Flohmarktvinyl: Arabesque

12. November 2017 Keine Kommentare

Wer diese LP in der Grabbelkiste für wenige Euros findet, kann sich glücklich schätzen – nicht aufgrund der musikalischen Qualität dieses Post-Disco-Produzentenalbums, sondern aufgrund der Tatsache, dass diese Platte mittlerweile einen gewissen Sammlerwert aufweist, der wohl auf die Präsenz der Sängerin SANDRA zurückzuführen ist, die wiederum ein paar Jahre später mit „Maria Magdalena“ und vielen weiteren Singles weltweite Soloerfolge feierte.

Die „Band“, eigentlich eher ein gecastetes „Mädchentrio“, wurde 1977 zur besten Disco-Zeit gegründet, und überlerlebte diese bis in die 80er Jahre hinein. Die LP „In for a Penny“ erschien 1981 und sie beinhaltet von Jean Frankfurter glatt produzierte Popsongs mit teilweise haarsträubenden Texten („…make love whenever you can – you’ll be a newborn man…“), musikalisch aber mit „Wumms“ und Mitsingpotential. Heutzutage klingt das doch relativ angestaubt und ist kein „Must-Have“ für das Plattenregal. Beim Hausputz ist es aber noch erträglich ;)

Arabesque feierten grosse Erfolge in Asien, doch hierzulande blieben ihnen die oberen Chartplatzierungen nahezu verwehrt. Lediglich das auf dieser LP nicht enthaltene „Marigot Bay“ erreichte 1981 Platz 8 der deutschen Charts, doch auch „In For A Penny“ dürfte noch ganz gut im Ohr liegen. Mehr braucht’s aber auch nicht (mehr).

LP, Metronome 0060.438

KategorienMusik

Flohmartkvinyl: Bad Company

10. November 2017 Keine Kommentare


Das Debutalbum der Band „Bad Company“ aus dem Jahr 1974 beinhaltet gleich zwei Charterfolge und klingt auch heute noch gut, wenn auch stilistisch manchmal etwas beliebig.

Es hat den Charme von altem Garagen-Rock, dem man aber schon modernere Tendenzen abgewinnen kann.

Paul Rodgers, der später auch mit Queen zusammen sang, leiht dem Projekt seine hervorragende Stimme. Die Platte beinhaltet zwar nur acht Songs, dafür aber keinen einzigen Ausfall.

Letztendlich schienen die hier agierenden, ehemaligen Mitglieder von Mott The Hoople, King Crimson und The Free durchaus hörbar Spass an der Sache gehabt zu haben.

Die Platte ist für bis zu 5 Euro aus der Flohmarktkiste durchaus kaufenswert!

LP, Ariola 88 005 XOT

KategorienMusik

Flohmarktvinyl: Animal Logic

8. November 2017 Keine Kommentare

Dies ist ein kleiner Geheimtip für „The Police“ – Fans:

„Animal Logic war ein Progressive-Rock-Experiment, das zwischen 1987 und 1991 zwei Studioalben und neun Singles veröffentlicht hat.

Mit dem Fusion-Bassisten Stanley Clarke (ehemals „Return to Forever“) und der Jazz-Singer-Songwriterin Deborah Holland gründete der ehemalige „The Police“ Schlagzeuger Stewart Copeland 1987 eine experimentelle Band, die sich zu Beginn „Rush Hour“ nannte.

Andy Summers (Gitarrist von „The Police“) gehörte während der Gründungsphase „Animal Logic“ an, verließ sie aber bereits Ende 1987 nach einer kurzen Tournee in Brasilien, um sein erstes Solo-Album XYZ aufzunehmen.

Bis zu seiner Auflösung Ende 1991 nahm das Trio zwei Studio-Alben auf, betitelt als Animal Logic (1989) und Animal Logic II (1991) sowie insgesamt neun EPs und Singles.“ Quelle: Wikipedia

„Progressive Rock“ ist hier sicherlich ziemlich hoch gegriffen, denn das, was auf dieser Platte zu hören ist, kann doch eher als „normale“ Popmusik bezeichnet werden, die aber zweifelsohne die Handschrift von Stewart Copeland trägt, der wiederum sein signifikant klingendes Schlagzeug durch fast alle Songs trägt.

Die Platte ist okay, ihr droht dennoch manchmal das Abdriften in die Langweiligkeit und man verspürt zumindest unmittelbar nicht unbedingt die Lust auf eine weitere Schallplatte dieser Band. Die Sängerin macht ihren Job zwar gut, mit der Zeit wird sie aber etwas anstrengend.

Trotzdem ist diese LP durchaus hörbar und für bis zu 4 Euro würde ich sie in der Flohmarktkiste als mitnehmenswertes „Schnäppchen“ bezeichnen.

LP, Virgin V2590

KategorienMusik

Flohmarktvinyl: Rick Astley – Free

7. November 2017 Keine Kommentare

„You have been rickrolled“ – „…ist ein Scherz im Internet, bei dem ein ahnungsloser Internetnutzer auf ein Videoportal geleitet wird, auf dem ihm das Musikvideo des Liedes „Never Gonna Give You Up“ von Rick Astley präsentiert wird.“ Schreibt die Wikipedia.

Auch ich bin irgendwann mal darauf hereingefallen und war in dem Moment gar nicht so erzürnt, denn Rick Astley’s Megahit klingt auch heutzutage noch einigermaßen nett. Doch sollten ihm weitere Singles folgen, die viel zu sehr nach ihm klangen und die eindeutig die Handschrift seines damaligen Produzententeams „Stock-Aitken-Waterman“ trugen. Dieses nahm auch Kylie Minogue, Jason Donovan und weitere unter seine Fittiche und alles klang irgendwie ähnlich.

Umso besser war es für Rick Astley, dass er sich Anfang der Neunziger Jahre davon löste und versuchte, einen eigeneren Sound und eigene Lieder seinem Publikum näher zu bringen. Das 1991er Album „Free“ ist ein gutes und auch heute noch sehr gut durchhörbares Beispiel hierfür. 10 überraschend vielschichtige Songs, grösstenteils von Rick Astley selbst geschrieben und teilweise unter Mitwirkung von weiteren, bekannten Leuten (z.B. Mark King und Elton John) entstanden.

Ein entspannter Klangteppich trifft auf eigentlich unspektakuläre, aber vielleicht gerade deswegen angenehme Dramaturgien. Die Platte tut nicht weh, regt nicht auf, klingt nett und hatte mit dem leicht vergospelten „Cry For Help“ auch einen akzeptablen Hit zu bieten. Gleichzeitig markierte das Album aber auch einen zumindest vorläufigen Schlusspunkt unter Astley’s Karriere.

Wer diese LP auf dem Flohmarkt in gutem Zustand in der 2-Euro-Kiste sieht, sollte zugreifen, denn eine gute Nebenbei-Unterhaltung bietet sie allemal. Teurer darf sie aber auch nicht sein.

LP, RCA/BMG PL 74896


KategorienMusik

Funny Star Trek : The Orville

30. Oktober 2017 Keine Kommentare

The Orville“ ist eine neue Science-Fiction-Serie aus den USA – und sie sieht „trekkiger“ aus, als es die „richtige“ neue Star-Trek-Serie „Discovery“ bislang tut. „The Orville“ könnte von den Kulissen und der allgemeinen Atmosphäre her durchaus an „TNG“, „Voyager“ oder „Deep Space Nine“ anknüpfen…

Die Charaktere haben durchweg auf Anhieb einen gewissen Charme und wirken oftmals wie Mixturen aus mehreren Star-Trek-Figuren. Die ganze Serie ist stark an Star Trek angelehnt und man fühlt sich beim Betrachten irgendwie gleich heimisch…

Zunächst war eine gehörige Portion Skepsis angebracht, denn „The Orville“ ist eher als lustige Star-Trek-Parodie gemeint, also als eine Art „Science-Fiction-Comedy“ – und neuere, amerikanische Komödien sind ja bekanntlich selten mit Niveau gesegnet. „The Orville“ schrammt am Sumpf aus Klischees und flapsigen Sprüchen streckenweise nur haarscharf vorbei, doch generell ist es eher respektlos, aber das auf eine doch recht respektvolle Art und mit einer Ironie, die manchmal an den Film „Galaxy Quest“ erinnert.

Im weiteren Verlauf widmet sich die Serie auch durchaus ernsteren Themen, spannende Folgen sind ebenfalls zu verzeichnen.

Die technische Umsetzung gefällt, es wirkt alles andere als billig und schon die Pilotfolge macht(e) Lust auf mehr. Bislang gibt es „The Orville“ nur in Englisch, sie soll aber irgendwann über die ProSieben-Sat1-Gruppe auch in Deutsch verbreitet werden. Wer der englischen Zunge mächtg ist, wird mit der Originalfassung schon jetzt Spass haben!

Ich wurde schon gefragt, warum ich bisher noch nichts zur neuen „Discovery“-Serie geschrieben oder aufgenommen habe: Nun, das kommt noch, denn Star-Trek-Pilotfolgen und -Phasen waren seltenst wirklich gut und noch weniger konnten sie stellvertretend für die jeweils ganze Serie gesehen werden. Ich gebe der neuen Serie daher mehr Zeit, denn anscheinend dauert es (nicht zuletzt aufgrund ihrer Vielschichtigkeit) länger, bis sie sich in eine eindeutigere Richtung entwickelt hat…

KategorienMedien, Videos