H-Blockx In The House…
Die mittlerweile international bekannte Band aus Muenster gab sich am Donnerstagabend auf dem Dreiecksplatz in Guetersloh im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Woche der kleinen Kuenste” die akustische Ehre. Gerne werden solche Konzerte auch als “Unplugged”-Konzerte bezeichnet und dieser Begriff sagt eigentlich schon alles aus. Akustische Gitarren ersetzen ihre elektronischen Geschwister und genau das ist im Falle der “H-Blockx” sicherlich besonders interessant, beinhalten ihre teilweise schweren “Gitarrenbretter” in deren auf CD befindlicher Studioform oftmals doch entsprechend vordergruendige Riffs und Effekte.
Die H-Blockx spielten eine anstaendige Bandbreite ihres bisherigen Wirkens in einer netten Atmosphaere, denn das Wetter spielte mit und trotz einiger bedrohlicher Wolken im Vorfeld blieb es trocken. Der Platz war gerammelt voll, waehrend des Konzerts gab es kaum ein Durchkommen zu den Buden am Rand oder den Toiletten. Volker Wilmking betonte in seinen beiden Ansprachen den familiaeren Charakter der Sache, denn letztendlich hatten er und seine Frau dem Sohn schon frueh eine Trommel geschenkt und vermutlich deswegen sitzt der nun bei den H-Blockx am Schlagzeug.

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Klassiker aus dem H-Blockx-Archiv gab es ebenso zu hoeren wie auch Songs aus dem juengsten Album “Open Letter To A Friend“, dessen Titelsong besonders ideal in das Unplugged-Set passte. “Countdown To Insanity” erklang natuerlich ebenfalls. Lediglich die umarrangierte Version des ersten H-Blockx-Hits ueberhaupt, “Risin’ High”, klang fuer diejenigen, die bisher nur das wuchtige Original kannten, schon etwas ungewoehnlich oder zumindest “anders”. Weitere Hits wie “Little Girl” und nicht zuletzt “Ring Of Fire” erklangen durchweg in wuerdigen, akustischen Versionen. Unter dem Strich war es ein zwar ruhigeres, aber nicht statisches und generell friedliches Konzert, welches ausserdem einen guten, angenehmen Sound zu bieten hatte.
Stagediving inklusive.
Eine Kritikerin schreibt in der am naechsten Tag erscheinenden Ausgabe der hiesigen Lokalzeitung “Neue Westfaelische“, dass das “Crossover-Genre mit leisen Toenen allenfalls fuer ein Clubkonzert geeignet ist” und es in Guetersloh der “Versuch, das angestammte Publikum nicht zu erschrecken” gewesen sei. Fassungslosigkeit macht sich beim geneigten Leser breit.
“Frontmann Henning Wehland blieb in weiten Teilen bewegungslos und praesentierte Kuschelrock”. Ja, was soll er denn machen? Den Huepfkasper mimen? Abgesehen davon sind die allermeisten Unplugged-Abende sitzend ausgelegt, so dass selbst Wehland sinngemaess sagte, dass es fuer ihn voellig ungewohnt sei, nicht so herumlaufen zu koennen wie sonst und es komisch sei, das ueberhaupt ein Hocker fuer ihn auf der Buehne stehen wuerde.
Zur Erinnerung: “Fools Garden” haben bei ihrem Unplugged-Konzert in der Weberei dasselbe getan und das sogar noch auf die Spitze getrieben, denn mehrere, mittelalterlich-anmutende Sessel mit knallrotem Plueschbezug und Kerzenhaltern zierten die Buehne und die Musiker machten es sich darin gerne bei einem Glas Wein gemuetlich (siehe hier), was wiederum niemandem sauer aufstiess und auch einen Hauch von Gemuetlichkeit in sich trug.
Der NW-Artikel beinhaltet zudem kein Wort ueber den sich redlich bemuehenden “Tadday“, der sozusagen die musikalische Vorhut bildete und erst recht kein Wort ueber den bei den H-Blockx-Zugaben ueberraschend hinzugekommenen Lokalmatador aus Rheda-Wiedenbrueck, Ingo Pohlmann, der mittlerweile auch ueberregional bekannt geworden ist (unter anderem durch seinen Hit “Wenn jetzt Sommer waer”, den er auch an diesem Abend zusammen mit den H-Blockx zum Besten gab). Nun denn.

Henning Wehland ist uebrigens nicht nur einer der “Soehne Mannheims“, sondern mittlerweile auch im Pohlmann-Projekt involviert und sicherlich auch deswegen war Ingo Pohlmann mitsamt seiner Familie zugegen, wusste vor dem Konzert aber noch nichts von der ihm bevorstehenden Einladung auf die Buehne, wie Henning mir in einem Vorab-Interview (demnaechst im NormCast) erzaehlte.
In einem hatte die NW-Autorin nicht ganz unrecht, denn haetten die H-Blockx im gewohnten Setup beispielsweise ihre Version von Snap`s “The Power” auf dem 3ecksplatz gespielt, haette das sicherlich in gewaltigem Kontrast zu dem gestanden, was sonst waehrend der in musikalischer Hinsicht recht experimentell aber bodenstaendig angelegten Veranstaltungsreihe erklingt. So aber duerfte es ganz gut hineingepasst und den Toleranzbogen der Jazz-, Kunst- und Bluesfans, die normalerweise bei der “WDKK” mehr als gut bedient werden, nicht ueberspannt haben, denn auch den Freunden von traditionellerer Rock- und Popmusik soll mal ein Abend auf diesem mittlerweile wieder sehr heimeligen Gelaende gegoennt sein, oder? Das schreit nach Wiederholung…
Update vom 23.08.2008: Das Video gibt es nun auch bei YouTube
Update vom 26.08.2008: Bei GüterslohTV gibt es jetzt auch einen Filmbericht.
Update vom 29.08.2008:
Da hat es eines meiner Fotos doch glatt in die GT-Info geschafft…
(das Bild kommt auch in dem Video vor)



Als ich heute morgen die NW aufgeschlagen habe war ich (um ehrlich zu sein) sehr überrascht, das H-Blockx aufgetreten ist. Ich wusste das gar nicht und hätte mir das gerne angeschaut (auch wenn ich kein richtiger Freund der Musikrichtung bin).
Und ich ärger mich immer, das die lokale Presse das nicht besser promotet. Dazu dann immer diese wiederkehrende schlechte Recherche gepaart mit Meinungsmache.
Ich verstehe die NW langsam nicht mehr. Gütersloh ist ein Dorf und die lokale Presse hat die Aufgabe die Bürger über anstehende Veranstaltungen zu informieren. Anstelle diese Aufgabe zu erfüllen wird “lieber draufgehauen”.
Wäre der Ausrichter die NW selber gewesen … was hätten wir für tolle Berichte gelesen …
Ich zitiere:
“Wäre der Ausrichter die NW selber gewesen … was hätten wir für tolle Berichte gelesen …”
B I N G O !!!!! :-)
Danke Norman! Ich war natürlich auch dabei und sehr gespannt auf die H-Blockx – und war mehr als positiv überrascht von dem Abend. Als ich (als bislang überzeugter NW-Leser) die Zeitung aufschlug und mich auf einen schönen Artikel über einen wunderbaren Abend freute wurde ich leider mehr als enttäuscht. Meiner Meinung nach war das (leider einmal mehr) ein sehr enttäuschendes Ergebnis “journalistischer Arbeit.” Ich denke, wer sich das (gut gemachte!!!) Video ansieht wird eines Besseren belehrt! Da ging doch was in Gütersloh!
Aber, lieber Norman, was macht man bei einer solchen (mittlerweile leider häufiger in ähnlicher Weise “versemmelten”) Berichterstattung der örtlichen Presse? Wie wäre es mit einem Aufruf zu Massenprotesten gegen diese Art von unreflektierter Meinungsmache? (vielleicht klein angefangen mit einer kleinen Mail von jedem mit einem kleinen Hinweis auf dieses kleine Ärgernis…)
Sende nen kleinen Gruß aus Friedrichsdorf! Ben.
Hi Ben…
Ich hatte auch zunaechst ueberlegt, einen Leserbrief an die NW zu schreiben und den NW-Artikel aus meinem Text hier auf der Seite komplett `rauszuhalten. Dann fing ich an, die erste Rohfassung hier zu tippen und -schwupps- war es mit drin…
In der ersten Version stand auch noch eine “Vermutung” mit drin, die ich in der hier dann freigeschalteten Fassung weggelassen habe: Ich vermutete naemlich, dass die Verfasserin der NW-Kritik das Konzert gar nicht in voller Laenge gesehen hat und schon wieder im Buero gesessen ist, als die H-Blockx noch nicht einmal bei den Zugaben waren, damit das Geschreibsel auf alle Faelle gleich am naechsten Tag auf der Titelseite des Lokalteils erscheinen kann. Da dieses aber eine recht plumpe Unterstellung meinerseits gewesen waere, liess ich es aus dem “offiziellen” Text heraus. Aber hier im “Meinungsbereich” kann ich das ja tippen :)
Auf der offiziellen Webseite der H-Blockx haben im dortigen Gaestebuch auch einige Leute kommentiert, meistenteils deutlichst positiv, aber viel zu oft mit dem Unterton bzw. dem Klischeebild der “sturen Westfalen”, die sich nicht begeistern lassen. Und genau das Gegenteil wollte ich mit dem Video zeigen, denn es war ja auch so. Die olle Fotokamera, mit der es entstand, hat nur eine 512 MB-Speicherkarte und daher kann man damit natuerlich nur kleine Anteile filmen. Die Tatsache, dass die wenigen, eingefangenen Szenen meistenteils ein fideles Publikum mitzeigen, spricht wohl fuer die Band… …und fuer das Publikum!
Gruss zurueck!
NACHTRAG:
Das habe ich gerade eben gefunden: Bericht bei der “Glocke”
Na Bitte… schon besser :-)
na, da juckt es mich ja in den fingern, den “weiterempfehlen”-button unter dem glocke-artikel zu drücken und das ganze an die lokalredaktion der nw zu senden ;)