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Georg Danzer ist tot

Nachdem kuerzlich bereits “Professor Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik” alias Klaus-Juergen Wussow gestorben ist, hat es nun auch einen prominenten Saenger aus Oesterreich erwischt.

Georg Danzer war ein Star der sogenannten “Austropop”-Szene, obwohl dieser Begriff in eher oberflaechlicher Art und Weise nahezu saemtliche Pop- und Rockmusik aus der Alpenrepublik zusammenfasst. Danzer war eher ein sozialkritischer Liedermacher, der ueber Jahrzehnte mit sehr individuellen Texten und Ansichten die oesterreichische Musiklandschaft massgeblich gepraegt hat.

“Frieden” war ein sehr ambitionierter Song, der auch gerade heutzutage im Angesicht von G8-Gipfeln eine neue, brennende Aktualitaet beinhaltet. “Atlantis” war eine voellig gelungene Coverversion des gleichnamigen Liedes von Donovan, “Sex-Appeal” eine augenzwinkernde Ballade, die auch eine hurmorvolle Seite des Saengers praesentierte. Jö schau…

Zusammen mit Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros bildete er die erfolgreiche Formation “Austria 3″, aus deren Umfeld erst kuerzlich erklaert wurde, dass dieses Projekt nach neun erfolgreichen Jahren demnaechst beendet werden sollte.

Georg Danzer verstarb nun im Alter von 60 Jahren an Lungenkrebs.


Ned nur I hab so a Angst
ned nur I hab so an Hass auf Euch

die ihr uns regiert’s – tyrannisiert’s in Kriege fuert’s
wir san nur Dreck fuer Euch.

Vier Milliarden Menschen – vier Milliarden Traeume
Ueber die ihr lacht’s. Vier Milliarden Hoffnungen
die ihr mit einem Schlag zunichte macht’s.

Und ihr baut’s Raketen und Atomkraftwerke
und dann Bunker – wo ihr Euch versteckt’s.
Aber diesmal meine Herren koennt’s Euch sicher sein
dass ihr mit uns verreckt’s.

Vier Milliarden Leben, vier Milliarden Tode
doch des is euch gleich.
Hoert’s ihr Wissenschaftler, ihr Politiker
ihr Maechtigen – wir fordern jetzt von Euch:

Gebt’s uns endlich Frieden!

(…) (Georg Danzer, “Frieden”, 1981)

Links:
Georg Danzer`s Homepage
Wikipedia ueber Georg Danzer
Austria 3

KategorienMusik
  1. 23. Juni 2007, 15:17 | #1

    Gibt es eigentlich dieses Genre der “Liedermacher”, das in meiner Jugend *hust* sehr präsent war, noch? Solche Namen wie Danzer oder Mey oder Hoffman oder Suhlke oder wie sie auch alle hießen waren doch damals Allgemeingut, oder? Und ob man sie nun mochte oder nicht: Sie hatten ihren festen Platz in der Musiklandschaft, und sogar im Dudelfunk.

    Klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöd, aber wenn ich lese, dass Georg Danzer gestorben ist, dann tut mir das erstens echt leid und erinnert mich zweitens daran, dass dieser Teil Vergangenheit auch schon ganz schön weit zurückliegt (obwohl ich nie besonders auf Danzer gestanden habe, dann schon eher Suhlke).

    Wie auch immer: Er war in seinem Fach ein großer.

    markus

  2. 25. Juni 2007, 11:40 | #2

    Die Liedermacher-”Szene” hatte ihren Zenith sicherlich in den siebziger Jahren. Leute wie Ulrich Roski oder Reinhard Mey brachten auch einige humoristische Einlagen in das ansonsten von politischen Botschaften gepraegte Gesamtbild mit ein. In Oesterreich waren Leute wie Wolfgang Ambros oder Georg Danzer sozusagen die “Alpenvarianten” dieser Szene :)

    Vieles, was in den siebziger Jahren begann, setzte sich dann in den achtzigern fort und brachte oftmals Solo-Kuenstler hervor. Man denke z.B. an Juergen von der Lippe, der in den 70ern noch mit den “Gebruedern Blattschuss” fuer damalige Verhaeltnisse durchaus gehobene Comedy bei einem alternativ-anmutenden Label (“Hansa-der andere Song”) in Rillen pressen liess. Auch Leute wie Klaus Lage, Heinz-Rudolf Kunze oder Herbert Groenemeyer koennte man sicherlich als “Nachfahren” der siebziger-Jahre-Liedermacherszene sehen…

    Mittlerweile scheint diese aber sprichwoertlich auszusterben. Im Zeitalter von hueftschwingenden Castingbands und/oder wuchtigen Gitarrenbrettern bleiben die leisten Toene zur Laute oftmas auf der Strecke, wie ich finde….

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