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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Schwere Jungs

21. Januar 2008 Kommentare ausgeschaltet

Achtung, Spoiler!

Es muss nicht immer Hollywood sein. Und Bollywood schon gar nicht :) Es gibt sie noch, die wahrlich gut gemachten und detailfreudigen Filme aus hiesigen Gefilden. Der Klassiker "Das Boot" hat es vorgemacht und einige Produktionen, die danach folgten, ueberzeugten ebenfalls durch eine bemueht-detailgerechte und gelungene Inszenierung von Vorgaengen und Geschichten aus laengst vergangenen Zeiten, wie z.B. "Comedian Harmonists" oder "Das Wunder von Bern".

"Schwere Jungs" ist ein deutscher Film (Kinostart war im Januar 2007) nach einer wahren Begebenheit. Im Jahr 1936, zur Zeit der olympischen Spiele, veranstalten ein paar Kinder in Bayern eine eigene, kleine Bob-Olympiade mit selbstgemachten Holzschlitten. Diese charmante Auftaktszene definiert schon die Charaktere, die sechzehn Jahre spaeter zur Winterolympiade nach Oslo fahren sollten, um letztendlich eine Goldmedaille fuer Deutschland einzufahren. Ein Bierbrauer, der schnell erfolgreich wird, bei vielen Dorfbewohnern aber unbeliebt ist, nicht zuletzt deswegen, weil er in "bester", kapitalistischer Manier dieses doch tendenziell ausbeutet. Darunter leidet vor allem sein groesster Wiedersacher, ein Tischler, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt und dessen Frau schwanger ist. Um diese beiden herum reihen sich viele andere, irgendwie typische Menschen, denen von seiten der Filmemacher gehoerig auf die Finger geschaut wurde. Nachvollziehbare, authentische "Charakterkoeppe", wie wir hier sagen. Letztendlich machen sich zwei zunaechst konkurrierende Bobmannschaften auf den Weg in den hohen Norden. Dort angekommen, wachsen sie aufgrund der Umstaende zusammen und tragen letztendlich beide ihr Scherflein zur Medaille bei.

"Cool Runnings" auf deutsch? Bedingt ja. Beide Filme beruhen auf wahren Begebenheiten, beide Filme zeigen einen vermeindlich-ungehbaren Weg und beide Filme bieten eine nette Portion Situationskomik (exzellent: Bastian Pastewka in einer Nebenrolle). Trotzdem sind die beiden Filme doch recht unterschiedlich, denn "Schwere Jungs" zeichnet und liebaeugelt doch sehr mit einem speziellen, aus heutiger Sicht eher volkstuemlichen Menschenschlag. Das wird aber gluecklicherweise niemals richtig kitschig. Die authentische Kulisse und das sich vom Klamauk der deutschen 70er und 80er-Jahre-Kinofilme wohltuend-abhebende Niveau der (Situations-) Komik lassen die gerade mal 90 Minuten Spielzeit des Films im Nu vergehen. Doch… das hat Spass gemacht!

Links:
Schwere Jungs – Der Film bei amazon.de / Kritik bei Filmhai.de / Cool Runnings

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Laser statt Nadel

16. Januar 2008 Kommentare ausgeschaltet

Nein, wir befinden uns nicht im OP :) Die Firma "ELP" hat -neben weiteren Firmen- eine alte Idee wieder aufleben lassen: Das Abtasten von analogen Vinylschallplatten mit einem Laserstrahl. Ich meine mich dunkel daran erinnern zu koennen, dass es schonmal ein kombiniertes Laserdisc/CD/Schallplattengeraet in den fruehen 90ern gegeben hat, bin mir aber nicht sicher, ob die Vinylplatte damals auch schon per Laser abgetastet wurde oder ob zusaetzlich ein Tonarm eingebaut war. Egal, denn die Grundidee ist eine feine Sache. Die Schallplatten erleiden keinen Verschleiss durch eine durch ihre Rillen schabende Nadel und als netten Nebenbei-Effekt lernt die LP sogar einige CD-Eigenschaften, zum Beispiel die "Skip-Funktion" (Titelsprung). Kratzer bringen die Laservorrichtung nicht unbedingt aus dem Takt, lediglich Staub soll sich ab und zu bemerkbar machen. Mehrere Laser tasten die Platte ab, denn zunaechst muss die Richtung der Rille bestimmt und die nachfolgende Einheit darauf eingestellt werden, der Ton muss abgetastet werden und ein weiterer Laser sorgt fuer den Ausgleich von Unebenheiten. Ein einfaches, logisches Prinzip. Ohrenzeugenberichten zufolge soll das Ganze sehr gut und rein, wenn auch etwas steril klingen. Logisch, denn die "Rumpelfrequenzen" und andere Nebenerscheinungen analoger Nadelabtastung entfallen. Sie bilden -ob gewollt oder nicht- eine gewisse Grundlage fuer das Klangbild einer Vinylplatte… Ob dieser Spass dem Vinylenthusiasten allerdings 15.000 Dollar und mehr wert ist, bleibt abzuwarten. Trotzdem, ein nettes Teil, nicht schoen, aber interessant…

Links: Artikel bei Intro.de / ELP – Home of the whopper laser turntable :)

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Blaue Zukunft

7. Januar 2008 Kommentare ausgeschaltet

Hurra! Eventuell wird sich die Geschichte nicht wiederholen. Der Formatkrieg zwischen der "HD-DVD"- und der "BluRay"-Fraktion scheint beendet. Warner Brothers haben sich fuer das blaue Laserformat entschieden und Branchenkennern zufolge damit der High-Definition-DVD den Todesstoss versetzt.

Zumindest kommt diese Entscheidung zu einem Zeitpunkt, wo sich die Kunden noch nicht unbedingt zwingend fuer ein neues Format entscheiden muessen, denn die herkoemmlichen DVD-Spieler sind weit verbreitet und haben gerade mal die Videocassette abgeloest. Nun kann der Einzelanwender sich ganz in Ruhe ueberlegen, was das neue System fuer ihn fuer Vorteile bringen wuerde und dann entscheiden, ob zugeschlagen wird oder nicht. Ein Luxus, der z.B. bei der Einfuehrung der Videorecorder nicht gegeben war.

Die Fixierung auf eine Modellform wird die Industrie befluegeln, da sie jetzt genau weiss, welches Lizenzmodell in Einzelfaellen erworben werden muss und welche Distributionswege eingeschlagen werden koennen. Die beruehmten "Allesfresser" werden sicherlich nicht mehr soooo lange auf sich warten lassen.

Wenn da nicht das Internet waere. IPTV ist beispielsweise massiv auf dem Vormarsch und zwingt die Scheibendreher zu einem Wettlauf um die Zeit. An dieser Stelle wiederholt sich die Geschichte also doch mal wieder…

Dennoch wird die BluRay-Scheibe fuer wahre Perfektionisten mit Heimkino und Sammlergen interessant werden, eventuell auch noch fuer kurze Zeit als Traeger fuer allgemeine Daten. Der Normaldenker wird sich weiterhin mit der herkoemmlichen DVD begnuegen, solange es sie gibt. Die Zukunft ist mittelfristig wohl teilweise blau-rotierend, langfristig aber inter-nett und zusaetzlich duerften sich die statischen bzw. Flash-Speicherloesungen, die voellig ohne anfaellige Mechanik auskommen, durchsetzen.

Weiterlesen: Aelterer Beitrag "DVD XXL" / Artikel bei Sueddeutsche.de

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CC-Zwei ueber Amateurfunk

3. Januar 2008 Kommentare ausgeschaltet

Die beiden Wolfgangs vom "Computerclub Zwei" haben die Silvesterausgabe (=Nr.83) ihrer Internetradiosendung dem Thema "Amateurfunk" gewidmet. Zusammen mit einem Funkamateur (Ulfried, DJ6AN) als Studiogast unterhalten sie sich locker ueber diverse Facetten des Hobbys und das machen sie, ohne dabei zu theoretisch-spezifisch zu werden. Das Ganze wirkt eher wie eine lockere, aber durchaus unterhaltsame Plauderei, der selbst Laien sicherlich meistenteils folgen koennen duerften. Da es generell eigentlich nur recht wenige Sendungen zum Thema gibt, ist die Tatsache, dass der CC-Zwei sich dem Thema mal im Rahmen einer ganzen Sonderfolge widmet, aeusserst positiv zu vermerken.

Links:
Ausfuehrliche Shownotes auf CC-Zwei.de / Direkt-Download der MP3-Datei

KategorienAmateurfunk, Medien

Minus 20 Prozent…

2. Januar 2008 Kommentare ausgeschaltet

…ausser Tiernahrung :) In den USA sind die Umsaetze mit CD-Musikalben im vergangenen Weihnachtsgeschaeft um zwanzig Prozent geschrumpft, meldet Heise. Im zugehoerigen Forum stellte jemand daraufhin die Frage: "Was mache ich mit einer neuen CD?" und beantwortete sie gleich damit: "Rippen, in den Schrank stellen. Evtl. mal wenn Zeit da ist die Bonus Begleit DVD schauen. Von mir aus könnte man auch alles als Downloadlink anbieten. Spart das Rippen." Erschreckenderweise ist da was Wahres dran.

Waehrend das Sammeln und Abspielen von Vinylschallplatten nach wie vor einen gewissen Reiz ausuebt, ist das Ansehen der CD als Sammelobjekt im Zuge der Digitalisierung 2.0 rapide gesunken. Es ist tatsaechlich so, dass CD-Alben, die von Interesse sind, zwar nach wie vor ab und zu gekauft werden, aber eigentlich nur, um sie gleich einzulesen und in die heimische MP3-Musikbox und/oder den portablen MP3-Player zu integrieren. Der Tontraeger selbst wandert daraufhin ins wohlgeordnete Regal und bleibt dort meistens lange unbenutzt stehen. Zudem werden CDs meistens gar nicht mehr dann gekauft, wenn sie brandneu und teurer sind. Die begehrten Titel wandern auf eine Liste und werden erst dann gekauft, wenn sie im "Nice Price" oder sonstwie verguenstigt erscheinen, von Ausnahmen (z.B. der Lieblingsband) natuerlich abgesehen.

Bezeichnenderweise gibt es reine "nur-Audio-CD-Player" auch so gut wie gar nicht mehr zu kaufen. Wozu auch, wenn ein allesfressender DVD-Spieler, der auch gutes HiFi-Audio produziert, schon weit unter dem Preis zu haben ist, der frueher fuer einen CD-Player faellig war…

Bietet eine Band ihr Album -wie z.B. im Podsafe Music Bereich oftmals der Fall- von vornherein zu einem ordentlichen Preis an (normalerweise um die 10 Euro), dann muss man nicht lange mit dem Kauf zoegern. Preise von 13-18 Euro fuer eine Einzel-CD sind im DVD-Zeitalter schon happig. Manchmal liegt eine Extra-DVD als Zusatz einer Audio-CD bei, was die Sache wiederum interessanter macht.

Die Musikindustrie verteufelt bei Meldungen wie dieser natuerlich gleich wieder die Raubkopierer und Online-Sauger, verdraengt dabei aber gerne mal, dass die Leute sich natuerlich ueberlegen, ob sie eine reine Audio-CD fuer 15 Euro kaufen oder fuer 20 Euro gleich die Hybrid-DVD mit allem Drum und Dran. Somit schafft man sich natuerlich Konkurrenz im eigenen Haus und eine Partei muss logischerweise darunter leiden…

Drehende Silberscheiben werden generell in Zukunft wieder verschwinden, denn in dieser wird es vermehrt statische Speicher geben. Die Freunde von CoverArt werden wohl mit hochaufloesenden Bildern auf einem MemoryStick vertroestet werden, auf dem sich dann zusaetzlich das jeweilige Album der Band im Dateiformat befindet. Und irgendwann geht sowieso nur noch alles online, aber das Thema hatten wir schon…

In diesem Zusammenhang sei noch ein weiterer Beitrag aus dem Forum zitiert: …inklusive Schreibfehler :)

"Mein Kollege hatte so etwa 400 CDs (meist aus Second Hand Läden) in zwei runden 200er Aufbewahrungsboxen. Seine "Lieblinge". Dann baute er sich aus Spass mit ein wenig Bastel-Technik eine Rotorsteuerung und einen sehr doofen "Greifarm" – und Verband das mit einem externen Slotin-Brenner. Das Resultat war nach einer 10 Tagen laaaangsamen rumrödelns und Sumsen, das 400 CDs als Flac auf einer SEHR dicken USB-Festplatte landeten. Davon gibt es eine Kopie im Ferienhaus, eine mp3-Version im Auto, und eine bei Muttern. Die "Lieblinge" hat er seit zwei Jahren nicht mehr angefasst. Bei seinen Lieblings-Platten war er konsequenter: da hat er perfekt nachbearbeitete FLACs "im Netz" gefunden. Die stehen jetzt im Keller in einer schützenden Metallkiste.

Der Witz dieser ganzen Story: vor 5 Jahren sass der Kerl noch in seinem kleinen Musikreich mit mehreren Schränken voller Platten und CDs. Dann kamen die Wechsler und Umzugskartons. Und jetzt ist er der totale USB-Festplatten-Guru mit einem 20″ Display, das die Plattencover auf Bedarf als HQ-Scans anzeigt. "Aus nostalgischen Gründen".

Der Wandel in diesem Bereich geht tief und ist Grundsätzlich. Ich ertappe die totale Musikfans im Bekanntenkreis beim Dauersurfen auf myspace und co. Nicht selten auch auf halbschattigen Seiten. Früher hangen sie in in den kleinen Plattenläden in der Innenstadt ab. Heute steht da ein Call Shop, ein Mitnahme-Inder und eine bekannte Kaffehauskette. Die hat die kleine Boutique und die Konditorei gleich mit eingesaugt…"

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