Tim Renner und die GEMA
Tim Renner ist Chef von “Motor Music” und ein schlauer Mensch. In einem Video bei Welt.de gab er einen bemerkenswerten Kommentar zum Thema “Gema” von sich…
“Die Gema setzt Onlinestreams mit Verkaeufen gleich. Sie geht davon aus, wenn sie oder ich sich etwas anhoeren, dann substituiert das den Kaufakt. Dementsprechend wollen sie fuer jeden ausgelieferten Stream -immer, wenn Musik gesendet wird- eigentlich soviel haben, als wenn sie verkauft wuerde. Ich glaube, die Logik stimmt nicht ganz, dass wirklich jedes einzelne Anhoeren dasselbe ist wie ein Kaufakt. Die Sache ist doch viel verwandter mit Radio – und beim Radio kaeme die GEMA auch niemals auf die Idee, pro Hoerer etwas zu fordern. Beim Radio fordert sie Anteil am Umsatz – und das finde ich auch sehr gerechtfertigt. (…) In einer idealen Welt waere eine Organisation wie die Gema flexibel genug, alle moeglichen Nutzungsformen bei sich mit aufzunehmen und einfach zu sagen: ‘Na klar, wenn es moeglich ist, dass der Kuenstler selbst entscheidet, wie, wann, wo verguetet wird, dann lassen wir ihm seinen eigenen Willen.’ Darum geht’s doch.”
Amen! :-)
…wobei man an dieser Stelle noch zwischen “normalem”, traditionellem Radio und Webradio differenzieren muss, denn beides wird von der GEMA unterschiedlich behandelt…
Tim Renner’s Homepage : www.TimRenner.de


Ist mir neu, dass die GEMA für einen Stream angeblich so viel haben will wie für einen Verkauf. Ich empfehle die Lektüre der folgenden Heise-Artikel, um sich ein Bild zu machen, was die GEMA wirklich “haben” will:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/GEMA-und-Bitkom-erzielen-Einigung-ueber-Urheberabgaben-fuer-Online-Musik-1392389.html
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gema-veroeffentlicht-Verguetungstarif-fuer-werbefinanziertes-Musik-Streaming-1398162.html
Der von dir verlinkte Welt-Artikel zieht einem übrigens die Schuhe aus:
“Viele Internet-Nutzer in Deutschland ärgern sich täglich darüber, dass manche Youtube-Videos für sie gesperrt sind. Der Grund dafür ist die Gema, die urheberrechtlich geschütztes Material unzugänglich macht. ”
Das ist so toll recherchiert, das könnte auch aus ihrer Schwesterzeitung mit den dicken Tit… äh Überschriften sein. ;)
Die Videos werden nicht von der GEMA blockiert, sondern von YouTube, weil YouTube bislang keine Nutzungsrechte von der GEMA erworben hat. Sehr gut ist das in diesem Artikel erklärt:
http://fastvoice.net/2011/11/25/sinnvolles-ist-diesem-sz-beitrag-leider-nicht-verfugbar/
DAS stimmt allerdings, genau die Textpassage fand ich auch recht undifferenziert. Allerdings ist es natuerlich trotzdem so, dass die GEMA sich ziemlich schwerfaellig in punkto YouTube verhaelt. Es liegt aber nicht nur an ihr, da hast Du Recht. Die Verlinkung bezog sich auch auf das Video an sich, deswegen habe ich Renner’s Wortlaut aufgeschrieben…
Doch, Streams koennen teuer sein… von vielen befreundeten “GEMA-Kuenstlern” habe ich schon niederschmetternde Zahlen gehoert, die diese Leute dann dazu veranlasst haben, ihre eigenen Streams wieder von ihren Webseiten zu entfernen…
“…habe ich schon niederschmetternde Zahlen gehoert, die diese Leute dann dazu veranlasst haben, ihre eigenen Streams wieder von ihren Webseiten zu entfernen…”
Das muss aber schon länger her gewesen sein. GEMA-Mitglieder können ihre Werke kostenlos auf ihrer Website per Stream anbieten.
Siehe: https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Informationen/information_eigenpraesentation.pdf
Ich bin ja weder Mitarbeiter noch Mitglied der GEMA und ich habe eine Menge Kritikpunkte an diesem Verein. Nur gerade zu diesem Thema kursiert so viel Unwissen und Polemik im Netz, dass ich da öfter mal den Drang verspüre, was richtig zu stellen.
(Was mich übrigens auch ärgert ist diese “Umfrage” auf der Welt-Seite in der Art von 1. “GEMA finde ich super!” und 2. “GEMA abschaffen, sofort!”, Hauptsache mal polarisieren ohne Sinn und Verstand. )
Ja, “…die keinerlei kommerziellen Hintergrund hat” (aus der PDF). Ich kenne Faelle, in denen genau DAS das Problem war, weil diese Kuenstler zusaetzlich z.B. Affiliate Links zu ihren eigenen CDs auf ihrer Seite hatten bzw. sie selbst dort anboten. Das ging anscheinend nicht zusammen.
Fuer solche Anlaesse wurde ja kuerzlich “gnaedigerweise” der 30-Sekuender zugunsten der 90-Sekunden-Vorhoerfunktion ersetzt ( das allerdings fuer Musikplattformen, siehe http://www.golem.de/1112/88293.html ).
Und zu der Umfrage: Bei DER Fragestellung ueberrascht das Ergebnis nicht wirklich, oder? :) Da koennte man auch “GEZ” oder “NPD” oder andere “Reizgruppierungen” anstelle der GEMA dort eintragen und kaeme auf aehnliche Ergebnisse ;)