25 Jahre Fluxkompensator

7. Juli 2010 1 Kommentar

Falsch! Eigentlich muesste es “Flusskondensator” heissen, was wiederum die korrekte Uebersetzung des englischen Originals “Flux capacitor” ist (siehe Wikipedia).

Vor 25 Jahren startete Marty McFly alias Michael J. Fox im Kino auf seine Reise “Zurueck in die Zukunft” – und ich fand’s klasse. Bis heute. Selten ist eine Filmtrilogie in sich so stimmig, witzig und auch spannend gewesen. Von diversen Ungereimtheiten (die man damals allerdings noch nicht sah) mal abgesehen, bietet die Filmreihe nach wie vor nette Stilblueten, beispielsweise die Szene, die zeigt, wie der Bruder von Chuck Berry waehrend der legendaeren “Johnny B. Goode”-Performance mit seinem Bruder telefoniert und ihn anscheinend so zu seinem spaeteren (!) Hit verhilft.

Ebenso besticht das Werk durch hervorragende Kulissen (man beachte den zentralen Platz in “Hill Valley“, der in drei verschiedenen Zeitepochen immer wiedererkennbar dargestellt wird) und durch eine gehoerige Portion Selbstironie (siehe das “Café der 80er” in Teil 2).

Natuerlich ist das Hollywood und nicht mehr, aber das reicht manchmal voellig aus. Kuerzlich gab es mal Geruechte um eine Neuverfilmung des Stoffes. Bitte nicht. Manche Dinge muessen einfach so bleiben, wie sie sind…

Vor ein paar Jahren bekam ich einen echten “DeLorean” aus dem Film im Technik-Museum in Sinsheim vor die Linse:

Weiterlesen und -gucken:
Video: Parodie: Auch Enten reisen durch die Zeit | Video: Originaler Trailer
Video: Soundtrack: ZZ Top – Doubleback | Zehn Fakten zum Film
“Back To The Future” in der Internet Movie Database

KategorienMedien

Rauchverbot in Bayern

5. Juli 2010 Keine Kommentare

Bayern hat entschieden: Zukuenftig darf in oeffentlichen Einrichtungen nicht mehr geraucht werden. Per Volksentscheid, den ein gewisser Sebastian Frankenberger emsig vorangetrieben hat, wurde das oeffentliche Aus fuer den Glimmstengel herbeigefuehrt.

Die Sueddeutsche titelt heute: “Rauchverbot – Ein Mann veraendert Bayern”.
Das hat ein bisschen was von “Ein Mann und sein Auto kaempfen gegen das Unrecht…“, gell? :-)

“Im Freistaat waren am Sonntag knapp 9,4 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag nach dem vorläufigen Endergebnis bei 37,7 Prozent und damit deutlich niedriger als bei Landtags- oder Bundestagswahlen üblich. Es musste aber kein bestimmtes Mindest-Quorum erreicht werden. ” (…)
Quelle: Der Spiegel

…und da liegt aber auch leider der Hase im Pfeffer. Sicherlich, wenn niemand sich engagiert, dann passiert auch nichts, aber letztendlich hat eine Minderheit darueber entschieden, 61% von diesen knapp 38% stimmten fuer das Rauchverbot. Doch diejenigen, die sich nicht genoetigt fuehlten, ihre Stimme abzugeben, duerfen sich jetzt auch nicht beschweren, denn das ist praktizierte Demokratie…

“Die Bayern haben Ja gesagt – Ja zu einem absoluten Rauchverbot im Freistaat. Sie haben Ja gesagt zu Argumenten, Nein zu Legenden und Emotionen, die ihnen suggerieren sollten, sie würden mit einem strengeren Rauchverbot auch gleich die eigene Lebensfreude verbieten. Da wurde gemutmaßt, dass das Rauchen bald auch in den eigenen vier Wänden nicht mehr erlaubt sei.” (…) Quelle: Sueddeutsche.de

Letzteres wuerde auch zu weit gehen. Was die Leute in ihren eigenen vier Waenden machen, geht niemanden (!) etwas an, sofern es nicht gegen geltendes Recht verstoesst. Zigaretten generell als “illegal” einzustufen, waere wohl zuviel des Guten…

Grundsaetzlich -und das schreibe ich als jemand, der frueher selbst gerne mal die ein- oder andere Zigarette genossen hat- ist es angenehm, wenn niemand in unmittelbarer Naehe raucht. Das betrifft auch Aufenthalte in Aussen-Biergaerten, denn immer wieder passiert es, dass ausgerechnet der Tisch mit Rauchern besetzt ist oder wird, der in unmittelbarer Windrichtung zu einem selbst steht, was bei aller Toleranz spaetestens beim Genuss des bestellten Essens sauer aufstoesst.

Waehrend die einen jubeln, werden die anderen fluchen, denn nichtsdestotrotz stehen dabei auch Existenzen auf dem Spiel. Bereits im Januar 2008 war auf dieser Seite das Folgende zu lesen:

“Die Zigarette in der Eck-Kneipe ist irgendwie ein typisches Element und hat eine lange Tradition. Sie ist fuer viele Leute sicherlich nicht so einfach wegzudenken. Und jetzt braucht auch keiner mit den Argumenten “Jugendschutz” oder “x-Tote pro Jahr durch`s Rauchen” usw. kommen, das haette dann schon vor etlichen Jahren geschehen muessen und teilweise ist es ja auch geschehen. Es gibt auch sogenannte “Zigarrenkneipen” (z.B. in Nuernberg), fuer die ein Rauchverbot sicherlich eine Katastrophe darstellt.

Obwohl hier in Nordrhein-Westfalen bislang noch in Kneipen geraucht werden darf, faellt auch hier auf, dass es weniger geworden ist. Man “stinkt” nicht mehr zwangslaeufig nach Qualm, wenn man eine Kneipe verlaesst, was sehr positiv zu vermerken ist. In manchen Restaurants hingegen sucht man sich extra eine vermeindlich-rauchfreie Ecke und getreu den Murphy`schen Gesetzen setzt sich dann puenktlich, wenn das Essen kommt, eine rauchende Gesellschaft an den Nebentisch. Das muss wiederum nicht sein.
Genauso wenig wie kurz zuvor durch Wasserpfuetzen gescheuchte Hunde, die dann neben diesen Tischen liegen und zwangsweise einen gewissen Geruch verbreiten. Hoert sich spiessig an, ist es auch :) Trotzdem…

In Esslokalen haben Zigaretten nichts (mehr) zu suchen. Das wuerde ich jederzeit unterschreiben. Auch nicht in normalen Zugabteilen, Bussen oder Flugzeugen, ausser vielleicht in speziellen “Raucherecken”. Aber in “normalen” Kneipen sollte es dem Wirt ueberlassen sein, ob er das Rauchen erlaubt oder nicht. Anstelle eines generellen Rauchverbots haette von seiten der Gesetzgeber her eine “Schildpflicht” erhoben werden muessen. Jeder Kneiper haette verpflichtet werden muessen, ein eindeutiges Schild (welches in Deutschland sicherlich sofort “genormt” worden waere) deutlich sichtbar vor der Eingangstuer anzubringen. Darauf haetten dann Symbole fuer “Rauchen erlaubt” oder “Rauchen verboten” befindlich sein muessen und jeder, der die entsprechenden Raeumlichkeiten daraufhin betritt, haette sich dann auch daran halten muessen. Und erst DANN waere bei Zuwiderhandlung die Grundlage fuer eine Strafgebuehr oder einen “Platzverweis” gegeben gewesen, wegen Verstosses gegen die Hausordnung beispielweise. Das waere fuer alle Beteiligten sicherlich ein geeigneter Kompromiss gewesen. Waere… ”

Die Bayern haben jetzt sozusagen die Vorlage abgeliefert, andere Bundeslaender sollen und werden folgen. Hier wird die Wahlbeteiligung vermutlich hoeher sein, da die entsprechenden Adressaten jetzt gewarnt sind und ich vermute, dass die Sache zumindest in NRW nicht so “einfach” wird…

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Gimme hope, Joachim!

3. Juli 2010 1 Kommentar

Es gibt sie meistens schon Wochen vor einer Fussball-WM oder -EM: Die Songs, die die feiernden Massen begleiten sollen. Zielgerichtete Produktionen, die oftmals ihre Wirkung nicht verfehlen. Diesmal sind Shakira’s “Waka Waka” und K’naan’s “Waving Flag” die international erfolgreichsten Beitraege dieser Art.

Doch es ist immer wieder erfrischend zu sehen, welche Eigendynamik so etwas entwickeln kann, wenn so ein Wettbewerb erstmal angelaufen ist. Die Lena-Parodie von “Uwu Lena” machte in Deutschland den Anfang und der Grand-Prix-Siegertitel “Satellite” mutierte zu “Schland-o-Schland“, was letztendlich mit einem Plattenvertrag belohnt wurde.

Aber viel pfiffiger und witziger ist die neue Version vom alten Eddy-Grant-Oldie “Gimme hope, Jo’anna” der deutschen Formation “Basta“, die vor allen Dingen durch das witzige Video gewinnt. Inspiriert durch die TV-Serie “South Park” enthaelt das Filmchen doch einige schwarzhumorige Andeutungen.


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Mittlerweile gibt es eine weitere, textlich etwas aktualisierte Version davon: Link zum Video

“Die Vier Sterne” haben mit “Nur Italien nicht! (Wer den Cup gewinnt, ist scheiss egal)” einen recht eingaengigen und nicht boese gemeinten Song gemacht…


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…was auch von italienischer Seite her humorvoll beantwortet wurde: Link zum Video

Also, da ist derzeit richtig Bewegung drin. Nicht nur auf den Fussballfeldern Suedafrikas…

Update vom 7.7.2010:
An dieser Stelle war fuer kurze Zeit ein 26-sekuendiges, selbstgemachtes “Video” (eigentlich waren es nur drei Standbilder mit Ton) verlinkt, in dem am 3.7.10, also kurz vor dem Spiel Deutschland gegen Argentinien, nur (!) der Refrain des Liedes “Nur Italien nicht” einmal (!) leicht abgewandelt (“Argentinien” statt “Italien”) gesungen wurde. Dieses Video wurde durch die Agentur, die zumindest einen der vier Mitwirkenden in dem oben verlinkten Originalvideo vertritt, bei YouTube gesperrt. Eigentlich im Nachhinein voellig zurecht, sorry dafuer! Das Video war nicht boese gemeint und hatte keinen kommerziellen Hintergrund. Es sollte auch nur ein kleiner Scherz sein und vor allen Dingen etwas Aufmerksamkeit auf das Original lenken, das sich derzeit wirklich zu einem richtigen Ohrwurm entwickelt. Aber es scheint noch einen weiteren Grund fuer die Sperrung (es wurde mittlerweile auch vollstaendig geloescht und wird nicht mehr weiter verbreitet) gegeben zu haben und das duerfte die offizielle, mir bis gerade eben noch unbekannte, neue Version des Songs sein, die am 6.7.2010 bei YouTube eingestellt wurde und jetzt gerade, waehrend diese Zeilen entstehen, 310 Aufrufe aufweist. Doch dabei wird’s garantiert nicht bleiben, denn das Original wurde schon ueber 800.000mal angeklickt.
In dieser neuen Version singt Dittmar Bachmann alias “Der Viate Stern” dann auch (Zitat): “Wer den Cup gewinnt, ist scheiss egal, nur Italien nicht und Argentinien nicht… (…)”.
Tja, so kann’s gehen :-) Hier der Link zur neuen Video-Original-Version

KategorienMusik, Videos

NormCast 167

1. Juli 2010 1 Kommentar
KategorienNormCast

Hofgeschichten und ein Bandoneon

29. Juni 2010 2 Kommentare

Als Einleitung zitiere ich den Chillerstadt-Blog von Markus Kaes:

Ein Dorf nicht weit von Stuttgart, seine Geschichte und seine Geschichten aus 250 Jahren: Zum Jubiläum dieser kleinen Gemeinde, die sich als Gemeinschaft versteht, haben Sven Kucher, Stefan Morgenstern, Mark Lohrmann und Tobias Kurzweg einen Film gedreht, der daran erinnert, dass es nicht immer schneller, größer, lauter sein muss – manchmal darf es auch ruhiger, kleiner und persönlicher sein. Zu diesem Film habe ich die Musik beigetragen, hier ein kurzer Ausschnitt:


Zum Video (neues Fenster)
| bei YouTube | bei Vimeo

Hier kommt übrigens zum ersten Mal mein Bandoneon ins Spiel, ein wunderbares, aber äußerst schwieriges Instrument, für mich absolutes Neuland … aber das ist eine andere Geschichte.”

…und genau diese andere Geschichte kommt jetzt :-)

Mein Grossvater vaeterlicherseits hat in fruehen Jahren gerne und oft Bandoneon gespielt. Doch irgendwann wanderte dieses mittlerweile historische Instrument erst auf den Dachboden und spaeter in den Keller, wo es ueber Jahrzehnte gelegen hat. Nachdem mein Opa spaeter leider auch einen Schlaganfall erlitt, mit dem er danach noch einige Jahre lebte, war an das Bandoneon-Spielen nicht mehr zu denken. Er starb in den 90er Jahren.

Vor ungefaehr zwei Jahren begann ich damit, alte Sachen, die hier unbenutzt herumlagen, zu sichten und sie gegebenfalls zu reparieren oder zu verkaufen. Dabei kam auch das alte Bandoneon wieder ans Tageslicht und mehr oder weniger zufaellig wurde Markus Kaes aufgrund eines Gespraechs mit mir darauf aufmerksam. Zuvor hatte er auch erwaehnt, dass er so ein Instrument suchen wuerde. Ich schickte ihm ein paar Fotos des hiesigen Exemplars und er war gleich Feuer und Flamme. Das Einigen auf einen adaequaten Preis war trotz des sichtbaren Gebrauchtzustandes reine Formsache und ich schickte ihm das Geraet zu. Eine eigentlich im Spass formulierte “Bedingung” nahm Markus aber dennoch ernst, denn ich schrieb ihm, dass die erste MP3-Datei, die unter Zuhilfenahme dieses Geraetes zustande kaeme, “meine” sei :)

Tja… und gestern kam diese Datei tatsaechlich hier an. Es ist das kleine Musikstueck, welches unter den obigen Film gelegt wurde. Tja, ein Mann – ein Wort. Mein Opa haette sich sicherlich sehr gefreut und ich empfinde das auch als etwas Besonderes. Somit hat der Klang des Bandoneons seinen Weg in die Gegenwart gefunden und dieser Blogbeitrag ist ein tolles Beispiel dafuer, wie schoen sich gewisse Dinge manchmal fuegen koennen. Markus, vielen Dank!

KategorienDiverses, Musik, Videos