NormCast 132
Ein spontanes Gespraech mit Marc Bornée von der Band “KonFerenz” anlaesslich des neuen Albums “InTakt” ueber Entstehung, Szene und Erwartungen. Mit den Stimmen von Annik Rubens, Chinaza und Mal Sondock.
Eigenschaften: MP3 / 112 kbps / Stereo / 18 MB / 22 Minuten
Kostenloser MP3-Direkt-Download: NormCast Episode 132 vom 25.02.2009

Links:
Homepage der Band “KonFerenz”
KonFerenz-Blogseite
Das Album “InTakt” bei Amazon.de
Chinaza
Annik Rubens
NUMB – New Urban Music Blog
Interview mit Mal Sondock – Teil 1 / Teil 2
KategorienNormCast


Vielen dank noch einmal, Norman, für das nette Interview! Für alle, die das Gespräch gern (zusätzlich) lesen möchten, stellen wir hier wir eine Transkription zur Verfügung:
Intro (Mashup)
Norman: Normcast Nr. 132 – wie immer hier aus Gütersloh. Ich bin der Norman Osthus. Tja, die Website normcast.de ist mittlerweile neu gemacht, die letzte Folge war ziemlich lang und deswegen sind wir heute mal wieder auf “Normallänge”. Dafür gibts auch mal wieder ein Interview. Viel Spaß mit Marc Bornée!
(Ausschnitt aus Ambivalenz/Track1 und InTakt /Track3)
Norman: Ja, das am Anfang war ein kleiner KonFerenz-Mashup von mir, bzw. ein Teil daraus. Und so hören sie sich richtig an: (Hintergrund: InTakt/Track3).
Die Band “KonFerenz” – ihr neues Album “InTakt”, das ist der Nachfolger von “KonTakt”, erscheint in diesen Tagen und das war Anlass genug, ein kleines Gespräch mit Marc Bornée, einem der Bandmitglieder, zu führen.(Hintergrund: KonVent / Track 5), welches gestern Abend ganz spontan und völlig unvorbereitet entstanden ist, da wir uns zufällig im Internet, bzw. im Skype getroffen haben. Und da lag auch schon das Problem: der Marc hat einen Mac und ich habe ein Windows-basiertes System, und erfahrungsgemäß gibt es immer Qualitätseinbußen, wenn Windows und Mac über Skype miteinander sprechen – ist zumindest hier so. (Hintergrund: GraVitation / Track11) Das es generell gut funktioniert, sieht man an der Podparade. Da haben wir überhaupt gar keine Probleme – da haben aber auch alle Windows. Und die Verbindung, die Skypeverbindung gestern, die war ziemlich “möhrig” und wir haben es ein paar mal versucht, es besser hinzukriegen und ich habe hinterher doch einiges schneiden müssen. (Hintergrund: KonSequenz / Track6) Aber ich denke, man kann es sich anhören. Also hören wir heute in diesem Podcast ein Gespräch mit Marc Bornée über die neue Platte von “KonFerenz“. (Hintergrund: KonTinuum / Track7)
Norman: Marc, ich grüße dich!
Marc: Ich grüße Dich auch. Hallo Norman!
N: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Jetzt gerade, wo wir hier sitzen, dauert es noch – Mittwoch, Donnerstag – drei Tage, dann kommt das neue Album “InTakt” offiziell auf den Markt. Ich habe es ja auch schon in der letzten Sendung angedeutet. Marc, ist man aufgeregt?
M: Man bekommt langsam Herzklopfen, das ist so, ja. Beim ersten Mal war es auch schon relativ heftig, die Vorfreude hat sich jeden Tag gesteigert. Dieses Mal haben wir auch ein bisschen mehr zu tun gehabt mit Promotion, haben auch etwas länger gebraucht, bis wir dann wirklich alles unter Dach und Fach hatten. Von daher hat sich bei uns das Herzklopfen jeden Tag noch mehr gesteigert: wir sind inzwischen ziemlich tachykard – ich denke mal, so um die 160-180 beats per minute haben wir drauf – alle zusammen.
N: (lacht) Da spricht der Arzt in dir. – Sag mal, wie lang gibts die Band eigentlich schon?
M: Insgesamt, KonFerenz, jetzt gut 6 Jahre. Vorher haben wir auch schon einige Zeit lang gemeinsam Musik gemacht. Es fing eigentlich in Studienzeiten schon an, noch unter dem Namen “Phonetics”. Da war Klaus aber noch nicht mit dabei. Klaus spielt jetzt Trompete und Saxophone bei uns. Mit Achim, Joachim Krohn, habe ich damals schon Musik gemacht, bei den “Phonetics”. Später auch kurzfristig nochmal Livemusik hier in Kassel bei “First-8″. Und dann haben wir beschlossen, ein Studioprojekt zu gründen, einfach, weil wir dann örtlich auseinandergedriftet sind. Der eine war in Aachen zuerst, dann in Göttingen, ich in Kassel, jetzt ist der andere in München und noch einer in Eschwege und unsere Sängerin Chinaza ist in Berlin.
N: Macht ihr denn auch viel über das Internet, dass ihr so Dateien hin- und herschiebt, wenn jetzt irgendwelche Songs in der Entstehung sind? Und stimmt Ihr Euch da gegenseitig ab, oder wie läuft das?
M: Wir nennen ja unsere Studios – vorher war es ein Studio, das nannten wir KonFerenzraum - jetzt KonFerenzRaum-Studio A und -Studio B, in denen wir erst einmal unabhängig voneinander arbeiten, an gemeinsamen Stücken, und uns eben dann die Ideen per mp3-Dateien oder auch wav-Files zusenden. Dann arbeiten wir daran unabhängig weiter, treffen uns dann aber wieder gemeinsam an einem Wochenende, um das zusammenzuführen. Deshalb ja auch der Name “KonFerenz” – etwas zusammenwerfen, zusammenführen.
N: Wie würdest Du denn jemandem, der euch nicht kennt, eure Musik beschreiben?
M: Ja, natürlich die großartigste, tollste Musik von der großen, weiten Welt! (hörbares Schmunzeln)
N: (lacht) Klar!
M: Nein, im Ernst: es ist eine Mischung aus loungigen Jazzklängen mit grooviger Komponente, dabei eine wunderbare Stimme. Eine “Musik, in der man wohnen kann”, habe ich jetzt gelesen, als erste Rezension – Vorabrezension. “Musik, in der man wohnen kann” - das hat mir sehr gut gefallen.
Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Es kommt natürlich auch immer auf die Stimmung an, in der man gerade ist. Manche nennen sie dann auch -weil viel in Moll geschrieben wurde – Moll ist die Tonfarbe, die wir besonders gern mögen – dass es etwas trauriger ist, oder eben melancholisch. Aber wir haben auch fröhliche Stücke mit drauf und groovige und auch Stücke, die nach vorne gehen. Ich denke, es ist ein ganz ausgewogenes Album geworden.
N: “KonTakt”, das Vorgängeralbum und gleichzeitig euer erstes, liegt jetzt ja vier, bzw. fünf Jahre zurück, also Premastered im Februar 2005, steht hier. Und die Aufnahme hat wohl in 2004 schon angefangen. Wo würdest du denn den grundsätzlichen, vordergründigen Unterschied von der alten Platte zu der neuen Platte sehen?
M: Ich denke, dieses Mal ist es runder geworden, weil wir uns auch entschieden haben, nur mit Chinaza als Sängerinn zusammen zu arbeiten. Vorher hatten wir verschiedene Gastsängerinnen, die natürlich auch andere Klangfarben und Ideen mit hinein gebracht haben. Unsere Sängerinnen dürfen zum einen ihre Texte selbst schreiben – was ja auch nicht selbstverständlich ist – und dürfen sich auch Gesangslinien zu unserer Musik überlegen. Unser Gedanke dabei ist: wenn die Künstler sich selbst mit einbringen können, sind sie auch mit viel mehr Herz und Seele dabei, und ich denke, das hört man dann auch.
Das ist, glaube ich, der Hauptunterschied, dass wir dieses Mal nur mit Chinaza gearbeitet haben, es ist dadurch runder geworden in sich Die Zusammenarbeit hat uns große Freude gemacht.
N: Ich hatte aber auch so den subjektiven Eindruck, dass der Sound insgesamt auf “InTakt” ein bisschen wuchtiger daherkommt, als auf dem Vorgänger. Würdest du das auch so sehen?
M: Ja, das sehe ich auch so. Ich glaube, dass wir uns da schon weiterentwickelt haben. Natürlich haben wir uns noch zusätzliches Equipment angeschafft. Auch unsere Hörgewohnheiten haben sich geändert, so dass wir das natürlich auch aufs neue Album mit übertragen haben. Ich denke: Ja, du hast Recht. Sehe ich genau so.
N: Ist die Musik, die ihr macht, auch livebühnentauglich?
M: Ja. Wir brauchen da vielleicht noch ein oder zwei Backgroundsängerinnen, aber im Prinzip haben wir Wert darauf gelegt, dass wir eben nichts “überpacen”. Bis auf ein Stück, haben wir ja das Schlagzeug programmiert. Natürlich kann man dann auch viel “overdubben” und kann mehrere Spuren aufnehmen, wenn man das gerne möchte. Aber wir wollten es eigentlich doch vom Sound her klar und durchsichtig haben.
N: Ja, und dieses Album birgt natürlich jetzt auch gerade für Podcaster oder für die Leute, die sich eben halt in der Podcastwelt so ein bisschen auskennen, doch eine kleine Überraschung. Und zwar ist ja die gute Annik Rubens dabei. Sie macht dort eine – ja, wie kann man das beschreiben – eine Sprechgesangrolle, gell?
M: Sprechgesang, “spoken words”, ist eine Art, zu singen. So ein Zwischending zwischen Gesang und Stimme, etwas getragener schon, aber nicht mit voller Stimme gesungen. Das hat sie drauf, das hat sie sehr, sehr gut drauf! Wir wissen alle, dass sie eine wunderschöne, sympathische Stimme hat. Und die wollten wir uns gleich sichern, auf jeden Fall. Und es hat ihr, denke ich, auch Spaß gemacht.
(kurzer Ausschnitt aus “Ad Libitum” / Track 10 feat. Annik Rubens)
N: Wie ist es eigentlich dazu gekommen? Weil ihr euch sowieso kanntet oder wo kam jetzt diese Symbiose her, Anniks Stimme mit Eurer Musik zu verbinden?
M: Wir haben relativ schnell Kontakt zueinander gefunden. Erst über E-Mail und dann auch über Skype und ich hatte sie einfach gefragt. Sie hatte sich erst ein wenig geziert und ich habe sie überredet. Es hat gar nicht so lang gedauert – ich glaube, sie wollte auch ein wenig überredet werden. Und dann war sie aber voll und ganz dabei.
N: Na, wahrscheinlich hat sie die Katze auch noch gefragt und als die dann auch noch zugestimmt hat, dann (lacht)…
M: Wer weiss, vielleicht kommt ja noch eine schnurrende Katze als nächstes mit drauf …
N: Es ist auf jeden Fall ein sehr gelungenes Stück geworden, muss ich sagen. Chinaza singt natürlich auf den anderen Stücken. Und das ist natürlich auch so ein gewisser Kontrast dazu. Hat es da Kontrastmomente gegeben oder war das alles sehr homogen.
M: Das war sehr homogen! Die beiden haben sich ja inzwischen auch persönlich kennen gelernt und haben sich gegenseitig sofort in ihre Herzen geschlossen. Die beiden passen auch toll zusammen als Menschen. Sie verstehen sich sehr, sehr gut, treffen sich auch privat und sind ein Herz und eine Seele. Nein, da gab es überhaupt keine Probleme. Wenn wir da irgendetwas gemerkt hätten, hätten wir das natürlich sofort unterbunden, gar keine Frage…
N: (lacht) Ja, sie bezeichnet Chinaza ja auch als ihre “Musik-Fee” auf ihrer Webseite und ich habe ja auf dieser Party, wo wir da mal alle zusammen waren, ein sehr schönes Foto von den beiden geschossen. Ich muss mal gucken, ob ich das wieder finde.
Dieses Album – wie sind so die Erwartungen? Airplay, oder was habt ihr vor?
M: Wir hoffen, dass es viel Airplay geben wird, ganz klar. Aber es ist natürlich auch Musik, die jetzt im Raudio nicht hoch- und runtergespielt wird. Ich könnte mir vorstellen, dass ist Musik zum langsam wach werden und es ist Musik, um nicht ins Bett zu kommen, ich sag es mal so. Die Erwartungen, die wir im Augenblick haben, sind einfach, dass wir Gehör finden. Ganz klar, jeder Musiker möchte Gehör finden und wir hoffen, dass das Feedback auch einigermaßen gut sein wird. Sonst haben wir ja überhaupt keine Lust mehr Musik zu machen… (hörbares Augenzwinkern)…
N: Jetzt kommt so ein bisschen das Nähkästchen: Was macht man als Band – und ihr seid jetzt ja nicht die Rolling Stones oder sonst wer, sondern ihr seid ja eine relativ unbekannte Band, zumindest für die Allgemeinheit – was macht man, um irgendwie aus diesem Sumpf des Nichtbekanntseins heraus zu kommen? Was macht man da?
M: Von Seiten der Band her, ja, das Internet hat sich in den letzten Jahren wirklich ganz positiv für Musiker im allgemeinen entwickelt. Man hat die Möglichkeit, sich bei Myspace vorzustellen, über den Weblog neue Kommunikationsebenen zu schaffen. Da setzt man als erstes mal an, so als zusätzliche Geschichte, um bekannt zu werden. Natürlich muss man Musik dann auch verschicken. Gerade vor so einem Release, an Leute, die sich damit auskennen, also an Printmedien, an Musikredakteure. Das gehört natürlich mit dazu. Oder eben auch so ein Gespräch, wie mit dir.
N: Und Rezensionen in Blogs , New Urban Music Blog und so – ich denke mal, das ist ja mittlerweile auch sehr, sehr wichtig geworden, oder?
M: Das ist eine ganz, ganz große Adresse: Matthias vom New Urban Music Blog ist wirklich eine der ersten Adressen, was diese Musiksparte überhaupt angeht. Er hat erstens einen sehr guten Muskgeschmack und er hat eine sehr gute Art, zu schreiben. Und ich denke, er ist hochfrequentiert bei Leuten, die sich für Musik interessieren.
N: Diese ganz Szene, das ist ja so “Lounge – Chillout”, solche Geschichten. Ist das eine agile Szene, eine richtig starke Szene oder führt die doch eher ein “Schattendasein”? Wie schätzt du das ein?
M: Ich würde sagen, das ist schon die “Sonnenseite”! Es wir ja gar nicht so unter diesem Namen “Chillout-Lounge-Musik” gehandelt, was die Musikredakteure angeht. Die nennen es das ja alles “Electronica”. Und diese Sparte ist dann natürlich auch viel, viel größer. Dazu gehören dann Größen wie “Tosca” und viele andere. Schattendasein: Es ist keine Musik, mit der man “das große Geld” machen kann, das ist ganz klar. Aber dann müssten wir wahrscheinlich Volksmusik machen oder dergleichen. Und dazu haben wir einfach , ehrlich gesagt, gar keine Lust.
N: Ihr seid ja auch alle “gestandene Mannsbilder”, die eben im ganz normalen Berufsleben stehen, ne?
M: Ja, natürlich. Geld verdienen, kann mann damit nicht. Wir sagen ja immer scherzhaft, dass wir eigentlich Musik machen, nicht als Ausgleich zu unserer Arbeit, sondern wir arbeiten, um einen Ausgleich zu der ganzen Musikmacherei zu haben, weil wir da wirklich sehr viel Energie reinstecken.
Das schöne an diesem Produktionsprozess ist ja, im Grunde genommen, die Musik zu machen. Wenn die Scheibe dann draußen ist, ist man schon auf einer ganz anderen Ebene der Musikmacherei, man ist schon wieder weitergekommen, man hat es schon abgechlossen. Man hört es natürlich selbst immer wieder mal gerne. Irgendwann hat man es dann, natürlich, wenn man es abgemixt hat, es noch einmal durchgehört und dann freigeben hat, irgendwann auch überhört – dann brauch man auch wieder eine Pause. Das kennt man ja selbst auch, wenn man sich eine CD überhört hat – Wir arbeiten einfach dann direkt weiter an den nächsten Ideen. Also dieser kreative Prozess, das ist der, der uns am meisten Freude macht und wenn wir dann genug Stücke zusammen haben, werden wir diese dann wieder veröffentlichen, wie ich hoffe.
N: Was hörst du privat an Musik?
M: Im Augenblick, was ich höre? Im Bad!?
N: (lacht) Nein, nicht im Bad!
M: Im Bad höre ich überhaupt keine Musik!
N: Nein, was hörst Du p-r-i-v-a-t ?
M: Privat. Ah, privat höre ich alles möglich, querbeet eigentlich. Ich höre ganz gern Klassik, ich höre auch Nujazz-Alben von den Brand new Heavies oder Raw Stylus, von denen es leider nur eine Scheibe gab. An Ingnogito habe ich mich inzwischen überhört. Und ich hör sehr, sehr gerne Esbjörn Svenson, ich höre Hellmut Hattler sehr gerne. Das ist so die Musiksparte, die mich im Augenblick oder schon seit Jahren eigentlich am meisten anmacht. Richtig viel neue Strömungen hat es, meiner Meinung nach, nicht so gegeben in letzter Zeit, die mich jetzt begeistert oder sehr interessiert hätten.
N: Das bringt mich auf ein Zitat von Mal Sondock, jetzt, wo du das gerade erwähnst. Er ist ja nun schon seit den 60er Jahren so richtig aktiv, eigentlich schon in den 50ern aktiv geworden, bis in seiner Hochzeit, die 70er-80er Jahre. Der hat gesagt:
Originalstimme Mal Sondock:
“Wir sind die erste Generation, die die Musik seiner Jugendlichen versteht. Meine Eltern haben meine Musik nicht verstanden, deren Eltern haben deren Musik nicht verstanden. Aber eigentlich, seit der Zeit, wo Schwarze Musik stubenreif war für weiße Kinder, hat die Musik sich nicht geändert. Es gibt neue Instrumente, wie Synthesizer und so weiter und so fort, aber musikalisch ist eigentlich sehr, sehr wenig Neues.”
N: Siehst du das auch so?
M: Ja, das sehe ich auch so. Wir haben ein – ich glaube es ist das dritte, nein, das vierte – Stück (wird im Hinergrund angespielt), es nennt sich “KonZert” und ist ein rein programmiertes Stück, das haben wir arrangiert wie ein klassisches Stück: Es besteht aus Geigen, aus Bratschen, Celli und Bässen. Es ist ein relativ kurzes Stück und gilt eigentlich als Intro für das fünfte Stück. Da hatten wir uns auch gesagt: im Grunde genommen werden doch auch, sowohl in der Jazzmusik, als auch in der Rockmusik, immer wieder klassische Themen zitiert. Ob es jetzt Hayden, Mozart oder Brahms ist – immer wieder. In der Loungemusik gerne auch mal Brahms – eben die etwas ruhigeren, alten Komponisten, die Klassiker.
Da haben wir gedacht, nein, das ist kein Gag, das ist uns ein echtes Bedürfnis, auch darauf mal hinzuweisen: Es gibt ganz tolle Klassische Musik, die man heute ein bisschen aupeppen könnte und für heutige Hörgewohnheiten noch mal schön gestalten könnte. Natürlich gibt es auch irgendwelche ganz, ganz schlimmen “Rondo Veneziano”-Interpretationen. Gar keine Frage, das geht gar nicht! (Norman lacht) Aber es wir auch so – man merkt das gar nicht, wenn man nicht genau hinhört, sehr oft zitiert aus der Klassischen Musik. Ich denke es gibt auch viele Zitate aus den 60er, 70er, 80er Jahren, Jazz- und auch aus der Popmusik, auch heute noch.
N: E.L.O. – Roll Over Beethoven. Ganz klar!
M : Ja!
N: Die Stücke auf diesem Album, diese 14 Stücke, die stammen alle aus eurer Feder, ne?
M: Das ist richtig, ja, die haben wir alle selbst geschrieben.
N: Ist vielleicht mal ein Cover-Album denkbar?
M: Denkbar ist vieles, ja. – Aber covern… Hmm…Genau diese Frage hat mich, glaube ich, vor zehn Jahren auch schon einmal ein Radiomoderator in einem völlig anderen Zusammenhang – auch schon musikalisch – gestellt. Cover, hatte ich damals gesagt, kann eigentlich fast jeder machen. Man setzt sich zuhause hin, nimmt sich seinen Laptop oder CD-Player, hört sich das an und spielt es einfach nach. Ein Cover muss was neues haben, was ganz, ganz neues. Natürlich kann man ein Zitat nehmen, eine Hookline und die verwursten. Mir persönlich wäre das zu einfach. Ich finde es schöner, direkt in sich rein zu hören. Ich denke schon, dass man sich auch beeinflussen lässt durch Musik die man selbst hört und die an einen herangetragen wird oder die man auch unbewusst mitbekommt. Ich glaube schon, dass es viele Augenblicke gibt, wo man es gar nicht merkt, dass man irgendetwas in einen kreativen Prozess einfließen lässt.
N: Man muss einen Song übernehmen und man muss ihn sein Eigen machen. Und man muss seine eigene Substanz da mit rein bringen und muss ihn dementsprechend verändern und dann kann eigentlich auch was ordentliches dabei raus kommen. Also, wenn man es einfach nur plump nachspielt, dann kann man auch in irgendwelchen Festzelten innerthalb einer Coverband was machen, oder?
M: Du hast gerade, ja, die optimale Definition des Wortes “Cover” zum Besten gegeben. Genau so ist es. So und nicht anders.
N: Also: am 27. 02. erscheint “InTakt” von der Band “KonFerenz”. Und höchstwahrscheinlich ist es schon erschienen, wenn ihr diesen Podcast hört. Ich hoffe, dass wir ihn noch voher rausbringen können.
Marc, es hat mich gefreut! Und – “famous last words” – wenn du noch irgendwas loswerden möchtest, dann hast du jetzt hiermit die Gelegenheit.
M: Ich sag nur einen Satz: Bleibt “InTakt”!
N: Bleibt “InTakt”… konferenz-virtuelle.com ist die Webseite, das Album gibts auch bei amazon.de und meiner Seite gibts auch ‘nen Link und ihr werdet das schon finden. (Hintergrundmusik Ad Libitum / Track 10)
Marc, vielen Dank! Und ich hoffe, dass wir noch sehr viel von euch hören werden. Und grüß mir den Rest!
Marc: Ich danke Dir! Tschüss, Norman!
(Mashup aus verschieden Stücken des Albums: Ambivalenz, Konvent, Kontinuum Gravitation))
Norman: Ja, da habe ich noch mal auf eigene kappe gemashupt und geschnippelt. Das waren jetzt drei oder vier Songs aus diesem Album, das ansonsten auch noch Instrumentalsongs enthält und auch schnellere Songs.
(Hintergrund: InTakt / Track 3). InTakt – KonFerenz.
O.K., das war der Normcast Nr. 132. Feedback bitte als Email an info(at)normcast(punkt)de oder auch als Kommentar auf www(punkt)normcast(punkt)de. Wie gesagt, da ist jetzt alles neu. Tja, das war’s von mir und Marc Bornée. Ich wünsche euch alles Gute. Macht’s gut, bleibt frisch, bis die Tage und wir hören uns.Bis dann!
Ja, dreht ihr denn am Rad? :-))) Wer macht sich denn solch eine Arbeit und schreibt einen Podcast auf? Und das auch noch wortwoertlich? Ich bin platt! :-) Das ist der hoechstwahrscheinlich laengeste Kommentar in der Geschichte dieser Webseite (alte Versionen inbegriffen)… Hut ab!
Das ist ja ein Ding! Kompletten Podcast als Text verfasst… *g Sowas hab ich auch noch nicht erlebt, gesehen. :-) Coole Aktion….
gruß, Mike
Hallo Norman,
wie immer: Sahne, dein Interview-Stil. Bist halt ein Radio-Mann, sag ich doch.
Im konkreten Fall bin ich zwar ebenso vor-informiert wie vor-eingenommen, aber schön war’s, euch beide mal wieder gleichzeitig auf den Ohren zu haben. :o)
Echt unglaublich. Ich hatte heute abend nochmal die Gelegenheit, das Ganze zu vergleichen bzw. gegenzuhoeren. Reife Leistung, selbst die spontanen, grammatikalischen Unzulaenglichkeiten des Moderators wurden sehr gewissenhaft schriftlich dokumentiert :) Das wird archiviert und in zukuenftigen Versionen der MP3-Datei in den id3-Tag kopiert :-)
@Norman
Ja, das “Gesprochene Wort” ist ein sehr agiles und grammatikalisch nicht immer zwingend zulängliches…
Bei meinen Antworten sieht es ja nicht anders aus. Aber so ist es nun einmal beim transkribieren…