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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Paris in den Charts

30. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

Sieh an. Ein Blick auf die derzeitigen Top100-Verkaufscharts laesst den geneigten Betrachter zwar oft vor Grauen schaudern, ab und zu gibt es aber doch mal interessante Lichtblicke. Der eigentlich gelungene Song "Go away Paris Hilton", ueber den hier schonmal berichtet wurde, findet sich derzeit auf den unteren Raengen der deutschen Top100 wieder. Immerhin! Wahrscheinlich hat ein solches Lied aufgrund seiner Internetpraesenz demnaechst bessere Chancen, denn demnaechst sollen auch die Downloadquoten in die Ermittlung der Verkaufscharts mit einbezogen werden. Zeit wird`s. Bei bisher knapp 3 Millionen Betrachtungen des "Go away Paris"-Videos bei "YouTube" werden sich der Spitzbart Medlock und sein Dieter wohl warm anziehen muessen :)

Links:
Internationale Singlecharts bei Pooltracks.com
GoAwayParis.com

KategorienMusik

Georg Danzer ist tot

23. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

Nachdem kuerzlich bereits "Professor Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik" alias Klaus-Juergen Wussow gestorben ist, hat es nun auch einen prominenten Saenger aus Oesterreich erwischt.

Georg Danzer war ein Star der sogenannten "Austropop"-Szene, obwohl dieser Begriff in eher oberflaechlicher Art und Weise nahezu saemtliche Pop- und Rockmusik aus der Alpenrepublik zusammenfasst. Danzer war eher ein sozialkritischer Liedermacher, der ueber Jahrzehnte mit sehr individuellen Texten und Ansichten die oesterreichische Musiklandschaft massgeblich gepraegt hat.

"Frieden" war ein sehr ambitionierter Song, der auch gerade heutzutage im Angesicht von G8-Gipfeln eine neue, brennende Aktualitaet beinhaltet. "Atlantis" war eine voellig gelungene Coverversion des gleichnamigen Liedes von Donovan, "Sex-Appeal" eine augenzwinkernde Ballade, die auch eine hurmorvolle Seite des Saengers praesentierte. Jö schau…

Zusammen mit Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros bildete er die erfolgreiche Formation "Austria 3", aus deren Umfeld erst kuerzlich erklaert wurde, dass dieses Projekt nach neun erfolgreichen Jahren demnaechst beendet werden sollte.

Georg Danzer verstarb nun im Alter von 60 Jahren an Lungenkrebs.


Ned nur I hab so a Angst
ned nur I hab so an Hass auf Euch

die ihr uns regiert’s – tyrannisiert’s in Kriege fuert’s
wir san nur Dreck fuer Euch.

Vier Milliarden Menschen – vier Milliarden Traeume
Ueber die ihr lacht’s. Vier Milliarden Hoffnungen
die ihr mit einem Schlag zunichte macht’s.

Und ihr baut’s Raketen und Atomkraftwerke
und dann Bunker – wo ihr Euch versteckt’s.
Aber diesmal meine Herren koennt’s Euch sicher sein
dass ihr mit uns verreckt’s.

Vier Milliarden Leben, vier Milliarden Tode
doch des is euch gleich.
Hoert’s ihr Wissenschaftler, ihr Politiker
ihr Maechtigen – wir fordern jetzt von Euch:

Gebt’s uns endlich Frieden!

(…) (Georg Danzer, "Frieden", 1981)

Links:
Georg Danzer`s Homepage
Wikipedia ueber Georg Danzer
Austria 3

KategorienMusik

Uni – Was ist haerter 2.0

15. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

Sommerfestival 2007 in der Universitaet Paderborn. Das ganze Areal gleicht einer Festung, alles ist eingezaeunt. Im Inneren stehen unzaehlige "Fressbuden" und Bierstaende. Zahlreiche kleine Buehnen runden das Ganze ab. Aus einer Ecke droehnt knackiger Dancefloor, den eine nett anzusehende "DJane" auflegt. Etwas weiter dann eine mittelgrosse Buehne, die von einer Bandmischung aus "Knorkator" und "Mötley Crue" bearbeitet wird. Im uni-eigenen Pub spielt eine Cover-Band. Rundherum Entspannung pur, zumindest am Nachmittag noch…

Der Schreiber dieser Zeilen steht auf der Gaesteliste der Band "Jammin*Inc", die an diesem Tag zusammen mit weiteren Bands vor dem Haupt-Act, der Band "Silbermond", auf der Center Stage auftreten wird. Ich treffe Boris und "Cappu" (alias "Cappuccino", Mitglied der "Jazzkantine" und 1998 mit einem "Echo-Award" als "bester Rap Act" bedacht worden) dank der bemuehten und reibungslosen Vermittlung von Jammin-Inc`s Martin im Catering-Bereich. Wir verziehen uns in einen der Gaenge, die ich vor ein paar Jahren selbst noch oft benutzt habe… Irgendwie war das ein interessantes Gefuehl :)

Wir nehmen ein ca. 15-minuetiges Interview auf, welches demnaechst im Podcast erscheinen wird. Danach muessen die beiden auch schon los, da der Auftritt naht.

Auf dem Weg dorthin erkunde ich noch einen anderen Seitenbereich der Veranstaltung und treffe auf einen knallgelben LKW, dem "Sinalco-Truck". Dort muehen sich drei Maedels mit Tanzeinlagen und in typischer "Girlgroup-Manier" ab, die nicht so zahlreich vorhandenen Zuschauer zu beiindrucken. "Bisou" nennen sie sich…

Nach fuenf Minuten zieht es mich doch zur Center Stage und dann geht es los. Jammin Inc stehen zeitweise mit 12 Leuten+X auf der Buehne und brennen ein wahres Feuerwerk ab. Der Sound ist klasse, sie springen, laufen, schwitzen und reissen Witze. Zudem werfen sie Unmengen von CDs ins Publikum. "Gebt sie weiter und kopiert sie", heisst es immer wieder. Ja, Jammin Inc stellen ihre Musik generell zur freien Verfuegung, siehe ihre Webseite.

Das Publikum mag sie und feiert fleissig mit. Eine knappe Stunde dauert der Auftritt, dann soll schon die naechste Combo aufspielen, "Culcha Candela". Die reist spaeter mit einer Stretchlimousine an (ich meine zumindest, jemanden in passendem Outfit darin erkannt zu haben). Waehrend des Auftritts faengt es leider gehoerig an zu regnen. Sechs Leute plus Plattendreher (der wirklich faehig war…) haben das Publikum gleich mit dem ersten Song fest im Griff. Reggae-Pop mit Rap-Einlagen, die Leute lieben es. Unter einer Open-Air-Band stelle ich mir aber doch was anderes vor und verlasse das Konzert nach drei Songs, zumal es immer ungemuetlicher, spaeter und voller wurde. Der Silbermond sollte bald aufgehen… Zu der Zeit heize ich schon wieder ueber die Autobahn gen Heimat, ein "BarFly"-Event in der hiesigen Weberei wartet. Dieser war wiederum diesmal aussergewoehnlich gut, zeitweise standen acht Leute und mehr auf der Buehne (inkl. Schlagzeug und E-Gitarre) und entschaedigten fuer einen entgangenen Auftritt von Stefanie Kloss und ihren drei Freunden.

Links:
Das Sommerfestival 2007 in Paderborn
JAMMIN*INC
Silbermond
Bisou
Culcha Candela
Universitaet Paderborn
Jazzkantine
Cappuccino

KategorienMusik

G8 – Herbert`s Musikberg

8. Juni 2007 Kommentare ausgeschaltet

"Groenemeyer`s Rockgipfel" war eine Musikveranstaltung, die am Frohnleichnahmstag am Rande des G8-Gipfels bei bestem Wetter in Rostock stattfand. Zuvor wurden schon einige Vergleiche zu "Woodstock" gezogen, was allerdings gaenzlich uebertrieben war bzw. ist.

Waehrend "Woodstock" ein unorganisiertes Festival war, welches von den ueberraschend-eintreffenden Menschenmassen quasi "ueberrollt" wurde, handelte es sich bei dieser Veranstaltung in Rostock um ein wohlgeplantes und koordiniertes Spektakel, welches in musikalischer Hinsicht allerdings einiges an Qualitaet vermissen liess. Obwohl sich dieses Urteil -und das muss man fairerweise erwaehnen- lediglich aus dem ca. 90-minuetigen TV-Zusammenschnitt der ARD gebildet hat.

"Hebt die Arme", "die Arme hoch", "wo sind die Arme…", dazu oftmals reggae-angehauchte Klaenge von in hiesigen Breitengraden meistens unbekannten Musikern wie z.B. Peter Miles aus Uganda. Youssou N`Dour aus dem Senegal trat ebenfalls auf. Im knallgelben Gewand gab sich der mehrfache Preistraeger, der 1994 einen Hit zusammen mit Neneh Cherry auch in der hiesigen Radiolandschaft verbuchen konnte ("7 seconds"), sehr engagiert und stimmgewandt. Diese Musiker haben wirklich ein Forum verdient, welches ihren Bekanntheitsgrad auch hierzulande heben koennte. In sofern: Gut gemacht, Herbert!

Was es dann allerdings zu sehen und zu hoeren gab, war in punkto musikalischer Qualitaet eher als "maessig bis konfus" zu bezeichnen. Oftmals passten Akustik und Einsaetze nicht, es klang blechern und irgendwie "fehlte da was", wie man so schoen sagt. Der "Negativ-Gipfel" war leider der Versuch Bonos, das Groenemeyer`sche "Mensch" in deutscher Sprache mitzusingen, was klaeglichst scheiterte. Ein improvisiertes "Keep the promise", welches Groenemeyer zunaechst gar nicht mitbekam, rettette die Nummer dann so gerade eben ueber die Zeit. An dieser Stelle waere ein gut-vorbereiteter, englischer Textpart Bonos auf die "Mensch"-Melodie sehr viel besser und tatsaechlich etwas Besonderes gewesen…

Bob Geldof spielt mit den Toten Hosen und zusammen mit N`Dour nebst Bono singt er den "Redemption Song" von Bob Marley. Ausserdem ertoenen an diesem Nachmittag "You’ll never walk alone" und "All you need is love". Das wirkt mittlerweile alles etwas abgeschmackt, zumindest im Kontext der zeitlichen Naehe dieses Zusammenschnitts.

Lediglich Campino, dem Saenger der "Toten Hosen", kauft man seine innere Wut sofort ab, was auch im zwischenzeitlichen Interview deutlich wird, wo er sich mittendrin fuer seine Unbeherrschtheit entschuldigt.

"Silbermond" spielen schnellere Songs und ersparen uns -zumindest in diesem Zusammenschnitt- gluecklicherweise eine ihrer Schmachtballaden. Das kommt tatsaechlich ganz gut rueber, waehrend die "Fantis" (Die Fantastischen Vier) bei "Ernten was wir saehen" stimmlich etwas daneben liegen, so hoert es sich zumindest manchmal an…

Vielleicht hat die vollstaendige Uebertragung des Festivals, die auf einen nicht fuer jedermann empfangbaren Spartensender der ARD ausgelagert wurde, ein etwas objektiveres, besseres Bild vermittelt. Dieser abendliche Zusammenschnitt war aber mit Sicherheit nicht der "Gipfel", sondern bot zumindest in musikalischer Hinsicht einiges an Tiefpunkten…

Trotzdem soll das Engagement der Beteiligten hiermit nicht geschmaelert werden. Ob es unter dem Strich was genutzt hat, wird die Geschichte zeigen…

Links:
Deine Stimme gegen Armut
G-8-Gipfel in Heligendamm
Bob Geldof
Groenemeyer.de
Wikipedia ueber Woodstock
Youssou N`Dour
Peter Miles
Wikipedia ueber Campino

KategorienMusik

"Haste nich` ma` was von…"

21. Mai 2007 Kommentare ausgeschaltet

Mies aufgelegt! Unter diesem Motto erzaehlen verschiedenste DJs im Internet von ihren schlimmsten Horrorabenden. Hochinteressant und mit einem hohen Wiedererkennungswert. Ueber zehn Jahre lang habe ich auch mal nebenbei Platten und CDs auf Privatfeten und auch im Rahmen groesserer Veranstaltungen aufgelegt. Manchmal alleine, meistens aber zusammen mit einem damaligen Kumpel (btw, herzlichen Glueckwunsch zur Hochzeit, Poggi :)). Eigentlich war das eine sehr interessante und meistenteils auch schoene Zeit.

DJane Shebangsthedrums erzaehlt zum Beispiel, wie sie die Aftershow-Party eines "Killers"-Konzertes bestreiten musste und andauernd jemand ankam und etwas Bestimmtes hoeren wollte. Herrlich. Genau diese Leute hat es wohl auf vielen Partys. Sie kommen so oft an und und noelen herum, bis dass endlich ein Lied des gewuenschten Interpreten aufgelegt wird. Oftmals passen diese Wuensche aber gar nicht ins Konzept und koennen daher sowohl foerderlich als auch schaedlich sein…

Frueher mussten die Platten und CDs sorgsam ausgesucht (und mitgeschleppt) werden, um moeglichst vielen Eventualitaeten gerecht werden zu koennen. Heutzutage kann man natuerlich zusaetzlich die gesamte MP3-Sammlung auf einer externen Festplatte mitnehmen, um auch den exotischsten Wunsch ggf. erfuellen zu koennen. Das macht vieles einfacher. Trotzdem…

Am coolsten war aber die Geschichte, die mir ein damaliger DJ aus hiesigen Gefilden erzaehlt hat. Auch er wurde andauernd mit dem Wunsch nach einer Platte genervt, die er nun gar nicht mochte. Er nahm die Platte, spielte ein Stueck davon und zerbrach sie anschliessend, fuer alle sichtbar. Ende der Diskussion :)

Weitere Geschichten gibt es unter
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/liste/l/2957

KategorienMusik