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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Fernsehen aus aller Welt

7. Februar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Der Schritt geht eindeutig in die richtige Richtung. Ein barrierefreies Internet kennt keine Regionalcodes und Aussperrungen aufgrund von laenderspezifischen IP-Adressen. Doch bis dahin ist es leider noch ein langer, steiniger Weg. Die Krise beim auf den Bildschirm starrenden Mausklicker faengt schon bei YouTube an, wenn dort nach Anwaehlen eines ggf. amerikanischen Videos der schoene Satz "Sorry, this video can`t be displayed in your country" steht…

Virtuelle Fernsehdienste wie "Zattoo" oder "Wilmaa.com" sind leider auch regional beschraenkt oder haben ein regional-wechselndes Programmangebot. Die allermeisten Auswanderer koennten ihre Heimatsender doch bequem ueber das Internet empfangen, wenn da nicht diese stumpfsinnigen Lizenz- und Verbreitungsgrenzen waeren. Da liegt auch das Problem. Es muessen neue Lizenzmodelle her, die auch von kleineren Sendern bewaeltigt werden koennen.

Das oesterreichische ORF1 ist z.B. auf dem Astra-Satelliten digital verschluesselt und fuer den "Normal-Deutschen" nicht sichtbar. Gruende dafuer gibt es mehrere, z.B. verhindert eine innerdeutsche Lobby erfolgreich die Verbreitung von ORF1, denn dort laufen die gaengigen Filme und Serien ohne Werbeunterbrechungen und in sehr guter Bild- und Tonqualitaet. Aber der ORF erwirbt die Lizenzen natuerlich nur fuer den inneroesterreichischen Bereich und somit kollidieren die Interessen. Die deutschen Sender sind in Oesterreich trotzdem frei empfangbar.

In Zukunft muessten ueberregionale Lizenzmodelle mit Abonniermoeglichkeiten etabliert werden. Im Zeitalter des schnellen Internets, HDTV verbreitenden Satelliten und Set-Top-Boxen sollte das zumindest in technischer Hinsicht kein Problem sein (noch vorhandene, ggf. DSL-freie Oasen mal ausgenommen). Fremdspracheninteressierte haetten sicherlich gerne z.B. diverse englische und amerikanische, franzoesische oder spanische Sender zur Verfuegung. Und das zuverlaessig nebst ordentlicher Qualitaet.

Ein erster, kleiner Schritt in diese Richtung ist das kostenlose WWITV. Die hochwertigen Programme muss man dort zwar mit der Lupe suchen, trotzdem bietet sich dort die Moeglichkeit, Fernsehsender und weitere Videostreams inklusive diverser Webcams aus aller Welt zu sehen. Teilweise geschieht dies zumindest schonmal auf dem technischen Niveau einer Video-CD. Manchmal sehen die Streams aber auch vergroessert noch gut aus. Fernsehsender aus Haiti oder Djibouti, den Philippinen oder der Schweiz wecken sicherlich die ein- oder andere Neugier. WWITV bietet die Streams nicht selbst an, es ist eher eine Linksammlung fuer ohnehin im Netz verfuegbare Videoangebote, teilweise "live", teilweise aber auch fuer abrufbare Aufzeichnungen.

Ein Tip fuer Leute mit Englischkenntnissen: Ueber WWITV ist das regulaere, daenische Fernsehen empfangbar. Dort gibt es viele amerikanische Serien und Filme im Originalton mit daenischen Untertiteln. Das deutsche Musikfernsehen "Deluxe TV" ist ebenfalls verfuegbar. Ansonsten findet sich in der Auflistung natuerlich auch viel Schrott, aber der muss ja nicht weiter beachtet werden.

Fazit: Fuer unterwegs auf dem Laptop ist das gegebenenfalls eine recht praktische Sache!

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Podcasts vor vier Jahren

6. Februar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Im Jahr 2005 erregte der Begriff "Podcast" nach ersten Achtungserfolgen im Jahr zuvor erstmalig eine etwas groessere Aufmerksamkeit auf breiterer Ebene. Allerdings gab es die vielen Spartenpodcasts z.B. von den Radiosendern noch nicht und die Szene war deutlichst ueberschaubarer. Virtuelle Privatfunker hatten damals noch groessere Chancen, beachtet zu werden. Heute geht doch vieles in der Gesamtmasse schlicht und ergreifend unter…

Viele Podcasts sind auch tatsaechlich untergegangen, andere haben sich wacker gehalten. Einer der ersten Podcasts, die sich auf einen Fachthemenbereich spezialisierten, war und ist der "SharePointPodcast" von Michael Greth, der jetzt sein vierjaehriges Jubilaeum feiert.

Das Bild ist ein Screenshot aus der Anfangszeit des Portals "Podster.de", datiert auf den Mai 2005, welches natuerlich aus meiner Sicht aus naheliegenden Gruenden aufgehoben wurde :) Der "NormCast" war damals tatsaechlich ueber Wochen ganz oben in den dortigen Charts. Derzeit taucht er da nicht mehr auf, auch weil er seit einigen Wochen ruht, also nicht aktualisiert wurde.

Weitere Portale versuchten sich in der Folgezeit neben "Podster.de" und Fabio`s "Podcast.de" zu etablieren, letztendlich duerfte hier aber die Podcast-Implementierung in Apple`s "iTunes"-Software einer der groessten Meilensteine gewesen sein.

Mittlerweile gibt es auch einige neuere, private Podcasts, die sich trotz kommerzieller Konkurrenz ebenfalls etablieren konnten, z.B "Duebel`s Geistesblitz" oder die "Ohrenblicke". Es lebt also weiterhin, auch wenn der allgemeine Enthusiasmus, diese Aufbruchstimmung, die so zwischen 2004 und 2006 deutlichst zu spueren war, mittlerweile doch einer gewissen Normalitaet gewichen ist…

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Stummfilme bei YouTube

1. Februar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Dem ein- oder anderen ist die Sache vielleicht noch in Erinnerung: Eine Mutter filmte ihr Kleinkind, wie es zu den weit im Hintergrund laufenden Klaengen eines Liedes von Prince wilde Runden durch die Kueche drehte und stellte dieses Video bei YouTube ein. Drollig anzusehen und in keinster Weise anstoessig gemeint.

Aufgrund der Tatsache, dass der im Hintergrund dudelnde Song bei der "Universal Music Group" registriert ist, liess diese das Video zwischenzeitlich loeschen. Die Frau erhob eine erfolgreiche Gegenklage (siehe hier).

Jetzt geht ein weiterer Medienriese in die YouTube-Offensive: Videos, in denen vermeintliche Inhalte, die bei den "Warner Brothers" registriert sind, verwendet wurden, werden jetzt schlicht und ergreifend stummgeschaltet. Das Video bleibt weiterhin sichtbar, der Ton stumm. In den allermeisten Faellen ist das natuerlich das Todesurteil fuer das Video…

Vor drei Jahren habe ich ein altes Video eingespielt, welches eine voellig deformierte Vinyl-Single zeigt, die sich zum groessten Erstaunen doch noch nahezu einwandfrei abspielen liess. Es war eine alte Motown-Single mit Marvin Gaye`s Klassiker "I Heard It Through The Grapevine". Das insgesamt knapp zweiminuetige Video zeigt diese sich auf einem Technics-Plattenspieler drehende Platte, der Ton wurde von (m)einem englischsprachigen, erklaerenden Kommentar meistenteils komplett ueberlagert. Viele Leute haben das Video gesehen und groesstenteils nette Kommentare dazu hinterlassen.

Jetzt ist auch dieses Video stummgeschaltet worden, eine entsprechende Email-Nachricht von YouTube mittlerweile eingetrudelt. Nun ist das zwar kein Weltuntergang, aber solche Kleinkariertheit kann einem schonmal den imaginaeren Hut hochgehen lassen. Die Tonqualitaet des Videos haette in keinster Weise einem Raubkopierer Nutzen bringen koennen, es wurde kein vollstaendiger Song gespielt und im Grunde genommen lief dieser nur im Hintergrund.

Wenn zukuenftig alle Videos, in denen auch nur winzige Hintergrund-Tonfetzen von Musik zu hoeren ist, die irgendwie in Verbindung mit der "Warner Brothers Music Group" steht, geloescht oder audiomaessig verkrueppelt werden, dann ist YouTube ganz schnell wieder da, wo es einmal war: am Anfang.

YouTube ist mittlerweile zu einer wahren Schatztruhe fuer Videoinhalte geworden. Kaum ein altes Musikvideo, welches es dort nicht gibt und das zur Freude der Suchenden. Wie oft habe ich beispielsweise schon nette Abende mit Freunden und Bekannten erlebt, bei denen irgendwann zu einem Thema auch die entsprechende YouTube-Visualisierung gesucht und gefunden wurde…

Ein Vorschlag waere tatsaechlich, YouTube teilweise kostenpflichtig zu machen. Jeder, der geschuetzte Inhalte wie Ausschnitte aus Spielfilmen oder Musikvideos sehen moechte, zahlt einen (angemessenen!) monatlichen Obulus, mit dem dann die Tantiemen abgedeckt werden koenn(t)en. YouTube ist doch mittlerweile zu einer Art "Kulturgut" geworden und es waere schade, wenn die engstirnige Denkweise einiger Plattenbosse zur Folge haette, dass dieses tolle Archiv verkrueppelt und gepluendert wuerde…

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RTL-Rach: Schein und Sein

27. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

"Rach, der Restauranttester" ist ein (TV-) Format mit Format (siehe hier). Eine Sendung mit Niveau und man koennte meinen, dass sie auf allen moeglichen Fernsehsendern laufen koennte, nur nicht auf RTL. Doch genau das ist der Fall.

Warum auch nicht, denn einige Formate des "Dschungelsenders" waren ("7 Tage-7 Koepfe") und sind ("Wer wird Millionair") tatsaechlich sehenswert, waehrend sich die oeffentlich-rechtlichen mittlerweile ja auch zumindest sporadisch mal auf`s duenne Eis wagen. Selbst sehr "spezielle" Auftritte und eine sprichwoertliche "Scheiss-Wette" sind dort nicht mehr tabu. Wie sagte Thomas Gottschalk in seiner juengsten "Wetten, dass…"-Sendung so treffend: "Eure Scheisse koennen wir schon lange…"

…und was schrieb mir kuerzlich ein RTL-Insider, als ich ihn mit der (natuerlich von mir subjektiv-empfundenen) Kluft zwischen Niveau (Rach) und Abgrund (Dschungelcamp) auf seinem Heimatsender konfrontierte: "Was tut man nicht alles fuer 37%…"

Die Sendung mit dem Sternekoch Christian Rach, der in Not geratene Restaurants mit viel Sachverstand und Einsatzfreude im Idealfall (der nicht immer gegeben ist) wieder auf die Spruenge hilft, war und ist unterhaltsam, gewissermassen "spannend", nicht zu abgehoben und wirkt authentisch.

"Damals" (2007) bin ich erst spaeter darauf aufmerksam geworden, nachdem schon ein paar wenige Folgen gelaufen waren. Deswegen ist mir auch entgangen, dass die jetzt in den letzten Wochen gezeigten Folgen Wiederholungen waren. Nun folgte aber die wohl in Erinnerung gebliebene Folge mit dem "Conmux" in Berlin aus der ersten Staffel, die gleich als Wiederholung enttarnt wurde. Nanu? Wie konnte das sein? Es war doch eine neue Staffel angekuendigt? Kein Kommentar.

Dadurch angestachelt wurde die Wiederholung ignoriert und Google bemueht. Erstaunliches kam dabei zutage. Auf der Webseite des "Historik Hotel Ochsen" gibt es einen offenen Brief an Christian Rach zu lesen, den die Betreiber des Gasthofs zusammen mit ein paar Zeitungsartikeln dort veroeffentlicht haben. Der historische Gasthof "Ochsen" war zuvor Schauplatz einer Folge mit dem Restauranttester gewesen.

Zitat(e):

"(…) Wir haben keine Werbesendung für unser Haus erwartet. Allerdings wäre es schön gewesen, auch positive Szenen z.B. von der Kulinarischen Weinprobe im Weinkeller oder der Feier in der Kelter mit ca. 90 Personen zu zeigen. Die Zustimmung zum Senden hatte das Produktionsteam ja von den Gästen eingeholt. Offensichtlich soll das Negative überwiegen um es dann medienwirksam in Szene zu setzen. (…)"

"(…) Im Großen und Ganzen war die Sendung recht nah an den tatsächlichen Vorgängen. Doch einiges kam zu kurz oder wurde verfälscht dargestellt. Dass bei solch einer „Reality-Show“ die Quote über allem steht und auf persönliche Befindlichkeiten wenig bis kein Wert gelegt wird, war uns im Vorfeld klar. (…)"

…und aus einem Artikel "Bietigheimer Zeitung":

"(…) Mitte November 2005 rückte bereits das Produktionsteam an. Zehn bis zwölf Personen hielten sich neun Tage im Ochsen auf, filmten von morgens bis abends. (…) Doch man verstand sich gut, führte mit Promikoch Rach fruchtbare Gespräche. Da wollten die Gastgeber auch nicht kleinlich sein, als das TV-Team den Wunsch geäußert haben soll, eine private Geschichte etwas "medienwirksamer" zu inszenieren, als sie es tatsächlich war. (…) Ansonsten sei nach Meinung der Geschäftsleute stark selektiert worden. Fast ausschließlich Szenen, in denen die Eheleute, so wie sie finden, unangenehm pingelig oder inkompetent wirkten, seien ausgewählt worden. Darüber hinaus seien Sprecherkommentare nachträglich über Szenen gelegt worden, "die in dieser Form gar nicht stattgefunden haben" (…)"

Wem glaubt der Ottonormalkonsument nun eher? Der Produktionsfirma, deren Film via RTL ausgestrahlt wurde oder den Restaurantbetreibern, die sich auf ihrer eher privat anmutenden Homepage in einem offenen Brief ueber die Dreharbeiten auslassen? In Anbetracht der Formulierungen auf der Webseite des "Ochsen" ist man definitiv nicht abgeneigt, den Hoteliers eher Glauben zu schenken. Zumal sich die Privatsender und deren "Street-Teams" nicht immer mit Ruhm bekleckert haben, wenn es darum ging, publikumswirksame Konflikte und Skandale boulevardmaessig auszuschlachten und/oder sie im Dienste der Sache bzw. der Quote gar erst entstehen zu lassen.

Andererseits koennte ein Medienriese wie RTL vielleicht sogar nachvollziehbarerweise auch argumentieren, dass diese Restaurants / Hotels / Gasthoefe ihre kurzzeitige Medienpraesenz und den daraus resultierenden Bekanntheitsgrad bestmoeglich ausnutzen wollen und sich deswegen zu derartigen Aeusserungen hinreissen lassen.
…the answer, my friend, is blowin' in the wind…

"Doku-Soap", "Reality-TV"… das gibt es so gesehen nicht. In diesem Fall wurde um einen sicherlich kompetenten Sympathietraeger mit guten Absichten herum anscheinend eine Suppe aus heile Welt und Schlachtfeld bzw. Realitaet und Fiktion gekocht, die diesmal leider einen etwas faden Nachgeschmack hinterlaesst.

Im Grunde genommen wurde man dadurch aber auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurueckgeholt und die steinalte Erkenntnis "es ist ja nur Fernsehen" mal wieder untermauert…

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Das Ende von Prison Break

17. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Es war im Jahr 2005 schon eine kleine Sensation, dass eine Fernsehserie, die sich um nichts anderes als einen Gefaengnisausbruch drehte, zum einen tatsaechlich unheimlich spannend daherkam und zum anderen eine ganze Staffel fuellen konnte. Die Tatsache, dass die Fernsehserie "Prison Break" mittlerweile bereits in der vierten Staffel in den USA laeuft (in Deutschland gibt es derzeit die aufgrund des Autorenstreiks kuerzere, dritte Staffel beim Dschungelsender RTL) verwundert zusaetzlich. Allerdings kam bei den Machern nun die Erkenntnis, dass jetzt alle Geschichten erzaehlt seien. Fazit: Die Serie wird nach der vierten Staffel eingestellt. Gut so! Bisher war es spannend und sehenswert und es wuerde dem zukuenftigen Ansehen der Serie sicherlich schaden, wenn die Handlungsboegen ueberspannt werden wuerden.
Weniger is manchmal mehr…

Zitat von der Prison Break – Fanpage:
"Es war ein langes Hoffen und Bangen, ob die vierte Staffel wirklich die letzte sein wird. Nun ist es offiziell: FOX gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass die vierte Staffel von Prison Break zugleich auch die letzte sein wird. Am 17. April 2009 wird Fox beginnen, die letzten Folgen von Prison Break auszustrahlen. Den Fans bleibt nur noch die Hoffnung auf ein gelungenes Ende und eventuell eine Doppelfolge zum Abschluss."

http://www.fox.com/prisonbreak

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