Studiengebuehrenbremse
Es ist ja eigentlich unglaublich, dass diese “Erkenntnis” anscheinend erst jetzt so richtig in die Presse kommt, oder wurde da bis dato absichtlich etwas totgeschwiegen?
“Studiengebuehren schrecken Studenten ab”, meldet Heise.
“Studiengebuehren schrecken ab”, verkuendet die Netzeitung.
“Gebuehren schrecken vom Studium ab”, steht in der FAZ.
Die Liste liesse sich noch weiter fortsetzen…
Es gab und gibt solche und solche Studenten. Die einen rasen wie wild dadurch und sind sogar teilweise so gut, dass sie das ein- oder andere Semester ueberspringen koennen. Das Gegenteil davon sind die Langzeitstudenten. Zu der Zeit, wo unsereins noch herumstudierte, gab es an der Uni doch einige Leute, die 35 und mehr Jahre alt waren, etliche Semester des Erst(!)studiums auf dem Buckel hatten und die sich anscheinend ganz wohl in ihrer Haut fuehlten. Davon mag man halten, was man will, aber der “Ottonormalstudent” liegt zwischen diesen beiden Extremen. Er oder sie absolviert das Geforderte in der sogenannten “Regelstudienzeit” plus-minus einem Semester und gut. Wer`s nicht schaffen kann oder will, hat jederzeit die Moeglichkeit, abzubrechen.
Langzeitstudenten und Studienabbrecher waren die ersten Zielgruppen derjenigen, die eine Studiengebuehr unterstuetzten. Nicht unbedingt vordringlich, aber zumindest unterschwellig. Man wollte sie naemlich im ersteren Fall loswerden und im letzteren bei der Stange halten. Aber auch diejenigen, die nach Ablauf der Schulzeit eigentlich koennten und duerften, sind nicht mehr unbedingt bereit, diesen Weg zu gehen.
In Nordrhein-Westfalen ging die Zahl der Studienanfänger mit Einführung der Studiengebühren im Wintersemester 2006/2007 um 6,5 Prozent zurück, obwohl die Zahl der Hochschulzugangsberechtigten um 4,9 Prozent im Jahre 2006 stieg. Dagegen stieg die Zahl der Erstsemestler in Bundesländern, in denen keine Gebühren erhoben werden, überdurchschnittlich an. Diese Entwicklung setzt sich zum Wintersemester 2007/2008 fort. (Quelle: Wikipedia).
Ein Zeitjahr umfasst im allgemeinen zwei Semester. Das bedeutet, dass ein Studium jaehrlich bis zu 1000 Euro nur an Gebuehren kosten kann. Und das Geld muss erstmal vorhanden sein und/oder verdient werden, zumal die “normalen” Lebenshaltungskosten bestehen bleiben und ggf. die Miete fuer die Studentenbude auch entrichtet werden muss. “Belohnt” wird und wurde man oftmals mit einem ueberfuellten Hoersaal, unregelmaessig bis gar nicht stattfindenden Vorlesungen, schlecht vermittelnden Professoren und/oder sehr hohen bis zu hohen Anforderungen in punkto Lehrstoff. Daher stellen sich viele Schueler und Studenten die durchaus berechtigte Frage, “ob sich das lohnt”.
Bis zur naechsten Studie werden wir wissen, ob diese Gebuehrenmassnahme einen positiven oder negativen Effekt auf den allgemeinen Bildungsgrad hat. Vermutlich nicht, denn nur die Nachkommen der besser betuchten Familien duerften davon profitieren. Und davon gibt es hierzulande auch immer wenigere…


Da muss ich ja erstmal einen Kommentar ablasse- als Student!
Ich bin ein Befürworter der Studiengebühren. Denn ich sehe, was es bei uns an der Hochschule gebracht hat. Die Lehre ist wirklich verbesser worden. Das ist erstmal ein Fakt.
Was die Anfängerzahlen angeht, denke ich einfach, dass die Leute überhaupt keine Ahnung haben. Alle die Bafög bekommen müssen dieses nur bis zu einer Obergrenze von 10.000€ zurückzahlen. Und diese Summer wird von den meisten Studenten, alleine schon ohne Studiengebühren, erreicht. Ob sie nun noch pro Semster 500€ mehr vom Staat bekommen interessiert sie doch gar nicht. Sie müssen ihre 10.000€ zurückzahlen und mehr nicht- so bei einem Kollegen von mir. Und das ist der schl8immste Fall. Als durchscnittlicher Student wird der Betrag nie so hoch ausfallen.
Außerdem, jeder der studiert hat, hat hinterher auch bessere Chancen einen Job zu bekommen. Da wo es sich nicht lohnt sollte man wirklich darüber nachdenken zu studieren: Ich meine ein Junger Mann der Ägyptologie studieren will, und nicht weißt ob er jemals einen Job bekommt- da es schon 800 arbeitslose Ägyptologen in Deutschland gibt- der sollte sich das sehr gut überlegen. Und ich denke, dass dort sonst Steuergelder bis zum Abwinken rausgeschmissen würden.
Wir müssen auch in Deutschland weg von der allgemeinen Meinung: Nach dem Abi……keine Ahung…..erstmal studieren! Und das ist nicht nur einer, der das so macht, sondern von meinem alten Jahrgang waren das mehr als 60%der Leute die “erstmal studieren” gehen!
Meiner Meinung wird aber auch ein Grundstein schon in den Gymnasien gelegt. Kaum ein Gymnasium verschreit sich der Technik. Mein Gymnasium legte ein besonderes Augenmerk auf Musik und Kunst. Wenn man so die Weichen stellt, dann ist es klar, dass in den Richtungen Kunst und Musik jeder Menge Studenten sitzen und in den Bereichen Technik kein Schwein. Alle Technischen Studiengänge haben Rekordzuwächse an Studenten. Doch alle die in Richtung Kunst und Musik wollen überlegen sich das zwei mal ob sie einen total überlaufenden Studiengang und einen total überlaufenden Arbeitsmarkt in diesem Bereich leisten wollen.
Der Punkt in Sachen Nebenkosten ist meiner Meinung ein Faktor, der in den nächsten Jahren noch mehr Leute heimatnah studieren lässt! Und da kommt bei den meisten der Gedanke- oh nein, nicht noch 5-7 Jahre bei Eltern wohnen. dann lieber Geld verdienen und ausziehen! Das sind jetzt meine Erfahrungen damit. Wer was anderes gehört hat- bitte!