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Archiv für die Kategorie ‘Diverses’

EM-Fehlplanung?

16. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

So, hier kommt das erste richtige Posting zum Thema Fussball-Europameisterschaft 2008 auf dieser Seite. Lang hat`s gedauert…

Die Vorrunde ist fast vorbei und anscheinend haben sich die Veranstalter gedacht, dass es dann vielleicht wohl "nicht mehr so schlimm" ist, wenn zwei Spiele parallel laufen. Bis dato fand das erste Gruppenspiel des Tages immer zwischen 18 und 20 Uhr statt, waehrend das zweite Spiel um 20:45 Uhr angepfiffen wurde. Das war wunderbar, denn zum einen konnten beide Spiele gesehen werden und zum anderen gab es dazwischen genuegend Zeit, um etwas zu essen zu machen oder noch schnell den Weg zu Bekannten oder in eine Kneipe zu absolvieren, ohne etwas zu verpassen.

Seit gestern laufen die restlichen Spiele aber zeitgleich ab 20:45 Uhr und gerade in punkto Fernsehuebertragungen ergibt sich daraus ein aergerliches Dilemma. Das "wichtigere" Hauptspiel wird entweder im ZDF oder in der ARD uebertragen, das zweite Spiel laeuft dann im zugehoerigen Digital-Spartenkanal, also entweder "ZDF-Info" oder "Eins-Festival".

Frueher liefen Dinge, die zwar nicht so wichtig waren, um sie im Ersten oder Zweiten zu bringen, die aber doch relevant genug waren, generell im Dritten. Das waere in diesem Fall auch besser, denn das koennten wenigstens die allermeisten GEZ-Zahler empfangen. Nur leider sind die Dritten mittlerweile ziemlich autonom und anscheinend nicht mehr so einfach zu koordinieren. Aergerlich ist aber, dass z.B. die analogen Kabel-TV-Zuschauer ausgesperrt werden, da die beiden Spartenkanaele dort zumindest hier im Raum Guetersloh nicht eingespeist werden. Wohl dem, der eine SAT-Schuessel (oder in diesem Fall ausnahmsweise DVB-T) hat, der konnte wenigstens fleissig hin- und herzappen, um den ruehrenden Abschied der schweizer Trainer-Ikone "Köbi" nach dem 2:0-Sieg der Schweiz gegen Portugal zu sehen…

Eine ganz schlimme Unart scheint aus Anlass der EM allerdings die oftmals niveaulose Stimmungsmache der Boulevardpresse zu sein. Man erinnere sich an die geschmacklose Fotomontage in einer polnischen Zeitung vor dem Spiel der deutschen Mannschaft gegen Polen, die Loew und Ballack quasi "gekoepft" auf der Titelseite zeigte. Das sich die Bild-Zeitung mit ihrer heutigen Schlagzeile "Auf WieNersehen, ihr Ösi-Würstchen" auf ein aehnlich-duemmliches "Niveau" begibt, ueberrascht zwar nicht wirklich, ist aber trotzdem erschreckend und – aergerlich.

Die britische Boulevardpresse ist ja auch immer ganz vorne mit dabei, wenn gegen die "Krauts" gehetzt werden darf und die oesterreichischen Medien werfen ebenfalls gerne mal mit dem Begriff "Piefke" um sich. Insbesondere das Wort "Krauts" finde ich verbannenswert und abstossend. Aber das, was sich diese volksverdummende Springer-Gazette da wieder erlaubt hat, geht sprichwoertlich "auf keine Kuhhaut". Sport ist Sport. Entweder man mag es oder nicht, aber die Weltprobleme und kulturelle Differenzen werden nicht auf dem Fussballplatz geloest (schade eigentlich…) und daher sollten solche verbalen Entgleisungen beleidigender Art von serioesen Zeitungen doch vermieden werden. Die BILD hat hiermit mal wieder bewiesen, dass sie mit Vorliebe an die niedersten Instinkte appeliert und ist von der Serioesitaet nach wie vor meilenweit entfernt…

KategorienDiverses, Medien

Einfach nur nett…

5. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

…was man manchmal so zugeschickt bekommt… :-)

KategorienDiverses

Revolverhelden bei der EM

4. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

Ueber Fussballsongs wurde hier unlaengst schon einmal etwas geschrieben, naemlich hier. Mittlerweile kristallisieren sich die kommenden EM-Hymnen deutlichst heraus und es sind sogar Kandidaten dabei, die von vornherein irgendwie nicht auf der Karte waren, wie zum Beispiel die Band "Revolverheld".

Blicken wir zurueck. Fussball-WM 2006. Der Soundtrack zum damaligen "Sommermaerchen" hatte sich im Grunde genommen noch relativ zufaellig ergeben, denn Herbert Groenemeyer`s "Zeit, dass sich was dreht" war beispielsweise NICHT der erhoffte Mega-Hit der WM geworden. Eher schallten Olli Pocher und die Sportfreunde Stiller in den Stadien und auf den Fanmeilen. Pocher`s Rezept war klar: Eine Mitgroehlhymne musste es sein und die Rechnung ging auf. Groenemeyer`s Song war zu komplex fuer das bierselige Feierpublikum und an dieser Stelle wuchs auf fast schon natuerliche Weise eine authentische, alles ueberstrahlende Hymne heran:
Der Song der Sportfreunde Stiller.

Ein wirklich lesenswerter Abriss ueber den vergangenen und derzeitigen Werdegang findet sich in der "Zeit" wieder. Da heisst es: "Schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wiegten sich die Fans im Takt der Pophymnen. Aber damals zeigte sich auch, wie unberechenbar der musikalische Erfolg während solcher Massenveranstaltungen ist. (…) Grönemeyer schrammte am Hit vorbei, die Sportfreunde Stiller hingegen machten alles richtig. Das Münchner Trio verband in "54, 74, 90, 2006" einen humorvollen Text mit einem stadiontauglichen Refrain und einem entspannten Musikvideo. Ihr ironischer Umgang mit dem Mythos WM machte das Stück selbst Fußball-Muffeln akzeptabel. Entscheidend für den Erfolg des Songs war aber die Glaubwürdigkeit der Interpreten. Die Sportfreunde Stiller gelten als Fußballfanatiker, ihre Meinung zum sportlichen Geschehen wird geschätzt. (…) Während der WM-Hit der Sportfreunde auf Grillpartys und in Szenebars lief, bediente Oliver Pochers "Schwarz und Weiß" die Großraumdiscos und Fan-Meilen. (…) "Der Weg" von Xavier Naidoo war ein anderer. Der Erfolg kam von innen, aus der Mannschaftskabine. Der deutsche Nationalspieler Gerald Asamoah hatte das Lied solange über die Stereoanlage abspielen lassen, bis selbst Masseure und Zeugwarte den Text verinnerlicht hatten. Jürgen Klinsmann betete Durchhalteparolen herunter und Naidoo sang seine pathetische Soul-Ballade dazu. Ein Lied, das auf jeden Kirchentag gepasst hätte, wurde in der schicksalhaften Alles-oder-nichts-Situation zum Bekenntnisschwur zwischen Publikum und Mannschaft. Diese Musik hatte das Team erwählt. Oder war es umgekehrt?
Der Sommerhit der WM 2006 stammte von dem französischen House-Produzenten Bob Sinclair. Wie kein anderes Lied fing der mediterrane Ohrwurm "Love Generation" die ausgelassene Partystimmung ein. Der Song wurde nach jedem Tor eingespielt. Insgesamt dröhnte "Love Generation" 147 Mal aus den Stadionlautsprechern. Weghören unmöglich. Auch so werden Hits gemacht.(…)"

Nun, das ist Geschichte. Anlaesslich der kommenden EM wirkt jetzt alles etwas verkrampft, so nach dem Motto "Wring` den Hit". Und es scheint auch, als ob da niemand wirklich etwas anbrennen lassen will. Nochmal die "Zeit": "In diesem Jahr wollte der DFB nichts dem Zufall überlassen. Ein EM-Hit ohne den Segen des Verbands? Das durfte nicht schon wieder passieren. So kamen Revolverheld ins Spiel. (…)" Der Song "Helden 08" wirkt kuenstlich, ein "Na-Na-Na-Na-Na" nimmt man der Band irgendwie (noch) nicht so richtig ab. Auch beim Betrachten des zugehoerigen Videos hat man noch immer die Sportfreunde zumindest im Hinterkopf praesent und kommt dann schnell zu dem weiter oben schon erwaehnten Schluss, dass diese irgendwie authentischer waren. "Leider klingt "Helden 08″ wie ein fades Stimmungslied zum Kickerturnier eines Dorfvereins. Pflichtgemäß werden die üblichen Reizwörter »Geschichte«, »Helden« und »Wunder« aufgesagt. Dazu schrammelt es recht bieder, von Ironie keine Spur. (…) Was sich bei den Sportfreunden Stiller noch unverkrampft und spontan anhörte, ist hier ganz offensichtlich ein Marketingtrick."

Bingo! Aber, bevor jetzt hier der ganze "Zeit"-Text rezitiert wird (weil er wirklich so trefflich formuliert ist), kommt hier nun besser der Verweis dorthin, zum froehlichen Selberlesen: Link zum dreiteiligen "Zeit"-Artikel

Vielleicht werden diese musikalischen Broetchen derzeit auch ein wenig zu schnell gebacken, denn man darf eines nicht vergessen: Die Erfolgsqoute Deutschlands bei einer EM ist derzeit deutlichst schlechter als wie bei den Weltmeisterschaften, denn seit mittlerweile zwoelf Jahren hat die deutsche Nationalelf kein einziges Spiel mehr innerhalb einer Europameisterschaft gewonnen. Sollte diese Serie anhalten, dann waere es in fussballmusikalischer Hinsicht sicherlich ganz schnell vorbei mit Olli Pocher und den Revolverhelden…

Link: Das Video zu "Helden 2008" bei YouTube

KategorienDiverses, Musik

DUAL P50 vs. DUAL P70

2. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

Hier kommt das wohl vorlaeufig-letzte Video der kleinen Reihe ueber restaurierte Unterhaltungselektronik aus alter Zeit. Es zeigt den Vergleich zwischen einem DUAL P50 und einem DUAL P70 – Kofferschallplattenspieler aus der Zeit um 1970 herum. Das Video ist eine Ergaenzung zu dem schon aelteren Videobeitrag ueber den P50.

Link zum Video bei YouTube

KategorienDiverses, Videos

Nordmende Boheme Radio

11. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet

Das alte Radio der Oma – es hat sie ueberlebt. Auch heute noch fasziniert es durch einen aufgrund der Roehrentechnologie irgendwie fesselnden, lebendigen Klang. Gebaut wurde es in den Jahren 1962/1963 und es empfaengt Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle sowie UKW (allerdings nur bis 104 mhz).

Das schoene an diesen alten Geraeten ist, dass es oftmals ausreicht, eine defekte Roehre auszuwechseln, um so ein Radio zu "reparieren". Da die Roehren nur eingesteckt sind, ist das ganz einfach und kein Loetkolben notwendig. Bei diesem Exemplar wurde irgendwann mal eine Grundjustage vorgenommen und eine Roehre des Typs EL84 ersetzt. Seitdem funktioniert es wieder, ist aber nur noch gaaaanz selten in Betrieb und heutzutage eher ein dekoratives Erinnerungsstueck, denn schliesslich hat schon vor etlichen Jahren ein gewisser kleiner Steppke in Oma`s Kueche fasziniert und gerne davor gesessen…

Technisches:
Prinzip : Superhet allgemein; ZF 460/10700
Anzahl Kreise : 6 Kreis(e) AM / 10 FM-Kreis(e)
Wellenbereiche : Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle und UKW
Betriebsart/Volt : Wechselstromspeisung / 110; 125; 150; 220; 240 Volt
Lautsprecher : Permanentdynamischer Ovallautsprecher/ 4 W
Modell : Bohème (Boheme)
Material : Geraet mit Holzgehaeuse
Form : Tischgeraet, Tasten oder Druckknoepfe.
Abmessungen : (BHT) 440 x 270 x 235 mm
Roehren : 6
Nettogewicht : 7.4 kg
Originalpreis : 315 DM
Datenherkunft : Handbuch VDRG 1962

Quelle : Radiomuseum.org