “Der-Beste-Mix-Der-80er-Und-Das-Beste-Von-Heute-Wellen” sein, die neue Musik bekannt machen. In diesem Fall hoerte ich diesen Song auf WDR 5, einem wortlastigen Kulturprogramm, wo er zur Entspannung eingeflochten war. Da die musikalische Reizueberflutung auf derartigen Kulturfrequenzen nicht unbedingt gegeben ist, hoerte ich mit Interesse zu – und fand es auf Anhieb grossartig. “Remind me” ist eine entspannte Coverversion des gleichnamigen “Röyksopp”-Songs.

Ortopilot” alias Matt Hutchison hat zum gegenwaertigen Zeitpunkt drei Alben mit eigenen Songs und weitere fuenfzehn (!) mit Coverversionen aufgenommen. Anspieltipp: “Viva La Vida” (richtig, von Coldplay…)

Es lohnt sich auch, auf seinem Youtube-Kanal nach weiteren Werken zu stoebern.

KategorienMusik, Videos

History Of (Mashup-) Rock

12. Juli 2016 Keine Kommentare


DAS ist das wahrscheinlich beste Mashup-Video aller Zeiten.
Absolut sehens- und hoerenswert…


KategorienMusik, Videos

Ohrenfutter im Juni 2016

19. Juni 2016 Keine Kommentare

Bob Dylan – Fallen Angels
Die Knödelstimme singt amerikanische Standards. Joah… das ist eine nette Idee, in der Umsetzung ist es aber eher unspektakulaer, teilweise sogar sehr langweilig. Dylan ist ein genialer Songschreiber, aber nach wie vor kein wirklich guter Saenger. “Dylan-Songs werden erst dann richtig gut, wenn er sie nicht selbst singt”, heisst es oft und da ist was Wahres dran. Hier singt er selbst Sachen, die nicht von ihm stammen und kreiert damit ein “Worst Case Scenario”.

Eric Clapton – I still do
“…and when I say Blues – I mean Blues…”
Eric macht es immernoch – und das ist gut so. Allerdings wirkt dieses Album zu routiniert und irgendwie blutleer. Handwerklich wie immer gut, aber leider sehr unauffaellig und nebenbei mitplaetschernd. Zusammen mit dem oben erwaehnten Bob-Dylan-Album ergaebe sich hiermit eine perfekte Einschlaf-Playlist…

Reinhard Mey – Mr. Lee
Der Mann schafft eines immer wieder: Man legt den Bleistift, Kugelschreiber oder die Maus an die Seite, haelt inne – und hoert zu. Wenn auch seine Stimme mittlerweile deutlichst aelter klingt (weil er ja auch deutlichst aelter geworden ist), so schmeichelt sie immernoch dem Ohr. Die Geschichten sind oftmals so aus dem Leben gegriffen und liebevoll ausgemalt, dass man die Schrecken der Tagesschau gerne mal fuer vier Songminuten vergisst. Moege er noch lange leben!

Roxette – Good Karma
Unlaengst musste Saengerin Marie gesundheitsbedingt ihren endgueltigen Abschied von der Live-Buehne nehmen und demzufolge wird sich Per Gessle zukuenftig wohl mehr in sein Studio zurueckziehen. Hoffentlich findet er dann nicht soooo viel Zeit, um weiter an stimmenverfremdenden Effekten zu schrauben, denn die fallen auf diesem Album manchmal unangenehm auf, auch wenn sie nicht voellig im Vordergrund stehen. Die Songs sind durchaus komplex und man kann eine Weiterentwicklung attestieren, allerdings geht das zulasten der Leichtgaengigkeit, die viele Vorgaengeralben des Duos auszeichnete. Wer Roxette hoeren will, erwartet nette, niveauvolle Popsongs, wie sie auch hier zu finden sind, aber eben nicht nur. Ein Album, das man wenigstens zweimal hoeren sollte, um sich ein Urteil bilden zu koennen

Michael Van Merwyk – New Shoes
Da ist er wieder, der Blues-Bär, der Vizeweltmeister im Bluesspielen. Diesmal wieder zusammen mit seinen Kollegen von “Bluesoul”. “Catching The Rain” und “New Road” sind und bleiben meine bisherigen Lieblings-CDs von “MvM”, aber wer Michael’s Alben kennt, der weiss, was ihn erwartet und er wird auch hier nicht enttaeuscht werden, denn wie immer gibt es solides Handwerk zu entdecken. Gute-Laune-Anspieltip: “Lonely Days”.

Red Hot Chili Peppers – The Getaway
Da sind sie wieder. Mit einer tollen Vorab-Single (“Dark Necessities”) im Gepaeck und einem gereiften Sound, der etwas glattgebuegelter daherkommt als noch zu “Blood, Sugar, Sex, Magik”-Zeiten. Kein Wunder, denn seitdem sind ja auch satte 25 Jahre vergangen. Dennoch fehlen auch die Brachialelemente nicht und diese paaren sich hier mit diversen, potenziellen Singleauskopplungen. Das ist alles andere als enttaeuschend, reicht aber auch (noch) nicht ganz an “Stadium Arcadium” oder “Californication” heran. Eventuell hilft mehrmaliges Hoeren, um diese Einordnung zu aendern, das Potenzial ist zweifelsohne gegeben. “The Getaway” wird voellig zurecht eines der erfolgreichsten Alben des Jahres werden…

Paul Simon – Stranger to Stranger
Tja hmmm… dieses Werk ist schwer zu beurteilen. Es ist absolut experimentell, teilweise witzig (“Wristband”), teilweise aber auch schraeg und unzugaenglich(er). Wer einen adaequaten Nachfolger zum legendaeren “Graceland”-Album sucht, wird hiermit sicherlich nicht ganz gluecklich werden. Was der eigentlichen Produktionsqualitaet dieser neuen Platte aber Unrecht tut. Also: Am besten – testen!

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KategorienMusik