…zumindest dann, wenn man den aktuellen Reichweitenforschungen Glauben schenkt. Demnach bewegen sich die oeffentlich-rechtlichen WDR-Sender in den hiesigen Breitengraden so um die 20 Prozent (WDR2 und 1Live) Einschaltquote, waehrend WDR4 ca. zehn Prozent seiner Hoererschaft verloren hat und damit "nur" noch knapp 900.000 Menschen erreicht. Die restlichen Kultursender (WDR3, WDR5 und DLF) liegen im einstelligen Prozentbereich. Unter den "privaten" Sendern koennen Radio Westfalica, Radio Bielefeld, Radio Hochstift und auch Radio Guetersloh die hoechsten Neuhoererzahlen vorweisen. Ausschlaggebender Faktor dafuer sei die "lokale Naehe zu den Menschen", hiess es in der Lokalpresse. Weiterlesen: RadioGuetersloh.de
Rocker haben lange Haare. Dieses Klischeebild stimmt zumindest bei den "Four Roses" aus Leipzig. Die Band ist schonmal in Guetersloh aufgetreten, unter anderem in der Weberei und im "Bermpohl". Heute gastierten sie im hiesigen "Mohns Park" im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Guetersloher Sommer". Bei bestem Wetter gab es handwerklich einwandfreie Kost auf die Ohren, deren Bandbreite sich von VayaConDios und BoneyM (in Hardcore-Versionen) bis hin zu Pink Floyd, U2, U.F.O. und Deep Purple erstreckte. Auch einen Song aus ihrer Heimat gaben sie gerne und als sehr lange Version zum Besten: "Am Fenster" von "City". Grandios. Die vier fleissigen Jungs gaben sich die allergroesste Muehe und die Leute blieben dankbar bei der Stange. Das war mit gewaltigem Abstand das bisher beste Konzert, welches zumindest in diesem Jahr im Mohns Park stattgefunden hat. Hinterher gab es auch noch nette Gespraeche mit den sehr zugaenglichen Bandmitgliedern. Leider hatte ich weder eine richtige Kamera noch ein Mikrophon dabei, denn allein die Story ueber das "Vorspielen vor einem Gremium" zu DDR-Zeiten waere schon einen Podcast wert gewesen :). Die CD von ihnen gab es fuer gerne investierte 10 Euro in einer netten Filmdosenverpackung. Daraus werde ich bestimmt bald etwas in der Radiosendung spielen. Am 22.Dezember kommen sie wieder – ins Bermpohl!
http://www.fourroses.de
Es ist interessant. Da ist man an vielen Wochenende ueber das Jahr verteilt eingeladen oder nicht zuhause. Trotzdem ergibt es sich irgendwie immer, dass man auf der jaehrlichen "Langen Nacht der Kunst" in Guetersloh landet. Meistens schlicht und ergreifend deswegen, weil man nichts Besseres zu tun hat :)
Und in jedem Jahr manifestiert sich derselbe Grundgedanke: "Es ist schon erstaunlich, in was manche Leute, Kuenstler und Behoerden viel Geld und Arbeit investieren". Aus der einen Ausstellung gehen die Leute kopfschuettelnd wieder heraus, weil sie keinen mentalen Zugang zu dem Gezeigten herstellen koennen. Andere (aber -subjektiv gefuehlt- eher wenigere) Dinge scheinen wiederum auf Zustimmung zu stossen.
Fakt ist, im positiven Sinne, dass sich die Leute an diesem Abend mal mit Dingen befassen, die sie sonst nicht oder nur wenig beachten. In Guetersloh gab es also wie in jedem Jahr in und an einschlaegigen Anlaufstellen (wie z.B. der Stadtbibliothek, der Weberei, der Apostelkirche, dem Veerhoffhaus, dem "HVP" und dem "Bambi"-Kino) Ausstellungen, Filmvorfuehrungen, Vernissagen, Konzerte etc. Teilweise irgendwie "schraeg", teilweise zumindest ansatzweise gelungen. Meine Welt ist das nicht unbedingt, ehrlich gesagt…
Da ich mehr oder weniger zufaellig da "reingerasselt" bin, hatte ich auch keine Kamera und keinen Audiorecorder dabei, um etwas zu dokumentieren. Aber, andere Leutinnen und Leute waren bestens ausgeruestet, wie hier und hier zu sehen :)
Links:
LangeNachtDerKunst.de
Das Veerhoffhaus (Das Geburtshaus meiner Mutter :) )
Die Stadtbibliothek
Das "Bambi"-Kino
Die Apostelkirche
…and we wanted him :) "Chicago" Mike Beck aus den USA gab mal wieder ein legendaeres Gastspiel im "Patrick`s". Dieser Mensch ist wirklich ein Arbeitstier. Den Auftritt habe ich diesmal komplett mitgeschnitten und die reine Netto-Musik-Spielzeit betraegt ueber vier (!) Stunden. Unglaublich.
Mike traegt Sandalen, schwitzt und ackert und himmelt an diesem Abend zwei Saiten seiner Gitarre. Was unueblich ist, wie er anschliessend erzaehlt. Er spielt eigene Songs und ansonsten viele Klassiker, die Bandbreite ist enorm. Neil Young, Don McLean, Pink Floyd, die Doobie Brothers und sogar Monty Python kommen zu Ehren.
Manchmal springt er von der Buehne und animiert die Leute zum Mitsingen, obwohl diese schon laengst lauthals dabei sind :)
Interessant ist eine neue Technik, die er sich angeeignet hat und die er mittlerweile sehr gut beherrscht: Der Einsatz eines hochwertigen Samplers per Fusstaste. Mit seiner akustischen Gitarre spielt er spontan einen ziemlich praezisen Riff und nimmt ihn auf. Die Aufnahme mischt sich dann irgendwann ebenfalls per Fusstritt unter sein Live-Gitarrenspiel und dann sieht man ihn, wie er eine Mundharmonika spielt und sich selbst begleitet. Zusaetzlich kann er den Klang seiner Gitarre taeuschend echt wirkend so veraendern, dass sie sich wie eine E-Gitarre anhoert. Mike ist also ein richtiges Solo-Gitarrenduo :) Als ihm die Saite riss, reparierte er die Gitarre mitten im Lied auf der Buehne und sang den Song zu seiner kurz zuvor aufgenommenen Sequenz zuende. Das war irgendwie lustig anzusehen…. ….und gekonnt!
Ebenfalls erwaehnenswert ist das Bose-Soundsystem, welches er verwendet. Ein Spitzenklang, der aus einer einzigen und sehr schmalen Lautsprechersaeule kommt, in deren Fuss ein Verstaerker eingebaut ist. Mehr braucht es nicht. Aber es klingt besser als so manche "herkoemmliche" Anlage…
Mike kommt wieder, in diesem Jahr noch. Fuer Freunde der Bluegrass-Rock-Musik ein echtes Highlight. Demnaechst auch im NormCast… http://mikebeck.us