Kampfstern Galactica
Im Jahr 1978 ging`s los. Der Kampfstern Galactica machte sich unter der Fuehrung von Commander Adama (gespielt von Lorne Greene, der auch schon in “Bonanza” das Familienoberhaupt Ben Cartwright spielte) auf den Weg zur Erde, nachdem die Heimatwelt von den Zylonen, einer letztendlich androiden Spezies, zerstoert worden war.
Auf ihrer Reise wurde die “Galactica” immer wieder von den Zylonen angegriffen, spektakulaer-anmutende Raumschlachten waren das Resultat. Eigentlich gab es nur eine Handvoll Raumschlachtszenen, die innerhalb der ersten 24 Folgen der ersten Staffel (also der Ur-Serie) immer wieder mal wiederholt wurden: Mal seitenverkehrt, mal rueckwaerts, mal “beschnitten” – aber immer wiedererkennbar.
Ich habe es geliebt – als Zehnjaehriger. Es war spannend und die Charaktere besassen einen hohen Sympathiefaktor. Dirk Benedict alias “Starbuck” (der spaeter als “Face” im “A-Team” noch bekannter werden sollte) und natuerlich Commander Adama, der in der ersten Staffel auch noch ein wirklicher Charakterkopf war. In der Folgeserie wurde er leider zum Statisten degradiert…

Viele bekannte Gaststars zierten die Urserie, unter anderem Audrey Landers (aus “Dallas” bekannt), Rick Springfield (“Celebrate Youth”), Lloyd Bridges (“Hot Shots”), Patrick MacNee (“Mit Schirm, Charme und Melone”) und auch Ana Alicia alias “Melissa Agretti” aus der kultigen “Falcon Crest“-Serie sowie der 1997 verstorbene Edward Mulhare, bekannt als “Devon Miles” aus “Knight Rider”.
Trotz akzeptabler Einschaltquoten und einer schnell wachsenden Fangemeinde (Science Fiction war schwer angesagt zu der Zeit, denn der “Krieg der Sterne” begann ein Jahr zuvor und das “Raumschiff Enterprise” war ein Jahr spaeter erstmalig im Kino zu sehen) wurde die Serie wahrscheinlich wegen zu hoher Produktionskosten nach einer Saison abgesetzt. Immerhin hatte sie ein akzeptables Ende – wenn auch ein zumindest halb-offenes.
Es gab einige Folgen, die waren “nicht so dolle”, wie man so schoen sagt, manch andere hatten aber einen hohen Spannungsgrad und daraus resultierenden Unterhaltungsfaktor. Letztendlich wurden aus der ersten Serie auch zwei komplette Filme zusammengeschnitten. Aus heutiger Sicht wirkt das alles zwar ziemlich altbacken und einige Elemente (wie z.B. der kuenstliche Hund “Muffet”) regen eher zum schmunzeln an als das man sie ernst nehmen koennte. Doch laesst man sich sozusagen in die Atmosphaere fallen, dann funktioniert es auch heute noch – bis zu einem gewissen Punkt.

1980 gab es noch einmal eine zehnteilige Wiedebelebung der Serie, die in punkto Handlung davon ausging, dass die Galactica letztendlich die Erde findet. Diese “zweite” Serie waere besser nie gedreht worden, denn zum einen bediente sie sich in punkto Special Effects meistens an der Vorgaengerserie (deren entsprechende Sequenzen einfach wiederverwendet wurden) und zum anderen war sie so schlecht gemacht, dass der Abschaltknopf oftmals in greifbare Naehe rueckte. Die Serie lief im Kinderprogramm, also wurde ein auch im Verhalten unsaegliches “Sternenkind” (“Doctor Zee”) dem Commander Adama vor die Nase gesetzt, dem er sich anscheinend unterordnen musste. Desweiteren hatten die beiden (neuen) Hauptakteure, die “Starbuck und Apollo” aus der Vorserie ersetzten, ueber weite Strecken der zweiten Serie nichts weiter zu tun, als auf eine Horde Pfadfinderkinder (“The Super Scouts”) mit besonderen Faehigkeiten aufzupassen und Probleme in der damals normalen Erdenwelt zu loesen – mit bei Bedarf fliegenden Motorraedern. Welch ein Humbug! Die Serie hat ausserdem ein unbefriedigendes Ende und sollte demzufolge aus der Galactica-Geschichte gestrichen werden.
Was heisst hier “sollte”? Sie wurde. Zumindest von vielen Fans und Fanseiten.
Mit der ab 2003 gestarteten “Battlestar Galactica”-Serie sollte das Thema in die filmtechnische Gegenwart gefuehrt werden und tatsaechlich war und ist das -bis auf wenige Referenzen- nicht mehr mit der Urserie vergleichbar. Allerdings habe ich nur einen Teil der ersten Staffel dieser neuen Serie gesehen und dabei schnell das Interesse daran verloren. Nach einem einigermassen gelungenen Pilotfilm flachte das Ganze ziemlich schnell ab. Vielleicht sind die aktuelleren Folgen besser, aber heutzutage schaut man, wenn ueberhaupt Zeit und Interesse zum DVD-Schauen da ist, doch lieber “24″ & Co.
Viele Leute haben bei “Star Trek” zunaechst gesagt, dass sie nie eine Serie ausser der Urserie mit Kirk und Spock akzeptieren wuerden. Captain Picard hat viele bekehrt und fuer nicht wenige ist “Deep Space Nine” der interessanteste Star-Trek-Ableger. Ich konnte jeder der Star-Trek-Varianten etwas abgewinnen, beim “Kampfstern Galactica” wird es aber wohl lediglich bei der Ur-Serie bleiben…
Weiterlesen: Treffende Kritik an “Galactica 1980″ (englisch)


so schlecht fand ich “Battlestar Galactica” nicht. Eigentlich find ich sie garnicht schlecht: es werden durchaus Themen aus unserer Zeit aufgegriffen und glaubwürdig in die Problme einer Zivilisation auf Reisen transportiert. Was die Spannung angeht: den Plot insgesamt (Flucht vor den Zylonen, Kollaboration mit den Zylonen, Einsicht, dass es zwecklos ist, erneute Flucht, …), ist durchaus spannend — und durchaus nicht allzufern von den Problemen unserer Zeit, oder? ;-) Dazu eine gewisse religiöse/mystische Komponente kombiniert mit durchaus ansprechenden special Effekts und glaubwürdigen Schauspielern. Gut, natürlich hat auch diese Serie Längen und wiederholt sich hier und da — aber das hatte Star Trek TNG auch reichlich…
… und *richtig* gut fand ich, dass Starbucks eine Frau ist! :-)
Ehrlich gesagt: ich finde diese Serie sogar besser, als den Sechsteiler von 1978. Im zarten alter von 8/9 Jahren durfte ich das natürlich nicht ansehen, später aber musste sich der Kampfstern (von mir) mit Star Wars vergleichen lassen — und dagegen ist Galactica natürlich gnadenlos abgesoffen. Glizernder Kampfzylone rennt durch Pfütze und glizert eine halbe Sekunde genauso weiter. Kein kleinster Fleck Dreck.
Eigentlich ist Kampfstern Galactica doch nur so kult geworden, weil es — wie so vieles — so gnadenlos schlecht war, dass es schon wieder gut war…
“Den Sechsteiler von 1978″? :-)
Die Urserie hat 24 Folgen. “BG 1980″ nochmal 10. Aus der Urserie entstanden die ersten beiden Spielfilme, aus der Nachfolgeserie der dritte Film (der mit dem bekannten DJ “Wolfman Jack”).
Ja, es stimmt, es war so gesehen schlecht, aber es war fuer die damalige Zeit auch nicht sooooo schlecht. Und die Zylonen hatten eigentlich silberfarbene Schlabberroeckchen :)))
Aber das, was Du schreibst, “mystische/religioese Komponente…”, genau das hat mich bei der ansonsten guten “Deep Space Nine”-Serie oftmals genervt. Ich haette die Drehkoerper am liebsten in den Orbit geschossen und alle Kais und Vedeks hinterher…
Eine Science Fiction-Sendung muss nicht zwangsweise gegenwaertige Probleme und Themen aufgreifen. Es soll ja fiktiv sein. Andererseits ist das eine Frage der Dosierung. Gene Roddenberry liess den ersten Fernsehkuss zwischen einer Schwarzen und einem Weissen (Uhura-Kirk) auf der Bruecke der NCC-1701 geschehen und viele andere, damals gegenwaertige Themen (siehe “Ein Planet, genannt Erde”) in seiner Serie verarbeiten. Ein Trend, der sich in vielen spaeteren Trekfolgen (auch in den Ablegern) und Filmen (siehe z.B. Star Trek 4) fortsetzte.
Dabei bewiesen die Macher aber meistenteils ein glueckliches Haendchen und einen Sinn fuer eine passende Dosierung. Wenn eine Serie aber von vornherein darauf fusst, dann wird`s schon schwieriger…
“Eigentlich ist Kampfstern Galactica doch nur so kult geworden, weil es — wie so vieles — so gnadenlos schlecht war, dass es schon wieder gut war…” => Schonmal wieder die 80er-Jahre-Serie “Buck Rogers” mit Gil Gerard gesehen? :-) DAS ist mittlerweile erst richtig trashig…
Ich finde die neue Battlestar-Serie sogar richtig genial und ich warte schon lange darauf, daß die dritte Staffel endlich auf DVD kommt. Leider hat die Serie einen kleinen Schönheitsfehler, nämlich daß es sich um ein Remake handelt.
Der Plot (künstliche Lebensformen zerstören Planeten, worauf die Bewohner sich auf die Suche nach der alten Heimat machen) mag der gleiche sein, aber für Fans der alten Serie muss es doch ein Graus sein, daß Starbuck plötzlich eine Frau ist, die Zylonen in Menschengestalt umherwandern und auch sonst wahrscheinlich noch viele andere Dinge einfach geändert wurden. Da mir die alte Serie kaum noch bekannt ist und mich eigentlich auch nie so wirklich interessiert hat, macht mir das nicht viel aus. Dennoch frage ich mich, wie die Fans nächstes Jahr schauen werden, wenn (IRONIEMODUS EIN) in Star Trek 11 die Geschichte des Zusammentreffens von Captain Kirk, seiner Wissenschaftsoffizierin Spockine und dem Bordarzt McCoy, einem 12jährigen Wunderkind, erzählt wird (IRONIEMODUS AUS).
Wenn man schon ein Remake macht, dann sollte man den Wurzeln auch treu bleiben. Star Trek – The Next Generation funktionierte wunderbar, weil es eben kein Remake, sondern eine Weiterführung der Geschichte war. Eine Weiterführung der alten Battlestar-Serie wäre, so wie Norman es beschrieben hat, vielleicht schwierig, wenn nicht sogar unmöglich gewesen, aber hätte man ein paar Namen- und Handlungsänderungen an der neuen Battlestar-Serie vorgenommen, so wäre daraus eine supergeniale Sci-Fi-Serie geworden, die nicht den Klotz des ewigen Vergleichs hinter sich hätte herziehen müsste.
oh: Bildungslücke! Von 24 Folgen Urserie weiß ich garnichts! :-( Ich hab jetzt nur die drei Filme in Erinnerung, die in sechs Teilen ausgestrahlt wurden — wahrscheinlich im Kinderprogramm. Okay, dann muss ich mir mal die 24 Folgen besorgen und die Lücke schließen.
… ja, an Buck Rogers kann ich mich auch noch erinnern — aber das war ja *wirklich* eine andere (Film-) Zeit — da Galactica aber wohl doch nicht als Spielfilm konzipiert war, muss ich meinen Vergleich mit Star Wars natürlich relativieren.
@Dübel
aber für Fans der alten Serie muss es doch ein Graus sein, daß Starbuck plötzlich eine Frau ist, die Zylonen in Menschengestalt umherwandern
=> B I N G O !!! :-) (obwohl die Frau ein absoluter Hingucker ist)
@Coke
Ja, die Luecke kann geschlossen werden: DVD-Box
(Gibt`s wahrscheinlich auch irgendwo noch guenstiger…)
Buck Rogers… Ich meinte nicht (!) diese alte Schwarz-Weiss-Serie von Anno Tuk… ich meinte das hier: Wikipedia-Link
…und das war ungefaehr zur gleichen Zeit wie “Galactica” in Produktion. Man hoert`s auch an den typischen Universal-Sounds, wie z.B. diesem allgegenwaertigen, typischen Explosionsgeraeusch und dem “Laser-Sound”, der 100%ig so klingt wie der Laser der “Viper”-Raumschiffe aus der Galactica-Urserie…
@Der Dübel — naja, es macht ja schon einen Unterschied, ob eine *Fortsetzung* unsinnigerweise Dinge anders macht, oder ob eine *Neuauflage* sich die künstlerische Freiheit erlaubt, Spock reloaded weiblich zu machen. Wenn der Rest sonst auch passt, sollte das okay sein…
Luke Skywalker z. B. könnte ich mir auch sehr gut weiblich vorstellen… *fat*grin* ;-)