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Microsoft Virtual PC

21. Februar 2007

Man kennt das: Irgendeine neue Software soll getestet werden und der umsichtige PC-Anwender sichert vorher erstmal Betriebssystem und empfindliche Daten aus Angst vor einem eventuellen Datengau, den eine unbekannte Software verursachen koennte.

Die kommerzielle Software "VMware" war bisher eine nette Moeglichkeit, das Ganze zu umgehen bzw. einfacher zu haben, denn sie emuliert einen weiteren, virtuellen PC in einer bereits gestarteten (z.B. Windows-) Umgebung und es ist moeglich, ein weiteres, in diesen virtuellen PC hineininstalliertes Betriebssystem (z.B. Windows 2000 oder 98 / XP / Linux) zu starten und zu nutzen. Das eigentliche Haupt-System wird durch Veraenderungen des Sub-Systems nicht beeinflusst. Stuerzt das Sub-System ab, schliesst man die Anwendung einfach und startet es neu, aus dem laufenden Hauptsystem hinaus. Man kann sich also innerhalb einer Emulation nahezu ohne Ruecksicht auf Verluste richtig austoben. Tolle und praktische Sache.

Jetzt hat Microsoft seine eigene Softwareloesung "Virtual PC" als Freeware freigegeben, verschenkt es also. Waehrend VMware in der Endversion viel Geld kostet und installiert ca. 80MB verschlingt (ohne virtuelle Festplatten), gibt es "Virtual PC" also umsonst und kommt ungefaehr mit der Haelfte an Installationsvolumen aus. Ohnehin scheint "Virtual PC" weitaus weniger tiefgreifende Eingriffe in das Hauptsystem vorzunehmen, zum Beispiel werden keine im Hardwaremanager sichtbaren Netzwerkbruecken installiert.

Ist ein virtueller PC erstmal eingerichtet (das geht sehr einfach, man baut ihn quasi per Mausklicks zusammen und waehlt die "Hardware", die er haben soll, z.B. Soundkarte, CD-Rom etc), installiert man ihn genauso wie einen echten PC. Also Setup-CD `rein und den Anweisungen folgen. Bei "Virtual PC" dauerte die Installation des alten Windows98SE zwar ueber 20 Minuten, trotzdem lief es danach flott und es gab keine Hardwarekonflikte. Auch mussten keine weiteren Treiber fuer Grafik oder Sound installiert werden, es lief auf Anhieb. Die Sound-Synthese scheint besser zu sein als wie bei "VMware" und interessanterweise funktionierte auch das Netzwerk sofort, inklusive Internetverbindung. Bei der "VMware" muss das erst recht umstaendlich konfiguriert werden und erfordert auch etwas mehr Hintergrundwissen.

So gesehen schaffte es "Virtual PC", mir ein ueberraschtes "Donnerwetter!" als spontanen Kommentar zu entlocken.

Eine nette Sache ist die "Virtual PC Konsole", die immer einen kleinen Screenshot des gerade laufenden Systems darstellt. Hierueber kann man auch mehrere VPCs gleichzeitig starten.
Eine parallel gestartete VMware mit einem darin laufenden Windows XP lief problemlos mit und sowohl diese als auch das Haupt-System und das in Virtual-PC aktive Windows98 fanden sich jeweils untereinder auf Anhieb und problemlos im Netzwerk. Klasse!

Natuerlich musste das Ganze nach diesen erfolgversprechenden Tests noch auf die Spitze getrieben werden. Ein Windows XP wurde in den "Virtual PC" installiert. Auch das funktionierte vorbildlich-transparent und dauerte ungefaehr 25 Minuten. Hier spielt die "VMware" allerdings ihre Vorteile aus, denn die Performance von WinXP als Gastsystem ist unter "VMware" doch spuerbar besser, weil schneller. Aber auch unter "Virtual PC" laeuft es ganz ordentlich und mit einem staerkeren Hostsystem (also dem eigentlich vorhandenen, physikalischen Computer) waeren die Unterschiede wahrscheinlich nicht mehr so gross. Hier werkelt ein 3 Ghz Celeron mit 1 GB RAM und einem nForce-basierten Mainboard.

Fazit: Fuer eine Freeware: Respekt! Virtual PC von Microsoft ist ueberraschend-gut geworden. Die um einiges teurere "VMware" hat nach wie vor diverse Vorteile, die aber wahrscheinlich nur auf aus heutiger Sicht schwaecheren und/oder "normalen" Systemen zum Tragen kommen. VMware bremst das Hauptsystem aber weitaus weniger aus als wie Microsoft`s Alternative es leider doch tut. Wenn die evtl. kommende "Generation Vista" erstmal ihren Hardware-Hunger gestillt hat, gibt es wahrscheinlich auch fuer "Virtual PC" kein Halten mehr. Aber schon jetzt ist Letzteres eine erprobenswerte Alternative.

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