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Hofgeschichten und ein Bandoneon

29. Juni 2010

Als Einleitung zitiere ich den Chillerstadt-Blog von Markus Kaes:

Ein Dorf nicht weit von Stuttgart, seine Geschichte und seine Geschichten aus 250 Jahren: Zum Jubiläum dieser kleinen Gemeinde, die sich als Gemeinschaft versteht, haben Sven Kucher, Stefan Morgenstern, Mark Lohrmann und Tobias Kurzweg einen Film gedreht, der daran erinnert, dass es nicht immer schneller, größer, lauter sein muss – manchmal darf es auch ruhiger, kleiner und persönlicher sein. Zu diesem Film habe ich die Musik beigetragen, hier ein kurzer Ausschnitt:


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Hier kommt übrigens zum ersten Mal mein Bandoneon ins Spiel, ein wunderbares, aber äußerst schwieriges Instrument, für mich absolutes Neuland … aber das ist eine andere Geschichte."

…und genau diese andere Geschichte kommt jetzt :-)

Mein Grossvater vaeterlicherseits hat in fruehen Jahren gerne und oft Bandoneon gespielt. Doch irgendwann wanderte dieses mittlerweile historische Instrument erst auf den Dachboden und spaeter in den Keller, wo es ueber Jahrzehnte gelegen hat. Nachdem mein Opa spaeter leider auch einen Schlaganfall erlitt, mit dem er danach noch einige Jahre lebte, war an das Bandoneon-Spielen nicht mehr zu denken. Er starb in den 90er Jahren.

Vor ungefaehr zwei Jahren begann ich damit, alte Sachen, die hier unbenutzt herumlagen, zu sichten und sie gegebenfalls zu reparieren oder zu verkaufen. Dabei kam auch das alte Bandoneon wieder ans Tageslicht und mehr oder weniger zufaellig wurde Markus Kaes aufgrund eines Gespraechs mit mir darauf aufmerksam. Zuvor hatte er auch erwaehnt, dass er so ein Instrument suchen wuerde. Ich schickte ihm ein paar Fotos des hiesigen Exemplars und er war gleich Feuer und Flamme. Das Einigen auf einen adaequaten Preis war trotz des sichtbaren Gebrauchtzustandes reine Formsache und ich schickte ihm das Geraet zu. Eine eigentlich im Spass formulierte "Bedingung" nahm Markus aber dennoch ernst, denn ich schrieb ihm, dass die erste MP3-Datei, die unter Zuhilfenahme dieses Geraetes zustande kaeme, "meine" sei :)

Tja… und gestern kam diese Datei tatsaechlich hier an. Es ist das kleine Musikstueck, welches unter den obigen Film gelegt wurde. Tja, ein Mann – ein Wort. Mein Opa haette sich sicherlich sehr gefreut und ich empfinde das auch als etwas Besonderes. Somit hat der Klang des Bandoneons seinen Weg in die Gegenwart gefunden und dieser Blogbeitrag ist ein tolles Beispiel dafuer, wie schoen sich gewisse Dinge manchmal fuegen koennen. Markus, vielen Dank!

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