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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Ein Quantum Trost

29. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

…das ist der Titel des neuen und insgesamt zweiten James-Bond-Films mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Gleichzeitig ist das ein Beispiel dafuer, wie ungluecklich ein eingedeutschter Filmtitel klingen kann und das, obwohl in diesem Fall ausnahmsweise mal woertlich und auch richtig uebersetzt wurde.

Es gab und gibt weitaus duemmlichere, deutsche Uebersetzungen englischer Filmtitel. So hiess der alte Dean-Martin-Film "Mr. Ricco" hierzulande "Was nutzt dem toten Hund ein Beefsteak" und die beiden "stahlharten Profis" Mel Gibson und Danny Glover kommen in einer vierteiligen Actionreihe vor, die im Original eigentlich "Lethal Weapon" heisst.

Aber nicht immer wurden deutsche Synonyme gefunden. Der Science-Fiction-Film "Alien Nation" (Vorlaeufer der gleichnamigen TV-Serie) hiess in Deutschland tatsaechlich "Spacecop L.A. 1991" und aus Sandra Bullock alias "Miss Congeniality" wurde "Miss Undercover". Strange…

Hoffen wir mal, dass der neue Bond-Film besser ist als sein Name. Wer sein Wissen ueber Miss Moneypenny, "Q" und andere vorab selbst testen moechte, kann das derzeit bei der Netzeitung machen. 23 teilweise verzwickte Fragen warten, zu gewinnen gibt es allerdings nichts… Link zum 007-Quiz

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Tod auf Sendung

27. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

Fernsehen hatte frueher den Hauch des Unerreichbaren. Heutzutage ist es anscheinend recht einfach, einen Fernsehkanal ins Leben zu rufen, auch dann, wenn dessen Inhalt sich ausschliesslich um den Tod drehen soll…

Eine Zap-Orgie auf dem digitalen Astra-Satelliten laesst viele Abgruende und Exoten zutage kommen. Neben unzaehligen und gleichzeitig unsaeglichen Shoppingsendern sowie Astro-Kanaelen mit wahrlich oftmals schraegen Voegeln hinterm Schreibtisch bzw. vor der Kamera, locken beaengstigend-beschwoerende Bibelsender, das "deutsche Gesundheitsfernsehen", "Tier TV", "XXhome" und sogar "Sexy Sat". In diese Reihe der teilweise fragwuerdigen Spartenkanaele gesellt sich bald der neue "Trauersender" ETOS TV.

"Die Macher planen ein seriöses Programm rund ums Sterben. Natürlich soll dabei auch die Kasse klingeln. (…) Über den Satelliten Astra und das Internet soll Etos TV etwa Dokumentationen über schöne Friedhöfe senden und über Bestattungsvorsorge informieren. Trauernde können persönliche Nachrufe in Auftrag geben, die dann als kurze Filme gezeigt werden. Ein bis drei Stunden will der in brandenburgischen Glienicke ansässige Kanal pro Tag senden und sein Programm dann in der Schleife wiederholen. (…) Ein Verkaufskanal für Särge soll Etos TV jedoch nicht sein. (…) Mittelfristig soll der Sender sich und seine acht Mitarbeiter vor allem durch die Nachrufe finanzieren. Für 2000 Euro plus Mehrwertsteuer können Trauernde Fotos des Verstorbenen samt einer kleinen Ansprache einreichen. Der Sender kombiniert die Bilder mit stimmungsvoller Musik und Landschaftsbildern und lässt den Text von einem Profi sprechen – fertig ist der Multimedia-Grabstein." (Quelle: Focus.de)

Fernsehen, das die Welt nicht braucht? Moeglich. Ob die Zwischen- bzw. Nachwelt etwas damit anfangen kann, das werden wohl nur die "Stars" der Sendungen erfahren, die Verblichenen…

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Verkehrsfunk im Westen

18. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

Dieser Aufkleber klebte an der Seite eines alten Schranks. Und das wohl schon seeehr lange. Er zeigt u.a. die alten Umrisse der Bundesrepublik Deutschland und stellt die verschiedenen Verkehrsrundfunkgebiete dar. Frueher wurde das sogenannte "ARI"-Signal ueber die Radiofrequenzen ausgestrahlt, welches es -einfach ausgedrueckt- ermoeglichte, die Wiedergabe einer Cassette im Auto fuer die Verkehrsdurchsagen zu unterbrechen und danach wieder neu zu starten. Das Autoradio suchte sich quasi im Hintergrund immer einen Sender mit einer solchen Kennung, wenn die Option aktiviert war. Pro Bundesland gab es meistenteils nur eine Senderkette mit eigener Bereichskennung ("A-F") und das war eigentlich sehr angenehm. Nachdem das alte ARI-Signal im Jahr 2005 abgeschaltet wurde, uebernahm die "RDS"-Funktion endgueltig diese Aufgabe. Oftmals hoert man dadurch auf laengeren Strecken die Verkehrsmeldungen ueber mehrere Sender, zum Beispiel via Bayern 3 und kurz danach nochmal via Bayern 1. Doppelt-gemoppelt ist aber nicht immer besser…

An den Autobahnen standen frueher blau-weisse Schilder, z.B. mit der Aufschrift "Radio-hr3-89,5-F". Damit war eigentlich alles gesagt. Heutzutage muss man oefters mal scannen, um die gewuenschte Station zu finden. Je nach Guete des Autoradios ist das mal mehr mal weniger muehsam.
RDS hat Vorteile, ganz klar, aber es wird auch viel Unsinn damit getrieben. Wettermeldungen oder Hinweise auf die Webseite als Laufschrift haben im Display des Radios bei deaktiviertem (!) Radiotext nichts zu suchen und lenken nur ab. Trotzdem senden manche Sender ihre Sprueche auch da, wo normalerweise nur und permanent die Stationskennung stehen sollte. Das fuehrt dann oftmals dazu, dass ein Sender bei zeitweise unguenstiger Empfangslage zunaechst nur durch ein Wort aus dem Kontext erkannt wird, z.B. "und". Und das nervt :-)

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Neues vom Önkelstieg

8. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

Vor acht Jahren veroeffentlichten Detlev Groening und Harald Wehmeier eine CD mit einem gerade in der derzeitigen (Finanz-) Situation bezeichnenden Namen: "Rauhe Zeiten". Zu dem Zeitpunkt war das Hoerspielprojekt um eine fiktive Gemeinde in Norddeutschland namens "Stenkelfeld" schon laengst durch vorherige CDs und durch Ausstrahlungen im Radioprogramm von NDR2 bekannt und beliebt.

Mit vielseitig verstellten Stimmen zeichnen die Sprecher ein liebenswertes und meistenteils auch lustiges Bild einer doerflichen Idylle, die nicht immer eine ist, mit "Menschen wie Du und ich". Der Komponist Ralf Sögel, der Hausmeister Gustav Gnöttgen, Wilhelm Ölgemöller (SPD) und Heinrich Oertel (CDU) leben und wirken in einem Ort, der eine Wim-Thoelke-Universitaet, ein Claudia-Schiffer-Gymnasium und auch eine Martin-Luther-Kaserne aufweist. Ab und zu verirrt sich mal ein "Medienlümmel" (Reporter) dorthin, der den fiktiven Einwohnern Fragen stellt und meistenteils zu erstaunlichen Ergebnissen bzw. Erkenntnissen kommt.

Das Ganze ist nett und amuesant. Natuerlich gab und gibt es auch hier maessige Folgen, groesstenteils war und ist "Stenkelfeld" aber doch aeusserst hoerenswert. NDR 2 hat das erkannt: "Wer kennt es nicht, das durchdringende "Schuhe abtreten!" von DEM Hausmeister Gustav Gnöttgen, die schmierigen Spielshows von Moderator Jean-Jacques Gelee, langatmige Ansprachen von Bürgermeister Ölgemöller oder Sänger Ralf Sögel ("Verliebte Fischer") mit seinen Hu-Summerinnen? Jetzt ist Stenkelfeld wieder da" (Quelle: NDR2.de)

Das ca. 250 Folgen umfassende Archiv des Senders wird nun aufgearbeitet und unter anderem auch als Podcast veroeffentlicht.
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Audiotische Gleichschalterei

7. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

Die Technologie ist alt, ihr Anwendungsgebiet gross. Die Rede ist von Limitern und anderem elektronischem Schnickschnack, der zwar nuetzlich sein kann, ein Audiosignal aber gerne auch mal verunstaltet. Man nehme das Beispiel Radio. Mittlerweile werden fast auf jedem Sender Techniken eingesetzt, die den Gesamtpegel durchweg anheben und auch die Klangfarbe veraendern.

Im Buergerfunk von Radio Guetersloh, wo unsereins immerhin schon 65 Sendungen gemacht hat, trat es besonders ausgepraegt zum Vorschein: An Stellen, die eigentlich leiser werden sollten, blieb es laut und man hatte den Eindruck, der Sprecher wuerde wirklich mitten in die Songs hineinsprechen. Des Raetsels Loesung: Ein Echtzeit-Filter in der Sendetechnik, der Lautstaerkeschwankungen ausgleichen soll und saemtliche Pegel auf ein glattgebuegeltes Niveau einstellt. Der Zweck ist es natuerlich, eine einheitliche Lautstaerke zu erreichen, die das Radio als "Nebenbeiberieselung" unauffaellig und den Zuhoerer bei der Stange haelt. Hatte man nun eine Sendung produziert, die laute und leise Passagen enthielt, dann waren die Ein- und Ausblendungen durch diesen zwischengeschalteten Filter leider unangenehm hoerbar. Also wurden hier fuer das Radio spaeter Sendungen produziert, deren Huellkurven schon eine Balkenform angenommen hatten, damit nicht mehr soviel nachgeregelt werden konnte und die Sendung zumindest auf einem durchgehenden Lautstaerkeniveau verblieb. Fuer Freunde der echten Dynamik war das natuerlich ein Schlag ins Gesicht, aber es war (leider) notwendig und hat auch gut funktioniert.

Beispiel Audio-CDs: Die Erstauflage der "Brothers In Arms" – CD von den "Dire Straits" strotzte nur so vor Dynamik. Leise Passagen waren leise, laute waren laut. Die Pegel verhielten sich entsprechend unterschiedlich, wobei das Gesamtvolumen den mittlereren Bereich nicht ueberstieg, was unter anderem Verzerrungen bei der Wiedergabe vermieden hat. Da eine CD so gut wie kein Eigenrauschen produziert, war so etwas in der Anfangsphase der fuer CDs bestimmten Aufnahmen auch absolut gewollt. Heutige Alben-CDs sind klanglich mittlerweile oftmals so stark angehoben, dass auch hier wieder saemtliche Pegel am oberen Limit sind und sich gerade bei dichter Instrumentierung nach einem ziemlichen "Soundbrei" anhoeren. Ein absolutes Negativ-Beispiel hierfuer ist das Album "Ode To Ochrasy" von "Mando Diao".

Bild oben links: Huellkurve des Dire Straits – Songs "Walk Of Life", als Beispiel fuer ein durchgehend ziemlich gleichlautes Lied, direkt von der Erstauflagen-CD (1985) digital eingelesen.
Bild oben rechts: Huellkurve des Dire Straits – Songs "The Man`s Too Strong", als Beispiel fuer ein in punkto Lautstaerke wechselhaftes Lied, ebenfalls von der 1985er-Ur-CD digital eingelesen.
Bild unten links: Kontrastvergleich: Coldplay`s "Talk" von der CD "X&Y" (2005), unter gleichen Bedingungen digital eingelesen.
Bild unten rechts: Huellkurve der NormCast-Radiosendung Nr.56 im extra angepassten Format :)

Im Fernsehen wird wiederum anders gedacht, natuerlich zugunsten des Werbegeldbeutels. Der Film oder die Serie befindet sich auf entweder normalem oder zu leisem Lautstaerkeniveau, waehrend die zwischenzeitliche Werbung deutlichst darueber geschaltet wird. Es ist oftmals viel zu laut und der Griff zur Fernbedienung schnell notwendig, da es manchmal wirklich eklatante und daher unangenehme Pegelunterschiede sind. An dieser Stelle kann eine verfeinerte Form der oben beschriebenen Filter- und Limitertechnik auch mal positiv eingesetzt werden und das hat sich die traditionsreiche "Dolby"-Gruppe (Jawoll, die mit den Logos auf den alten Tapedecks :)) auf die Fahnen geschrieben.

"Dolby Volume arbeitet auf zwei Ebenen. Der „Volume Leveler“ vergleicht das laufende Tonspektrum mit vorhergehenden. Dabei nutzt Dolby Techniken aus dem Profibereich, etwa eine „auditorische Szenenanalyse“. Diese Technik erkennt, welche Töne angehoben werden müssen und welche nicht. Einen abschwellenden Klavierakkord zum Beispiel dreht Dolby Volume nicht lauter. Der zweite Schritt ist der „Volume Modeler“. Er reagiert darauf, dass das menschliche Gehör bei geringer Lautstärke Höhen und Tiefen weniger gut wahrnimmt. Bei alten Stereoverstärkern gab es hierfür die Loudness-Taste. Sie ignorierte aber die tatsächliche Lautstärke und verfremdete das ursprüngliche Signal oft zu einem Tonbrei. Der Volume Modeler nutzt die Erkenntnisse der Datenkompression von MP3 oder Dolby Digital: Tondaten, die unterhalb der Hörschwelle liegen, entfallen dort einfach. Der Volume Modeler macht das genaue Gegenteil: Er hebt die Lautstärke von Klangbestandteilen, deren Lautstärke unterhalb der Hörschwelle liegt, will damit den Klang auch bei geringer Lautstärke voll und detailreich gestalten."
(Quelle: Bild Digital) => Gut so! Und schlecht fuer RTL 2 :-)

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