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Schlag den HaMa

13. September 2009

"HaMa" ist die am gestrigen Samstagabend haeufig bei Twitter verwendete Kurzform des Namens "Hans-Martin". Der wiederum gehoert einem jungen Mann, der an diesem Abend innerhalb der erfolgreichen Fernsehsendung "Schlag den Raab" anfaenglich vom Publikum ausgewaehlt wurde, um gegen Stefan Raab anzutreten. Es sollte es bereuen… …oder doch nicht?

Das, was sich da auf dem Bildschirm abspielte, war in mehrerer Hinsicht beispiellos. Der 24-jaehrige, sportliche Kandidat mit einer Vorliebe fuer Traubenzucker brachte es innerhalb kuerzester Zeit zustande, nahezu das gesamte Hallenpublikum gegen sich aufzubringen. Markige Sprueche, Selbstbeweihraeucherungen und andere, merkwuerdige Verbalattacken liessen schnell darauf schliessen, dass Hans-Martin zumindest ein -vorsichtig ausgedrueckt- gesundes Selbstbewusstsein hat. Am Ende gewann er gegen Stefan Raab im "Muenzenschnipsen" und trug somit 500.000 Euro Preisgeld mit heim. Zugegeben, er hat gut gekaempft, das kann man ihm nicht absprechen. Aber, wie heisst es doch so schoen: "Der Ton macht die Musik". Und Hans-Martin traf leider zum Unmut der Zuschauer gerne mal den falschen Ton. Stefan Raab selbst sagte, dass er generell ungern verlieren wuerde, "aber heute ganz besonders", worauf Hans-Martin flapsig erwiderte, dass er hergekommen sei, um das Geld zu gewinnen und nicht, um Raab’s Freund zu werden. Auch eine Einstellung…

Viel interessanter als das Geschehen auf dem Bildschirm war aber die grosse Anteilnahme, die via "Twitter" zu verzeichnen war. Innerhalb kuerzester Zeit schaukelte sich das Treiben dort hoch, die schriftlichen Attacken gegen "HassMartin", wie er dort schon nach wenigen Minuten Sendezeit genannt wurde, haeuften sich und nahezu ausnahmslos jeder, der einen "Tweet" mit dem "Hashtag" "#sdr" beendete (was fuer ein Kauderwelsch, gell? :)), war pro Raab und contra "HaMa".

Sollte Hans-Martin sich diese Twitter-Historie irgendwann einmal durchlesen, braeuchte er mit Sicherheit jedes Quentchen seines Selbstbewusstseins und seines IQs, den er in der Sendung selbst mit "143" angab. Die Twitter-Kommentare waren emotional, spontan und meistenteils nicht nett (was noch harmlos ausgedrueckt ist). Aber sie zeigen, wie schnell dieses Medium ist und wie schnell etwas in den siebten Himmel gehoben und/oder verrissen werden kann. "Brot und Spiele"…

So gesehen moechte man jetzt nicht unbedingt in Hans-Martin’s Haut stecken, aber der wird sich aufgrund seines Gewinns sicher denken, dass 500.000 Euro doch ein gutes "Schmerzensgeld" sind. Und unter dem Strich hat die Sendung bestens unterhalten, denn spannend war es sprichwoertlich bis zuletzt. "Schlag den Raab" ist zwar viel zu werbelastig, aber konzeptionell sicherlich eines der derzeit interessantesten Show-Formate im deutschen Fernsehen…

Update:
Beim "virtuellen Sonntagmorgenspaziergang" fanden sich weitere Beitraege zum Thema z.B. hier:
Artikel bei Welt Online / Blogeintrag bei Scherzinfarkt.net / Artikel bei RP-Online

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