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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Werner Reinke ausgezeichnet

7. September 2012 Kommentare ausgeschaltet

In Hamburg wurde am 6.9.2012 der "Deutsche Radiopreis" im Rahmen einer Gala, die unter anderem von Robbie Williams "mitmoderiert" wurde, verliehen. Die einzelnen Preistraeger sind der offiziellen Webseite des deutschen Radiopreises zu entnehmen.

Hervorheben moechte ich an dieser Stelle aber einen von ihnen, Werner Reinke.
Er gewann den Preis als bester Moderator

Werner Reinke war und ist ein Radiomensch, den man auch getrost als solchen bezeichnen kann. Seine humorige Art, sein Fachwissen und natuerlich seine tiefe, aeusserst markante Stimme haben mich in den 80er Jahren schon aufhorchen lassen und auch mein Verstaendnis von Radio mitgepraegt. Zusammen mit Mal Sondock und wenigen, weiteren Moderatoren und Radio DJs gehoert Werner Reinke zu meinen "Radiohelden". Er ist ein wahrer "Niveau-Felsen" in einer Radiobrandung, die heutzutage oftmals leider nur noch Praktikantengesabbel, geschnittene Songs und ueberdrehte Morgencrewmoderatoren heranspuelt.

In seiner Sendung "Reinke am Samstag" geniesst Werner viele Freiheiten – und weiss sie auch zu nutzen. Somit ist es keine Seltenheit, dass waschechte Stars wie z.B. Tom Jones mit ihm zusammen die Sendung moderieren. Zusammen mit Lidia Antonini fabriziert Reinke schoene Sendestunden, deren Musikfarbe sich meistens wohltuend vom Mainstream abhebt, diesen aber trotzdem respektiert und gerne mal variiert bzw. zitiert – zur ein- oder anderen Ueberraschung der Lauschenden. Das ist gutes, authentisches und genau deswegen wohltuendes Radio, welches durch diese Ehrung nun eine eben solche erfahren hat.

Herzlichen Glueckwunsch, Werner Reinke!

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Im hiesigen NormCast-Archiv gibt es noch ein zweiteiliges Interview mit ihm, hier und hier

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Jahrgangsgeraeusche

23. August 2012 Kommentare ausgeschaltet

Wie klingt eine Schleuse des Rhein-Herne-Kanals bei KM 23,323? Oder das Centro in Oberhausen? Oder der Disney Store in New York City?

All diese Fragen werden auf der Webseite Jahrgangsgeraeusche.de, die sich selbst als "das Blog für Popkultur und unbedingte Zonen" bezeichnet, akustisch per Software-MP3-Player beantwortet.

Es gibt zudem Rubriken, in denen Originale und Faelschungen verglichen werden oder alte Radiomitschnitte zu hoeren sind, u.a. mit Mal Sondock, John Peel oder Wolfgang Neumann.

In der Rubrik "Film und Fernsehen" finden sich ausgewaehlte Dokus wieder, waehrend bei den "Rezensionen" viele Platten ausserhalb des Mainstreams beschrieben werden. Darueber hinaus hat diese niveauvolle Webseite noch weitere, interessante Aspekte und Kategorien anzubieten. Ein Besuch lohnt sich!

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Das Fernsehsommerloch

28. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

Gerade im Sommer muessten sich die Fernsehsender doch besonders um attraktive Programminhalte bemuehen, um die Menschen vom heimischen Grill oder aus den Biergaerten der Umgebung fernzuhalten. Sollte man meinen. Doch stattdessen fuegen sie sich in ihr Schicksal und fuellen ihre Tagessendezeit mit Wiederholungen und weiteren Dingen, die in der TV-Hochsaison der kalten Jahreszeiten keinen Platz finden wuerden.

Tagesaktuelle Shows wie "TV Total" finden im Sommer nicht statt und teuer eingekaufte "Blockbuster"-Filme sollen natuerlich auch nicht fuer ein unterzahliges Publikum verheizt werden. Das ist sogar verstaendlich.

SAT1 hat die alljaehrliche, gebetsmuehlenartige Wiederholung der "Asterix"-Filme mittlerweile seinem Schwestersender Kabel Eins ueberlassen; billige, meistens inhaltlich fragwuerdige Krawall-Doku-Soaps fullen das Tagesprogramm von RTL, gefolgt vom unverfaenglichen "Simpsons"-Marathon auf ProSieben. ARTE graebt "Simon Templar" wieder aus, waehrend Jonathan und Jennifer auf ZDFNeo hart aber herzlich ihren Friedwart suchen; waehrenddessen glaenzen die anderen, oeffentlich-rechtlichen Spartensender mit Gorilla, Spinne, Panda, Kellerassel und Co. in etlichen Varianten. Ach ja, die Fernsehkoeche wueten natuerlich auch weiterhin…

Es stimmt also, Sommerzeit gleich Wiederholungszeit. Aber eigentlich stoert das nicht, denn es gibt genug Real-Life-Alternativen zum Fernseher. Oder aufgenommene Konserven. Oder Webstreams. Wenn’s denn sein muss…

Die "Neue Westfaelische" Zeitung geht sogar so weit, dass sie im August auf ihre taegliche Fernsehkritik-Kolumne verzichtet:

"Dass es noch öder geht, zeigt das diesjährige Sommerprogramm. Im Juni gab’s wegen der Fußball-EM zum ohnehin schwachen Programm vor allem Wiederholungen als Dreingabe. (…) Wer nun auf den August hofft, der wird erneut enttäuscht. In London laufen die Olympischen Spiele auf Hochtouren, und die Sommerferien dauern auch noch an. Also machen die Sender im August einfach weiter so wie im Juni und Juli. (…) Wir als Zeitung ziehen aus der sommerlichen Nicht-Leistung der Sender nun unsere Konsequenz und werden im August auf die tägliche TV-Kritik auf der Kulturseite der Neuen Westfälischen verzichten. Dieses Programm ist es einfach nicht wert, dass wir unsere Ressourcen dafür einsetzen. (…)" Quelle: NW-News.de

Schoene Ferien! :-)

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Dallas ist wieder da

19. Juni 2012 Kommentare ausgeschaltet


In den USA liefen unlaengst die beiden Auftaktfolgen der Neuauflage der Serie "Dallas", die -urspruenglich von den Spaetsiebzigern bis in die Fruehneunziger reichend- vor allen Dingen in den achtziger Jahren fuer Furore sorgte. Unter der Fittiche von Jock und Miss Ellie agierten die Brueder Bobby und J.R. Ewing, wobei mit Pamela, Sue-Ellen, Lucy und wie sie alle hiessen auch die Frauen nicht zu kurz kamen.

Nun, nachdem diverse andere Serienklassiker wiederbelebt wurden, teils erfolgreich (Hawaii 5-0), teils floppend (Knight Rider), war es nun an der Zeit, den alten Seifenopernklassiker aus der Versenkung zu holen. Und das kann sich zunaechst durchaus sehen lassen. Alles wirkt natuerlich moderner und die Menschen sind aus heutiger Sicht attraktiver. Mit Patrick Duffy (Bobby) und Larry Hagman (JR) sowie Linda Gray (Sue-Ellen, kaum gealtert) spielen auch drei Hauptcharaktere der Ur-Serie wieder mit. Hauptsaechlich drehten sich die ersten beiden Folgen der neuen Serie allerdings um deren Filmsoehne, die sich, in bester, jeweils vaeterlicher Tradition, bekriegen. Der eine hintergeht das Vermaechtnis der mittlerweile verstorbenen Miss Ellie dadurch, dass er auf der Southfork Ranch nach Oel bohrt (und fuendig wird) und der andere uebt sich sehr zeitgemaess im Etablieren von alternativen Energien, wobei er ungewollt eine Katastrophe ausloest.

Dazwischen wird geheiratet, intrigiert und auch in alten Zeiten geschwelgt, denn tatsaechlich gibt es viele Hinweise auf die Urserie, die nicht zuletzt durch Gastauftritte von Charlene Tilton ("Lucy") und Steve Kanaly ("Ray Krebbs") manifestiert werden. Somit fuehlte man sich als Betrachter der Pilotfolge irgendwie ploetzlich wieder daheim und war sofort wieder "drin" – und das nach mehr als zwanzig Jahren. Es hatte gefuehlsmaessig ein bisschen was von dem Schwarzwaldklinik-Reunion-Film, der vor einigen Jahren im ZDF lief und der noch einmal fast alle Stammakteure der alten Serie auflaufen liess…

Doch bereits mit der zweiten Serienfolge des "Dallas"-Aufgusses schlich sich eine gewisse Routine ein und es muss sich zeigen, ob die Serie bestehen kann. Vieles wirkt aus heutiger Sicht und in Anbetracht diverser, anderer Serienerfolge, die von sehr actionlastig ("24") ueber mystisch (…) bis zur mittlerweile allgegenwaertigen Sitcom reichen, trotz des optisch-modernen Ambientes sehr brav und irgendwie doch noch altbacken. Ob das ausreicht, um die Zuschauer nach dem quotenmaessig glanzvollen Auftakt bei der Stange zu halten, wird sich zeigen. Die dreizehn Jahre der Urserie muessen erstmal getoppt werden…

In Deutschland wird die Serie bei RTL zu sehen sein. Liebe ARD: Dienstagabend um 21:45 Uhr "Dallas 2012" in HD und ohne Werbung, DAS waere was gewesen. Wer hat da bloss geschlafen???

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Tarifwechselhuerden

12. Juni 2012 Kommentare ausgeschaltet

Es ist schon ein Kreuz mit den Mobilfunkanbietern. Wer glaubt, er bekaeme irgendetwas geschenkt, irrt gewaltig. Der Fall (nicht meiner): Ein alter Handyvertrag aus den 90ern, der vor ein paar Jahren mal angepasst wurde.
Die Gebuehren: 25 Euro pro Monat (+ Gespraechsgebuehren ins Mobilnetz), inklusive 10 Euro Handysubventionierung. Der Vertrag haette zum ersten Juni gekuendigt werden muessen, was verschlafen wurde. Somit verlaengerte er sich automatisch um ein weiteres Jahr.

Mit Ende der Vertragsrunde war das alte Handy subventioniert und fuer die neue wurde keines mehr bestellt. Da der Vertrag sowieso gekuendigt werden sollte, ging es nun um Kostenlimitierung. Tatsaechlich wird exakt derselbe Tarif unter gleichem Namen auch fuer 15€ pro Monat angeboten. Darin ist ein Handyzuschuss nicht mehr enthalten.

Nach der unvermeidbar-schlimmen Einwahlprozedur bei der Hotline, die mit "ich habe sie nicht verstanden"-Roboterphrasen und Warteschleifenmusik gespickt war, meldete sich endlich (!) ein menschliches Wesen am anderen Ende. Natuerlich mit ostdeutschem Akzent :-)

"Wir wuerden gerne die Handyoption aus dem Tarif entfernen."
"Ja, das geht, es bindet sie aber fuer weitere 24 Monate an ihren Vertrag."
"Wieso das denn, es ist doch lediglich eine Option innerhalb des Tarifs?"
"Das ist egal, jegliche Beeinflussung verlaengert den Vertrag. Auch bei Bestellung eines Handys oder bei Umstellung auf einen anderen, internen Tarif binden Sie sich automatisch fuer weitere zwei Jahre."
"Entschuldigung, nicht persoenlich gemeint, aber das ist nichts anderes als Knebelei…"

Fazit: Der Vertrag wird umgehend gekuendigt, auch wenn die Kuendigung erst in knapp einem Jahr greift. Es ist wirklich unglaublich, welche mafia-esquen Strukturen diverse Anbieter in ihre Vertragsmodelle einarbeiten. Neukunden werden hofiert, waehrend die den Fortbestand sichernden "Altlasten" nach Strich und Faden verar***t werden.

Es bestaetigt den Schreiber dieser Zeilen in seiner schon seit laengerem praktizierten Ansicht, dass nur etwas mit vier Wochen Kuendigungsfrist und/oder Mindestlaufzeit in Frage kommt, auch wenn es ggf. anfaenglich etwas mehr kostet. Letztendlich "faehrt" man aber doch guenstiger – und hat weniger Aerger…

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