Schwere Jungs
Achtung, Spoiler!
Es muss nicht immer Hollywood sein. Und Bollywood schon gar nicht :) Es gibt sie noch, die wahrlich gut gemachten und detailfreudigen Filme aus hiesigen Gefilden. Der Klassiker "Das Boot" hat es vorgemacht und einige Produktionen, die danach folgten, ueberzeugten ebenfalls durch eine bemueht-detailgerechte und gelungene Inszenierung von Vorgaengen und Geschichten aus laengst vergangenen Zeiten, wie z.B. "Comedian Harmonists" oder "Das Wunder von Bern".
"Schwere Jungs" ist ein deutscher Film (Kinostart war im Januar 2007) nach einer wahren Begebenheit. Im Jahr 1936, zur Zeit der olympischen Spiele, veranstalten ein paar Kinder in Bayern eine eigene, kleine Bob-Olympiade mit selbstgemachten Holzschlitten. Diese charmante Auftaktszene definiert schon die Charaktere, die sechzehn Jahre spaeter zur Winterolympiade nach Oslo fahren sollten, um letztendlich eine Goldmedaille fuer Deutschland einzufahren. Ein Bierbrauer, der schnell erfolgreich wird, bei vielen Dorfbewohnern aber unbeliebt ist, nicht zuletzt deswegen, weil er in "bester", kapitalistischer Manier dieses doch tendenziell ausbeutet. Darunter leidet vor allem sein groesster Wiedersacher, ein Tischler, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt und dessen Frau schwanger ist. Um diese beiden herum reihen sich viele andere, irgendwie typische Menschen, denen von seiten der Filmemacher gehoerig auf die Finger geschaut wurde. Nachvollziehbare, authentische "Charakterkoeppe", wie wir hier sagen. Letztendlich machen sich zwei zunaechst konkurrierende Bobmannschaften auf den Weg in den hohen Norden. Dort angekommen, wachsen sie aufgrund der Umstaende zusammen und tragen letztendlich beide ihr Scherflein zur Medaille bei.
"Cool Runnings" auf deutsch? Bedingt ja. Beide Filme beruhen auf wahren Begebenheiten, beide Filme zeigen einen vermeindlich-ungehbaren Weg und beide Filme bieten eine nette Portion Situationskomik (exzellent: Bastian Pastewka in einer Nebenrolle). Trotzdem sind die beiden Filme doch recht unterschiedlich, denn "Schwere Jungs" zeichnet und liebaeugelt doch sehr mit einem speziellen, aus heutiger Sicht eher volkstuemlichen Menschenschlag. Das wird aber gluecklicherweise niemals richtig kitschig. Die authentische Kulisse und das sich vom Klamauk der deutschen 70er und 80er-Jahre-Kinofilme wohltuend-abhebende Niveau der (Situations-) Komik lassen die gerade mal 90 Minuten Spielzeit des Films im Nu vergehen. Doch… das hat Spass gemacht!
Links:
Schwere Jungs – Der Film bei amazon.de / Kritik bei Filmhai.de / Cool Runnings
Nein, wir befinden uns nicht im OP :) Die Firma "ELP" hat -neben weiteren Firmen- eine alte Idee wieder aufleben lassen: Das Abtasten von analogen Vinylschallplatten mit einem Laserstrahl. Ich meine mich dunkel daran erinnern zu koennen, dass es schonmal ein kombiniertes Laserdisc/CD/Schallplattengeraet in den fruehen 90ern gegeben hat, bin mir aber nicht sicher, ob die Vinylplatte damals auch schon per Laser abgetastet wurde oder ob zusaetzlich ein Tonarm eingebaut war. Egal, denn die Grundidee ist eine feine Sache. Die Schallplatten erleiden keinen Verschleiss durch eine durch ihre Rillen schabende Nadel und als netten Nebenbei-Effekt lernt die LP sogar einige CD-Eigenschaften, zum Beispiel die "Skip-Funktion" (Titelsprung). Kratzer bringen die Laservorrichtung nicht unbedingt aus dem Takt, lediglich Staub soll sich ab und zu bemerkbar machen. Mehrere Laser tasten die Platte ab, denn zunaechst muss die Richtung der Rille bestimmt und die nachfolgende Einheit darauf eingestellt werden, der Ton muss abgetastet werden und ein weiterer Laser sorgt fuer den Ausgleich von Unebenheiten. Ein einfaches, logisches Prinzip. Ohrenzeugenberichten zufolge soll das Ganze sehr gut und rein, wenn auch etwas steril klingen. Logisch, denn die "Rumpelfrequenzen" und andere Nebenerscheinungen analoger Nadelabtastung entfallen. Sie bilden -ob gewollt oder nicht- eine gewisse Grundlage fuer das Klangbild einer Vinylplatte… Ob dieser Spass dem Vinylenthusiasten allerdings 15.000 Dollar und mehr wert ist, bleibt abzuwarten. Trotzdem, ein nettes Teil, nicht schoen, aber interessant…