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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Dallas ist wieder da

19. Juni 2012 Kommentare ausgeschaltet


In den USA liefen unlaengst die beiden Auftaktfolgen der Neuauflage der Serie "Dallas", die -urspruenglich von den Spaetsiebzigern bis in die Fruehneunziger reichend- vor allen Dingen in den achtziger Jahren fuer Furore sorgte. Unter der Fittiche von Jock und Miss Ellie agierten die Brueder Bobby und J.R. Ewing, wobei mit Pamela, Sue-Ellen, Lucy und wie sie alle hiessen auch die Frauen nicht zu kurz kamen.

Nun, nachdem diverse andere Serienklassiker wiederbelebt wurden, teils erfolgreich (Hawaii 5-0), teils floppend (Knight Rider), war es nun an der Zeit, den alten Seifenopernklassiker aus der Versenkung zu holen. Und das kann sich zunaechst durchaus sehen lassen. Alles wirkt natuerlich moderner und die Menschen sind aus heutiger Sicht attraktiver. Mit Patrick Duffy (Bobby) und Larry Hagman (JR) sowie Linda Gray (Sue-Ellen, kaum gealtert) spielen auch drei Hauptcharaktere der Ur-Serie wieder mit. Hauptsaechlich drehten sich die ersten beiden Folgen der neuen Serie allerdings um deren Filmsoehne, die sich, in bester, jeweils vaeterlicher Tradition, bekriegen. Der eine hintergeht das Vermaechtnis der mittlerweile verstorbenen Miss Ellie dadurch, dass er auf der Southfork Ranch nach Oel bohrt (und fuendig wird) und der andere uebt sich sehr zeitgemaess im Etablieren von alternativen Energien, wobei er ungewollt eine Katastrophe ausloest.

Dazwischen wird geheiratet, intrigiert und auch in alten Zeiten geschwelgt, denn tatsaechlich gibt es viele Hinweise auf die Urserie, die nicht zuletzt durch Gastauftritte von Charlene Tilton ("Lucy") und Steve Kanaly ("Ray Krebbs") manifestiert werden. Somit fuehlte man sich als Betrachter der Pilotfolge irgendwie ploetzlich wieder daheim und war sofort wieder "drin" – und das nach mehr als zwanzig Jahren. Es hatte gefuehlsmaessig ein bisschen was von dem Schwarzwaldklinik-Reunion-Film, der vor einigen Jahren im ZDF lief und der noch einmal fast alle Stammakteure der alten Serie auflaufen liess…

Doch bereits mit der zweiten Serienfolge des "Dallas"-Aufgusses schlich sich eine gewisse Routine ein und es muss sich zeigen, ob die Serie bestehen kann. Vieles wirkt aus heutiger Sicht und in Anbetracht diverser, anderer Serienerfolge, die von sehr actionlastig ("24") ueber mystisch (…) bis zur mittlerweile allgegenwaertigen Sitcom reichen, trotz des optisch-modernen Ambientes sehr brav und irgendwie doch noch altbacken. Ob das ausreicht, um die Zuschauer nach dem quotenmaessig glanzvollen Auftakt bei der Stange zu halten, wird sich zeigen. Die dreizehn Jahre der Urserie muessen erstmal getoppt werden…

In Deutschland wird die Serie bei RTL zu sehen sein. Liebe ARD: Dienstagabend um 21:45 Uhr "Dallas 2012" in HD und ohne Werbung, DAS waere was gewesen. Wer hat da bloss geschlafen???

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Tarifwechselhuerden

12. Juni 2012 Kommentare ausgeschaltet

Es ist schon ein Kreuz mit den Mobilfunkanbietern. Wer glaubt, er bekaeme irgendetwas geschenkt, irrt gewaltig. Der Fall (nicht meiner): Ein alter Handyvertrag aus den 90ern, der vor ein paar Jahren mal angepasst wurde.
Die Gebuehren: 25 Euro pro Monat (+ Gespraechsgebuehren ins Mobilnetz), inklusive 10 Euro Handysubventionierung. Der Vertrag haette zum ersten Juni gekuendigt werden muessen, was verschlafen wurde. Somit verlaengerte er sich automatisch um ein weiteres Jahr.

Mit Ende der Vertragsrunde war das alte Handy subventioniert und fuer die neue wurde keines mehr bestellt. Da der Vertrag sowieso gekuendigt werden sollte, ging es nun um Kostenlimitierung. Tatsaechlich wird exakt derselbe Tarif unter gleichem Namen auch fuer 15€ pro Monat angeboten. Darin ist ein Handyzuschuss nicht mehr enthalten.

Nach der unvermeidbar-schlimmen Einwahlprozedur bei der Hotline, die mit "ich habe sie nicht verstanden"-Roboterphrasen und Warteschleifenmusik gespickt war, meldete sich endlich (!) ein menschliches Wesen am anderen Ende. Natuerlich mit ostdeutschem Akzent :-)

"Wir wuerden gerne die Handyoption aus dem Tarif entfernen."
"Ja, das geht, es bindet sie aber fuer weitere 24 Monate an ihren Vertrag."
"Wieso das denn, es ist doch lediglich eine Option innerhalb des Tarifs?"
"Das ist egal, jegliche Beeinflussung verlaengert den Vertrag. Auch bei Bestellung eines Handys oder bei Umstellung auf einen anderen, internen Tarif binden Sie sich automatisch fuer weitere zwei Jahre."
"Entschuldigung, nicht persoenlich gemeint, aber das ist nichts anderes als Knebelei…"

Fazit: Der Vertrag wird umgehend gekuendigt, auch wenn die Kuendigung erst in knapp einem Jahr greift. Es ist wirklich unglaublich, welche mafia-esquen Strukturen diverse Anbieter in ihre Vertragsmodelle einarbeiten. Neukunden werden hofiert, waehrend die den Fortbestand sichernden "Altlasten" nach Strich und Faden verar***t werden.

Es bestaetigt den Schreiber dieser Zeilen in seiner schon seit laengerem praktizierten Ansicht, dass nur etwas mit vier Wochen Kuendigungsfrist und/oder Mindestlaufzeit in Frage kommt, auch wenn es ggf. anfaenglich etwas mehr kostet. Letztendlich "faehrt" man aber doch guenstiger – und hat weniger Aerger…

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YouTube-Verlinkungen

1. Juni 2012 Kommentare ausgeschaltet

Der Blogger und Rechtsanwalt Markus Kompa aus Muenster soll mehr als tausend Euro zahlen, weil er ein YouTube-Video auf seinem Blog verlinkt hatte, berichtet u.a. Welt Online:

"Der Münsteraner Blogger Markus Kompa ahnte nichts Böses, als er in seinem Blog zum Medienrecht in einem Beitrag einen Link auf ein Youtube-Video setzte, der Inhalt: Ein kritischer Bericht des ZDF-Magazins "Wiso" über den bayerischen Arzt Nikolaus Klehr und dessen angebliche Krebs-Heilmethoden.

Was Kompa nicht bedachte: Klehr geht seit Monaten höchst klagefreudig nicht nur gegen das ZDF vor, sondern auch gegen jeden, der den Wiso-Beitrag weiterverbreitet. Er sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt. Als Weiterverbreitung sehen Klehr und seine Anwälte auch bereits einen simplen Link zum Videoportal Youtube an.

Das Ergebnis: Kompa flatterte eine Abmahnung, dann eine einstweilige Verfügung plus Anwaltskostenrechnung ins Haus, weit über tausend Euro sollte ihn der Verweis auf den ZDF-Fernsehbeitrag bei Youtube kosten. (…)"

Kompa wollte und will das aber nicht akzeptieren und blaest zur Gegenwehr. Die zu Spenden aufgerufene Netzgemeinde zeigt sich teilnahmsvoll und somit besteht nun die Moeglichkeit, gegen dieses Urteil -sollte es rechtskraeftig werden- vorzugehen.

Einer Meinungskundgabe bezueglich des Herrn Klehr und seiner Aktivitaeten enthalte ich mich hiermit ausdruecklich. Ich verweise auf diese Sache, weil ein eventueller "Nebeneffekt" derselben grosse Auswirkungen fuer die "Blogger-Gemeinde" haben koennte…

Der "Otto-Normal-Blogger" (nicht abfaellig gemeint…) kann nicht saemtliche Hintergruende bezueglich der Entstehung und Rechtslage eines normalen (YouTube-) Videos hinterfragen. An dieser Stelle muessten schon professionelle Recherchen erfolgen, die z.B. fuer Privatpersonen nicht so ohne weiteres realisierbar sind. Somit muss (und wird!) meistens aufgrund des "gesunden Menschenverstandes" entschieden.

Videos mit offensichtlich-zweifelhaften Inhalten (Verbrechen, Propaganda…) oder diffamierenden Inhalten werden im allgemeinen von normal-denkenden Menschen nicht verlinkt. Wenn es -wie in diesem Fall- einer serioesen Quelle entstammt (ZDF) oder es sich z.B. um ein "Official Video" einer Musikband handelt, sollte (!) man eigentlich davon ausgehen duerfen, dass eine Verlinkung oder Einbettung desselben okay ist. Schliesslich gibt es bei YouTube fuer den Einspieler des Videos die Moeglichkeit, eben diese Optionen auch zu deaktivieren, also die externe Verwendung zu unterbinden.

Soll heissen: Ist ein YouTube- bzw. Onlinevideo ordnungsgemaess veroeffentlicht und freigegeben, dann sollte es auch weiterhin extern eingebunden werden duerfen. Schliesslich wollen die Urheber in den allermeisten Faellen auch, dass es eine grosse Verbreitung findet. Externe Seiten, Apps und soziale Netzwerke wie "Facebook" tragen erheblich dazu bei. Wenn aber nun durch so eine Geschichte, wie sie Markus Kompa derzeit wiederfaehrt, eine neue Abmahnwelle losgetreten werden koennte, ist das bedenklich, denn diese wuerde ja auch vor den riesigen Archiven der Blog-, Profil- und Webseiten dieser Welt nicht Halt machen.

Die sogenannte "Aktion Klehranlage" wird auf der Webseite von Markus Kompa erklaert:

(…) Da der Prozess aber nun einmal irgendwie finanziert werden muss, biete ich folgendes „Anlage-Modell“ an:

Wenn etwa jeder aus meiner Twitter-Timeline einen 20er spenden würde, wäre der Prozess bis einschließlich BGH spielend finanziert. Ein 20er entspricht in etwa den Kosten eines Abendessens in einem preiswerten Restaurant, zu dem mich vielleicht der eine oder andere sowieso einladen müsste, wenn mich Klehr plattklagt und ich dann auf der Strasse weiterbloggen muss. Man könnte einen 20er auch als Shareware-Honorar für meine über 1.000 Blogposts sehen, die offenbar viele Leser wenigstens unterhaltsam finden. Jedenfalls aber kann man 20,- € als Einsatz für einen Prozess, der wohl nicht ganz unwichtig ist, durchaus verschmerzen. Jeder 20er, der eingeht, ist auch ein Signal in Richtung Hamburg, dass diese unsägliche, das Grundgesetz verhöhnende Gängelei nicht „im Namen des Volkes“ geschieht. (…) Jeder Anleger, der 20,- € unter dem Vermerk „Klehranlage“ überweist, investiert zunächst in den laufenden Prozess. Im Erfolgsfalle wird die Einzahlung nach Abschluss der juristischen Gefechte anteilig wieder erstattet werden. Wer eine Rückerstattung seines Restanteils möchte, möge mir dann, wenn es soweit ist, per E-Mail seine Bankverbindung mitteilen. Ich schlage jedoch alternativ vor, Überschüsse in eine längst überfällige Stiftung oder einen Verein zu überführen, welche die Abwehr von querulatorischen Eingriffen in die Meinungsfreiheit im Internet in vergleichbaren Fällen finanzieren. Die Klehranleger werden dann mit irgendwelchen Tools befragt, welche Anliegen sie unterstützen möchten. Wie wir den Verein oder die Stiftung aufziehen, müssen wir noch prüfen. (…)"

Weitere Informationen hierzu gibt es bei www.kanzleikompa.de

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40 Jahre Raumschiff Enterprise

27. Mai 2012 Kommentare ausgeschaltet

…in Deutschland…

Dabei war der Start dieser kultigen Science-Fiction-Serie in Deutschland eigentlich gar nicht so ruehmlich. Das ZDF hatte die Serie auf Kinderprogrammniveau -fuer eben dieses- zurechtgeschnitten und dabei auch in punkto Synchronisation viele Fehler fabriziert. Den "Sol-Antrieb" hat es beispielsweise nie gegeben, es war im Original immer der "Warp-Antrieb". Gluecklicherweise wurden die Folgen in den 90ern durch SAT1 nachsynchronisiert und wieder auf volle Laenge gebracht. Mittlerweile gibt es das Ganze sogar gelungen digital aufgefrischt in HD. Das zeigt, dass sich in gewissen Abstaenden immer wieder Leute daran erinnert haben und Lust verspuerten, es ein bisschen besser zu machen, als es urspruenglich war und es fuer die Nachwelt zu erhalten. Das schafft nicht jede Serie…

Fuer mich war und ist es eine der einflussreichsten Fernsehserien aller Zeiten und zudem der Grundstein zu einem aeusserst interessanten, ueber die Jahre gewachsenen Star-Trek-Universum. Die Serie hat vieles von dem, was heute alltaeglich ist (mobile Datenspeicher, Handys, demnaechst sogar das "Beamen" und vielleicht sogar das Raumschiff Enterprise hoechstelbst…), schon Ende der 60er Jahre prophezeit. Auch, wenn nach dem Tod von "Scotty" alias James Doohan vor fuenf Jahren und dem Ableben von "Dr. McCoy" alias DeForest Kelley im Jahr 1999 nicht mehr alle Mitglieder der "Haupt-Crew" unter den Lebenden weilen, ist die Faszination nach wie vor ungebrochen. Hierueber koennte ich an dieser Stelle einen Roman schreiben, belasse es aber bei einem herzlichen "Happy Birthday" :)

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Retro-Rahmen

2. Mai 2012 Kommentare ausgeschaltet

Man kann’s auch uebertreiben… Auf dem Spartensender "ZDF Kultur" werden Wiederholungen alter Fernsehserien mit einem Rahmen versehen, der eine Mattscheibenoptik vermitteln soll.

Die Entscheidung, einen virtuellen Präsentationsrahmen, der an einen Fernseher aus den 70er und 80er Jahren erinnert, in der 'ZDFkult'-Programmstrecke einzusetzen, beruht darauf, unseren Zuschauerinnen und Zuschauern die Betrachtungswirklichkeit damaliger TV-Geräte zu simulieren, die neben der röhrenbedingten Wölbung noch eine verhältnismäßig große Bildmaskierung an den Rändern (Safe Action Area) hatten", sagte ein Sendersprecher. (Quelle: DWDL.de)

Das ist doch voelliger Quatsch und ein sprichwoertlicher "Kultur-Schock", denn zum einen wird das Bild dadurch nachhaltig beschnitten und zum anderen sieht dieser Rahmen auf einem 16:9-Fernseher noch unrealistischer aus. Das haben die alten Klassiker nicht verdient…

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