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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Flohmarktvinyl: Animal Logic

8. November 2017 Kommentare ausgeschaltet

Dies ist ein kleiner Geheimtip für "The Police" – Fans:

"Animal Logic war ein Progressive-Rock-Experiment, das zwischen 1987 und 1991 zwei Studioalben und neun Singles veröffentlicht hat.

Mit dem Fusion-Bassisten Stanley Clarke (ehemals „Return to Forever“) und der Jazz-Singer-Songwriterin Deborah Holland gründete der ehemalige „The Police“ Schlagzeuger Stewart Copeland 1987 eine experimentelle Band, die sich zu Beginn „Rush Hour“ nannte.

Andy Summers (Gitarrist von „The Police“) gehörte während der Gründungsphase „Animal Logic“ an, verließ sie aber bereits Ende 1987 nach einer kurzen Tournee in Brasilien, um sein erstes Solo-Album XYZ aufzunehmen.

Bis zu seiner Auflösung Ende 1991 nahm das Trio zwei Studio-Alben auf, betitelt als Animal Logic (1989) und Animal Logic II (1991) sowie insgesamt neun EPs und Singles." Quelle: Wikipedia

"Progressive Rock" ist hier sicherlich ziemlich hoch gegriffen, denn das, was auf dieser Platte zu hören ist, kann doch eher als "normale" Popmusik bezeichnet werden, die aber zweifelsohne die Handschrift von Stewart Copeland trägt, der wiederum sein signifikant klingendes Schlagzeug durch fast alle Songs trägt.

Die Platte ist okay, ihr droht dennoch manchmal das Abdriften in die Langweiligkeit und man verspürt zumindest unmittelbar nicht unbedingt die Lust auf eine weitere Schallplatte dieser Band. Die Sängerin macht ihren Job zwar gut, mit der Zeit wird sie aber etwas anstrengend.

Trotzdem ist diese LP durchaus hörbar und für bis zu 4 Euro würde ich sie in der Flohmarktkiste als mitnehmenswertes "Schnäppchen" bezeichnen.

LP, Virgin V2590

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Flohmarktvinyl: Rick Astley – Free

7. November 2017 Kommentare ausgeschaltet

"You have been rickrolled" – "…ist ein Scherz im Internet, bei dem ein ahnungsloser Internetnutzer auf ein Videoportal geleitet wird, auf dem ihm das Musikvideo des Liedes "Never Gonna Give You Up" von Rick Astley präsentiert wird." Schreibt die Wikipedia.

Auch ich bin irgendwann mal darauf hereingefallen und war in dem Moment gar nicht so erzürnt, denn Rick Astley’s Megahit klingt auch heutzutage noch einigermaßen nett. Doch sollten ihm weitere Singles folgen, die viel zu sehr nach ihm klangen und die eindeutig die Handschrift seines damaligen Produzententeams "Stock-Aitken-Waterman" trugen. Dieses nahm auch Kylie Minogue, Jason Donovan und weitere unter seine Fittiche und alles klang irgendwie ähnlich.

Umso besser war es für Rick Astley, dass er sich Anfang der Neunziger Jahre davon löste und versuchte, einen eigeneren Sound und eigene Lieder seinem Publikum näher zu bringen. Das 1991er Album "Free" ist ein gutes und auch heute noch sehr gut durchhörbares Beispiel hierfür. 10 überraschend vielschichtige Songs, grösstenteils von Rick Astley selbst geschrieben und teilweise unter Mitwirkung von weiteren, bekannten Leuten (z.B. Mark King und Elton John) entstanden.

Ein entspannter Klangteppich trifft auf eigentlich unspektakuläre, aber vielleicht gerade deswegen angenehme Dramaturgien. Die Platte tut nicht weh, regt nicht auf, klingt nett und hatte mit dem leicht vergospelten "Cry For Help" auch einen akzeptablen Hit zu bieten. Gleichzeitig markierte das Album aber auch einen zumindest vorläufigen Schlusspunkt unter Astley’s Karriere.

Wer diese LP auf dem Flohmarkt in gutem Zustand in der 2-Euro-Kiste sieht, sollte zugreifen, denn eine gute Nebenbei-Unterhaltung bietet sie allemal. Teurer darf sie aber auch nicht sein.

LP, RCA/BMG PL 74896


KategorienMusik

Die BarFly CD ist da!

23. Oktober 2017 Kommentare ausgeschaltet

Besser, als Jan Bobe es in seinem Beitext im Inlay der CD macht, kann man es kaum ausdrücken:

"Einmal im Monat scharen Gerry Spooner und Roger Clarke-Johnson ihre Jünger zur Barfly Session um sich und beschwören mühelos die Geister von Bessie Smith, Robert Johnson und Huddy Ledbetter herauf.

Dobro-Guitar, Blues Harp, Kontrabass und das arg ramponierte Kneipenpiano könnten authentischer nicht sein. Genau wie die etwa acht Protagonisten der örtlichen Blues-, Rock- und Folkszene, sie sich hier ein Stelldichein geben, um nach Herzenslust zu jammern und dabei vierzig Jahre Lebensalter und ebenso viele Stilrichtungen locker überspannen. Titel und Tonart per Zuruf, dann geht es los. (…)"

Das "BarFly" hat schon viele Phasen (und Betreiber) der Weberei Gütersloh überlebt. Noch heute erfreut es sich grosser Beliebtheit – sicherlich auch aufgrund der Tatsache, dass hier gestandene und nahbare Musiker erdige, authentische Musik live spielen. Wie Jan Bobe im obigen Zitat schon schreibt: Vieles ist improvisiert, doch immer gekonnt und die Ergebnisse sind oftmals sogar für die Musiker selbst verblüffend. Sie verstehen sich seit Jahren – und das merkt man.

Nun wurde es Zeit, diese Musik in dieser Form auch mal "richtig" zu konservieren. Zwar gab und gibt es schon unendlich viele Videoschnipsel bei YouTube und fuer private Zwecke wurden auch die ein- oder anderen Sessions mit eher semi-professionellem Equipment mitgeschnitten, aber eine "amtliche" Publikation stand bis dato noch aus.

Die jetzt erschienene Barfly-CD wurde im legendaeren "Farmhouse Jazzclub" zu Harsewinkel und nicht in der Weberei aufgenommen, trotzdem vereint sie eigentlich die typischen Kernstuecke, die auch in der Weberei oft aufgeführt wurden, in einem angenehm-breiten Sound auf 53 Minuten Spielzeit – inlusive Gerry’s beliebter Löffelperformance ;)

Wer ein Stück Gütersloher Kultur sein Eigen nennen möchte, sollte hier zugreifen. Die CD wird auch während der kommenden "GT smAll Stars" – Konzertreihe und natürlich auch bei den nächsten Barfly Sessions (an jedem zweiten Donnerstag im Monat) in der Weberei erhältlich sein.

Die CD umfasst 12 Titel (u.a. "Sensitive Kind", "Your mind is on vacation", "Bourgeois Blues" und "Putting on the style") und kostet 15 Euro. Gerne reiche ich von auswärts an mich gerichtete Bestellwünsche per Email entsprechend weiter.

KategorienLokales, Musik

78rpm is still alive!

18. August 2017 Kommentare ausgeschaltet

Die guten, alten Schellackplatten. Was haben sie nicht alles schon erlebt. Vom grossen "Meissel" bis zum Saphir mussten sie alles ueber sich ergehen lassen, wurden mit Koffergrammophonen mit zum Strand genommen und schimmelten oftmals jahrzehntelang in irgendwelchen muffigen Kellern oder auf Dachboeden vor sich hin, bis sie aktuell manchmal noch den Weg auf Flohmaerkte finden, wo sie, ihres Covers beraubt, leider nur einen geringen Sammlerwert erzielen.

Doch sie sind Zeugen einer laengst vergangenen Zeit – und meistens frei spiel- und kopierbar, weil die entsprechenden Lizenzen laengst abgelaufen sind. Somit kam wohl diese internette Sammlung zustande, die unter https://archive.org/details/78rpm abrufbar ist.

Dort gibt es viel Jazz, Blues und Dixieland, aber auch Klassik- und Operettenaufnahmen zu hoeren, die Dateien werden zudem meistens mehrformatig zum Download angeboten. Das "The Great 78 Project" ruft auch explizit zum Mitmachen auf.

Viel Spass beim Stoebern!

KategorienMusik

Sgt Pepper in better Stereo

9. Juni 2017 Kommentare ausgeschaltet

Das legendäre Studioalbum "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" der Beatles erstrahlt in neuem Stereo-Glanz. Ja, richtig, Stereo! Viele Beatles-Fans präferierten bisher die alten Mono-Aufnahmen – und das völlig zurecht. Die späteren Stereo-Versionen klangen nämlich sehr speziell und waren gerne genommene Testobjekte für Stereoanlagen, denn ihnen merkte man sofort an, wenn ein Kanal fehlte. Meistens waren der Gesang und wenige Instrumente auf einem Kanal und der Rest der Band auf dem anderen Kanal zu hören, was zwar zu einer sehr stereomässigen Trennung mit einem damit einhergehenden Hörerlebnis führte, was oftmals aber auch irritierend wirkte.

Für diese nun vorliegende "Anniversary Edition" wurden die wenigen Originalspuren durch Giles Martin behutsam digital entstaubt und untereinander in ein neues, viel angenehmeres Verhältnis gesetzt.
Nun klingen die Songs zwar immernoch breit, sind aber in punkto Stereoklang nicht mehr so streng getrennt. Der Gesang neigt zwar weiterhin zu einer Seite, steht aber dennoch deutlicher im Raum. Somit hat Martin es geschafft, die ursprüngliche Intention der Beatles zu bewahren, sie trotzdem aber moderner und irgendwie "richtiger" klingen zu lassen. Dadurch sind die Beatles in Stereo zu einem wirklichen Hörgenuss geworden, man merkt den Aufnahmen ihr eigentliches Alter wirklich nicht (mehr) an.
Die zweite LP beinhaltet ebenfalls von Giles Martin neu gemasterte Studiosession-Aufnahmen zu diesem Werk. Auch das ist interessant zu hören und sicherlich ein kleiner Schatz für die Fans.
Dieses Vinyl-Doppelalbum ist hochwertig gefertigt, es gibt lesenswerte Produktionsnotizen im Inlay und natürlich die obligatorische Vorlage zum Ausschneiden des Bartes, Logos und Rangabzeichen. Empfehlung!

KategorienMusik