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Tod auf Sendung

27. Oktober 2008

Fernsehen hatte frueher den Hauch des Unerreichbaren. Heutzutage ist es anscheinend recht einfach, einen Fernsehkanal ins Leben zu rufen, auch dann, wenn dessen Inhalt sich ausschliesslich um den Tod drehen soll…

Eine Zap-Orgie auf dem digitalen Astra-Satelliten laesst viele Abgruende und Exoten zutage kommen. Neben unzaehligen und gleichzeitig unsaeglichen Shoppingsendern sowie Astro-Kanaelen mit wahrlich oftmals schraegen Voegeln hinterm Schreibtisch bzw. vor der Kamera, locken beaengstigend-beschwoerende Bibelsender, das "deutsche Gesundheitsfernsehen", "Tier TV", "XXhome" und sogar "Sexy Sat". In diese Reihe der teilweise fragwuerdigen Spartenkanaele gesellt sich bald der neue "Trauersender" ETOS TV.

"Die Macher planen ein seriöses Programm rund ums Sterben. Natürlich soll dabei auch die Kasse klingeln. (…) Über den Satelliten Astra und das Internet soll Etos TV etwa Dokumentationen über schöne Friedhöfe senden und über Bestattungsvorsorge informieren. Trauernde können persönliche Nachrufe in Auftrag geben, die dann als kurze Filme gezeigt werden. Ein bis drei Stunden will der in brandenburgischen Glienicke ansässige Kanal pro Tag senden und sein Programm dann in der Schleife wiederholen. (…) Ein Verkaufskanal für Särge soll Etos TV jedoch nicht sein. (…) Mittelfristig soll der Sender sich und seine acht Mitarbeiter vor allem durch die Nachrufe finanzieren. Für 2000 Euro plus Mehrwertsteuer können Trauernde Fotos des Verstorbenen samt einer kleinen Ansprache einreichen. Der Sender kombiniert die Bilder mit stimmungsvoller Musik und Landschaftsbildern und lässt den Text von einem Profi sprechen – fertig ist der Multimedia-Grabstein." (Quelle: Focus.de)

Fernsehen, das die Welt nicht braucht? Moeglich. Ob die Zwischen- bzw. Nachwelt etwas damit anfangen kann, das werden wohl nur die "Stars" der Sendungen erfahren, die Verblichenen…

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