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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

European Podcast Award #1

2. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Was lange waehrt… Die nach aussen hin sichtbaren Urspruenge des "European Podcast Award" reichen weit in das Jahr 2008 zurueck, doch erst am 31. Maerz 2009 kam es zur "richtigen" Verleihung des Preises. Zumindest an diejenigen, die an diesem recht kurzfristig einberaumten Abend zugegen waren. Andere Gewinner aus anderen Laendern hatten ihre Preise schon vorab zugeschickt bekommen.

Dieser in Kurzform "EPA" genannte Preis geht auf eine Inititative diverser Leute zurueck. Stellvertretend seien hier Michel Mertens, Ulli Harrass und die Firma Olympus genannt. Mit Ulli gibt es bereits ein zweiteiliges Podcast-Interview, in dem auch einiges ueber die Ideen und Hintergruende dieses Preises erzaehlt wird (hier und hier).

Aufgrund einer entsprechenden Einladung fuhr ich am 31.03.09 bei strahlendem Sonnenschein nach Hamburg, der sich bis dorthin auch halten sollte. Ein Zimmer im Hotel "Mercure" in Hamburg-City war bereits fuer mich vorreserviert worden und das konnte sich sehen lassen. Das Hotel ist absolut empfehlenswert: sauber, komfortabel, ruhig, freundliches Personal!

Annik Rubens traf ich in der Lobby und da sie versehentlich eine S-Bahn-Doppelkarte gebucht hatte, ging es fuer mich kostenlos mit der Linie S3 zur Reeperbahn (Tnx again :-)). Dort angekommen ging es zu Fuss weiter entlang dieser nicht zuletzt aus dem Fernsehen beruehmten, einschlaegigen Lokalitaeten ("Grosse Freiheit", "Ritze" usw.) zur eigentlichen "Location", der "On Air" – Bar, an einem Ausleger der Reeperbahn gelegen. Dort schien alles fuer diesen Anlass ausgeraeumt bzw. umgebaut worden zu sein. Das eigentliche "Dating Café" bietet im Normalfall Platz fuer ca. 80-100 Leute. Erwartet wurden an diesem Abend ungefaehr 50-60, es sollte also bequem ausreichen. An dieser Stelle muss tatsaechlich mal ein gehoeriges Lob an die dort Bediensteten ausgesprochen werden. Ich habe selten so ein hervorragendes Niveau an Aufmerksamkeit und aufrichtiger Freundlichkeit erlebt…

Dieser Abend war natuerlich in keinster Weise mit den Veranstaltungen vom mittlerweile verschiedenen, deutschen Podcastclub vergleichbar, dessen erste Award-Verleihung 2006 in Muenchen besonders nobel und dessen Folgeveranstaltung ein Jahr spaeter in Koeln sehr "messemaessig" daherkam. Diejenigen, die vielleicht aufgrund dessen jetzt eine Riesenveranstaltung erwartet hatten, mussten zwangsweise enttaeuscht werden, denn eine Bar an der Reeperbahn ist nunmal nicht mit den Rheinparkhallen vergleichbar. Es hatte aber doch einen gewissen Charme, wenn auch die Anzahl der Pressevertreter und Firmenrepraesentanten die Anzahl der anwesenden Podcaster zumindest zeitweise zu ueberbieten schien.

Die sehr freundlichen Teilnehmer und/oder Gewinner/innen aus England oder Spanien waren sehr gespraechsfreudig und man bekam doch einen Einblick in die Welt ausserhalb des deutschsprachigen Podcastdorfes. An dieser Stelle seien insbesondere Carlos von der Epa-Jury und José vom spanischen "Communicando Podcast" genannt, mit denen ich mich lange und nett unterhalten habe und die extra fuer diesen Abend angereist waren.
Ebenso waren Dianna O’Carroll vom britischen "Naked Scientists Podcast" und der mit schottischem Akzent sprechende Mark Pentleton vom "Coffee Break Spanish Podcast" anwesend.

Fabio Bacigalupo, Gruender von Podcast.de, war ebenfalls dabei und natuerlich durften die beiden Wolfgangs vom "Computerclub Zwei" nicht fehlen, hatten sie doch einen Extra-Sonderpreis fuer ihre gleichnamige Audiosendung gewonnen. Wolfgang Back umriss waehrend der Verleihungszeremonie (die insgesamt eine knappe Stunde gedauert hat) die Entstehungsgeschichte dieses AudioCasts, der bei seiner Erstveroeffentlichung demnach bereits 150.000 Downloads verzeichnen konnte und mittlerweile monatlich auf ca. 1,4 Millionen Downloads kommt. Eine wirklich imposante Statistik…

Alles verlief sehr harmonisch und Ulli Harrass war quasi "inkognito" da :) Auch er wurde vor das NormCast-Mikrophon gezerrt, ebenso wie Fabio, Annik nebst weiterer Leute und natuerlich die beiden Wolfgangs, die sich auch im "live"-Gespraech nichts schenken und tatsaechlich so sind, wie sie sich in ihrer Sendung anhoeren.

"Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins", das traditionsreiche Lied von Hans Albers, fand sich auch an diesem Abend insofern wieder, als dass wir ungefaehr um diese Zeit ein Taxi bestiegen (Tnx, Nicole!) und "heimwaerts" gen Hotel fuhren…

Natuerlich ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen". Zum einen muss man der Firma Olympus und denjenigen, die das Ganze "gewuppt" haben, absolut zugute halten, dass sie sich wirklich bemueht haben, es den Herbeireisenden so angenehm wie moeglich zu machen. Andererseits muss ich mich zumindest teilweise der Kritik von Annik Rubens anschliessen, die hier auf ihrer Webseite schreibt:

"(…) Kritikpunkt Nummer eins ist und bleibt für mich: Wo waren die Podcaster? Wieso war das mitten in der Woche an einem Dienstag? Ich hätte so gerne mehrere von den nationalen Gewinnern kennen gelernt, aber außer den erwähnten war niemand da. Nicht einmal weitere deutsche Podcaster (zum Beispiel die hier). Sehr schade. Falls der Award wirklich zu einer jährlichen Veranstaltung wird, dann plädiere ich an die Entscheider, das Ganze zu einem Treffpunkt der Szene zu machen. Denn das fehlt in Deutschland. Gerne in alternierenden Städten, gerne mit alternierenden (Co-)Sponsoren. (…)"

Aus einer Art "Trecker-Treck" wurde einst die "Love Parade". Vielleicht wird aus dieser diesmaligen, noch kleineren Veranstaltung irgendwann mal so etwas wie der "Podcast-Bambi". Der Weg dorthin ist allerdings lang und steinig, denn so etwas auf europaeischer Ebene (also ueber die deutschen Grenzen hinaus) zu stemmen, ist natuerlich aufwendig, erfordert u.a. ein hohes Mass an Logistik, Engagement und letztendlich – Geld…

Updates:

Video vom EPA bei YouTube.

Den ersten, offiziellen Blogeintrag vom EPA gibt es hier…

Der NormCast Nr.135 ist mittlerweile erschienen.
Darin sind viele O-Toene von der Veranstaltung zu hoeren.

KategorienMedien

Winnenden und die erneuten Folgen

22. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

Der Amoklaeufer von Winnenden hat diese unsaegliche Diskussion um und ueber jugendgefaehrdende Medien und insbesondere um sogenannte "Killerspiele(r)" wieder angeheizt. Populismus und nicht mal annaehernd vorhandendes Viertelwissen bei diversen Journalisten fuehren derzeit wieder zu einer wahren Spendenflut ins Phrasenschwein.

Dieses Thema ist uralt. Der Rock’n’Roll der 50er; "Beat Club" und Flower Power in den 60ern; "Eis am Stiel", Punk und Disco in den 70ern; "Rambo", Commodore64 und Walkmaenner in den 80ern sowie Techno und Internet in und ab den 90ern. IMMER gab es irgendeine sprichwoertliche "Zielgruppe", die von unsachlichen Journalisten und leichtglaeubigen Politikern nach einem schweren Vorfall dieser Art unter Beschuss genommen worden ist. Zeitgenoessische Filme, Fernsehsendungen und/oder Musikwellen mit all ihren Begleiterscheinungen wurden dabei nicht selten beschuldigt, die entsprechenden Ausloeser gewesen zu sein.

Dabei ist es hoechstwissenschaftlich-serioes erwiesen, dass Gewaltfilme und/oder entsprechende Computerspiele lediglich ohnehin schon vorhandene, negative Tendenzen und persoenliche Strukturen verstaerken koennen, im Normalfall aber nicht die Ausloeser sind. Diverse Lerntheorien, die bis heute in den Schulen behandelt werden, belegen das eindeutig.

Was ist die Folge? In den Medien jagt ein platter Spruch den naechsten und blanker Aktionismus versucht, Aufmerksamkeit zu erregen (siehe Kaufhof).

Wer etwas haben will, bekommt es auch. Es hat immer Mittel und Wege gegeben und genau das wissen die Jugendlichen meistens weitaus besser als wie die Erwachsenen, die dies zu verhindern versuchen. Schauen diese aber in ihre eigene Vergangenheit zurueck, muessten auch sie die Parallelen erkennen…

Ich bin kein Computerspieler. Frueher (in den 80ern) war kaum ein Arcade-Standgeraet à la "Pacman", "Galaga", "Donkey Kong" oder "Phoenix" vor mir sicher (siehe hier), doch bis in die Gegenwart hat das Interesse nicht gereicht. Wenn ich aber dann solche Beitraege wie den von Deef Pirmasens, seines Zeichens Macher des sprichwoertlich ausgezeichneten Blogs und gleichnamigen Podcasts "Gefuehlskonserve" lese, dann ergibt sich an dieser Stelle die Notwendigkeit, einen Hinweis darauf auch hier zu platzieren.

Daher folge ich hiermit Deef’s virtueller Einladung und publiziere seinen erwaehnenswerten Originaltext (Version vom 22.03.2009 / 18:20 Uhr) nachfolgend auch auf dieser Webseite:

Vorschlag für einen offenen Brief von Videospielfans an Medien, Politik und Eltern zur “Killerspiel”-Debatte

Den Fans von Videospielen geht es wie vielen anderen, die die Debatte, die in der Folge des Massenmords von Winnenden losgetreten wurde, verfolgen: sie sind fassungslos und verärgert. Fassungslos hinsichtlich des Leids, welches ein scheinbar ganz normaler Jugendlicher mit der Pistole seines Vaters angerichtet hat. Verärgert darüber, wie nun versucht wird, diese Wahnsinnstat unter anderem damit zu erklären, dass Videospiele Jugendliche zu Killern machten.

Neue Medien gelten als suspekt. Das ist nicht nur bei Videospielen oder dem Internet so, sondern galt früher auch fürs Fernsehen, Film, Micky-Maus-Hefte (die als Schmutz- und Schund verunglimpft wurden) und Büchern. Angeblich hat schon Goethes “Die Leiden des jungen Werther” reihenweise junge Männer in den Selbstmord getrieben.

Sind Menschen Pawlowsche Hunde?

Die Diskussion läuft dabei immer nach dem gleichen Muster ab: einem neuen Medium, das viele nur vom Hörensagen kennen, wird vorgeworfen, junge Menschen zu verblöden. Das Reiz-Reaktions-Muster welches dieser Argumentation zugrunde liegt, ist das von Pawlow. Sind Menschen wie Hunde, die auf ein Signal hin zu sabbern anfangen? Nein. Die psychologische Forschung hat die Annahme, menschliches Verhalten könne sich über plumpe Reiz-Reaktions-Schemata erklären lassen, schon vor Jahrzehnten widerlegt.

Wir Videospiel-Fans appellieren an Journalisten, sich mit Spielen und der Gesetzeslage, über die sie berichten, professionell auseinanderzusetzen. Kennen Sie den Unterschied zwischen ab 18 Jahren freigegebenen und indizierten Spielen? Wissen Sie ob World of Warcraft ein Egoshooter oder ein Online-Rollenspiel ist und ob Counterstrike nur Gewalt enthält oder Gewalt verherrlicht? In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass Journalisten all das nicht wussten und mittels ausgesuchter Experteninterviews ihre eigenen Vorurteile gegenüber Videospielen bestätigten.

Journalistische Sorgfaltspflicht

Bei genauem Hinsehen werden Sie, verehrte Journalisten, feststellen, dass es eine breite Palette an Psychologen, Medienpädagogen und Erziehungswissenschaftlern gibt, die nicht durch die Talkshows tingelt, keine lauten Verbotsschreie von sich gibt, sondern zur Differenzierung auffordert. Die journalistische Sorgfaltspflicht gebietet Ihnen ihre Recherche vorurteilsfrei und ergebnisoffen zu gestalten und in Konflikten beide Seiten darzustellen. Berichten Sie über die Erkenntnisse der Medienforschung, statt pauschal vorzuverurteilen. Warum erwähnen Sie überhaupt , dass der Massenmörder von Winnenden auch Computerspiele auf seinem Rechner hatte, wenn nicht bewiesen wurde, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Medieninhalten und Gewalttaten besteht?

Möglicherweise haben Sie das Gefühl, die negative Wirkung von Videospielen liege auf der Hand, weil viele jugendliche Attentäter gewalthaltige Games besaßen. Wenn sie annehmen, hier bestünde ein einwandfreier Kausalzusammenhang, dann ignorieren Sie, dass Millionen Menschen sich mit derartigen Medien beschäftigen und ein friedliches Leben führen. Die Schlussfolgerung, die Sie mit einem Satz wie “alle Attentäter beschäftigten sich mit Gewaltspielen” ihren Lesern/Hörern/Zuschauern aufnötigen, folgt der gleichen Pseudo-Kausalität, wie die Aussage “Alle Attentäter sahen gerne fern” oder “Alle Attentäter aßen gerne Kartoffeln”. Macht das Sinn, verehrte Journalisten?

Politikverdrossenheit durch Ignoranz und Populismus

Wir Videospiel-Fans appellieren an Politiker, reflexhafte Verbotsschreie nach Attentaten einzustellen. In Bierzelten mag das Applaus bringen, aber Sie machen sich bei den Millionen von wahlberechtigten Menschen, die sich besser mit Spielen auskennen als Sie, lächerlich. Ihre Erklärungsversuche und Schuldzuweisungen strotzen vor Ignoranz und Populismus. Sie schüren so – gerade bei jungen Leuten – die Politikverdrossenheit und Sie treiben Menschen, die noch wählen gehen, zu anderen Parteien.

Aus unserem Leben sind Medien nicht mehr wegzudenken. Warum haben wir immer noch keine regelmäßige Medienerziehung in den Schulen? Warum wird so wenig für die Aufklärung von Eltern bezüglich Medienwirkungsweisen und Medieninhalten getan? Warum wird zugelassen, dass unser Schulsystem aussortiert und frustriert und so eine hohe Zahl von Schulversagern produziert? Wie kann es sein, dass die einzige Anerkennung, die einzigen Erfolgserlebnisse, die manche Jungs erfahren aus Videospielen kommt? Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und der Anerkennung in den Schulen und wir müssen uns bewusst werden, welche Verantwortung Eltern hinsichtlich des Medienkonsums ihrer Kinder haben. Hier sind Sie gefragt, verehrte Politiker.

Nachhaltige Politik nimmt die Eltern in die Pflicht

Wir haben eines der restriktivsten Jugendschutzgesetze der Welt in Deutschland und das ist auch gut so. Wenn dennoch Spiele, die nicht für Kinder bestimmt sind, von Kindern gespielt werden, woran liegt das dann? Eltern sind verantwortlich dafür, dass ihre Kinder gut ernährt, gekleidet, erzogen werden. Wenn sie ihre Kinder verwahrlosen lassen, ist das ein Fall fürs Jugendamt. Wenn aber Kinder stundenlang vorm Fernseher oder dem Computer sich mit Inhalten beschäftigen, die nicht für sie gemacht sind, wenn diese Kinder also medial verwahrlosen, wieso ignoriert man dann die Verantwortung der Eltern und ruft nach Verboten für Videospielen? Nachhaltige Politik, die nicht nur auf schnelle Aufmerksamkeit abzielt, schaut auf die Ursachen, nicht auf die Symptome und nimmt die Eltern in die Pflicht.

Wir Videospiel-Fans appellieren an Eltern sich mit ihren Kindern und den Medien, die sie begeistern, auseinander zusetzen. Wenn Sie ihren Kindern schon Fernseher, Spielkonsolen oder Computer ins Zimmer stellen, sollten sie auch wissen, was damit gemacht wird. Sie werden feststellen, dass viele Spiele wunderbare Geschichten erzählen, die begeistern und berühren. Sie werden feststellen, dass viele Spiele völlig friedlich sind. Sie werden feststellen, dass Spiele, in denen Gewalt vorkommt, Brutalität nicht um der Gewalt willen eingesetzt wird, sondern als Handlungsaspekt einer Geschichte oder im Rahmen eines sportlichen Wettkampfs mit Teamcharakter.

Wenn ihr Kind aber auch Spiele besitzt, die erst ab 18 freigegeben oder gar indiziert wurden, so passiert das maßgeblich deshalb, weil Sie als Vater oder Mutter keinen oder zu wenig Überblick haben, was Ihr Kind eigentlich macht. Schauen Sie hin, haben sie Interesse und haben Sie den Mut Ihren Kindern Spiele, die nicht für Kinder gemacht wurden, wegzunehmen und zu verbieten. Die Verantwortung für ihre Kinder kann ihnen niemand abnehmen, nicht der Gesetzgeber und kein Zensor.

Gewaltverherrlichende Spiele sind bereits verboten in Deutschland

Es gibt in Deutschland komplexe, mehrstufige Restriktionen für Gewaltinhalte. Komplett verboten ist schon lange die Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt (§ 131 StGb). Spiele oder andere Medien, auf die das nicht zutrifft, die aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gefährden, werden von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien indiziert (§ 18 JuSchG) und dürfen nicht beworben oder offen verkauft werden. Spielezeitschriften dürfen nicht mal Rezensionen mit den Namen von indizierten Spielen drucken. Zu kaufen sind sie nur für Erwachsene, die im Laden gezielt danach fragen, weil indizierte Spiele nicht offen in Geschäften ausliegen dürfen.

Spiele oder andere Medien, die nicht kinder- oder jugendgefährdend aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen, dürfen nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden (§ 14 JuSchG). Sie werden je nach Inhalt von der USK, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, freigegeben ab 6, 12, 16 Jahren oder erhalten gar keine Jugendfreigabe (= Verkauf ab 18). Diese Spiele enthalten eine Kennzeichnung und dürfen normal beworben und in Geschäften präsentiert werden. Politiker, Journalisten oder andere, die fordern, gewaltverherrlichende Spiele müssten endlich verboten werden, verkennen, dass das schon der Fall ist (siehe oben).

Wir sind keine potentiellen Gewaltverbrecher oder Psychopathen

Bei einem Thema wie Jugendschutz und der Verhinderung von Gewalttaten ist es nicht nur wichtig, sondern absolut unerlässlich zu wissen, wovon man spricht. Da gibt es Leute, für die alleine schon der Verdacht, Videospiele könnten negative Einflüsse haben, genügt, um Verbote auszusprechen. Ob denen bewusst ist, dass sie damit die im Grundgesetz garantierte Meinungs- und Medienfreiheit mit Füßen treten, darf bezweifelt werden. Nur, was bringt es Spiele zu zensieren und zu verbieten, wenn der Nutzen dieser Restriktionen nicht erwiesen ist, sogar von den meisten Experten in Zweifel gezogen wird?

Wir Fans von Videospielen haben im Hinblick auf Games die Medienkompetenz, die vielen Journalisten, Politikern und leider auch Eltern abgeht. Viele von uns haben selbst Kinder, einige bloggen oder nutzen andere Web2.0-Techniken und nehmen so an der Debatte teil. Wir sind ganz normale Leute und wir sind viele. Wir wollen nicht mehr belogen und in die Nähe von Gewaltverbrechern und Psychopathen gerückt werden. Wir wünschen uns eine offene, auf Fakten basierende Diskussion. Hören Sie auf unsere Stimmen.

(Quelle: www.Gefuehlskonserve.de)

Bereits im Jahr 2006 gab es im "NormCast" Nr.66 ein Gespraech mit Olli, einem Online-Gamer, anlaesslich der damaligen, aehnlich gelagerten Ereignisse von Emsdetten. Zu hoeren bei Interesse hier.

Der obige Text von Deef ist von ihm selbst zusaetzlich vertont worden: "Gefuehlskonserve" Nr.168

Update vom 24.03.2009: Der Bayerische Rundfunk hat Deef hierzu befragt: "Suedwild"

KategorienComputerkram, Medien

eBook Reader – nuetzlich oder Ballast?

19. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

Es ist schon ein paar Jahre her, als der "klassische" iPod auf den Markt kam. Puenktlich zum Erscheinen der zweiten Generation mit 20 GB Festplatte gab es dann auch hier den ersten (und bisher einzigen) Ausflug in die Apple-Welt. Das Geraet blieb ungefaehr 14 Tage und wurde dann ohne grossen Verlust wieder versteigert. Der Grund war einfach: Schon beim Betrachten des blossen Formats war klar, dass viel mehr damit machbar sein muesste als wie nur das blosse Abspielen von Musik hinter einem monochromen Display. Und dafuer war der iPod mit seinen damals mehr als 300 Euronen Kaufpreis und dem ziemlich elitaer-proprietaeren Gehabe der zugehoerigen Software einfach zu teuer. Geruechte um ein Serienproblem mit dem Akku, dessen Behebung haette teuer werden koennen, trugen ebenfalls nicht zur Zufriedenheit bei…

Schon bald kuendigte sich der iPod Photo an und glaenzte mit einem Farb-Display. Mittlerweile koennen die Geraete natuerlich auch Videos abspielen. Es geht immer weiter. Aber schon damals war klar, dass so ein Geraet der Schluessel zur Bequemlichkeit sein koennte, sollte es denn irgendwann einmal alles in sich vereinen, was Mann/Frau gerne als Extra-Ballast mit sich herumschleppt: Telefonfunktion, Internetzugang, Fernsehen, Radio, Kamera, mobile Jukebox, Organizer etc…

Das ist mittlerweile Realitaet. Hier und da mit Abstrichen, aber generell durchaus erhaeltlich und es wird nicht mehr lange dauern, bis das ultimative Allround-Geraet auf den Markt kommt. Das iPhone ist es (noch) nicht…

In diesen Zeiten kommen diverse Firmen daher und versuchen mit den "eBook Readern" in punkto Abmessungen wiederum verhaeltnismaessig grosse Geraete am Markt zu platzieren, welche (abgesehen von rudimentaeren MP3-Abspielmoeglichkeiten) eigentlich nur einer Funktion dienen: dem Lesen von papierlosen, elektronischen Buechern. Gehaeuse fuer PDF-Dateien sozusagen. Und fuer weitere Formate, ueber die mal wieder keine Einigung herrscht. Zugegeben, das speziell dem Zweck angepasste, augenschonende Display ist sicherlich ein grosser Pluspunkt dieser Geraete. Das "Umblaettern" soll aber noch sehr lange dauern und stark bebilderte Seiten erscheinen ebenfalls etwas grob und behaebig. Natuerlich kann die haeusliche Bibliothek im Idealfall in so einem Geraet untergebracht werden und somit waere es die Buch-Variante zur mobilen MP3-Jukebox.

An dieser Stelle stellt sich aber dann doch die Frage, ob ein gutes Laptop und/oder ein Netbook diese Aufgabe nicht ebenfalls uebernehmen koennte, denn damit funktionieren auch die meisten anderen, gaengigen Anwendungen richtig. Bis auf das dem Dauerlesen angepasste Spezialdisplay fehlt einem gaengigen Kleinlaptop sicherlich nichts, doch auch ein normales Display laesst sich sehr augenschonend einstellen. Im Gegensatz zum (Musik-) Hoeren braucht man zum Lesen ja ein Display und dementsprechend groessere Geraete.

Eigentlich hat es doch mehr Charme, beim Haendler an der Ecke ein Taschenbuch zu kaufen und sich damit auf eine Parkbank zu setzen. Gut, in punkto Musik koennte man aehnlich argumentieren, dass eine CD her muss, aber deren Wiedergabe ist ja gerade im Mobilbetrieb sehr stossanfaellig und viele Leute haben auch unterwegs gerne eine groessere Auswahl dabei. Aber wer liest mehr als hoechstens zwei Buecher gleichzeitig und muss diese staendig (u.U. in einem Extra-Geraet, welches nur dafuer gedacht ist) dabei haben?

KategorienComputerkram, Medien

Westfalen-Blatt-Artikel

18. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

Am heutigen Mittwoch ist in der Guetersloher Lokalzeitung ein Artikel ueber das Mal-Sondock-Projekt erschienen. Wie es bei solchen Sachen leider mal vorkommen kann, beinhaltet der hier nachfolgend zitierte Artikel ein paar kleine Fehlerchen, die ich mir erlaubt habe, in Kursivschrift zu kommentieren…

Zuvor sei fuer die eventuellen "Neuankoemmlinge" auf dieser Seite noch erwaehnt, dass begleitend zu dieser CD-Veroeffentlichung ein neuer Podcast erschienen ist, der ein brandneues, weiteres Interview mit Mal Sondock beinhaltet. Eine kostenlose Downloadmoeglichkeit gibt es hier.

Auf Hit-Jagd mit Kassette

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Musik gratis »runterladen«? Kinder, das ist doch nichts Neues. Das haben eure Eltern auch schon gemacht. Mittwochabend, 20.05 Uhr, WDR 2. »Mal Sondocks Hitparade« hieß die Sendung. Der Gütersloher Norman Osthus hat drei CD-Boxen mit Songs und Stimmen aus dieser Zeit bei »SonyMusic« produziert.
Anmerkung N.O.: Es sind eigentlich zwei CD-Boxen (70er und 80er Jahre) mit jeweils drei CDs, bei denen ich "nur" die jeweils dritte CD gemacht habe.

Na gut, das Runterladen war eher ein Mitschneiden. Auf so genannten Tonbändern, die zwischen zwei Plastikdeckeln installiert waren. »Kassetten« nannten sich die Dinger. Man musste bei Liedern wie »Don’t bring me down« vom Electric Light Orchester (ELO), »Boat on the river« von Styx oder »Carbonara« von Spliff sehr genau hinhören, um auf dem Kassettenrekorder rechtzeitig die Aufnahmetaste und vor allem um rechtzeitig die Pausentaste zu drücken.

Mal Sondock hatte die Angewohnheit, kurz vor Ende des Songs hineinzuquatschen. Den Augenblick musste man abpassen.

Hätten wir damals geahnt, dass Norman Osthus (40) aus Gütersloh die ganzen Songs samt den Moderationen von Mal Sondock mal auf eine »CD« pressen würden, hätten wir uns die ganze Arbeit auch schenken können. Anmerkung N.O.: Naja, "ganz" ist wohl uebertrieben :)
Wir konnten es aber nicht ahnen, weil wir nur Schallplatten kannten. Und von »Podcasts« im Grunde heute noch nicht genau wissen, was das eigentlich ist. Norman Osthus aber wusste es vom ersten Augenblick an.

Er ist einer von 30 Deutschen, die 2004 mit der Aufnahme solcher Podcasts begonnen haben. Die Ergebnisse sind auf seiner »Homepage« im Internet zu hören.
Anmerkung N.O.: Die Zahl kommt wohl von der Laufnummer "26", die der NormCast beim Portal "Podster.de" innehat.
Norman Osthus interviewte die Idole seiner frühen Radiotage. Die Moderatoren Werner Reinke, Henning Wehland und eben Mal Sondock.
Anmerkung N.O.: Henning Wehland ist aber kein Radiomoderator, sondern der Chef der "H-Blockx" und Mitsaenger bei den "Soehnen Mannheims".

In den Interviews erzählt Mal Sondock, wie er als Vertretung von Chris Howland zum deutschen Radio gekommen war, wie er das »Record Hopping« in den USA erfunden hatte, die Vorläufer der Discotheken. Wie er mal neben Kirk Douglas in einem Film aufgetreten war und wie er den Schlagersänger Michael Holm entdeckt hatte. »Mal Sondock hat auch die Top 20 erfunden, also die Gewichtung von Liedern nach Hörerwünschen in einer Hitparade«, erläutert Norman Osthus, der die Pottcasts (Anmerkung N.O.: Mit Kaffeepötten haben PoDcasts nicht immer was zu tun :)) an Computer und Schneidegerät in einem Zimmer an der Kahlertstraße bearbeitet.

Seine Interviews mit Mal Sondock hatten solch eine hohe Qualität, dass die Manager von »SonyMusic« darauf aufmerksam wurden. Tja, und darum gibt es jetzt diese »CDs«.

www.normcast.de

(Quelle: Westfalen Blatt-Webseite, 18.03.2009)

Vielen Dank an’s Westfalen Blatt fuer’s Interesse! :)

KategorienLokales, Medien

Fernsehrueckblick

11. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

Ein weiteres, neues und interessantes Video-Projekt geht an den Start: RetroTV.

Es gab bisher eigentlich nur zwei Videopodcastformate, bei denen unsereins sich vorstellen konnte, selbst aktiv zu werden. Das waere eines davon gewesen und es war auch nur eine Frage der Zeit, wann jemand es in die Tat umsetzen wuerde…

RetroTV beschaeftigt sich mit dem Fernsehen aus der Vergangenheit. Dabei werden gleich in der ersten Folge anhand von alten "Hoerzu"-Programmzeitschriften (nur echt mit dem "Pillhuhn") kultige Fernsehsendungen besprochen und kurze Ausschnitte aus ihnen gezeigt. Zwar werden an passender Stelle auch die entsprechenden DVDs in die Kamera gehalten, reine Werbung ist es aber gluecklicherweise nicht. Zwei Leute sprechen ueber diese Serien, ein Zeitzeuge und ein juengerer, der eine an Oliver Kalkofe erinnernde Stimme hat. Das Ganze kommt recht sympathisch daher.

"Hokus Pokus, Glucks und Truebes Wasser"… Na? Klingelt’s? Richtig – Plumpaquatsch :) Der kommt zu Wort, ebenso sieht man den "Kli-Kla-Klawitter-Bus" sowie Harald Juhnke und Klaus-Juergen Wussow als "Sergeant Berry". Acht Minuten Kurzweil sind garantiert und ich bin ja mal gespannt, was zukuenftig noch alles ausgegraben wird.

Unbekannte, mittlerweile fast in Vergessenheit geratene Sendungen gibt es noch zuhauf zu entdecken: "Lemmy und die Schmoeker", "Kompass", "Der Andro-Jaeger", "Holmes & YoYo" und viele mehr. Einschalten!

KategorienMedien