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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Revolverhelden bei der EM

4. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

Ueber Fussballsongs wurde hier unlaengst schon einmal etwas geschrieben, naemlich hier. Mittlerweile kristallisieren sich die kommenden EM-Hymnen deutlichst heraus und es sind sogar Kandidaten dabei, die von vornherein irgendwie nicht auf der Karte waren, wie zum Beispiel die Band "Revolverheld".

Blicken wir zurueck. Fussball-WM 2006. Der Soundtrack zum damaligen "Sommermaerchen" hatte sich im Grunde genommen noch relativ zufaellig ergeben, denn Herbert Groenemeyer`s "Zeit, dass sich was dreht" war beispielsweise NICHT der erhoffte Mega-Hit der WM geworden. Eher schallten Olli Pocher und die Sportfreunde Stiller in den Stadien und auf den Fanmeilen. Pocher`s Rezept war klar: Eine Mitgroehlhymne musste es sein und die Rechnung ging auf. Groenemeyer`s Song war zu komplex fuer das bierselige Feierpublikum und an dieser Stelle wuchs auf fast schon natuerliche Weise eine authentische, alles ueberstrahlende Hymne heran:
Der Song der Sportfreunde Stiller.

Ein wirklich lesenswerter Abriss ueber den vergangenen und derzeitigen Werdegang findet sich in der "Zeit" wieder. Da heisst es: "Schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wiegten sich die Fans im Takt der Pophymnen. Aber damals zeigte sich auch, wie unberechenbar der musikalische Erfolg während solcher Massenveranstaltungen ist. (…) Grönemeyer schrammte am Hit vorbei, die Sportfreunde Stiller hingegen machten alles richtig. Das Münchner Trio verband in "54, 74, 90, 2006" einen humorvollen Text mit einem stadiontauglichen Refrain und einem entspannten Musikvideo. Ihr ironischer Umgang mit dem Mythos WM machte das Stück selbst Fußball-Muffeln akzeptabel. Entscheidend für den Erfolg des Songs war aber die Glaubwürdigkeit der Interpreten. Die Sportfreunde Stiller gelten als Fußballfanatiker, ihre Meinung zum sportlichen Geschehen wird geschätzt. (…) Während der WM-Hit der Sportfreunde auf Grillpartys und in Szenebars lief, bediente Oliver Pochers "Schwarz und Weiß" die Großraumdiscos und Fan-Meilen. (…) "Der Weg" von Xavier Naidoo war ein anderer. Der Erfolg kam von innen, aus der Mannschaftskabine. Der deutsche Nationalspieler Gerald Asamoah hatte das Lied solange über die Stereoanlage abspielen lassen, bis selbst Masseure und Zeugwarte den Text verinnerlicht hatten. Jürgen Klinsmann betete Durchhalteparolen herunter und Naidoo sang seine pathetische Soul-Ballade dazu. Ein Lied, das auf jeden Kirchentag gepasst hätte, wurde in der schicksalhaften Alles-oder-nichts-Situation zum Bekenntnisschwur zwischen Publikum und Mannschaft. Diese Musik hatte das Team erwählt. Oder war es umgekehrt?
Der Sommerhit der WM 2006 stammte von dem französischen House-Produzenten Bob Sinclair. Wie kein anderes Lied fing der mediterrane Ohrwurm "Love Generation" die ausgelassene Partystimmung ein. Der Song wurde nach jedem Tor eingespielt. Insgesamt dröhnte "Love Generation" 147 Mal aus den Stadionlautsprechern. Weghören unmöglich. Auch so werden Hits gemacht.(…)"

Nun, das ist Geschichte. Anlaesslich der kommenden EM wirkt jetzt alles etwas verkrampft, so nach dem Motto "Wring` den Hit". Und es scheint auch, als ob da niemand wirklich etwas anbrennen lassen will. Nochmal die "Zeit": "In diesem Jahr wollte der DFB nichts dem Zufall überlassen. Ein EM-Hit ohne den Segen des Verbands? Das durfte nicht schon wieder passieren. So kamen Revolverheld ins Spiel. (…)" Der Song "Helden 08" wirkt kuenstlich, ein "Na-Na-Na-Na-Na" nimmt man der Band irgendwie (noch) nicht so richtig ab. Auch beim Betrachten des zugehoerigen Videos hat man noch immer die Sportfreunde zumindest im Hinterkopf praesent und kommt dann schnell zu dem weiter oben schon erwaehnten Schluss, dass diese irgendwie authentischer waren. "Leider klingt "Helden 08″ wie ein fades Stimmungslied zum Kickerturnier eines Dorfvereins. Pflichtgemäß werden die üblichen Reizwörter »Geschichte«, »Helden« und »Wunder« aufgesagt. Dazu schrammelt es recht bieder, von Ironie keine Spur. (…) Was sich bei den Sportfreunden Stiller noch unverkrampft und spontan anhörte, ist hier ganz offensichtlich ein Marketingtrick."

Bingo! Aber, bevor jetzt hier der ganze "Zeit"-Text rezitiert wird (weil er wirklich so trefflich formuliert ist), kommt hier nun besser der Verweis dorthin, zum froehlichen Selberlesen: Link zum dreiteiligen "Zeit"-Artikel

Vielleicht werden diese musikalischen Broetchen derzeit auch ein wenig zu schnell gebacken, denn man darf eines nicht vergessen: Die Erfolgsqoute Deutschlands bei einer EM ist derzeit deutlichst schlechter als wie bei den Weltmeisterschaften, denn seit mittlerweile zwoelf Jahren hat die deutsche Nationalelf kein einziges Spiel mehr innerhalb einer Europameisterschaft gewonnen. Sollte diese Serie anhalten, dann waere es in fussballmusikalischer Hinsicht sicherlich ganz schnell vorbei mit Olli Pocher und den Revolverhelden…

Link: Das Video zu "Helden 2008" bei YouTube

KategorienDiverses, Musik

Kajagoogoo Gratis

28. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet

"Too shy shy, Hush hush, eye to eye…" So toente Limahl in den 80ern auf dem ersten Kajagoogoo-Album "White Feathers". Das Ganze wurde ein Riesen-Welthit, den man auch heute noch ab und zu im Radio hoert und der auf kaum einer "Best of 80er"-Compilation fehlt.

Es folgten weitere, nicht ganz so grosse Hits mit "Hang On Now" oder spaeter -nach dem Ausstieg Limahls- auch "Big Apple". Limahl hatte seinen groessten Solo-Hit unter der Fittiche von niemand Geringerem als Giorgio Moroder mit "The Neverending Story". Danach wurde es still, die aus "Kajagoogoo" entsprungene "Rest-Band" "Kaja" loeste sich auf und Limahl verschwand ebenfalls in der Versenkung. Irgendwann tauchte er mal im hiesigen TV bei einer dieser "ultimativen Chartshows" wieder auf und sah sichtlich gealtert aus…

Die Band hat sich mittlerweile wieder zusammengefunden und ein neues Album namens "Gone To The Moon" veroeffentlicht. Das Interessante daran: Das komplette Album gibt es als kostenlosen MP3-Download ueber ihre Webseite www.kajagoogoo.com. Zwar sind es nur 128kbps-Dateien, aber immerhin…

Gehoert habe ich es noch nicht und ehrlich gesagt erwarte ich auch nicht viel, aber vielleicht ist es ja doch fuer eine Ueberraschung gut. "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" und wenn`s nichts taugt, dann wird halt gepflegt die [DEL]-Taste betaetigt :-)

Hier der direkte Download-Link:
http://kajagoogoo.com/multimedia/downloads/moon.zip

Dank an Guido fuer den Hinweis!

KategorienMusik

BRINGS – Live und Open Air

24. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet

Aufgefallen ist mir die koelner Mundart-Truppe bereits Anfang der 90er Jahre. Damals gab es eine Hit-Single mit dem Namen "Nur Mer Zwei", die auch heute noch das hiesige 45er-Vinyl-Regal bewohnt. Machten "Brings" in den 90er-Jahren noch verstaerkt erdige Rockmusik mit teilweise entsprechenden Texten, verlagerte sich ihr Musikstil mit der Zeit immer mal wieder etwas weiter in Richtung "Karneval und Stimmung". Damit feierten sie spaeter groessere Erfolge und wurden noch bekannter. Die koelner Musikszene ist ziemlich bunt gemischt und Brings schwimmen heutzutage irgendwo zwischen den Höhnern, Bläck Fööss und BAP, obwohl Letztere eine Klasse fuer sich sind und sicherlich bleiben werden. Die Guetersloher mochten diese irgendwie Brings-eigene Mischung aus Rock, Folk- und Partysongs ganz gerne. Sympathisch und mit musikalischem Koennen spielte die Band am 23.05.2008 mitten in der City und das kam gut an, "auch wenn man das nicht jeden Tag haben muss", wie eine hiesige Floskel sagt :)

Links:
Brings-Homepage / Wikipedia ueber Brings / "High Quality"-Video bei YouTube

KategorienLokales, Musik, Videos

Schiller – Live in Muenster

20. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet

Schiller ist der Name eines der angesagtesten Musikprojekte aus deutschen Landen. Kopf und Gruender des Ganzen ist Christopher Von Deylen, der anlaesslich der Live-Tourneen immer eine hochwertige Band um sich vereinigt und zudem mit einigen Gastsaengerinnen und -interpreten aufwartet. Seine Musik ist elektronisch mit mittlerweile vielen Rock- und Trance-Elementen sowie einer gehoerigen Portion Lyrik. Auf den Studio-CDs werden die Sprachpassagen immer wieder von oftmals prominenten, sehr markanten Stimmen vertont. Hoerspielfreunde werden sicherlich die Stimmen von Oliver Rohrbeck oder Hans Paetsch im Schlaf erkennen. Generell arbeitet "Schiller" anscheinend gerne mit bekannten Leuten zusammen. Thomas D., Mike Oldfield, Xavier Naidoo, Sarah Brightman und Ben Becker waren unter anderem schon dabei. Die amerikanische Saengerin Kim Sanders leiht der aktuellen Single "Let Me Love You" ihre Stimme und Jaël, Frontfrau der schweizer Formation "Lunik" sowie Jette Von Roth sind ebenfalls auf dem aktuellen Longplayer "Sehnsucht" zu hoeren, der mittlerweile schon die Pole Position der deutschen Albumcharts erobert hatte.

Am 19.05.2008 gastierte das Projekt in der Halle Muensterland. Und man war echt erstaunt ob des grandiosen Sounds. Sehr aufwendig wurde ein Live-Surround-Mix realisiert, der kaum Wuensche offen liess. Obwohl zum Beispiel der Gitarrist Mickey Meinert links auf der Buehne stand, flogen seine virtuosen Soli teilweise von allen Seiten herein. Ein emsig arbeitender und springender Bassist und gleich zwei Schlagzeuger trugen zum satten Sound genauso bei wie der ebenfalls von den "GT smAll Stars" bekannte Christian Kretschmar und natuerlich der Meister selbst, Christopher Von Deylen, der waehrend der ganzen Show auf dem erhoehten Mittelpodest hinter seinem Equipment thronte und immer irgendwie aktiv war. Er ist wie gesagt der Ideengeber und er produzierte diese markanten Sounds und Samples, die mittlerweile aus vielen Erfolgs-Singles bekannt sind, auch in dieser Live-Umgebung mit grosser Praezision.

Seit zehn Jahren gibt es das Projekt nun schon. In dieser Zeit ist es zu einem anspruchs- und niveauvollen Studio- und Live-Event gereift und man fragt sich waehrend der geschaetzten zwei Stunden vor der Buehne, wo denn die Zeit geblieben ist. Selbst das auch diesmal von Kim Sanders mit Inbrunst vorgetragene "Dancing With Loneliness" ist mittlerweile schon wieder sieben Jahre alt…

Schiller`s Musik ist zeitlos und wirkt keineswegs altbacken. Im Gegenteil – alles ist ziemlich modern. Eine aufwendige Lightshow mit zwar oftmals selbstdarstellerischen aber dennoch stimmigen Videoeinspielungen rundet das homogene Gesamtbild ab. Das anfaenglich etwas zurueckhaltende Publikum (jaja… Westfalen… :)) geraet mit der Zeit ohne Wenn und Aber in den Bann der Show. Denn nicht zuletzt zeigt Kim Sanders wahre Entertainer-Qualitaeten und adressiert das Publikum ziemlich direkt, was "die anderen" eigentlich selten bis gar nicht tun. Trotzdem spuert man eine gewisse Spielfreude unter den Musikern und die spaerlichen Moderationen Von Deylens kommen trotzdem sehr sympathisch `rueber.

Hinterher waren wir noch im Backstage-Bereich. Zu einem Podcast-Interview mit dem Meister selbst hat es zwar leider nicht gereicht, aber es war trotzdem hochinteressant und alle Anwesenden waren aeusserst zuvorkommend. Christopher Von Deylen ist den Erzaehlungen seiner Mitstreiter zufolge ein absoluter Kenner vor allen Dingen der 80er/90er-Jahre-Musikszene und soll selbst kleinste Musikfetzen sofort zuordnen koennen. Er ist ein Jahr juenger als ich und daher entdeckte ich darin eine Gemeinsamkeit. Als ich dann erwaehnte, dass mir z.B. der eigentlich sehr versteckte Grace-Jones-Sample aus "Slave To The Rhythm" sehr wohl aufgefallen ist, war die Ueberraschung entsprechend gross :-)) Schiller`s Musik ist teilweise gespickt mit Fetzen und Referenzen von und an andere Musikstuecke und deren Macher. Man muss sie nur suchen – und finden. Trotz alledem hat er seinen ureigenen Stil gefunden und ist mit der Weiterentwicklung desselben mit Sicherheit noch lange nicht am Ende…

Fazit: Eine perfekt durchgezogene, satte Show, deren Musik live noch viel interessanter und wuchtiger klingt als wie auf "Konserve". Die Studio-CD ist aber trotzdem hoerenswert und hiermit sei die "Limited Super Deluxe Edition" davon empfohlen.

Hier ein selbstgeschossenes Video mit ein paar wenigen Ausschnitten vom Live-Abend in Muenster. Mehr gaben die alte Kamera und ihre Speicherkarte nicht her und aus urheberrechtlichen Gruenden wollte ich auch keine ganzen Songs filmen. Fuer die "volle Droehnung" sei hiermit auf die Tatsache verwiesen, dass eine offizielle DVD mit Live-Aufnahmen von der Tournee in Vorbereitung ist. Ausserdem gibt es viele YouTube-Videos und TV-Mitschnitte auf der Schiller-Homepage zu sehen.

Links:
Schiller – offizielle Homepage
Wikipedia ueber Christopher von Deylen
Wikipedia ueber das Musikprojekt Schiller
Schiller bei MySpace
Schiller – Fanseite
Sehnsucht – Limited Super Deluxe Edition bei Amazon.de
Kim Sanders
Mickey Meinert
Lunik
Halle Muensterland

KategorienMusik, Videos

Embraceable You

26. April 2008 Kommentare ausgeschaltet

Ein richtiger Frank-Sinatra-Klassiker! Roger Clarke-Johnson aus Guetersloh und seine Ex-Ehefrau Christine Eckert verstehen sich auch heute noch sehr gut – und so ab und zu musizieren sie auch noch zusammen. Dieses hier ist ein kleiner Mitschnitt fuer Roger`s MySpace-Praesenz. Insgesamt gibt es drei, aber dieses ist der schoenste, denn man beachte Roger`s Huendin Gina, die sich passend zum Schluss ins Bild setzt ;)
Das Video wurde lediglich mit einer alten Sony W5 – Kamera aufgenommen und war eigentlich nur das erste Probevideo (was die zwei abschweifenden Schwenks erklaert). Der Ton kommt allerdings vom "Zoom H2", der dann nachtraeglich in das Video eingearbeitet wurde.

KategorienLokales, Musik, Videos