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Archiv für die Kategorie ‘Amateurfunk’

YAESU FTM-400 mit C4FM

26. Mai 2020 Kommentare ausgeschaltet

VHS oder Betamax? DVDminus oder DVDplus? MD oder DCC? Windows oder Linux? Glaubenskriege um diverse, technische Formate hat es gefühlt-immer gegeben. Im Amateurfunkbereich scheint sich das aktuell fortzusetzen. Das von der Firma ICOM verbreitete, digitale Sprach- und Datenübertragungssystem "D-Star" konkurriert mit dem aus dem kommerziellen Bereich stammenden "DMR" und dem von Konkurrent YAESU angebotetenen "C4FM"-System. Die Betreiber der Relaisfunkstellen sehen sich immer größeren Aufgaben ausgesetzt, da bei vielen Anwendern der Wunsch nach speziellen Schnittstellen zwischen den Systemen besteht. Die Szene wächst…

Eines kann an dieser Stelle subjektiv (!) festgehalten werden: Der reine Höreindruck ist beim C4FM etwas (!) besser als beim D-Star. Doch klingen beide ziemlich nasal und gewöhnungsbedürftig, weshalb der Schreiber dieser Zeilen immer wieder zu dem Ergebnis kommt, dass es nichts besseres / angenehmeres gibt, als eine herkömmliche, gute, analoge Modulation. DMR ist nicht intuitiv nutzbar, es bedarf dazu einiges an Programmierarbeit und die qualitativ eigentlich eher schlechtere Audioqualität läßt bezweifeln, daß sich diese Arbeit wirklich lohnt. Dies ist wohlgemerkt eine subjektive Feststellung, dieser Beitrag soll keine objektive und/oder neutrale Abhandlung der Thematik sein bzw. werden.

Mit dem FTM-400 beschreitet YAESU einen interessanten Weg, denn das für ein Mobilgerät recht große Display läßt sich nicht direkt am eigentlichen Gerät nutzen. Letzteres bietet im gewohnten Mobil-TRX-Format alle nötigen Anschlüße sowie einen Micro-SD-Kartenslot. Über ein 3m langes Kabel wird das separate Display an das Hauptgerät angeschlossen, dessen Lüfter zwar nicht lautlos, aber im Gegensatz zu diversen Vorgängern leise(r) werkelt. Der Anschluss der Antenne erfolgt über eine PL-Buchse, ein separater Duplexer für 2m/70cm ist nicht notwendig.

Der Empfänger des Gerätes ist recht hellhörig und liefert selbst an einer unterlegenen Unterdachantenne hörbar-gute Signale ab. Das S-Meter scheint allerdings sehr großzügig zu sein. Die Aufteilung der beiden VFOs ist übersichtlich, die Ausleuchtung des Displays sehr gut und individuell einstellbar. Die Programmierung gestaltet sich teilweise recht zeitraubend, denn manches muß oftmals zweimal gemacht werden, einmal für den oberen und einmal für den unteren Bereich. Insbesondere die Prozedur der Namensgebung für die Frequenzen ist umständlich gelöst, wenn man nicht die Frequenz klein und den Namen (zu) groß im Display stehen haben möchte…

Einmal ausgepackt, fragt man sich als jemand, der das Gerät zuhause und nicht im Auto nutzen will: Wohin mit dem Display? Hier legt Yaesu nur einen (nicht einmal formschönen) Haltebügel bei, mit dem man das Display immerhin auf den Tisch stellen kann. Leider ist der Betrachtungswinkel desselben recht eingeschränkt und somit entsteht sofort der Wunsch, es etwas höher, bestenfalls auf Augenhöhe, zu platzieren. Man könnte es mit einer umgedrehten Halterung bequem unter ein Regalbrett schrauben, wenn die Ingenieure bei Yaesu sich nicht selbst ein Ei in Form einer "GPS-Beule" auf der Rückseite des Displays ins Nest gelegt hätten. Die dort verbaute, aus der Rückwand herausragende GPS-Einheit verhindert, dass der beigelegte Bügel einfach andersherum genutzt werden könnte. Ein paar Millimeter verschoben wäre das Problem nicht mehr gegeben. Setzen, 6!

Auch wäre ein zumindest kleiner Ständer mit einem Kipp-/Knickgelenk schön gewesen, aber wir alle wissen ja, daß diese Firmen ihr Zubehör für teures Geld verkaufen wollen und somit wurde hier zur Selbsthilfe gegriffen, was wiederum einen vielleicht auch für andere OMs interessanten "Life-Hack" ergab: Eine vorhandene Schreibtischlampe der Firma "Trio Leuchten" aus Arnsberg wurde geschlachtet, deren oberer Kegel abgeschraubt. Es verblieben ein recht standfester Fuß und ein sehr beweglicher Schwanenhals, an den das Display recht einfach angeschraubt werden konnte. Nun ist es hier auf Augenhöhe und das Ganze sieht zudem gar nicht so schlecht aus…

Die Bedienung des Gerätes ist recht einfach, dennoch stolpert man immer wieder mal über kleine Ungereimtheiten. Beispielsweise läßt sich die Modulationsart nicht fest einer bestimmten Frequenz zuordnen. Wählt man im oberen VFO (und nur hiermit ist digitaler Funkbetrieb möglich) ein normales Relais an, dann sollte nicht vergessen werden, auf "FM" umzuschalten (falls die automatische Erkennung, die nicht immer zuverlässig arbeitet, deaktiviert ist), denn ansonsten bleibt der Lautsprecher stumm.

Optisch ist alles schön, lediglich die "Scope"-Funktion ist optisch-ähnlich der des FT-991a und schon die war bzw. ist zumindest für diejenigen, die einen Icom IC-9700/7300 gewohnt sind, ein schlechter Witz. Sorry, der musste sein :-)

Für Firmware-Verbesserungen bietet das Gerät also genügend Angriffsflächen, doch erfreut es durch sowohl empfangs- als auch sendeseitig gute Signale und durch eine ansprechende Optik sowie einer unter dem Strich ordentlichen Bedienbarkeit.

Das hiesige Exemplar stammt von Funktechnik Bielefeld.

Weitere Informationen, Broschüren und Dateien gibt es direkt bei YAESU.

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Morsetestsender

19. Februar 2020 Kommentare ausgeschaltet

Beim Herumstreifen über die Kurzwellenbänder fiel unlängst eine absolut präzise Morseübertragung auf der Frequenz 3881 khz auf. Dort wurden Fünfergruppen gemorst, wie sie früher auch zu Übungszwecken z.B. bei der Bundeswehr eingesetzt wurden. In der Marinefernmeldeschule Flensburg-Mürwik lernten wir damals 26wpm (=Wörter pro Minute, definiert an dem Wort "Paris") als Standard. Für die Amateurfunklizenz waren lediglich 12wpm nötig. Der hier nun gefundene Sender überträgt ungefähr 20wpm und eignet sich sehr gut zur Auffrischung des CW-Gehörs. Die gesendeten Gruppen können auf der zugehörigen Webseite nachgelesen und zu Korrekturzwecken genutzt werden.

"Die Station FAV22 wird von der französischen DIRISI (Direction Interarmées des Réseaux d’Infrastructure et des Systèmes Informatiques) zu Übungszwecken betrieben. Die Sender befinden sich im Département Eure (27, Normandie) und die Senderleistung beträgt 1 kW, 5 kW bzw. 10 kW."
(Quelle: http://www.darc-c12.de/node/1242)

Magnifique! :)

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Satellitenlauscher

2. Februar 2020 Kommentare ausgeschaltet

Der geostationäre Amateurfunk-Satellit "Qatar-OSCAR 100" ist mittlerweile eine mit relativ einfachen Mitteln nutzbare Anlaufstation für Funkamateure geworden. Doch auch diejenigen, die den Aufbau einer ggf. zusätzlichen Satellitenschüssel scheuen, können zumindest passiv dabei sein, denn die Webseite https://eshail.batc.org.uk ermöglicht das Zuhören auf Web-SDR-Basis, beispielsweise am PC oder auf dem Smartphone. Sehr interesant…

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TYT TH-7800 Transceiver

15. Januar 2020 Kommentare ausgeschaltet

Ein preisgünstiges "OV-Telephon" sollte es werden, nur an einer Unterdachantenne nebenbei betrieben. Wenn es dann noch zusätzlich das Ortsrelais mit beackern könnte, umso besser…

Zunächst ging die Suche in Richtung modernerer Kleinsttranceiver à la Retevis RT95 oder Midland CT2000. Letztendlich war es bei dem einen die unmittelbare Abhängigkeit vom PC und bei dem anderen die nirgendwo einsehbare Mikrophonpolung, was letztendlich ein Umdenken und ein Rückbesinnen auf bereits gehabte Geräte herbeiführte und im Kauf des TYT TH-7800 Dual-Band-FM-Transceivers resultierte.

Für preisgünstige 159 Euro (Technische Daten bei Funktechnik Bielefeld) gab es einen absoluten Klon des Yaesu FT-8800, der hier zuvor auch mal über eine längere Zeit in Betrieb gewesen ist. Was nach dem Verkauf des Yaesus schmerzlich vermisst wurde, waren die abspeicherbaren Frequenzpaare (sechs an der Zahl, über die frontseitigen Tasten A-F abrufbar). Diese waren doch sehr praktisch, zumal die Konstellation der zu hörenden Frequenzen schnell und abhängig vom Betrieb mit dem Haupttransceiver somit schnell angewählt werden konnte.

Auch sonst ist der TYT dem FT-8800 so frappierend ähnlich, dass es eigentlich keine Umstellung der Bediengewohnheiten nötig hat(te). Ausgeliefert wird der TYT mit Separationskabel und entsprechender Halterung für das Display, so dass ein abgesetzter Betrieb jederzeit möglich ist.

Die Verarbeitung ist überraschend gut, der Druckpunkt der frontseitigen Tasten ist aber höher als beim Yaesu. Die Menüführung ist intuitiv, der Empfang vergleichbar-gut. Lediglich die Modulation mit dem beleuchteten DTMF-Handmikrophon erschien leiser und gedrungener. Da der TRX hier sowieso mittels Weiche am Shack-Standmikrophon mitbetrieben wird, fiel das nicht weiter negativ ins Gewicht. Mit dem Standmikro erreicht der TYT ähnlich-gute Rapporte wie der Yaesu zuvor.

Ein 40er Lüfter ist vorhanden, der auch gut losföhnt, letztendlich aber weniger aufdringlich wirkte. Dennoch wurde er durch ein kompatibles Modell der Firma "Noctua" ersetzt und seitdem ist herrliche Ruhe :)

Fazit: Der TYT TH-7800 ist ein aus heutiger Sicht eher klassischer Duobander, der noch direkt am Gerät durchprogrammiert und eingestellt werden kann. Er bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist ideal geeignet für diejenigen, die bei einem "Nebenbei-Gerät" keinen Wert auf digitale Zutaten legen.

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Amateurfunkkurs

16. November 2019 Kommentare ausgeschaltet

KategorienAmateurfunk, Lokales