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Ohne Brummen – ohne Fiepen!

Jubelelektronik im Schlafzimmer? Hmmm… In den Neunzigern fristete ein kleiner 36cm-Roehrenfernseher dort mal ein ziemlich arbeitsloses Dasein, bis er letztendlich aus dem Raum verbannt wurde. Unlaengst durchgefuehrte “Wiederbelebungsversuche” mit einem kleinen Flach-TV waren auch nicht von Erfolg gekroent. Er ueberlebte satte zwei Wochen. Fernsehen im Bett ist nur was fuer Hotels, aber nicht fuer zuhause…

Doch Audio… Hoeren… Geniessen… – DAS ist nach wie vor was fuer’s Schlafzimmer, vor allen Dingen im Zeitalter der Hoerbuecher und Podcasts (der Schreiber dieser Zeilen war nie eine besondere Leseratte…). Leider spielt die Technik dem Hoergenuss gerade im Schlafzimmer gerne mal einen Streich. Da gibt es Billig-Radiowecker, deren Klang dem einer gequetschten Coladose gleichkommt. Vermeintlich bessere Geraete wurden getestet, die teilweise schon beim Einstecken des Netzsteckers vernehmlich brummten oder deren Line-In hochfequent fiepte. Mini-Anlagen, deren Beleuchtung das halbe Zimmer erhellte oder deren Display blinkte wie die Leuchtreklamen auf der Reeperbahn oder deren CD-Laufwerke akustisch einen vorbeifahrenden Zug simulierten…

Nun moechte man fuer so einen “Schlafzimmerzweck” auch nicht unbedingt eine Riesensumme Geld ausgeben und schaut sich daher auch gerne mal im “Billigsegment” um. Meistens lohnt es sich nicht, denn einstmals beruehmte Firmennamen zieren diverse Plastikboliden aus dem Grossmarkt: AEG, Grundig, DUAL… – es sind alles nur noch Namen, die ihrem traditionell-gutem Ruf heutzutage in technischer Hinsicht nicht mehr gerecht werden. Auch “Telefunken” wurde zwischenzeitlich scherzhaft als “Tülüfünkün” bezeichnet, da es bis zum Jahr 2008 komplett in tuerkischer Hand war und nichts mehr mit dem ehemaligen Traditionsunternehmen gemein hatte…

Doch es gibt sie noch, die Ingenieure, die nachdenken und gute Audio-Anlagen bauen. Es gibt sie WIEDER, muesste man eigentlich sagen, denn in den letzten, gefuehlt zwei bis drei Jahren tauchten wieder einige, auch aeusserlich ansprechende HiFi-Komponenten und Komplettanlagen in den Geschaeftsregalen auf, vornehmlich allerdings von japanischen Herstellern. Produkte von Yamaha, Sony oder Panasonic sahen ploetzlich wieder wertig aus und machten auch klanglich einen guten Eindruck. Endlich…

Hier im Bild zu sehen ist die Panasonic Mini-Anlage “SC-PM 04“, die es geschafft hat. Sie ist relativ wertig verarbeitet und bietet alle Funktion, die gewuenscht sind. Ein USB-Stick mit Podcasts & Co. ist anschliessbar und -man hoere und staune- die Anlage merkt sich beim Ab- oder Umschalten die Position innerhalb der MP3-Datei, an der gestoppt wurde. Bei Audio-CD-Wiedergabe tut sie das leider nicht, was aber nicht sonderlich schlimm ist. Der CD-Klang ist wirklich sehr gut, der Radioempfang fuer eine Anlage in dieser Preisklasse (unter 100 Euro !!!) ebenfalls ordentlich und zudem mit RDS. Die Anlage hat Timerfunktionen und kann -fuer’s Schlafzimmer wichtig- auch als Wecker benutzt werden. Das Display ist dezent – und dimmbar!!! Die Fernbedienung ist klasse – und leider notwendig, denn nicht alle Funktionen lassen sich direkt am Geraet aufrufen. Doch wer moechte nach Beendigung der Schlaftimerfunktion nochmal aufstehen und die Anlage bedienen? Somit ist die Fernbedienung also doch praktisch und nuetzlich…

Das kleine, beigefuegte Lautsprecherpaerchen klingt ordentlich und reicht fuer den gewuenschten Zweck deutlichst aus. Leider sind deren sehr duenne Anschlusskaebelchen fest aus den Gehaeusen herausgefuehrt und koennen dann an die Anlage angeklemmt werden. Hier waeren Lautsprecherklemmen auch an den Lautsprechergehaeusen wuenschenswert gewesen. Testweise wurde mal ein Paerchen der beruehmten “JBL Control One” – Boxen angeschlossen, was bewies, dass die Anlage einen ordentlichen Frequenzgang liefert. Es klang wirklich sehr (!) gut.

Doch, wo Licht ist, ist auch Schatten: Warum wurden die Kopfhoererbuchse und die Line-In-Buchse oben links vorne in den Gehaeusedeckel gebaut? Das ist gewoehnungsbeduerftig und ungluecklich geloest. Immerhin kann der Eingangspegel der Aux-Buchse separat geregelt werden, so dass angeschlossene Smartphones auch prima als MP3-Player fungieren und dabei eine akzeptable Lautstaerke liefern koennen.

Dies war ein spontaner Zufallskauf, der bisher nicht bereut wurde…

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