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Hofgeschichten und ein Bandoneon

Als Einleitung zitiere ich den Chillerstadt-Blog von Markus Kaes:

Ein Dorf nicht weit von Stuttgart, seine Geschichte und seine Geschichten aus 250 Jahren: Zum Jubiläum dieser kleinen Gemeinde, die sich als Gemeinschaft versteht, haben Sven Kucher, Stefan Morgenstern, Mark Lohrmann und Tobias Kurzweg einen Film gedreht, der daran erinnert, dass es nicht immer schneller, größer, lauter sein muss – manchmal darf es auch ruhiger, kleiner und persönlicher sein. Zu diesem Film habe ich die Musik beigetragen, hier ein kurzer Ausschnitt:


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Hier kommt übrigens zum ersten Mal mein Bandoneon ins Spiel, ein wunderbares, aber äußerst schwieriges Instrument, für mich absolutes Neuland … aber das ist eine andere Geschichte.”

…und genau diese andere Geschichte kommt jetzt :-)

Mein Grossvater vaeterlicherseits hat in fruehen Jahren gerne und oft Bandoneon gespielt. Doch irgendwann wanderte dieses mittlerweile historische Instrument erst auf den Dachboden und spaeter in den Keller, wo es ueber Jahrzehnte gelegen hat. Nachdem mein Opa spaeter leider auch einen Schlaganfall erlitt, mit dem er danach noch einige Jahre lebte, war an das Bandoneon-Spielen nicht mehr zu denken. Er starb in den 90er Jahren.

Vor ungefaehr zwei Jahren begann ich damit, alte Sachen, die hier unbenutzt herumlagen, zu sichten und sie gegebenfalls zu reparieren oder zu verkaufen. Dabei kam auch das alte Bandoneon wieder ans Tageslicht und mehr oder weniger zufaellig wurde Markus Kaes aufgrund eines Gespraechs mit mir darauf aufmerksam. Zuvor hatte er auch erwaehnt, dass er so ein Instrument suchen wuerde. Ich schickte ihm ein paar Fotos des hiesigen Exemplars und er war gleich Feuer und Flamme. Das Einigen auf einen adaequaten Preis war trotz des sichtbaren Gebrauchtzustandes reine Formsache und ich schickte ihm das Geraet zu. Eine eigentlich im Spass formulierte “Bedingung” nahm Markus aber dennoch ernst, denn ich schrieb ihm, dass die erste MP3-Datei, die unter Zuhilfenahme dieses Geraetes zustande kaeme, “meine” sei :)

Tja… und gestern kam diese Datei tatsaechlich hier an. Es ist das kleine Musikstueck, welches unter den obigen Film gelegt wurde. Tja, ein Mann – ein Wort. Mein Opa haette sich sicherlich sehr gefreut und ich empfinde das auch als etwas Besonderes. Somit hat der Klang des Bandoneons seinen Weg in die Gegenwart gefunden und dieser Blogbeitrag ist ein tolles Beispiel dafuer, wie schoen sich gewisse Dinge manchmal fuegen koennen. Markus, vielen Dank!

KategorienDiverses, Musik, Videos
  1. 29. Juni 2010, 11:31 | #1

    Das Bandoneon ist wirklich ein wunderbares Instrument – und es hat Seele. Ich bin zwar noch weit davon entfernt, es spielen zu können, aber da erzählt schon jeder einzelne Ton eine Geschichte.

    Ich habe zu danken!

  2. 29. Juni 2010, 20:11 | #2

    Falls du noch ein zweites Bandoneon im Keller hast, ich würd’s nehmen!

    Ich habe noch nie eins gespielt, ich weiß aber, dass die Dinger völlig unlogisch aufgebaut sind. Der Markus muss da noch ein bisschen üben, bis er ein zweiter Piazzolla wird, aber solange Deutschland Argentinien am Samstag im Fußball schlägt, dürfen die auch ruhig unsere Instrumente besser beherrschen. ;)

  3. Gerd Newiger
    29. September 2010, 14:06 | #3

    Hallo Markus, schade Du zeigst das schöne Bandonion (Bandoneon gesprochen Bandonjon) natürlich international leider nur von unten, warum? aber es gehört Dir ja nicht mehr. Der Entwickler (aus der Concertina) Heinrich Band hat dem Instrument doch Zahlen mitgegeben, danach kann man sich das Instrument doch wunderbar erarbeiten und wenn man Notenkenntnisse besitzt um so besser. Ich beschäftige mich schon 21 Jahre mit diesem Instrument und es läßt mich nicht mehr los. (siehe auch franzluerbke Bandoniongeschichten) von mir. oder http://www.Intarsien-Newiger.de
    mit freundlichen Grüßen Bandonion-2008

    Anmerkung von Norman: Das Bandoneon-Bild ist eines von meinen, ich hatte es gemacht, bevor das Geraet an Markus geschickt wurde. Ich habe noch weitere, werde bei Gelegenheit mal danach schauen. Den unteren Teil des Beitrags habe ich geschrieben ;) Bei der Schreibweise des Namens habe ich mich an Wikipedia orientiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Bandoneon

  1. 29. Juni 2010, 11:18 | #1
  2. 18. April 2012, 01:23 | #2