Fernsehen aus aller Welt
Der Schritt geht eindeutig in die richtige Richtung. Ein barrierefreies Internet kennt keine Regionalcodes und Aussperrungen aufgrund von laenderspezifischen IP-Adressen. Doch bis dahin ist es leider noch ein langer, steiniger Weg. Die Krise beim auf den Bildschirm starrenden Mausklicker faengt schon bei YouTube an, wenn dort nach Anwaehlen eines ggf. amerikanischen Videos der schoene Satz “Sorry, this video can`t be displayed in your country” steht…
Virtuelle Fernsehdienste wie “Zattoo” oder “Wilmaa.com” sind leider auch regional beschraenkt oder haben ein regional-wechselndes Programmangebot. Die allermeisten Auswanderer koennten ihre Heimatsender doch bequem ueber das Internet empfangen, wenn da nicht diese stumpfsinnigen Lizenz- und Verbreitungsgrenzen waeren. Da liegt auch das Problem. Es muessen neue Lizenzmodelle her, die auch von kleineren Sendern bewaeltigt werden koennen.
Das oesterreichische ORF1 ist z.B. auf dem Astra-Satelliten digital verschluesselt und fuer den “Normal-Deutschen” nicht sichtbar. Gruende dafuer gibt es mehrere, z.B. verhindert eine innerdeutsche Lobby erfolgreich die Verbreitung von ORF1, denn dort laufen die gaengigen Filme und Serien ohne Werbeunterbrechungen und in sehr guter Bild- und Tonqualitaet. Aber der ORF erwirbt die Lizenzen natuerlich nur fuer den inneroesterreichischen Bereich und somit kollidieren die Interessen. Die deutschen Sender sind in Oesterreich trotzdem frei empfangbar.
In Zukunft muessten ueberregionale Lizenzmodelle mit Abonniermoeglichkeiten etabliert werden. Im Zeitalter des schnellen Internets, HDTV verbreitenden Satelliten und Set-Top-Boxen sollte das zumindest in technischer Hinsicht kein Problem sein (noch vorhandene, ggf. DSL-freie Oasen mal ausgenommen). Fremdspracheninteressierte haetten sicherlich gerne z.B. diverse englische und amerikanische, franzoesische oder spanische Sender zur Verfuegung. Und das zuverlaessig nebst ordentlicher Qualitaet.
Ein erster, kleiner Schritt in diese Richtung ist das kostenlose WWITV. Die hochwertigen Programme muss man dort zwar mit der Lupe suchen, trotzdem bietet sich dort die Moeglichkeit, Fernsehsender und weitere Videostreams inklusive diverser Webcams aus aller Welt zu sehen. Teilweise geschieht dies zumindest schonmal auf dem technischen Niveau einer Video-CD. Manchmal sehen die Streams aber auch vergroessert noch gut aus. Fernsehsender aus Haiti oder Djibouti, den Philippinen oder der Schweiz wecken sicherlich die ein- oder andere Neugier. WWITV bietet die Streams nicht selbst an, es ist eher eine Linksammlung fuer ohnehin im Netz verfuegbare Videoangebote, teilweise “live”, teilweise aber auch fuer abrufbare Aufzeichnungen.
Ein Tip fuer Leute mit Englischkenntnissen: Ueber WWITV ist das regulaere, daenische Fernsehen empfangbar. Dort gibt es viele amerikanische Serien und Filme im Originalton mit daenischen Untertiteln. Das deutsche Musikfernsehen “Deluxe TV” ist ebenfalls verfuegbar. Ansonsten findet sich in der Auflistung natuerlich auch viel Schrott, aber der muss ja nicht weiter beachtet werden.
Fazit: Fuer unterwegs auf dem Laptop ist das gegebenenfalls eine recht praktische Sache!


ich denke nicht, dass das Problem ansich lösbar ist, indem man ein “geeignetes” Lizenzmodell findet.
Wenn ein kleiner Sender seine Lizens nur für “seine” Region bezahlt, trotzdem aber weltweit ausstrahlt, steht er natürlich im Interessenkonflikt zu denen, die ebenfalls bezahlt haben, durch den geringeren Preis aber vom “kleinen” aber übervorteilt werden. Insofern kann ich die “böse deutsche Lobby” (RTL) sehr gut verstehen, die ihre Lizenskosten nämlich durch Werbung wieder ‘reinholen muss. Gleiches beim Sport: wenn der chinesische Lizenznehmer die Bundesliga kostenlos per Internet verteilt, hat Premiere *natürlich* ein berechtigtes Interesse daran, die Verbreitung in Deutschland zu verhindern. Wer will es Ihnen verdenken…
Langfristig, glaube ich, werden Video on Demand oder (vielleicht) kostenpflichtige, “Hulu”- oder “YouTube”-ähnliche Übertragungs- bzw. Verbreitungswege dieses regionale Lizenzproblem von selbst auflösen. Dann zahlt der “Kucker” direkt an den “Lizenzgeber”.
Naja. Darüber reden wir auch schon seit 10 Jahren. Sehr langfristig, glaube ich, werden Video on Demand oder…
;-)
– Coke
An dieser Stelle muss ich es deutlichst hervorheben: Jeder Kommentierende ist fuer seinen Kommentar selbst verantwortlich :)
(Du hast RTL und Premiere namentlich genannt…)
Es geht ja auch nicht darum, dass diese Programme kostenlos und oeffentlich verfuegbar sein sollen. Es geht darum, dass sie auch ausserhalb des jeweiligen Landes bei Bedarf fuer Interessenten zur Verfuegung stehen sollen.
Ich habe zum Beispiel Verwandtschaft in Sydney. Dort gibt es zwar deutsche Sendungen, aber das nur auf einem Spartenkanal. Dort wuerden die Vollprogramme sicherlich auch gerne gesehen werden…
Aber eines stimmt: Die Zukunft liegt im Video on Demand. Das zeitgebundene Broadcastmodell ist trotz Aufnahmemoeglichkeiten nicht mehr zeitgemaess. Die Leute wollen das schauen, was sie interessiert und das zu einem frei waehlbaren Zeitpunkt. Daher wird es (wie teilweise ja jetzt schon moeglich) darauf hinauslaufen, dass diese Inhalte direkt bei einem Vertreiber fuer private Zwecke erworben werden. Aehnlich wie bei der Musik, die man ja immer oefter direkt bei den Bands direkt kaufen kann und die nicht mehr zwingend ueber die alten Mechanismen vertrieben werden muss.
Viele “Serienjunkies” werden ihre Lieblingsserie zukuenftig schon vor deren Ersausstrahlung im Pay- oder Free TV kennen…