Alles neu macht der Maerz (Teil 1)
Fuer ungefaehr acht Jahre (in der Computerwelt mehr als eine Ewigkeit!) war Windows XP das hiesige virtuelle Zuhause – und ist es teilweise noch, aber nicht mehr auf dem Hauptrechner. Allerdings wird es sehr bald in Form einer virtuellen Maschine (“Virtual Box“) auch auf diesem wieder zugegen sein…
In diesen acht Jahren ist viel passiert – menschlich, persoenlich, aber auch (um beim Thema zu bleiben…) computermaessig. Unter anderem fiel die bisher gesamte “NormCast-Epoche” in diese Zeit.
Oftmals gab es viele Aufgaben oder generellen Zeitdruck, so dass das System einfach nur zuverlaessig funktionieren musste, alles andere war und ist sekundaer. Doch irgendwann ist es mal soweit, “die alten Zoepfe muessen ab”, wie es so schoen heisst. Frueher hat unsereins jede Entwicklung bezueglich eines neuen Betriebssystems sofort mitgemacht. Aus Windows 3.11 wurde mittels unendlich vieler Disketten (!) Windows 95a, die beruehmten Mitsumi-CD-Laufwerke installierten spaeter Windows 95b/c, 98SE und Windows 2000. Zwischenzeitlich gab es diverse Abstecher in das Linux-Lager.
Flops wie die Windows-98-Urversion, “Windows Millennium” und unlaengst auch das zurecht unbeliebte “Vista” wurden beflissentlich ausgelassen.
Doch was ueberstrahlte in punkto Mickrigsoft letztendlich alles: Windows XP.
Das System war (und ist) absolut ausreichend. Doch so ein (zumindest hier) nahezu perfekt funktionierendes Betriebssystem hat auch seine Nachteile, denn der Anwender desselben verrennt sich auf Dauer in Gewohnheiten, die in punkto Produktivitaet sehr gut sind, aber andererseits die Offenheit fuer neue Einfluesse hemmen.
Es war also an der Zeit, sich mit dem neuen, hochgelobten Betriebssystem aus Redmont intensiver auseinander zu setzen. “Wer Windows XP liebt, wird Windows 7 hassen” ist der Titel eines durchaus nachvollziehbaren Artikels. Vista, sozusagen das “zeitliche Zwischenglied” zwischen XP und Win7, hatte schon einige Eigenarten des derzeit aktuellen Betriebssystems aufzuweisen, aber gegenueber Win7 war Vista traege, kompliziert, viel zu mitteilsam und – laaaangsaaaam…
Obwohl Windows 7 unter der Haube nach wie vor einige Gemeinsamkeiten mit XP aufweist (…man muss nur ordentlich suchen…), ist es konzeptionell doch sehr unterschiedlich gestaltet und sprichwoertlich “oberflaechlich” an Vista angelehnt. Gluecklicherweise wurde (fast) alles das, was Vista so dermassen ausbremste, in “7″ entweder modifiziert oder ausgelassen…
Was bleibt, ist die Mitteilsamkeit in Richtung Microsoft. Ohne Seriennummern und Aktivierungsroutinen laeuft nicht viel. Der Speicherhunger hat sich gewaltig vergroessert: Das, was hier unter XP noch gerade mal 5-6 GB Festplattenspeicher belegte, bewegt sich nun auf ca. 30 GB bei nahezu identischer Funktionalitaet.
Bill Gates selbst hat vor Jahren mal gesagt, dass derjenige, der mit seinem 286er-PC seine Firma betreiben konnte, das auch nach etlichen Jahren theoretisch noch genauso tun koennte. Recht hat(te) er, denn auch in diesem Fall bringt das neue System so gesehen keine Verbesserung. Die Ambition, es hier zu installieren, ruehrte aus einer Mischung aus “Mithalten” mit dem virtuellen Zeitgeist und sachbezogenem Interesse heraus. Im Grunde genommen braucht es (noch) kaum jemand…
So begab man sich auf die Suche nach dem “Programmkompatibilitaetsmodus”, der unter Windows 7 gluecklicherweise sehr gut verwirklicht wurde. Viele (subjektiv empfunden unersetzbare) Programme, die man in der letzten Dekade liebgewonnen und oft benutzt hat, wuerden ohne diese Funktion auf der aktuellen 64-Bit-Architektur nicht mehr ordentlich funktionieren, die Installation verweigern oder unzuverlaessig werden. Doch ein Rechtsklick auf das jeweilige Icon offeriert angebotene Kompatibilitaet zwischen Windows 95 und Windows XP mit Service Pack 3, was bisher nahezu ausnahmslos-gut funktioniert hat. Zusaetzlich haben aber auch viele neue Open-Source-Produkte die alten, kostenpflichtigen Programme ersetzt – und das ist gut so…
Microsoft hat es in der Vergangenheit leider immer wieder geschafft, zu sich selbst zumindest softwaremaessig inkompatibel zu werden. Doch das konnten und koennen andere Obst-Firmen leider auch ganz gut :) Gluecklicherweise haben sie das anscheinend erkannt, der durchaus lobenswerte “Kompatibilitaetsmodus” in Windows 7 ist ein guter Beweis dafuer…
Trotzdem: Diesmal fiel der Umstieg -auch aufgrund gestiegener Datensicherheitsansprueche und quasi “eingebrannter” Arbeitsablaeufe- schwerer als sonst und der Schreiber dieser Zeilen stellt sich die berechtigte Frage, ob in vergleichbarer Zeit nicht auch ein Umstieg auf ein Apple-System machbar gewesen waere… (…ein rein interessehalber nach wie vor interessanter Gedanke…)
Stay tuned :)


Hallo Norman
Ich gratuliere zum Umstieg auf Win7 :) Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich damit. Ich hab nur einen kleinen Tipp für dich. Wenn XP auf WIN7 installieren, dann bitte nicht mit Virtual Box sondern lieber mit dem VM Lite XP Mode
http://www.vmlite.com/index.php/products/vmlite-xp-mode
Das ganze integriert XP nahezu streifenfrei in Windows 7. Soll heißen du kannst Windows XP Programme unter Win 7 laufen lassen. Bei mir läuft zum Beispiel der Browser stehts Virtuell unter Windows XP nahtlos in der Oberfläche von Windows 7. Außerdem kannst du das XP Image von Microsoft nutzen welches diese für Ihren XP Mode bereitstellen. Ein tolles und vor allem mächtiges Tool :)
Hier noch ein Link zum Blog von Caschy in dem er das ganze vorstellt.
http://stadt-bremerhaven.de/windows-xp-mode-fuer-jedermann/
Grüße
Holger
Servus Norman,
schön geschrieben.
Win7 braucht nicht nur erheblichen Platz auf der Platte, sondern stellt auch größerer Anforderungen an den Arbeitsspeicher. Gut, im Zeitalter der 4GB-PCs nicht mehr die Welt, aber wenn man testweise einen Laptop, der mit XP und 1GB RAM *völlig* problemlos lief, mit W7 betreibt, treibt einem das schon die Tränen in die Augen. Die Speicherauslastung beträgt schon beim nackten Desktop (Huuuuch ;-) ) fast 75% und wenn da noch diverse Programme dazukommen, wirds zäh. Mit 2GB geht es dann einigermassen.
Ansonsten habe ich bis auf einige optische Spielereien (Fenster lassen sich per Mausklick und Schieben verkleinern/vergrößeren/an den Rand heften etc) und den besseren Explorer noch keinen Grund gefunden, zu wechseln. XP rennt nach wie vor stabil wie die Lutzie und ich teste mal wieder ein Linux auf der zweiten Partition. Das macht richtig Spaß.
Grüße aus dem wilden Südbayern
Jürgen
@Juergen
Schoen, mal wieder etwas aus dem Lechtal zu hoeren ;)
Ja, das stimmt, selbst auf der jetzigen Maschine mit 8GB Ram (!) habe ich manchmal noch das Gefuehl, das so manche kleine Anwendung auf dem alten XP-Rechner schneller startete. Auf dem wurde das aber auch alles “sauber” installiert, waehrend auf dem neuen PC zunaechst noch eine “entschlackte” OEM-Version von Windows 7 ihren Dienst tut. Da war urspruenglich leider einiges an “Muell” enthalten… Darauf werde ich in Teil 2 eingehen.
Auf dem Netbook wuerde ich Win7 auch nicht installieren wollen, denn dessen 1,6ghz und 1GB Ram sind mit XP sehr gut und vor allen Dingen zuverlaessig bedient…
Wer seine Aufgaben mit XP bisher prima erledigen konnte, braucht 7 noch nicht. Ich eigentlich auch nicht, aber es war wie gesagt eine gehoerige Portion Neugier im Spiel ;)
@Holger
Ja, das ist mir bekannt, vielen Dank fuer die Links. Das “Integrieren” der XP-Funktionen in 7 ist sicherlich eine nette Spielerei, entspricht aber nicht unbedingt meiner “Denke”. Ich benutze virtuelle Maschinen als solche und deshalb sollen sie auch voellig unabhaengig vom Muttersystem agieren. VMs sind vornehmlich zum Testen und nur in seltenen Faellen mal fuer alte Software gedacht, die normalerweise nicht mehr laufen wuerde. Beispielsweise habe ich noch eine alte 16-Bit-Musikverwaltungssoftware, in der die alten CDs gespeichert sind, die mittlerweile aber ausnahmslos alle auch in der modernen MP3-Jukebox vorzufinden sind. Doch ab und zu braucht man beispielsweise fuer Radioproduktionen dann doch wieder das Original…
Virtual Box ist kostenlos und fuer mein Dafuerhalten mittlerweile viel besser als die kommerzielle “VMware”. Das laeuft wirklich spitze. Und da hier derzeit “nur” die 64-Bit-Version von “Windows 7 Home Premium” laeuft, ist die XP-Integration mit deren Bordmitteln nicht mitgeliefert worden. Und bevor ich eine Virtual-PC-Variante installiere, nehme ich doch lieber Virtual Box (noch…) :-)
http://www.normcast.de/computerkram/virtualbox-und-windows-7/
Hallo Norman
Das was ich dir da verlinkt habe ist mitnichten die Microsoft Lösung, sondern eine ebenso kostenlose Lösung welche auf Virtual Box aufsetzt. Nur das sich das alte Betriebsystem besser in das neue integrieren läßt wenn dies gewünscht ist. Auch kann man es natürlich ganz normal in the Box laufen lassen. Hat also nix mit Virtual PC zu tun und läuft bestens auf der Home Premium :)
Grüße Holger
Hi again :) Komischerweise bin ich beim erstmaligen Anklicken des Links aber tatsaechlich auf der VPC-Seite gelandet. Hmmm… Naja, das lag wohl am Cache. Vor allen Dingen diese VMlite-Migrations-Software waere interessant, wenn sie denn schon erhaeltlich waere…