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Farewell, Podcastverband!

Tja… das Ganze stand wohl unter einem unguenstigen Stern. Irgendwie…

Im August 2005 sollte der “Podcastverband / Verband deutschsprachiger Podcaster e.V.” aus der Taufe gehoben werden. Unter anderem hatten Leute wie Thomas Wanhoff damals einige Leute zusammengetrommelt, um diese erste, offizielle “Podcastvereinigung” auf deutschsprachiger Ebene zu gruenden. Andreas Rompel, Gerrit Van Aaken, meine Wenigkeit, Roger Lévy, Peter Loeser und weitere Leute hatten sich quasi “ueberreden lassen” und/oder dazu bereit erklaert. Auch via Telefon waren waehrend der ersten Gruendungsversammlung in Frankfurt weitere Leute dazugeschaltet, somit war z.B. auch ein recht bekannter Video-Podcaster aus Guetersloh ebenfalls ein Gruendungsmitglied :-)

Es war ein netter Nachmittag mit geselligem Abschluss im Kneipenviertel (und das bisher einzige Mal, an dem Roger Lévy und ich uns “im richtigen Leben” getroffen haben). Dann kam ein paar Tage spaeter die Ernuechterung, die Gruendung war formal nicht richtig vollzogen worden, ein neuer Termin wurde einberaumt. Aber ein zweites Mal in so kurzer Zeit konnte nicht jeder in Frankfurt erscheinen (was in amtlicher Hinsicht notwendig gewesen waere, u.a. wegen der handschriftlich abzugebenden Unterschriften) und somit waren einige der Gruendungsmitglieder (wie z.B. 2/3 der damals noch nicht “richtig” existenten Podparade, bestehend aus Roger und mir) nicht mehr dabei. Unter dem Strich waren mehrere Anlaeufe noetig, um “das Ding zu gruenden”, wie es zwischenzeitlich hiess.

Irgendwann danach wurde der “Podcastclub e.V.” gegruendet. Somit gab es ploetzlich zwei Podcastgruppierungen, die sich u.a. zum Ziel gesetzt hatten, das Medium sowie dessen Gestalter/innen nach aussen hin zu vertreten und voranzubringen. Ein sicherlich fuer einige Leute wesentlicher Vorteil des “Clubs” war, dass er im Gegensatz zum “Verband” keinen finanziellen Mitgliedsbeitrag eingefordert hat. Unsereins und viele andere, die sich zwischenzeitlich ob der neuen Situation ausgetauscht hatten, war(en) mittlerweile “neutral” geworden und hegten (zumindest in meinem Fall) Sympathien fuer beide Seiten. Es gab zweifelsohne die ein- oder andere erwaehnenswerte Aktion des Verbandes, aber der Podcastclub hatte doch ziemlich schnell eine gute Position und Strategie (im positiven Sinne) gefunden. Die Folge: Auf breite Resonanz und Erwaehnung stossende Aktionen des Clubs wie z.B. die versuchte Interaktion mit der GEMA und die Schaffung der “Podcast Awards”. Der Podcastclub war und ist (obwohl dessen Veranstaltungen einen anderen Ansatz verfolgten als wie die des Verbandes) naeher an der eigentlichen Podcast-Materie, ohne Frage. Das zeigte sich zum Beispiel waehrend der letzten Clubveranstaltung in Koeln, als Musikpodcaster wie Juergen Schlund im Rahmen von Vortraegen erklaerten, wie und womit sie ihre Sendungen gestalten und Vlogger wie Alexx Koellner ebenfalls Vortraege hielten.

Die letztendliche Abwanderung des Thomas Wanhoff nach Kambodscha hat den Verband zusaetzlich um eine seiner Leitfiguren beraubt. Das ist kein Vorwurf, nur eine Schlussfolgerung. Thomas, alles Gute weiterhin!!!

Jetzt ist es wohl endgueltig aus mit dem Podcastverband, denn seit kurzem ist auf der Webseite lediglich ein lapidarer Eintrag zu sehen:

…wobei das mit einem Link unterlegte Wort “hierhin” auf die Webseite des Podcastclubs verweist. Diesen gesamten Blogeintrag finde ich allerdings etwas arg duerftig und daher schade…

Noch im Sommer dieses Jahres hatte ich mich mit Marc C. Schmidt (ECO-Verband/Podcastclub) ueber die etwaige Reaktivierung des Podcastverbandes unterhalten, nachdem Thomas Wanhoff zwischenzeitlich kurzzeitig nach Deutschland zurueckgekehrt war. Marc sah der moeglichen “Wiederauferstehung” des Verbandes doch eher positiv entgegen (im O-Ton zu hoeren im “NormCast” Nr.84). Thomas kehrte spaeter nach Kambodscha zurueck, diesmal wohl vorlaeufig-endgueltig. Und jetzt ist es wohl auch endgueltig vorbei mit dem Verband.

Nun mag zurecht argumentiert werden, dass zwei “grosse” Vereinigungen eh zuviel sind bzw. waren. Daher hoffe ich, dass der “Podcastclub” darin einen Ansporn sieht. Aber, in Anbetracht der bisherigen Taetigkeiten des Clubs kommt eine “Floskel” doch wieder mal zum Tragen: “Weiter so!” :-)

Deutschland ist eine Hochburg der “Vereinsmeierei”. Allerdings MUSS ja nicht daran teilgenommen werden, denn mittlerweile gibt es auch genuegend Beispiele und Einzelfaelle, die belegen, dass ein Verein, Club oder Verband zum Erreichen diverser Ziele nicht unbedingt noetig ist. Diejenigen, die darin aber einen Sinn und weitere Chancen sehen, sind aber auch nicht gerade selten… Summasumarum gilt auch hier: Nichts muss, vieles kann…

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