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Music and Lyrics

25. November 2007

Das ist der Originaltitel des Films "Mitten ins Herz – Ein Song fuer Dich" mit Hugh Grant und Drew Barrymore. "Oh mein Gott" hoere ich jetzt schon welche sagen "der nervt doch voellig"… Und in der Tat ist Hugh Grant nicht unumstritten. Die einen lieben ihn, andere moegen seine Grimassen, sein Gehabe und seinen Akzent nicht. Trotzdem: "Notting Hill" war beispielsweise ein liebenswerter Film, genauso wie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall". Eigentlich belanglose Komoedien, aber mit Stil und Witz gemacht.

"Music and Lyrics" reiht sich da ganz gut ein und besticht gleich am Anfang durch ein geniales Musikvideo der fiktiven Band "Pop", welches bewusst und fantastisch gelungen im 80er-Jahre-Stil gehalten ist. Das Lied "Pop goes my heart" passt gnadenlos-gut dazu. Der Film erzaehlt die Geschichte eines ehemaligen Popstars, der in den Achtzigern eine Reihe von Hits gehabt hat und dessen Karriere nach der Trennung dieser Synthie-Pop-Band bergab fuehrte. In der Gegenwart angekommen, erhaelt er vom jetzt angesagten (fiktiven) Star (einer konstruierten Mischung aus Britney Spears, Madonna und Christina Aguilera) den Auftrag, einen Song fuer sie zu schreiben. Durch Zufall trifft er Drew Barrymore, die sich als gute Lyrikerin erweist und den entsprechenden Text beisteuert. Bis zum grossen Finale des Films gilt es einige Huerden zu ueberwinden und letztendlich finden sie sich doch. So weit – so trivial.

Was den Film ausmacht sind die vielen Anspielungen auf die 80er Jahre, auf den Lebensstil, den die "Ueberlebenden" dieser Zeit heute so pflegen, auf viele Dinge, die man sofort auf andere (vergangene und aktuelle) Stars und Vorkommnisse uebertragen kann. Die Dialoge sind alles andere als "platt" und die Musik wirklich gelungen. Vom George-Michael-Verschnittsong bis zum "Slam" ist alles dabei. Ausser richtigem Gitarrenrock. Aber der haette hier eh nicht hineingepasst…

Man ist erstaunt ueber die -sollten sie denn nicht "technisch beschoenigt" worden sein- musikalischen Faehigkeiten des Herrn Grant, der in seiner Rolle absolut glaubwuerdig herueberkommt, auf seine Art…

Die deutsche Synchronfassung bietet allerdings wieder das, was im Grunde genommen ziemlich daneben ist: Auf Deutsch nachgesungene Textpassagen. Unglaublich. Gluecklicherweise passierte das anscheinend nur in kurzen Sequenzen (zum Beispiel in einer Szene, in der komponiert wird) und nicht bei den letztendlichen Songs. Trotzdem haetten hier die Originalstimmen in Verbindung mit Untertiteln dem Film gut getan. Gluecklicherweise hat die DVD auch die englische Tonspur zu bieten, wovon dann gleich nach der ersten deutschen Gesangsszene auch Gebrauch gemacht wurde :)

Ein kurzweiliger, liebenswerter Film, der die Welt nicht veraendern kann und auch nicht will. Ohne hochtrabendem Anspruch, einfach nur unkompliziert abgespult und dabei voller Witz und mit Sicherheit nicht nur fuer Retro-Fans interessant. Der Film ist kein ultimatives Muss fuer das Kino, aber fuer einen der kommenden Winterabende im heimischen Wohnzimmer voellig in Ordnung…

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