“40 Mark soll die Miniplatte kosten, das Abspielgeraet rund 2000 Mark.” Damals, im Jahr 1982, wusste man noch nicht, dass die “Miniplatte” alias die CD irgendwann mal auf Flohmaerkten fuer 1 Euro das Stueck erhaeltlich sein wuerde und dass die Abspielgeraete heutzutage auch HD-Videos bewerkstelligen, teilweise zum Preis von umgerechnet weit unter 100 Mark…
Hertie-Kaufhaus in Guetersloh, Schallplattenabteilung, ca. 1983/84: Ein schmaler, rechteckfoermiger Glaskasten steht auf einmal mitten im Vinyl-Reich. Darin befinden sich die ersten Compact Discs und ein aus heutiger Sicht recht klobig anmutender CD-Player. Vornehmlich gab es zunaechst Klassik-Scheiben der “Deutschen Grammophon” zu hoeren und zu kaufen, denn besonders die leisen Passagen der klassischen Musik sollten von den Klangeigenschaften der CD profitieren. Das erste, in punkto CD relevante Pop/Rock-Album erschien 1985 mit “Brothers In Arms” von den “Dire Straits“, welches auch gezielt fuer die CD-Spezifikationen produziert wurde und daraufhin ueber Wochen die Spitze der Album-Charts bewohnte.
Liest man eine dieser Originalpressungen heutzutage digital aus (siehe hier), so wird man feststellen, dass die Huellkurven im Vergleich zu heutigen Produktionen sehr flach sind. Damals setzte man noch sehr auf feine Dynamik, waehrend gegenwaertig bei fast allen Produktionen die Pegel sprichwoertlich bis zum Rand ausgesteuert werden. Auch hier zeigt sich, dass alles irgendwie lauter und “genormter” geworden ist…
Ein schoenes Zeitdokument ist dieses Video von der Neuvorstellung der CD im Jahre 1982:
“Manche Menschen bewegen mit ihrer täglichen Arbeit so richtig was. HilliKnixiBix (das ist ihr Twittername) zum Beispiel, die als Sonderpädagogin in einer so genannten Schule für Kranke arbeitet. Eine Schule ist das, in der Kinder und Jugendliche untergebracht sind, die stationäre Betreuung brauchen und trotzdem lernen wollen-sollen-müssen. Suizidgefährdete junge Menschen sind dort, Autisten, Depressive, Magersüchtige, Schizophrene, potenzielle Amokläufer, Vernachlässigte, schwere ADHS-Fälle. Die in einer “normalen” Schule nicht gut aufgehoben wären, weil sie engmaschige medizinisch-psychologische Betreuung brauchen. Sie sind eben nicht “normal”, wenn auch manchmal geradezu erstaunlich.
Zum Gesund- und “Normal”werden gehört auch, dass diese jungen Menschen Zugang zu Literatur bekommen (…)”
…und damit landen wir auf “HilliKnixiBix” alias Susanne’s Webseite und lesen das folgende:
“Und Bücher sind das Herz meines Unterrichts. Bücher sind Werkzeuge, die verbinden. Die wissend machen, träumen lassen, Spaß machen. Bücher sind lebendig, Mittler zwischen Kopf und Leben, Hiersein und Dortsein. In der Schule, wo ich arbeite, lebe ich davon, so viele verschiedene Bücher aller Arten im Schrank stehen zu haben, die ich flugs greifen kann und einem erkrankten Schüler an die Hand gebe. Als Leihgabe, glücklicher Besitzer ist aber er in dem Moment. Und diese Bücher können Schulbücher sein, wissenschaftliche Arbeiten, Bilderbücher, Märchenbücher, Comics, Reihen. Egal was es ist, kein Buch, das bei uns in der Klasse weilt und noch nicht gelesen, angeschaut, besprochen wurde. Weil ich durch das Schuljahr im Krankenhaus über alle Schulformen und alle Altersgruppen berücksichtigen darf, ist ein umfassendes Repertoire an Büchern unerlässlich. Das Budget stellt meiner Klasse für ein ganzes Jahr 270€ zur Verfügung. Das ist nicht viel.
Daher sammele ich Bücher, wo ich sie nur kriegen kann. Meist sind es ehemalige Schulbücher von Freunden, Bekannten, Nachbarn. Teils finde ich gutes Material auf Flohmärkten und am Straßenrand. Ich nehme sie mit, weil sie die jungen Leute im Krankenhaus bereichern und erheitern können. Sie dienen hier besonders dem Weiterleben, der Teilnahme an Gesellschaft, der Bildung und letztendlich auch der Genesung. Jedes weggeworfene Buch ist ein Stich ins Herz, weil es doch für etwas, jemanden da sein kann.
Drum sei’s an dieser Stelle erwähnt: gibt es in Deinem Schrank, in Deinem Keller, im Karton oder im Elternhaus Bücher aller Art für Kinder und Jugendliche und angehende Erwachsene, die gelesen werden wollen? Die wieder eingesetzt werden dürfen? Völlig egal, wie alt und vernachlässigt. Dann wären sie in meiner Klasse in der Krankenhausschule bestens untergebracht und eingesetzt. Und wie!
Hier: HilliKnixibix (ät) googlemail.com
Und danke!”
Mein kleines Beitragspaket ist bereits auf die Reise gegangen…
“RTL-”Superstar” Mehrzad muss seine Tour absagen”, titelte Welt Online gestern und dieses Zitat landete ebenso bei Twitter und Facebook. Interessant war es, die sich anschliessenden Reaktionen darauf zu beobachten. Als Trend kann derzeitig eindeutig festgehalten werden, dass Facebook in punkto Rueckmeldungen die Nase vorn hat. Die Reaktionen auf den “Tweet” sahen schon nach wenigen Minuten so aus:
Immer dann, wenn auf NormCast.de ein neuer Beitrag veroeffentlicht wird, landet ein entsprechender Hinweis auch bei Twitter, MySpace und Facebook. Waehrend “frueher” subjektiv empfunden viel haeufiger direkt auf dieser Seite kommentiert wurde, hat sich der Loewenanteil der Kommentare mittlerweile auf diese externen Plattformen (und interessanterweise nach wie vor auf Emails) verlagert. Feedback, egal wo und welcher Art, ist immer erstrebenswert und erwuenscht, doch ist eine zunehmende Dezentralisierung zu beobachten. Irgendwie weiss ich noch nicht so richtig, was ich davon halten soll…
Doch kurz zurueck zum Thema an sich: Shows wie “DSDS”, “Big Brother”, “Popstars” usw. (also Sendungen, die irgendwelche “Sieger” oder sogenannte “Superstars” hervorbringen), gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und daher wird es selbst fuer medien-affine Menschen zunehmend schwierig, das alles zu verarbeiten. Somit leidet natuerlich auch das Interesse an diesen kurzzeitig-gehypten “Stars”.
In der vergangenen Woche lief die juengste “Big Brother”-Staffel aus. Wenn mich der Guenther Jauch im Rahmen der Millionenfrage nach dem Sieger derselben fragen wuerde, wuerde ich ohne Joker klaeglich scheitern. Doch der Name des ersten DSDS-Siegers, Alexander Klaws, ist noch immer im Gedaechtnis geblieben, obwohl ich das auch damals nicht gesehen habe. Anscheinend wurde in anderen Medien oft genug darueber berichtet, so dass man zwangsweise damit konfrontiert wurde und/oder es liegt an der Tatsache, dass es damals noch nicht so viele Sendungen dieser Art gab. Die heutigen “Superstars” mutieren immer mehr zu “Eintagsfliegen”, deren Stern am Showhimmel schon nach wenigen Wochen oder Monaten verglueht. Powered by … (hier x-beliebigen TV-Sender einsetzen).
Waehrend das Fernsehprogramm subjektiv empfunden derzeit mit Kochshows geflutet wird, bleiben bei diesen oftmals die eigentlichen Informationen auf der Strecke. Der Showeffekt uebertuencht vieles und laesst dadurch den Nutzfaktor solcher Sendungen schrumpfen.
Doch das Internet kann auch an dieser Stelle aushelfen, denn das unter Umstaenden schnell benoetigte Rezept kann beispielsweise auf der Webseite www.Chefkoch.de gefunden werden. Die Seite bietet jede Menge Rezepte aus vielen Sparten in Schriftform mit illustrierenden Bildern, zugehoerige Koch-Videos und ein Forum, ueber das die Besucher sich austauschen koennen. Ausserdem gibt es einen Magazinbereich, der z.B. ueber Getraenke, die richtige Kuehlschrankbefuellung oder ueber das Messerschleifen berichtet. Die Seite ist zwar doch recht gespickt mit Werbung, aber dafuer sind die dortigen Informationen interessant und kostenlos.
Der Song “Wonderful Life” der englischen Elektronik-Band “HURTS” (aus Manchester) laesst viel Raum fuer zeitliche Zuordnungen, denn er wirkt zeitlos. Trotzdem haben sie es irgendwie geschafft, mit ihrem Sound umgehend Assoziationen in Richtung 80er-Jahre-Synthie-Pop auszuloesen und dabei trotzdem modern zu klingen.
Werner Reinke stellte dieses Lied kuerzlich in einen musikalischen Zusammenhang mit den Sounds der Band “Real Life” aus den achtziger Jahren. Und das ist auch nicht unbedingt von der Hand zu weisen. Mich erinnert der Rhythmus im Refrain immer ein wenig an “I know there’s something going on” von Frida (bzw. Russ Ballard & Phil Collins). Generell koennte “Wonderful Life” vielleicht auch in Schubladen mit der Aufschrift “Haircut 100” oder “ABC” hineinpassen, aber wenn man sich bemueht, koennte man auch die “Cutting Crew” und weitere Zeitgenossen wie z.B. die “Tears For Fears” heraushoeren. Der Song ist in dieser Version echt ein kleines Wunder, denn mehr 80er passen kaum in moderne vier Minuten…
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