Hier mal wieder ein altes Fundstueck: Ein Screenshot aus dem Jahr 1997! Er zeigt (m)ein damaliges Windows-95-System. Einige Amateurfunkanwendungen "zierten" den Desktop. Auffaellig sind die drei Starticons fuer das alte "TOP"-Packet-Radio-Programm, einmal fuer 1200 Baud, dann fuer 9600 Baud und einmal fuer beides zusammen (fuer den Fall, dass beide TNCs zur Verfuegung standen). Das "Winsock 95"-Icon startete ein Ueberschreiben der "Winsock.dll", damit TCP/IP via Packet Radio in Verbindung mit dem Netscape-Browser betrieben werden konnte. Die beiden Programme "Trumpet" und "Ewan" standen auch irgendwie damit in Zusammenhang :-)
"EasyCD" war ein tolles, einfaches Brennprogramm und "WinTV" bediente eine analoge Hauppauge-Fernsehkarte. Damals brauchte man noch keine uebermaessig-starke Hardware, um fluessig TV am PC schauen zu koennen, denn damals konnten die Leute noch ordentliche Treiber programmieren…
Insgesamt sieht man, dass der Wechsel von 16- zu 32 Bit noch nicht richtig vollzogen war, vieles vermischte sich weiterhin. Die beiden Norton-Commander-Icons verdeutlichen das, denn die Version 4.0 war eine alte DOS-Variante waehrend der "NC95" direkt unter Windows lief und lange Dateinamen unterstuetzte. Das System an sich funktionierte ordentlich, ich habe es als sehr stabil in Erinnerung…
Im Zeitalter der Billigmaerkte kommt auch immer mehr billige Technologie auf den Markt. Wer heutzutage mal in einen alten (!) Marken-Fernseher hineinschaut, weiss, wie solide Technik aussehen kann – schliesslich hat sie Jahrzehnte ueberdauert. Dieses Durchhaltevermoegen muessen aktuelle (Flach-)Fernseher erstmal beweisen…
Frueher wurde ein neu anzuschaffender Wohnzimmerfernseher mit wenigstens zehn Jahren Lebensdauer kalkuliert, heutzutage ist das aufgrund der sich staendig wechselnden Technologien und Beduerfnisse kaum noch moeglich. Derzeit reissen sich viele TV-Junkies um die neuen 3D-Fernseher, ignorieren aber dabei oftmals die Tatsache, dass es zumindest aktuell nur wenige 3D-Filmtitel z.B. auf BluRay-Scheiben zu kaufen gibt, dass 3D-Sendungen im "normalen" Fernsehen bisher kaum stattfinden und dass z.B. Toshiba schon eine 3D-Fernsehtechnologie vorgestellt hat, die es ermoeglicht, Raumempfinden ohne Extra-Brille zuhause zu erleben. Ein heute aktueller "Fernseher" ueberlebt vielleicht die naechsten 3-5 Jahre, ist aber allerspaetestens dann ueberholt…
Fakt ist aber auch, dass die alten Roehrengeraete sperrig waren und allein schon deswegen mittlerweile gerne ausgetauscht werden. Neue Flachgeraete sind haeufig mit minderwertigen und/oder unzureichend entstoerten (Schalt-) Netzteilen versehen und bei aller sonstigen Brillianz wird bei der Herstellung oftmals genau daran gespart. Diese manchmal auch externen "Braterixe" haben oftmals eine sehr hohe Verlustleistung und gerne wird die Tatsache ignoriert, dass der vorhandene Ein-/Ausschaltknopf am Geraet selbst meistens nur ein "Blender" ist (siehe auch "abschaltbare", externe USB-Festplatten), denn das eigentliche Netzteil bleibt bei vielen Modellen danach trotzdem in Betrieb…
Oftmals werden diese Netzteile auch von den namhaften Herstellern nur zugekauft, was zu serienbedingten Qualitaetsschwankungen fuehren kann. An dieser Stelle waere eine generelle Normung, wie sie jetzt beispielweise auch fuer Laptop-Netzteile und Ladegeraete der Mobiltelefone angedacht ist, durchaus sinnvoll. Schlechte Netzteile bieten naemlich nicht nur eine schlechte Leistung sondern stoeren auch mal ihr Umfeld. Funkamateure koennen leider ein Lied davon singen.
Persoenliche Anmerkung:
Und wenn jetzt einer ankommt und schreit, dass Amateurfunk doch von vorgestern ist, nur von aussterbenden Rentnern betrieben wird und daher nicht schuetzenswert sei, dem sei gesagt, dass auch er sicherlich sauer waere, wenn er seine taegliche Dosis Gossen-Talkshow nicht schauen koennte, nur weil der Untermieter z.B. ein stoerendes Telefon hat (viele DECT-Telefone stoeren z.B. diverse Satellitensender). So, das musste mal gesagt werden :-)
Funkamateure muessen -genau wie kommerzielle Mobilfunkanbieter- Grenzwerte, Auflagen und sonstige Spezifikationen bei der Errichtung ihrer Station beruecksichtigen, schliesslich sind sie im Normalfall sozusagen "staatlich geprueft". Hier gilt also: Wer "seine" Technik -was auch immer das sein mag- sauber installiert und wer ordentliche, den Standards entsprechende Geraete anschafft, braucht sich um das prinzipielle, technische Miteinander keine Sorgen zu machen. Natuerlich sind an dieser Stelle auch die Hersteller gefragt, dann was nuetzt die beste Absicht, wenn das gekaufte Markenprodukt im Nachhinein doch Maengel aufweist?
Billigtechnologie beim Nachbarn kann fuer ihn selbst vorteilhaft sein (sollte sie denn trotzdem gut funktionieren…) aber sie kann auch fuer Aerger sorgen, wie der folgende Beitrag zeigt:
Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph sind alte Hasen im Computerbereich. Vor etlichen Jahren leisteten sie im WDR Fernsehen mit dem legendaeren "Computerclub" wahre Pionierarbeit. Mittlerweile gilt ihr "Computerclub Zwei" – AudioCast als einer der erfolgreichsten Podcasts ueberhaupt und wurde im letzten Jahr im Rahmen des "European Podcast Award" dafuer ausgezeichnet.
Doch damit nicht genug: Die beiden sympathischen Rentner sind schon vor laengerer Zeit zu ihren Fernsehwurzeln zurueckgekehrt und machen seitdem eine regelmaessige, jeweils einstuendige TV-Informationsfernsehsendung. Diese lief bisher nur auf "NRW TV", wurde aber auch als Download und Stream angeboten. Als logische Weiterfuehrung dieser Aktivitaeten laeuft das Ganze nun auch auf dem Satellitenfernsehsender "Dr. Dish TV".
Vor einigen Jahren begab sich der "gute Geist" unseres Amateurfunkclubs, "Nobbi" (DL1YDW) regelmaessig in unser Clubheim und fing dort an, irgendwelche wirren Parameter in die Satellitenempfaenger zu hacken. In Zusammenspiel mit der dort vorhandenen, drehbaren Grossantenne war es ihm dadurch moeglich, die ersten Hobby-Versuchssendungen vom heutigen "Dr. Dish" zu sehen und auf VHS-Videos fuer uns aufzunehmen. Schon damals gab es dort interessante Berichte, z.B. zum Thema "Spionagesatelliten", worin unter anderem auch einiges an Amateurfunkequipment zum Einsatz kam. Ebenso sehenswert war der spaetere, interessante Beitrag ueber einen ambitionierten, heute 84-jaehrigen Menschen, der schon seit Jahren versucht, die europaeischen Astra-Satelliten in Brasilien zu empfangen und dabei schon ganz erstaunliche Erfolge erzielt hat.
Mittlerweile ist "Dr. Dish TV" ganz normal mit jeder auf den Astra-Satelliten ausgerichteten Satanlage empfangbar. Im Jahr 2009 wurde das Programm deutlichst aufgeblaeht und man begann, auch ueber die eigentliche Kernthematik hinaus von anderen Medienfronten zu berichten. Somit passt der "ComputerClub 2" prima ins neue Gesamtbild. Ganz im Gegensatz zu den leider auch vorhandenen Shoppingsendungen :)
"Das ist eine Frechheit! Mein Mann ist seit sieben Jahren tot…" Diese Worte stammen von einer aelteren Witwe aus Guetersloh, die es nicht fassen konnte, dass ihr bereits verstorbener Mann kuerzlich Post bekam. Des Raetsels Loesung ist aber voellig undramatisch und die gute Frau haette es wahrscheinlich nicht so kommentiert, wenn sie die Hintergruende gekannt haette…
Ihr Mann war unter anderem begeisterter Kurzwellenhoerer ("SWL" = ShortWaveListener), der sich mit seinen "Grundig Satellit"-Empfaengern gerne auf den Frequenzen tummelte. Zudem konnte er morsen und eines Tages kam er mit einem handgeschriebenen Zettel zu mir. Darauf war eine einwandfreie Mitschrift eines Morsepruches zu lesen, nur konnte der SWL die Abkuerzungen nicht ausdeuten, weshalb er mich um eine Uebersetzung bat.
Solche Mitschriften und/oder Protokolle senden viele "Lauscher" dann an die entsprechenden (Radio-) Stationen in der Hoffnung, von diesen daraufhin eine schoene Empfangsbestaetigungskarte zu erhalten. Auch im Amateurfunkbereich sind "QSL-Karten" beliebt. Vor allen Dingen dann, wenn ein ungewoehnliches, in irgendeiner Art und Weise besonderes Funkgespraech stattgefunden hat, schickt man sich gerne gegenseitig diese oftmals phantasievoll gestalteten Motivkarten, die unter anderem auch die technischen Daten der jeweiligen Station enthalten. Dieser Vorgang erfolgt entweder auf dem direkten Postweg (dann meistens unter Beilegung von US-Dollar-Noten, um die Portokosten auszugleichen) oder auf dem "traditionellen" Weg, der wiederum ungefaehr so funktioniert:
Ein Funkamateur speichert die Daten, verarbeitet sie aber nicht immer sofort weiter. Bis zum Ausfuellen der Karten vergeht unter Umstaenden schon einige Zeit. Spaeter gibt er diese Karten meistens beim monatlichen Vereinstreffen an den sogenannten "QSL-Manager" weiter. Der sortiert sie und leitet sie gebuendelt an die deutsche Zentralstelle des DARC in Baunatal bei Kassel. Von dort aus gehen sie weiter in alle Welt. Am Zielort angekommen, koennen die Karten aber nicht sofort an die jeweiligen Adressaten weitergeleitet werden. Das passiert daher auch erst dann, wenn diese sich beispielsweise auf dem dortigen Vereinstreffen blicken lassen. Somit koennen von der eigentlichen Aussendung ausgehend schonmal Jahre (!) vergehen, bis dass die zugehoerigen QSL-Karten ihre Ziele erreichen…
Nach Verdeutlichung dieses Sachverhaltes war die Witwe schnell besaenftigt, denn sie kann sich nun sozusagen ueber ein posthumes "Lebenszeichen" ihres Mannes freuen.
Die betreffende QSL-Karte kam von "Radio China International" anlaesslich des fuenfzigjaehrigen Bestehens der deutschen Redaktion des Senders.
Es soll an dieser Stelle nicht verheimlicht werden, dass es mittlerweile sogenannte "E-QSL-Karten" gibt, die online abgerufen werden koennen und die oftmals schon wenige Minuten nach Beendigung der entsprechenden Funkverbindung beidseitig verfuegbar sind. Doch das ist nach Meinung vieler Funkamateure "irgendwie nicht dasselbe". Daher heisst es bei vielen nach wie vor : "QSL via bureau", was den oben beschriebenen, traditionellen Weg beschreibt…