Die mit der Fahne wedeln…

17. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

…und laut hupend durch die Innenstadt brausen. Immer wieder. Im Kreis. Friedrich-Ebert-Strasse, rechts ab am Bahnhof vorbei und ab Stohlmannplatz durch die Eickhoffstrasse, wieder rechts ab Richtung Ausgangspunkt und das Ganze dann mehrere Male… Da wurde nach dem gestrigen 1:0-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Oesterreich wahrlich viel gehupt, gejubelt und geschrien. Ueber die spielerische Leistung der deutschen Elf huellen wir mal den Mantel des Schweigens, denn mit der Strategie koennen und werden sie gegen Portugal am Donnerstag nicht bestehen. Abwarten und das Beste hoffen ist angesagt…
Zurueck zu den Fans. Sicherlich sind die meisten Leute, die da in den toenenden Autoschlangen sitzen, in erster Linie hocherfreut ueber den positiven Ausgang der entsprechenden Spiele. Andererseits draengt sich mittlerweile aber auch der Eindruck auf, dass viele der Mitmachenden das nur tun, um sich und vor allen Dingen ihr Auto passend in Szene zu setzen. Gestern konnte es wieder massenhaft an einer Ampelkreuzung beobachtet werden. Anfahren mit blockierten Hinterreifen, Kavalierstarts sowieso und ab und zu kleine Rennen waren nicht selten zu sehen. Ob das im Sinne der Sache ist? Egal. Hauptsache, wir sehen demnaechst wieder viele Leute, die sich freuen, auf den Strassen. Egal ob mit oder ohne Auto…

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Staedtische Willkuer

17. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

Bei einer oeffentlichen Veranstaltung muss der Autoverkehr natuerlich geregelt werden. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Man faehrt dem Tross hinterher und verlaesst sich auf die Einweiser, die einem letztendlich den Stellplatz zuweisen. So auch unlaengst bei der Landesgartenschau in Rietberg. Wenn man dann aber nach ein paar Stunden zum Auto zurueckkommt und ein "Knoellchen" daran vorfindet, welches letztendlich 35 Euro (!!!) Verwarngeld beinhaltet, dann darf man sich doch mal wundern. "Sie parkten auf einem Sonderparkplatz fuer Schwerbehinderte mit aussergewoehnlicher Gehbehinderung bzw. Blinde (…)".

Verwundert schaut man sich um und entdeckt tatsechlich geschaetzte zehn Stellplaetze weiter ein verhaeltnismaessig kleines Schild, welches den Behindertenparkplatz definiert, dies aber wahrlich nicht eindeutig tut, zumal es noch versetzt hinter der eigentlichen Parkreihe steht. Trotzdem, was bleibt, ist die Tatsache, dass ein Einweiser diesen Parkplatz zugewiesen hat und genau deswegen wurde das "Vergehen" so auch nicht eingesehen.

Ein paar Wochen spaeter trudelt dann auch das entsprechende, amtliche Schriftstueck ein. Es ist auch irgendwie Ironie, dass dieses mit einem Logo "Rietberg – sieben Mal sympathisch" versehen ist. Nun denn. Ein Anruf beim zustaendigen Sachbearbeiter, dessen direkte Telefon-Durchwahl immerhin auf dem Wisch vermerkt ist, laesst dann doch mit der Zeit den inneren Hut hochgehen. Soviel Ignoranz ist mir tatsaechlich selten begegnet. Hier der Dialog, verkuerzt-sinngemaess wiedergegeben…

(…)

"Sie haben ohne gueltigen Ausweis auf einem Behindertenparkplatz gestanden und allein das zaehlt. Wenn wir alle Einsprueche durchgehen liessen, dann haette jeder irgendwie eine Ausrede oder einen Zeugen zu bieten"

"Ja, aber ich bin doch eingewiesen worden…"

"Das tut nichts zur Sache. Der Belag, auf dem ihr Auto stand, haette ihnen schon auffallen muessen, der ist naemlich aus Sicherheitsgruenden extra-wasserbindend und hebt sich auch optisch vom Rest des Platzes ab"

"Ich bin kein Strassenbauer, aber ja, wasserbindend ist er, denn ich stand direkt neben einer grossen Pfuetze. Und ein Schild war dort nicht direkt einsehbar."

"Ja, das stimmt schon, dass die Schilder da etwas weitlaeufig verteilt sind, aber das schuetzt sie nicht vor den Auswirkungen ihres Falschparkens."

"MEINES Falschparkens? Ich wurde doch eingewiesen"

"Das tut nichts zur Sache."

"Nun denn, ich sehe schon, wir kommen da auf keinen gruenen Zweig. An wen kann ich mich denn wenden, wenn ich gegen diese Anschuldigung vorgehen moechte?

"Ich bin der zustaendige Sachbearbeiter…"

(…)

Also, was lernen wir daraus: Diese "zustaendigen Sachbearbeiter" haben anscheinend die Allmacht. Ihr Wort ist Gesetz. Und so vermitteln sie es wohl auch. Das kann`s doch nicht sein, oder? Gut, ich koennte jetzt dagegen klagen und die naechsthoehere Instanz bemuehen. Das wuerde aber noch mehr nervenaufreibenden Aerger und Beamtenmuff bedeuten und daher heisst es wohl diesmal "Zahlen und froehlich sein". So, wie es wohl taeglich hunderttausend andere Leute auch machen.

Rietberg – mir ab jetzt nur noch sechs Mal sympathisch…

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EM-Fehlplanung?

16. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

So, hier kommt das erste richtige Posting zum Thema Fussball-Europameisterschaft 2008 auf dieser Seite. Lang hat`s gedauert…

Die Vorrunde ist fast vorbei und anscheinend haben sich die Veranstalter gedacht, dass es dann vielleicht wohl "nicht mehr so schlimm" ist, wenn zwei Spiele parallel laufen. Bis dato fand das erste Gruppenspiel des Tages immer zwischen 18 und 20 Uhr statt, waehrend das zweite Spiel um 20:45 Uhr angepfiffen wurde. Das war wunderbar, denn zum einen konnten beide Spiele gesehen werden und zum anderen gab es dazwischen genuegend Zeit, um etwas zu essen zu machen oder noch schnell den Weg zu Bekannten oder in eine Kneipe zu absolvieren, ohne etwas zu verpassen.

Seit gestern laufen die restlichen Spiele aber zeitgleich ab 20:45 Uhr und gerade in punkto Fernsehuebertragungen ergibt sich daraus ein aergerliches Dilemma. Das "wichtigere" Hauptspiel wird entweder im ZDF oder in der ARD uebertragen, das zweite Spiel laeuft dann im zugehoerigen Digital-Spartenkanal, also entweder "ZDF-Info" oder "Eins-Festival".

Frueher liefen Dinge, die zwar nicht so wichtig waren, um sie im Ersten oder Zweiten zu bringen, die aber doch relevant genug waren, generell im Dritten. Das waere in diesem Fall auch besser, denn das koennten wenigstens die allermeisten GEZ-Zahler empfangen. Nur leider sind die Dritten mittlerweile ziemlich autonom und anscheinend nicht mehr so einfach zu koordinieren. Aergerlich ist aber, dass z.B. die analogen Kabel-TV-Zuschauer ausgesperrt werden, da die beiden Spartenkanaele dort zumindest hier im Raum Guetersloh nicht eingespeist werden. Wohl dem, der eine SAT-Schuessel (oder in diesem Fall ausnahmsweise DVB-T) hat, der konnte wenigstens fleissig hin- und herzappen, um den ruehrenden Abschied der schweizer Trainer-Ikone "Köbi" nach dem 2:0-Sieg der Schweiz gegen Portugal zu sehen…

Eine ganz schlimme Unart scheint aus Anlass der EM allerdings die oftmals niveaulose Stimmungsmache der Boulevardpresse zu sein. Man erinnere sich an die geschmacklose Fotomontage in einer polnischen Zeitung vor dem Spiel der deutschen Mannschaft gegen Polen, die Loew und Ballack quasi "gekoepft" auf der Titelseite zeigte. Das sich die Bild-Zeitung mit ihrer heutigen Schlagzeile "Auf WieNersehen, ihr Ösi-Würstchen" auf ein aehnlich-duemmliches "Niveau" begibt, ueberrascht zwar nicht wirklich, ist aber trotzdem erschreckend und – aergerlich.

Die britische Boulevardpresse ist ja auch immer ganz vorne mit dabei, wenn gegen die "Krauts" gehetzt werden darf und die oesterreichischen Medien werfen ebenfalls gerne mal mit dem Begriff "Piefke" um sich. Insbesondere das Wort "Krauts" finde ich verbannenswert und abstossend. Aber das, was sich diese volksverdummende Springer-Gazette da wieder erlaubt hat, geht sprichwoertlich "auf keine Kuhhaut". Sport ist Sport. Entweder man mag es oder nicht, aber die Weltprobleme und kulturelle Differenzen werden nicht auf dem Fussballplatz geloest (schade eigentlich…) und daher sollten solche verbalen Entgleisungen beleidigender Art von serioesen Zeitungen doch vermieden werden. Die BILD hat hiermit mal wieder bewiesen, dass sie mit Vorliebe an die niedersten Instinkte appeliert und ist von der Serioesitaet nach wie vor meilenweit entfernt…

KategorienDiverses, Medien

*guckstduhoerstdu* :)

14. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

SMS, AIM, ICQ, Twitter und Konsorten dienen zum schnellen Austausch kurzer Nachrichten auf elektronischem Wege. Da man sich dort oft kurz fassen muss, hat sich schnell eine Art "AbKüFi" (=> Abkuerzfimmel) etabliert, damit mehr "Worte" in das 140 Zeichen (+X) fassende Eingabefeld hineinpassen.

Viele Menschen uebertragen diese virtuellen Floskeln mittlerweile schon in ihren normalen, taeglichen Sprachgebrauch, sofern sie ueberhaupt aussprechlich sind *g* :-) <= ...und Zeichen wie diese "zieren" ihre sonstigen Kommentare sowie Briefe oftmals, dienen sie doch der schnellen "Beschreibung" des emotionalen Zustands und/oder zur Hervorhebung der Tatsache und/oder Absicht, dass es sich bei einem entsprechend gekennzeichneten Satz um Ironie handelt. Ein weiteres Stilmittel sind mittlerweile auch diese Kunstwortschoepfungen, wie zum beispielsweise im Titel dieses Beitrags verdeutlicht. Manchmal ist das ja ganz lustig und auch voellig in Ordnung (und natuerlich auch praktisch!), aber Netz ist Netz und das wahre Leben erfordert doch haeufig eine bewusste Trennung von Schein und Sein. Daher ist es gut und wichtig, wenn sich (vor allen Dingen junge!) Leute auch mal entsprechende Gedanken dazu machen und diese dann wiederum dort verbreiten, wo im uebertragenen Sinne deren Ursprung liegt - im Internet! Jasper schreibt ueber seinen "HDL-Song": "Ich freue mich sehr über die vielen positiven Rückmeldungen zum "HDL-Song" (…) und möchte hier noch einmal darauf hinweisen, dass ich mich auch mit diesen Liedern nicht zu ernst nehme. Ironie ist nicht immer leicht zu vermitteln, aber ein wichtiger Bestandteil meines Humors. Ich habe nichts gegen Spongebob oder nen Smiley in einer Email, es war mir einfach ein Bedürfnis, das mal anzusprechen und auch eine Diskussion in Gang zu bringen über die Chat-Sprache zum Beispiel." (Quelle: Jasper`s YouTube-Profil)

Ca. 34.000 Leute haben das folgende Video schon gesehen. Es ist aber eher Musik zum HinHOEREN und Mitlesen…

In diesem Sinne: H D G D L F I U E B A E D …vielleicht… :-)

Gefunden auf Weblog.Wanhoff.de

KategorienComputerkram, Musik, Videos

Trade Friendly Artists

11. Juni 2008 Kommentare ausgeschaltet

Das ist die Bezeichnung fuer Musiker bzw. Bands, die gegen Live-Aufnahmen ihrer Konzerte durch das Publikum nichts einzuwenden haben. Als vor ein paar Wochen "Fools Garden" hier in Guetersloh gespielt haben, hatte ich ihnen gegenueber vorher angekuendigt, dass ich meinen Zoom H2 mitbringen wollen wuerde. Zum einen, um ein Interview mit ihnen zu machen und zum anderen, um ggf. ein paar Live-Stimmungen fuer den Podcast und das Radio einzufangen. Das war fuer sie ueberhaupt kein Problem und so stellte ich das Teil zeitweise im Aufnahmemodus unter den Stuhl. Die Aufnahmen sind wirklich ueberraschend gut geworden und wuerden einem "guten" Bootleg in technischer Hinsicht sicherlich alle Ehre machen. Im Falle von "Fools Garden" war das aber eigentlich nicht notwendig, denn die haben waehrend ihrer "Best of Unplugged"-Tour sowieso selbst alles in toller Qualitaet mitgeschnitten und es hinterher auf ihrer Webseite zum Download angeboten…

Auch viele andere Bands und Kuenstler lassen solche Aufnahmen zu. Diese werden unter anderem auf der Webseite "Archive.org" in einer speziellen Sektion gesammelt und koennen problemlos heruntergeladen werden. Da ist vom klanglichen Telefonhoererniveau bis zur raeumlich-guten Mikrophonaufnahme alles dabei (siehe z.B. mein Beispiel: David Gray – Please forgive me). Manche Bands erlauben den interessierten Fans sogar das direkte Anschliessen ihres Aufnahmegeraetes an das Mastermischpult…

Generell ist die Webseite eine richtige Fundgrube, der man mit ein bisschen Geduld den ein- oder anderen, musikalischen Schatz entlocken kann. Pearl Jam, Jack Johnson, The Grateful Dead und andere, bekannte Leute sind dort vertreten, man muss sie nur finden :)

KategorienMusik