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Woche der kleinen Kuenste

Alle Jahre wieder mutiert der relativ kleine Dreiecksplatz in Guetersloh zu einem Mini-Festivalplatz. Umrahmt von kleinen Buedchen und einer grossen Bierzeltgarniturgruppe in der Mitte des Platzes kommt doch eine gewisse Gemuetlichkeit auf. Die ordentlich-grosse Buehne, die mit gut-klingender Tontechnik bestueckt ist, passt ebenfalls gut ins Bild. Die Musikpalette reicht in diesem Jahr von Jazz ueber Blues bis hin zur Comedy-Revue, Folkore und Reggaeklaengen. Im letzten Jahr war das Musikprogramm aber doch etwas beliebter, das haben in der Zwischenzeit mehrere Leute gesagt und auch die Lokalpresse war in diesem Jahr nicht allen Akteuren durchweg wohlgesonnen. Vieles war bzw. ist einfach seeeehr gewoehnungsbeduerftig (z.B. „Leopold & Wadowski + die Zartbesaiteten“) oder einfach nur auf Dauer „anstrengend“ („Quintessence Saxophone Quintett“). Aber gut, vielen anderen Leuten wird es sicherlich sehr gut gefallen haben, Musik ist generell eine subjektive Sache…

Eine wahre Perle kam dagegen leider etwas zu kurz: Ulli Boegershausen, der virtous und angenehm in die Atmosphaere integrierend einfach nur schoen Gitarre spielte und dabei nicht zu abgehoben wirkte (hier der Link zu einem Video). Dieses kleine Intermezzo, welches zwischen den beiden Auftritten der beiden Erstgenannten stattfand, war einfach nur wohltuend und auch das Publikum nahm es dankend hin. Das war am Dienstag. Am Montag und Mittwoch gab es auch Veranstaltungen, die ich aber nicht oder nur kurz besucht habe. Am Mittwoch fiel allgemein auf, dass der Platz relativ leer war, was aber auch am nicht so idealen Wetter gelegen haben koennte.

Am Donnerstag spielten zunaechst Michael Van Merwyk und Bluesoul aeusserst angenehmen Blues-Rock, der zudem sehr wohlklingend und kompetent abgemischt war. Das Michael das „Pseudo-Zither-Spiel“ (Gitarre auf den Knien liegend im Sitzen) beherrscht, bewies er recht eindrucksvoll. Sogar Gerry Spooner gab ein kurzes Gastspiel und brachte seine beruehmten Loeffel fuer ein einziges Stueck zum Einsatz.

Danach kamen die „17 Hippies“ auf die Buehne. Letztendlich sind sie aber keine und sehen auch nicht so aus. Auch waren sie in der Unterzahl, denn auf der Buehne bewegten sich „nur“ zwoelf aktive Instrumentalisten. Von der Klarinette bis zur Zugposaune, vom Kontrabass bis zur akustischen Gitarre, vom Akkordeon bis zur Geige war alles irgendwie vertreten und die „Hippies“ spielten eine interessante Mischung aus Folklore unterschiedlichster Stilarten, franzoesischen Chansonelementen und virtuos-hochwertigen, komplexen Gesamtkunstwerken akustischer Art.

Dabei versuchten sie immer wieder (und nach einiger Zeit auch mir gehoerigem Erfolg), das aeusserst zahlreich erschienene Publikum mit einzubeziehen. Humorvoll praesentierten sie („Wikipedia sei Dank“, wie einer der Akteure zugab) „Guetersloher Insiderwissen“ ueber das „Pumpernickel„-Brot („ein Rechteck auf dem Foto“) und ueber die Bedeutung der Abkuerzung „HVP“, obwohl die schon lange nicht mehr aktuell ist, denn den „Hertie-Vor-Platz“ ziert ja heutzutage ein „Karstadt“-Warenhaus (was die Saengerin aber ebenfalls wusste).

Die „17 Hippies“ sind mittlerweile sehr bekannt und Volker Wilmking, einer der Organisatoren der Veranstaltung, hob auch deutlichst hervor, dass schon in den vergangenen Jahren versucht worden war, der Hippies habhaft zu werden und es erst jetzt geklappt hat. Der Lohn: Ein ca. 90-minuetiges Feuerwerk der guten Laune mit aeusserst sympathischen Akteuren!

Die „Woche der kleinen Kuenste“ endet am heutigen Freitagabend mit „Walter`s night“, einer musikalischen Hommage an den verstorbenen Kneiper Walter Schmaeling. Jeweils aus der Rheingegend kommen „Cashma Hoody“ und die „Knaller Allstars“. Mal sehen, ob das ein „Knaller“ wird…

KategorienLokales
  1. 17. August 2007, 19:16 | #1

    Leicht Off-Topic: Ich stehe sehr auf dieses 7 Bit ASCII geschreibsel. ;)

  2. 17. August 2007, 20:15 | #2

    Hey…

    Ja, das habe ich mir schon lange angewoehnt. Und nicht angewöhnt :)

    Das kommt bei mir noch aus seeligen Packet-Radio-Zeiten (Amateurfunk), wo es beispielsweise immer wieder Probleme mit der Darstellung der Umlaute gegeben hat. Das war von Software zu Software ziemlich unterschiedlich und nicht immer untereinander kompatibel. Und das konnte hierdurch ziemlich einfach umgangen werden…

    Aber auch bei Webseiteneintraegen ist es eigentlich ratsam, z.B. die Umlaute zu vermeiden, da sie innerhalb der Browser in anderen Laendern oftmals als haessliche Hiroglyphen dargestellt werden…

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