Wo die Misthaufen qualmen…

14. September 2014 Kommentare ausgeschaltet

…da gibt’s keine Palmen! Diese umwerfende Feststellung ist mittlerweile 30 Jahre alt und eine Textzeile aus dem Lied "Sauerland" von der Band ""Zoff". Wenn ein Radiosender wie WDR2 der Tatsache, dass ein Song (und nicht eine Band) einen runden Geburtstag feiert, einen laengeren Beitrag im Programm widmet, dann muss dieser auch eine bestimmte Bedeutung haben. Tatsaechlich ist "Sauerland" ein lokalpatriotisches, aber dennoch humorvolles Lied, welches ueberregional erfolgreich wurde und seitdem viele Variationen erfahren hat.

Doch, wie heisst es so schoen: Nichts geht ueber das Original. Was haben wir damals in den 80ern dazu gefeiert, getanzt und getrunken. Bezeichnenderweise erschien das Lied spaeter auch mal auf einem Sampler mit dem bezeichnenden Titel "Gröööhl!". Damals paarte sich der Song auf den Partys und Polterabenden aber mit anderen Rock-Songs, z.B. von den Toten Hosen, den Ärzten, Rodgau Monotones, Klaus Lage und anderen. Wir waren vom heutigen Ballermann-Einheitstakt noch meilenweit entfernt – und das war auch gut so…

KategorienMusik, Videos

Luecken in der Innenstadt

12. September 2014 Kommentare ausgeschaltet

via NW-News.de (Neue Westfaelische Zeitung):

(…) In Gütersloh seien aber auch die Discounter Schuld daran, dass weniger Kunden in der Innenstadt kaufen. (…) "Wer unter dem linken Arm ein Zalando- und unter dem rechten ein Amazon-Paket trägt, sollte nicht über Leerstände klagen." Anstatt neue DHL-Abholboxen in Gütersloh aufzustellen, sollten Stadt und Bürger heimische Händler unterstützen. (…) "Bürger möchten immer das inhabergeführte Fachgeschäft in der Seitenstraße haben" (…) "Sie lassen sich dort auch beraten, aber für große Umsätze sorgen sie dann lieber im Internet." (…)"

So. Hier wird also die boese Internet-Keule geschwungen und der Kunde/Kaeufer/Konsument fuer viele Leerstaende in der hiesigen Innenstadt zumindest mitverantwortlich gemacht. In Einzelfaellen mag das ja auch stimmen, aber grundsaetzlich haben die Innenstadtbereiche heutzutage viele hausgemachte Probleme, die den Kunden/Kaeufern/Konsumenten wiederum Probleme bereiten.

Kuerzlich erkundigte ich mich in zwei hiesigen Fachgeschaeften nach einem neuen Satz Druckerpatronen fuer einen 12 Jahre alten Drucker, der immernoch guten Dienst verrichtet. Die mir genannten Preise waren im Vergleich zum eBay-Onlinehaendler mehr als doppelt so hoch. Unterstuetzung der heimischen Wirtschaft? Gerne. Aber nicht zu jedem Preis.

Anderes Beispiel: Ein HiFi-Video-Fachhaendler aus Guetersloh. Hier bin ich schon seit Jahrzehnten Kunde, wurde immer gut bedient und habe die Artikel zu durchaus konkurrenzfaehigen Preisen bekommen, ohne zu handeln. Wenn hier der Flachfernseher 50 Euro mehr kostet als im Blödmarkt, dann wird natuerlich trotzdem beim Einzelhaendler gekauft – es hat sich bisher immer gelohnt. Also – geht doch!

Leider werden die Innenstaedte immer unattraktiver. Handylaeden, Backshops, Wettbueros, Mode-"Stores". Dazwischen wenig bis gar nichts, ausser den immergleichen Ketten, die mittlerweile in fast jeder Stadt Filialen betreiben. Das Individuelle stirbt aus, Innenstadtbereiche mutieren zu einheitlichen Konstrukten.

In Guetersloh herrscht zudem eine absolute Geilheit auf Parkgebuehren. Zwar gibt es lobenswerterweise mittlerweile einige Parkautomaten mit einer sogenannten "Broetchentaste", aber kostenfreie Parkplaetze gibt es ansonsten kaum und somit gehen viele Euros, die in Summe die Versandkosten der bequem nachhause gelieferten Online-Pakete uebersteigen, im Grunde genommen "fuer nichts" drauf. Findet man einen Parkplatz, ist die naechste Politesse nicht weit und wehe, man muss erst Geld wechseln, um ein Parkticket ziehen zu koennen… All das fuehrt zu Verdruss, es verscheucht viele Laeden auf die "gruene Wiese", wo die Kunden zumindest ordentlich parken koennen. Die Online-Kundschaft fuehlt sich bestaetigt, dass die Kombination aus Amazon-Mausklick und DHL-Paketdienst innerhalb von 24 Stunden eine stressfreie Alternative darstellt. Voellig zurecht!

Im nahegelegenen Buende geht man andere Wege. Es gibt grossflaechige, bequem zu erreichende, kostenfreie Parkplaetze in direkter Naehe der Fussgaengerzone. Man geht durch ein kleines "Pättken" und ist schon mitten in der Fussgaengerzone mit ihren kleinen und grossen Geschaeften. SO lockt man Kunden in die Innenstaedte…

Doch ein begrenztes Warenangebot aufgrund der mangelnden Geschaeftsvielfalt in den Innenstaedten ist eine zusaetzliche Huerde. Weiss ich denn, ob ich die gewuenschte CD oder das gewuenschte Buch in der "Mayerschen" auch tatsaechlich bekomme? Wenn diese es erst bestellen muss, kann ich es auch direkt und bequem daheim bestellen und mir einen zweiten Abholweg sparen. Es besteht also kein Anreiz, wegen solcher Artikel gezielt in die Innenstadt zu fahren.

Hinzu kommt, dass die Zahl der gastwirtschaftlichen Betriebe auch immer mehr schrumpft. Haetten hier gewisse Immobilienbesitzer frueher mal besser ueber die Hoehe der verlangten Mieten nachgedacht, waeren das "Scheck-In" und andere Lokalitaeten, die mittlerweile verschwunden sind, eventuell noch vorhanden und wuerden zum Verweilen in der Innenstadt einladen.

Die Online-Kaeufer generell zu verteufeln, ist der falsche Weg und anscheinend eine beliebte Ausrede fuer Verfehlungen, die schon vor dem eigentlichen Online-Boom eingeleitet wurden. Das digitale Leben hat seine Reize, nur kann es das analoge Leben nicht ersetzen, allerhoechstens ergaenzen. Liebe Einzelhaendler, ihr seid gut beraten, Eure Online-Praesenzen aktuell und interaktiv zu halten, denn, wenn zuvor zuhause nachgeschaut werden kann, ob das gewuenschte Objekt auch verfuegbar ist, dann lohnt auch der Weg in die Innenstadt. Bei gutem Wetter mit dem Fahrrad und auf ein Eis oder einen Kaffee ausgedehnt…

KategorienLokales

Farewell, Blacky!

11. September 2014 Kommentare ausgeschaltet

Ein Samstagabend in den 70ern. Der kleine Stoepsel durfte laenger aufbleiben und machte es sich zwischen den beiden grossen Sesseln, in denen die Eltern sassen, gemuetlich. Der Grund: "Auf Los Geht’s Los" – "das schnelle Spiel um Worte und Begriffe" mit Joachim Fuchsberger, welches direkt nach der Tagesschau in die Wohnzimmer kam.

Unvergessliche Abende mit hohem Mitmachcharakter haben wir "Blacky" Fuchsberger zu verdanken. Viele Leute werden eher seine Auftritte in den Edgar-Wallace-Filmen oder in diversen 70er-Jahre-Komoedien (z.B. die mit "Dudu", dem gelben Kaefer) in Erinnerung behalten, aber fuer mich wird "Auf Los Geht’s Los" immer unvergesslich bleiben.

Nun ist die markante Stimme fuer immer verstummt – Danke fuer die schoenen Stunden…
…und ruhe in Frieden!

KategorienMedien

NormCast 229

7. September 2014 Kommentare ausgeschaltet

Ein Kurzgespraech mit Bobby Kimball, "The Original Leadsinger of Toto"!

MP3-Download: NormCast Episode 229 vom 7.9.2014

Links zur Sendung:
Bobby Kimball Official | Wikipedia ueber Bobby Kimball
Bobby bei der Woche der kleinen Kuenste in Guetersloh
Guetersloh TV | GTown Music

KategorienNormCast

2015 "stirbt" die Mittelwelle

6. September 2014 Kommentare ausgeschaltet

Aktuell besteht die Mittelwellenlandschaft hier in OWL eigentlich nur noch aus dem gut empfangbaren "Deutschlandradio" auf 549khz und dem Verkehrsmeldungen-Mix von WDR2 auf 720khz. Alles andere wird erst in den Abendstunden hoerbar. Doch bald ist damit Schluss.

Werden wir es vermissen? Im Zeitalter von Webradios, Smartphones, DAB+ und dem voellig zurecht unverwuestlichen UKW sicherlich nicht wirklich. Doch, wie heisst es so schoen? – Schoen war(en) die Zeit(en), als die Mittewelle noch eine zuverlaessige Quelle fuer die neuesten Hits, beispielsweise via RTL (1440 khz), gewesen ist.

Auch heute ist es manchmal noch interessant, abends ueber die Mittewelle zu kurbeln und dort teilweise exotische Sender vorzufinden, denn analoge AM-Signale haben eine grosse Reichweite. Doch, bei aller Nostalgie: Die Mittelwelle ist nun wirklich nicht mehr zeitgemaess…

via Radioszene.de :

"(…) Einandhalb Jahre werden die meisten Lang- und Mittelwellensender in Deutschland noch senden, dann ist Schluss. Damit verschwindet ein kompletter Übertragungsweg aus der deutschen Rundfunklandschaft. (…) Wie ein Sprecher des Norddeutschen Rundfunks gegenüber RADIOSZENE konkretisierte, werde man die Abschaltung der vier NDR-Mittelwellensender so lange wie möglich herauszögern, zum Jahreswechsel 2014/2015 sei dann jedoch endgültig Schluss: „Der hohe Stromverbrauch der MW-Sender ist bedenklich, die Tonqualität der Mittelwellenübertragung für die Mehrzahl der Hörerinnen und Hörer nicht mehr akzeptabel und programmbegleitende Dienste sind mit dieser veralteten Übertragungstechnik nicht möglich“, heißt es. (…) Besonders bemerkenswert ist die Abschaltung der Mittel- und Langwellensender des Deutschlandradios, die in den vergangenen Jahren mit neuer Technik der Firma Transradio (ehemals Telefunken) ausgestattet wurden. Dies geschah mit dem Hintergedanken einer späteren Umstellung auf das digitale Modulationsverfahren DRM (Digital Radio Mondiale), dass sich jedoch u.a. aufgrund technischer Mängel nicht durchsetzen konnte, da es tatsächlich störungsfrei nur im Nahbereich um die Sendetürme funktionierte. (…) Wenn zum Jahreswechsel 2014 / 2015 die letzten wichtigen Mittel- und Langwellensender abgeschaltet werden, dürfte das passieren, was nur selten in der Rundfunkszene zu beobachten ist: Ein ganzer Verbreitungsweg wird gestorben sein."

KategorienMedien