Weihnachtsmarkt GT 2008
Im Vorfeld wurde -wie ueblich- viel geredet. Gemuetlicher und heimeliger sollte es werden, mit weniger Luecken. Teilweise ist das eingetreten, aber irgendwie auch nicht so richtig…
In diesem Jahr gibt es wieder eine Buehne, was eigentlich gut ist, aber deren Standort ist quasi mittendrin und es bleibt davor wenig Raum fuer Schaulustige. Die Empore vor dem alten Amtsgerichtsgebaeude waere hierfuer besser geeignet und trotzdem noch nahe genug innerhalb des Geschehens gewesen.
Die Gaenge sind enger und irgendwie "schraeg-symmetrisch" gestaltet, eigentlich ganz okay. Trotzdem gibt es noch immer eklatante Luecken, die nur spaerlich mit diversen Tannenbaeumen ausgefuellt werden konnten. Insbesondere die Buden, die am aeussersten (bzw. vordersten) Gang befindlich sind und deren Oeffnungen zur Nordseite (in Richtung Spielwaren Witthoff und dem Fischhandel "Nordsee") zeigen, haben wohl die beruehmte "A…karte" gezogen, denn diese scheinen vom eigentlichen Weihnachtsmarktgeschehen doch relativ abgeschottet zu sein.
Der Standort von "Stueker`s Bratwursthuette" wurde positiv veraendert und "Roggi`s" Gluehweinstand gleich daneben platziert. Zwei traditionelle Zugpferde auf einem Fleck. Waere es nicht vielleicht fuer den gesamten Markt besser gewesen, diese weiter auseinander zu platzieren?
Die Beleuchtung insgesamt ist gelungener, der vielseits geruehmte Adventskranz geht bei fehlendem Tageslicht aber doch unter. Da fallen der beleuchtete Schlitten auf dem "Stueker"-Dach und Roggi`s dampfender Riesen-Gluehweinbecher (ebenfalls als Dachschmuck angebracht) schon eher auf…

Ein Highlight ist die "Weihnachtslounge"-Huette vor der Martin-Luther-Kirche. Dort kann man es sich innen "so 'Starbucks'-maessig" gemuetlich machen oder vor der Front-Bar am Stehtisch eine gelungene und zudem flambierte "Feuerzangenbowle" fuer 2 Euro das Stueck trinken. Es darf allerdings nicht unerwaehnt bleiben, dass das Pfand fuer eine Feuerzangenbowlen-"Schnabeltasse" mit satten drei Euro zu Buche schlaegt, so dass derjenige, der ggf. eine Runde ausgeben moechte und vorlegen muss, leider erstmal gewaltig ins Portemonnaie greifen muss (wer z.B. 3 Bowlen bestellt, muss satte 15€ vorstrecken… das sind ca. 30 DM!!! Sorry, aber in solchen Situationen kommt unsereins noch immer nicht umhin, den Vergleich zur guten, alten D-Mark zu ziehen…).
Zwischen diesen "Highlights" gibt es mehrere, kleinere Huettchen, die Amphoren, Kerzen, Weihnachtsschmuck und anderes anbieten. Die Frage "Wie koennen die ueberhaupt ueberleben?" hoerte man beim Bummel oefters…
Die Gemuetlichkeit der einschlaegig-bekannten (ueberregionalen) Weihnachtsmaerkte kann und wird der Guetersloher Weihnachtsmarkt nie (!) erreichen und nach wie vor bin ich der Meinung, dass der Kolbeplatz eine bessere Location dafuer waere, denn dort waere der Markt von zwar nicht unbedingt besonderen, aber immerhin vorhandenen Haeuserfassaden enger umgeben… Eine ueber die gesamte Zeit vorhandene Erweiterung rund um die Martin-Luther-Kirche koennte die Attraktivitaet des bisherigen Standortes ebenfalls heben… Naja. Aber wir wollen nicht zuviel verlangen. Zumindest wurde ETWAS nachgedacht und insgesamt macht alles einen besseren Eindruck, insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr. Alles ist relativ…
Eines ist aber trotz aller positiven Bemuehungen mal wieder Guetersloh-typisch belustigend: Ein einheitliches Papiermanteldesign fuer die Muelltonnen soll fuer eine Art "Corporate Identity" in punkto Wiedererkennungswert (in Verbindung mit Abfallentsorgung?) dienen. Hallooooo…???? Das Geld hierfuer haette an anderer Stelle sicher deutlichst gewinnbringender angelegt werden koennen. Und das ist nicht unbedingt in materieller bzw. finanzieller Hinsicht gemeint…



So ist er, der Otto. Immer wieder fuer eine witzige Ueberraschung gut und das satte 35 Jahre nach dem Erscheinen seiner ersten Solo-Langspielplatte. Demzufolge ist der Name der gegenwaertigen Tournee, "Das Original", absolut stimmig. Am Mittwoch, dem 8.10.2008 stand die bis auf den letzten Platz prallgefuellte Stadthalle in Guetersloh kopf. Zwei Nettostunden plus X huepfte, parodierte, sang, zitierte, variierte, agierte und wirbelte der selbsternannte "ostfriesische Goetterbote" mit einem atemberaubenden Tempo ueber die Buehne. Das Publikum feierte begeistert mit und blieb, wenn man nicht gerade in der ersten oder zweiten Reihe sass, trocken, denn Otto sprach das ein- oder andere Mal doch absichtlich und sprichwoertlich "fliessend Deutsch".
Otto ist selbstironisch und sich auch nicht zu schade, einige Genre-Kollegen stilecht zu parodieren. Mario Barth, Ruediger Hoffmann und Atze Schroeder kommen ebenso zu Ehren wie Thomas Gottschalk, Xavier Naidoo oder Udo Lindenberg. Das macht Spass und zeigt seine nach wie vor ungebremste Vielseitigkeit. Als dann im letzten Drittel der Show "Auf dem Heimweg wird`s hell" ("Highway To Hell") im dichten Buehnennebel mit Inbrunst vorgetragen wird, gibt Otto seiner Stimme den letzten Gnadenschuss, denn spaeter im Backstage-Bereich wird nicht mehr viel von ihr uebrig sein. Sichtbar abgekaempft kommt er nach der Show noch in den Aufenthaltsraum und verkuendet unter anderem, dass er noch fast zwei weitere Tage in Guetersloh bleiben wird. Also Zeit genug zum Ausspannen und zum Erkunden der hiesigen Gegend. Und beide Optionen wurden auch genutzt, wie er mir einen Tag spaeter in einem zwar leider nur sehr kurzen, aber netten Podcast-Gespraech erzaehlte. Die Zeit draengte an diesem Donnerstagabend, denn der neue Atze-Schroeder-Film hatte Premiere und dafuer wollten Otto und seine Crew natuerlich den freien Abend gerne opfern. Es sei ihnen herzlichst gegoennt.

