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Archiv für die Kategorie ‘Amateurfunk’

Der Volkstransceiver

10. Februar 2019 Kommentare ausgeschaltet

Es gibt ihn noch nicht wirklich lange, doch der ICOM-Kurzwellentransceiver "IC-7300" verbreitet sich mittlerweile rasend schnell in der Amateurfunkgemeinde, was ihm schon den Beinamen "Volkstransceiver" eingebracht hat…

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn Icom hat mit diesem Gerät einen recht preisgünstigen, kommenden Klassiker aufgelegt, der aktuell kaum Wünsche offen läßt und sogar Bedürfnisse weckt, die bisher so noch nicht da waren. Hier sei vor allem das bei Bedarf aufrufbare Wasserfall-Display zu nennen, welches an die natürliche Neugier des Menschen insofern appelliert, als daß beim Funkbetrieb auf einer Frequenz genau ersichtlich ist, was und ob etwas in der unmittelbaren Nachbarschaft los ist. Wer das einmal längere Zeit in Benutzung hatte, möchte es nicht mehr missen und findet bisherige Funkgeräte danach unter Umständen sogar "langweilig", weil rein optisch ja nicht viel passiert.

Technische, ins Detail gehende Berichte über dieses Gerät gibt es woanders zuhauf, diese Zeilen hier sind bewußt subjektiv gehalten und sollen einfach nur etwas von der Begeisterung transportieren, die der Schreiber dieser Zeilen schon nach kurzer Zeit mit dem IC-7300 verspürte.

Dieses Gerät bricht mit vielen Traditionen, denn die Bedienung ist aufgrund des relativ großen Touch-Displays nicht mehr an komplizierte Menüführungen gebunden und selbst die abrufbaren, mehr verschachtelten Menüs sind relativ intuitiv zu bewältigen. Die Optik ist hübsch, die Gimmicks sind sinnvoll, die Qualität stimmt ohnehin.

Das größtenteils SDR-basierte Funkgerät ist ein modernes Stück Technik, welches auch prima mit dem PC zusammenarbeitet. Vorbei sind die Zeiten, zu denen externe PTT-Schaltungen in die selbstgebastelten Kabel eingebunden werden mußten, um den Transceiver per Software zum Senden zu bewegen. Vorbei auch die Zeiten der umständlichen Konfiguration serieller Schnittstellen und der damit oftmals verbunden Abstürze. Ein einziges USB-Kabel reicht, um den Icom komplett gerüstet für alle virtuellen Spielarten mit dem Rechner zu verbinden.

Das, was man hört, klingt gut und bei Störungen gibt es am Gerät selbst sehr effiziente Möglichkeiten der Störungesliminierung und damit verbundener Optimierung der empfangenen Signale. Die Aussendungen wurden sowohl mit dem mitgelieferten Handmikrophon als auch mit dem nachträglich angeschlossenen Standmikrophon als tadellos beurteilt, der eingebaute Antennentuner verrichtet hervorragende Arbeit.

Negativ aufgefallen ist allerdings ein klapperndes Relais, welches sich vor allem beim "Surfen" durch das 80m-Band mehrmals bemerkbar macht. Auch CWisten dürften damit nicht ganz zufrieden sein…

Die einzige Optimierung, welche sich im Nachhinein als goldrichtig entpuppte, war der (sehr einfache!) Tausch des eingebauten Lüfters. Schon im Werkszustand ist das Gerät viel leiser als die allermeisten, hiesigen Vorgänger, trotzdem brachte der Einbau eines passgenauen "Noctua"-Lüfters (Amazon, ca. 16 Euro) exakt die angenehme Verbesserung, die ein vorab gesichtetes YouTube-Video versprach: Beim Drücken der PTT hört man – nichts! Auch im Betrieb bleibt alles ruhig, wobei keine negativen Unterschiede in punkto Luftzirkulation zum Originallüfter zu verzeichnen sind.

Dieses aufgeräumte, qualitativ wertig verbaute Gerät hat wirklich die Chance, ein großer Renner zu werden, zumal Icom mit dem kommenden IC-9700 ein Gerät für 2m/70cm/23cm angekündigt hat, welches dem IC-7300 optisch gleichen und eine sinnvolle, bezahlbare Ergänzung zu ihm darstellen wird. Schon jetzt werden verstärkt Geräte wie der YAESU FT-847 oder der Kenwood TS-2000 gebraucht angeboten und es ist anzunehmen, dass die diese Geräte anbietenden OMs zumindest mit einem IC-9700 liebäugeln.

Der IC-7300 hat spürbaren Schwung in den Amateurfunkmarkt gebracht und sicherlich schon jetzt einen meßbaren Teil zur Belebung der Bänder beigetragen.

KategorienAmateurfunk

Preisgekroenter Funksilo

17. Oktober 2017 Kommentare ausgeschaltet

Die Funkamateure des hiesigen Ortsverbandes "N47" haben ein neues Clubheim, welches interessanterweise in einem umgebauten Spähnesilo in Oelde-Stromberg beheimatet ist. Von innen wirkt das Ganze auch aufgrund des liebevollen Holz-Interieurs gemütlich und erinnert an einen Leuchtturm. Rein funktechnisch ist der Standort natürlich ideal, demnächst sollen noch entsprechende Antennenaufbauten hinzukommen. Nun ist der "Funksilo" vom "Deutschen Amateur Radio Club" (DARC) mit einem mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis bedacht worden – Herzlichen Glückwunsch!

via DIE GLOCKE:

Funker freuen sich über 10 000 Euro

Kreis Gütersloh (gl). „Unser Clubheim befindet sich zwar noch im Aufbau, doch wir sind auf einem guten Weg“, sagt Norbert Sölker, der stellvertretende Vorsitzende des Ortvereins Gütersloh der Funkamateure. Dass das Heim ankomme, erkenne man daran, „dass wir nun den ersten Platz gewonnen haben“.
Bei einer bundesweiten Abstimmung haben die Funkamateure aus der Region 10 000 Euro für den Ausbau ihres Clubheims und Ausbildungszentrums in Stromberg gewonnen.

Sölker bezog sich bei einer spontanen Party auf eine Abstimmung innerhalb des Bundesverbands Deutscher Amateur-Radio Clubs. Dabei war gefragt worden, welche Ausbildungszentren in Deutschland gefördert werden sollen. Der Ortsverband Gütersloh N 47 hatte sich mit seinem Konzept rund um das neue Clubheim in Stromberg beworben und kam auf den mit 10 000 Euro dotierten ersten Platz. (…)

KategorienAmateurfunk, Lokales

Erweitertes Handyverbot am Steuer

16. Juli 2017 Kommentare ausgeschaltet

Jeder kennt sie, die Szenen aus Kriminalfilmen und Kultfilmen wie "Convoy" – Truckerrebellen oder Polizisten mit Mikrophonen vor dem Mund – und das waehrend der Fahrt. Mobilen CB-Funk gibt es seit über vierzig Jahren, Polizeifunk natuerlich noch laenger, auch Amateurfunk gibt es in vielen Facetten in den Autos. Ganz extreme "Funksportler" schnallen sich sogar eine Morsetaste auf das Knie und froehnen dieser Kommunikationsart waehrend der Fahrt. Morsen ist fuer sie wie eine zweite Muttersprache und stellt daher fuer diese Leute auch keine grosse Anstrengung bzw. Ablenkung dar.

Nun soll das "Handyverbot am Steuer" deutlichst ausgeweitet werden. Angeblich soll der CB-Funk-artige Betrieb noch bis zum Jahr 2020 "verschont" bleiben, aber danach sei auch damit Schluss. Es stellt sich die Frage, was das soll? Es funktioniert problemlos seit vielen Jahrzehnten, ganze Industriezweige, Behoerden und damit Arbeitsplaetze haengen daran und es gibt keine siginifikanten Statistiken, die belegen, dass es jemals ein erhoehtes Unfallaufkommen durch "klassischen" Funkbetrieb waehrend der Fahrt gegeben haette. Ein Grund hierfuer ist sicherlich die Tatsache, dass ein Handmikrophon mit Sendetaste (PTT) an einem flexiblen Spiralkabel haengt, welches waehrend der Fahrt zum Mund gefuehrt wird – eben so, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Auch beim Schalten und Bedienen weiterer Autoelemente stoert es nicht, da es sich quasi mitbewegt. Abgesehen davon kann es auch weit abgesetzt vom Mund betrieben werden. Also, was soll das? Polizisten, Taxifahrer und auch Zivilisten wie ich sagen: "Herzlichen "Dank" fuer diesen Bloedsinn". Wobei die Polizei sicherlich eine Ausnahmegenehmigung bekommen duerfte…

Eine weitere Regelung kommt dazu: Geraete mit ablenkendem Charakter (Smartphones, Tablets usw.) duerfen nur bedient werden, wenn der Motor des Wagens vollstaendig abgeschaltet ist. Die automatische Abschaltung reicht dafuer nicht. Auch das ist doch wieder vollkommener Humbug. Eine Klimaanlage laeuft nunmal nicht bei abgeschaltetem Motor und das Telefongespraech im am Strassenrand stehenden Auto soll doch nicht in einer Ueberhitzung enden. Wenn ein Auto mit ausreichender Beleuchtung und angezogener Bremse sicher steht, dann sollte das genuegen.

Natuerlich ist es voellig richtig, dass Smartphones, Tablets, Laptops usw. vom Fahrer waehrend der Fahrt NICHT benutzt werden duerfen, da sie einen erhoehten Blickkontakt erfordern. Ein Handy, welches fest an das Ohr gehalten wird, "behindert" den Fahrer auch und auch hier ist ein dementsprechendes Benutzungsverbot sinnvoll. Aber alles, was flexibel gehalten und bedient werden kann und/oder vielleicht sogar eine Sprachsteuerung aufweist, sollte von dem Verbotewahn ausgenommen werden.

Kurzbericht: Leixen VV-898

14. Mai 2017 Kommentare ausgeschaltet

Die sogenannten "Chinaböller" erobern den Amateurfunk-Gerätemarkt. Was mit kleinen Handfunkgeräten z.B. der Marke "BaoFeng" begann, findet mittlerweile seine Fortsetzung in mobilen Transceivern für das 2m und 70cm-Band. Ein Duobander für unter hundert Euro Neupreis – verlockend ist so ein Angebot in Anbetracht der horrenden Gebrauchtpreise für alte Markengebrauchtgeräte allemal. Aber vorsicht…

Der "VV-898" Mobilduobander von Leixen ist ungefähr so klein wie zwei nebeneinander liegende Zigarettenschachteln. Es gibt einen PL-Antennenanschluss, eine 3,5mm Klinkenbuchse für externe Lautsprecher, ein fest herausgeführtes Stromkabel und vorne eine aufgeräumte, aber spatanische Front. Die Lesbarkeit und die Beleuchtung des Displays sind ausgezeichnet, die Tasten aber doch nicht unbedingt leichtgängig. Drei davon lassen sich individuell programmieren.

Das Gerätchen hat eine klare Menüführung, dennoch musste die (englischsprachige) Bedienungsanleitung für die ein- oder andere Funktionserklärung herhalten. Die Programmierung der nötigsten Grundfunktionen sind am Gerät selbst mit etwas Geduld zu bewältigen. Es gibt auch ein Programmierkabel samt Software, beides war hier aber nicht enthalten.

Für aktuell knapp 70 Euro bei Amazon und aufgrund der Tatsache, dass dieses Gerätchen nur ein Teil einer ohnehin getätigten Bestellung war, habe ich mir den Spass mal erlaubt und habe eines mitbestellt. Um eines vorweg zu nehmen: Es geht demnächst zurück.

Zwar ist die Wiedergabe über den kleinen, an der Gehäuseoberseite eingelassenen Lautsprecher überraschend gut und das Gerät ist in Ermangelung eines nervigen Lüfters auch schön leise, dennoch ist die mit dem mitgelieferten (und leider immer beleuchteten) Originalmikrophon produzierte Qualität der Modulation nur als mittelmässig bis schlecht zu bezeichnen. Das Mikro ist sehr enpfindlich, was Atemgeräusche angeht. Eine geräteintern abrufbare Einstellfunktion brachte zwar eine leichte Verbesserung, aber zudem leider eine unangenehme Verstärkung eines Rauschpegels. Der Empfang ist klar, wird aber ab und zu durch die (trotz auf geringster Stufe befindliche) Rauschssperre kurzzeitig unterbrochen. Dies war letztendlich das K.O.-Kriterium. Eventuell lässt sich der Effekt durch einen Eingriff intern justieren bzw. beheben, aber aufgrund des bei diesem Neugerät dadurch drohenden Garantieverlustes wurde hier von einem Blick ins Innere abgesehen.

Der Yaesu-/Kenwood-verwöhnte Funkamateur vermisst bei diesem Billigfunkgerät ein- oder zwei traditionell verwendbare, ordentliche Einstell-Drehknöpfe und einige andere Annehmlichkeiten, die zurecht höherpreisigere Markengeräte zu bieten haben. Dieses Gerät eignet sich als billiges, geräuschloses "OV-Telephon" im Shack oder aufgrund der geringen Abmessungen auch zum Einbau ins Auto – wirklich zu überzeugen vermag es (mich) jedoch nicht.

KategorienAmateurfunk

Vielseitiger Duobander

9. März 2017 Kommentare ausgeschaltet

Achtung, dieses Funkgerät ist gefährlich! ;)

(Quelle: eBay)

KategorienAmateurfunk