Vor ca. neun Jahren ergab sich hier die Ambition, das althergebrachte (analoge) Kabelfernsehen durch Satellitenfernsehen zu ersetzen. Nur, was tun, wenn das Dach selbst bereits mit Amateurfunkantennen "besetzt" ist und die Genehmigung zum Befestigen einer Winkelhalterung an der damals frisch verputzten Hauswand verweigert wird? Man nehme einen herkoemmlichen Gartenschirmstaender (in diesem Fall mit schwerem Betonfuss) und stelle ihn auf das ueber dem Fenster befindliche, kleine Vordach (sofern vorhanden)…
An diesem Fuss wurde eine normale 60cm-Satellitenschuessel aus dem Grossmarkt mit 2-fach-LNB montiert und partiell mit Schutzlack eingesprueht. Fuer den besonderen Halt sorgt Bauschaum, mit dem der Betonfuss unterspuelt wurde. Und… was soll ich schreiben… es haelt seitdem bombig. Da das Vordach nicht einfach zu erreichen ist, entstand dieses Foto auf recht abenteuerliche Art und Weise :)
Mittlerweile wurde die Konstruktion im Rahmen von durchgefuehrten Dacharbeiten "richtig" in Augenschein genommen (wobei die Kamera natuerlich vergessen wurde…) und festgestellt, dass alles nach wie vor eigentlich in einem sehr guten Zustand befindlich ist, auch wenn es etwas verdreckt war. Das Foto truegt etwas, denn der Fuss ist nicht "angefressen", das ist nur davor befindlicher, verdreckter Bauschaum. Jetzt, in gereinigtem Zustand, sieht alles so aus, als ob die neun Jahre an der frischen Luft nicht gewesen waeren.
Die Schuessel, fest ausgerichtet auf Astra 19,2 Grad Ost, lieferte bisher konstante Signale, immer bei ca. 70-80% Signalstaerke, was fuer eine 60cm-Schuessel in hiesigen Breitengraden absolut normal ist. Zudem hat sie ausreichend Regenreserve, Ausfaelle gibt es wirklich nur bei "Weltuntergangsregen", gefuehlt nur ein- bis zweimal im Jahr. Besonders erwaehnenswert ist aber die Tatsache, dass diese Konstruktion selbst den Orkan "Kyrill" im Jahr 2007 schadlos ueberstanden hat und noch immer bombenfest ist…
Das sogenannte "Ueberall-Fernsehen", DVB-T, ist, wie in einem aelteren Beitrag dieser Seite schonmal erwaehnt wurde, nicht der Weisheit letzter Schluss. Hier in Ostwestfalen ist es besonders uninteressant, weil es nur 13 empfangbare, durchgehend oeffentlich-rechtliche Fernsehsender gibt, deren Bildqualitaet dem Ganzen den Spitznamen "Pixelfernsehen" verliehen hat…
Nun soll also eventuell DVB-T2 kommen, wie z.B. Heise.de berichtet. Es ist sozusagen die naechste Generation des digitalen, terrestrischen Fernsehens. Es ermoeglicht z.B. restriktives TV à la HD+, zeichnet sich aber durch eine hoere Effizienz bei der Frequenznutzung aus.
Abwaertskompatibel soll es nur insofern sein, als dass DVB-T2-Empfaenger auch das herkoemmliche DVB-T empfangen koennen, aber umgekehrt wird das natuerlich nicht funktionieren. Vermutliche Folge: Wieder etliche Millionen Tonnen Elektroschrott, der groesstenteils nur ziemlich kurzzeitig in Betrieb gewesen sein koennte.
An dieser Stelle sei als Fazit eine Passage aus dem eben erwaehnten, alten Artikel wiederholt:
"Die Zukunft liegt nicht in der terrestrischen Verbreitung diverser Fernseh- und/oder Radiostandards. Sie liegt in der Schaffung von drahtlosen Internetzugaengen. Somit kaeme technisch gesehen “alles aus einer Hand” und jeder koennte im Auto, in der Bahn, im Garten oder sonstwo jederzeit auf Texte, Bilder, Musik bzw. Radio und Videos bzw. TV aus aller Welt zugreifen. Mit einem Geraet und einem Uebertragungsstandard. Wie das “TV”-Bild auf den Schirm kommt, duerfte den allermeisten Anwendern voellig egal sein. Hauptsache ist, dass es bedienerfreundlich-einfach verfuegbar sein wird."
In Hamburg wurde am 6.9.2012 der "Deutsche Radiopreis" im Rahmen einer Gala, die unter anderem von Robbie Williams "mitmoderiert" wurde, verliehen. Die einzelnen Preistraeger sind der offiziellen Webseite des deutschen Radiopreises zu entnehmen.
Hervorheben moechte ich an dieser Stelle aber einen von ihnen, Werner Reinke.
Er gewann den Preis als bester Moderator
Werner Reinke war und ist ein Radiomensch, den man auch getrost als solchen bezeichnen kann. Seine humorige Art, sein Fachwissen und natuerlich seine tiefe, aeusserst markante Stimme haben mich in den 80er Jahren schon aufhorchen lassen und auch mein Verstaendnis von Radio mitgepraegt. Zusammen mit Mal Sondock und wenigen, weiteren Moderatoren und Radio DJs gehoert Werner Reinke zu meinen "Radiohelden". Er ist ein wahrer "Niveau-Felsen" in einer Radiobrandung, die heutzutage oftmals leider nur noch Praktikantengesabbel, geschnittene Songs und ueberdrehte Morgencrewmoderatoren heranspuelt.
In seiner Sendung "Reinke am Samstag" geniesst Werner viele Freiheiten – und weiss sie auch zu nutzen. Somit ist es keine Seltenheit, dass waschechte Stars wie z.B. Tom Jones mit ihm zusammen die Sendung moderieren. Zusammen mit Lidia Antonini fabriziert Reinke schoene Sendestunden, deren Musikfarbe sich meistens wohltuend vom Mainstream abhebt, diesen aber trotzdem respektiert und gerne mal variiert bzw. zitiert – zur ein- oder anderen Ueberraschung der Lauschenden. Das ist gutes, authentisches und genau deswegen wohltuendes Radio, welches durch diese Ehrung nun eine eben solche erfahren hat.
Herzlichen Glueckwunsch, Werner Reinke!
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Im hiesigen NormCast-Archiv gibt es noch ein zweiteiliges Interview mit ihm, hier und hier
Wie klingt eine Schleuse des Rhein-Herne-Kanals bei KM 23,323? Oder das Centro in Oberhausen? Oder der Disney Store in New York City?
All diese Fragen werden auf der Webseite Jahrgangsgeraeusche.de, die sich selbst als "das Blog für Popkultur und unbedingte Zonen" bezeichnet, akustisch per Software-MP3-Player beantwortet.
Es gibt zudem Rubriken, in denen Originale und Faelschungen verglichen werden oder alte Radiomitschnitte zu hoeren sind, u.a. mit Mal Sondock, John Peel oder Wolfgang Neumann.
In der Rubrik "Film und Fernsehen" finden sich ausgewaehlte Dokus wieder, waehrend bei den "Rezensionen" viele Platten ausserhalb des Mainstreams beschrieben werden. Darueber hinaus hat diese niveauvolle Webseite noch weitere, interessante Aspekte und Kategorien anzubieten. Ein Besuch lohnt sich!
Gerade im Sommer muessten sich die Fernsehsender doch besonders um attraktive Programminhalte bemuehen, um die Menschen vom heimischen Grill oder aus den Biergaerten der Umgebung fernzuhalten. Sollte man meinen. Doch stattdessen fuegen sie sich in ihr Schicksal und fuellen ihre Tagessendezeit mit Wiederholungen und weiteren Dingen, die in der TV-Hochsaison der kalten Jahreszeiten keinen Platz finden wuerden.
Tagesaktuelle Shows wie "TV Total" finden im Sommer nicht statt und teuer eingekaufte "Blockbuster"-Filme sollen natuerlich auch nicht fuer ein unterzahliges Publikum verheizt werden. Das ist sogar verstaendlich.
SAT1 hat die alljaehrliche, gebetsmuehlenartige Wiederholung der "Asterix"-Filme mittlerweile seinem Schwestersender Kabel Eins ueberlassen; billige, meistens inhaltlich fragwuerdige Krawall-Doku-Soaps fullen das Tagesprogramm von RTL, gefolgt vom unverfaenglichen "Simpsons"-Marathon auf ProSieben. ARTE graebt "Simon Templar" wieder aus, waehrend Jonathan und Jennifer auf ZDFNeo hart aber herzlich ihren Friedwart suchen; waehrenddessen glaenzen die anderen, oeffentlich-rechtlichen Spartensender mit Gorilla, Spinne, Panda, Kellerassel und Co. in etlichen Varianten. Ach ja, die Fernsehkoeche wueten natuerlich auch weiterhin…
Es stimmt also, Sommerzeit gleich Wiederholungszeit. Aber eigentlich stoert das nicht, denn es gibt genug Real-Life-Alternativen zum Fernseher. Oder aufgenommene Konserven. Oder Webstreams. Wenn’s denn sein muss…
Die "Neue Westfaelische" Zeitung geht sogar so weit, dass sie im August auf ihre taegliche Fernsehkritik-Kolumne verzichtet:
"Dass es noch öder geht, zeigt das diesjährige Sommerprogramm. Im Juni gab’s wegen der Fußball-EM zum ohnehin schwachen Programm vor allem Wiederholungen als Dreingabe. (…) Wer nun auf den August hofft, der wird erneut enttäuscht. In London laufen die Olympischen Spiele auf Hochtouren, und die Sommerferien dauern auch noch an. Also machen die Sender im August einfach weiter so wie im Juni und Juli. (…) Wir als Zeitung ziehen aus der sommerlichen Nicht-Leistung der Sender nun unsere Konsequenz und werden im August auf die tägliche TV-Kritik auf der Kulturseite der Neuen Westfälischen verzichten. Dieses Programm ist es einfach nicht wert, dass wir unsere Ressourcen dafür einsetzen. (…)" Quelle: NW-News.de
Schoene Ferien! :-)