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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Klaus Renft gestorben

9. Oktober 2006 Kommentare ausgeschaltet

Die Gruppe "Renft" war wohl mit das Provokanteste, was die DDR-Musikszene hervorgebracht hat. Viele Leute sahen in dieser Band und ihrer Musik die Versinnbildlichung des Widerstandes gegen das damalige Ost-Regime. Und dieses legte der Band immer immer wieder neue Huerden in den Weg, was letztendlich in einem totalen Verbot ihrer Musik gipfelte. Aber gerade das trug zu dem "Mythos Renft" erheblich bei. In musikalischer Hinsicht waren sie sicher nicht das Genialste, was die DDR je hervorgebracht hat, denn andere Bands wie "Karat" oder die "Puhdys" waren -vor allem im Westen- erfolgreicher. Diese Bands hatten es aber auch deutlichst leichter als "Renft", deren Chef Klaus Renft heute im Alter von 64 Jahren verstorben ist.

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Chris, der Storyman

9. Oktober 2006 Kommentare ausgeschaltet

Chris De Burgh ist wieder da. "The Storyman", sein neuestes Werk, ist Anfang Oktober erschienen. Eines vorweg: Das Album ist wunderschoen. Toll arrangiert und unter dem Strich sehr gefaellig. "Ich lade die Hoerer auf eine Reise durch Raum und Zeit ein", erklärt der sympathische Ire, "durch ferne Laender und Orte, die den Schauplatz der Geschichten bilden." (Amazon.de). Und das hoert man auch. Die Songs sind durchdacht und erzaehlen jeder fuer sich eine eigene Geschichte. Chris de Burgh hoert sich an, als ob die Zeit spurlos an ihm vorbeigezogen sei. Und genau das ist das Problem. Es ist zwar schoen, wenn in einer Zeit der ewigen Veraenderungen etwas Vertrautes wieder auftaucht, aber wenn man sich das schon vor einigen Jahren massiv leidgehoert hat, dann hilft auch die Wiederauferstehung des De-Burgh`schen Schmachtsounds nichts. Er wird fuer seine trotzdem schoene Arbeit sicherlich belohnt werden, denn das Formatradio und Thomas Gottschalk`s "Wetten, dass…?" werden es ihm danken. Anspieltip: "My father`s eyes" in der ersten Version (es gibt zwei auf dem Album). Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Lied von Eric Clapton.

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Geseier – Gestern und heute

5. Oktober 2006 Kommentare ausgeschaltet

Was haben Whitney Houston, Mariah Carey, Celine Dion und viele Vertreter der Soul- und R&B-Fraktion derzeit zumindest hier gemeinsam? Ganz einfach: Ich kann diese gepflegte Langeweile zur Zeit irgendwie nicht ertragen. :) Oftmals auch deswegen, weil es viel zu oft und zu den unmoeglichsten Zeitpunkten (z.B. morgens nach dem Aufstehen, wo eigentlich was Flottes angesagt ist) im Formatradio gedudelt wird….

Einer dieser Vertreter ist Lionel Richie. Allerdings geniesst er eine kleine (!) Ausnahmeposition, brachte er doch zwischenzeitlich immer mal ein paar Songs, die durchaus noch ertraeglich waren ("Angel" oder "Cinderella").

Auf die Frage…
"Sie hatten von 1976 bis `86 jedes Jahr einen Nummer-Eins-Hit, sie haben `96 einen tollen Vertrag unterschrieben. Haben sie trotzdem je darueber nachgedacht, ob sie ueberhaupt noch zeitgemaess sind?"

…brachte er in einem Interview mit dem WOM-Magazin jetzt folgenden Passus:

"Ich hoere dieses Wort ziemlich oft.Ganz ehrlich: Ich bin das mein ganzes Leben lang nie gewesen. Mitten in die Funk-Aera haben die Commodores "Sail on" gesetzt wie einen Hundehaufen, mitten in die Disco-Zeit sang ich "Three times a lady", als Punk und Rap starteten, brachte ich "All night long". Erst heute sind meine 35 Jahre alten Songs halbwegs zeitgemaess – ein bisschen Geduld zahlt sich also aus."
Coole Socke, der Lionel :)

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Forever Faithless!

3. Oktober 2006 Kommentare ausgeschaltet

Eine normale Maxi-CD kostet neu mittlerweile knapp 6 Euro. Ein ganzes Best-Of-Album gab es in diesm Fall neu verschweisst fuer 5 Euro (Media Markt GT). Ein echtes Schnaeppchen. Und richtig gut. "Forever Faithless" ist eine absolut-durchdachte Zusammenstellung der Highlights dieser Band. Und die gab es zuhauf. Alle bemerkenswerten und in sich unterschiedlichen Songs sind meistens in der sogenannten "Radio-Version" enthalten, allerdings gibt es auch die Monster-Mixe von "Salva Mea" und "Insomnia" (beide jeweils um die 10 Minuten lang) zu hoeren. Und das ist auch gut so, denn gerade die langen Versionen haben Faithless immer ausgezeichnet. Schade allerdings, dass "God is a DJ" nur in der normalen Version beruecksichtigt wurde. Aber auch die vermeindlich-unbekannteren Songs wie "I want more", "Don`t leave" oder "Tarantula" kommen gut `rueber, von "We come 1" und "Mass Destruction" ganz zu schweigen.
Klingt gut, kommt gut, ist gut!

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Hey, Baby!

28. September 2006 Kommentare ausgeschaltet

Aus der Reihe Fundstuecke

Jerry Hovell ist 50% von Cool School, jenem Musikduo, ueber das hier schon oefters mal etwas zu lesen war. Beim Biere erzaehlte er kuerzlich so ganz nebenbei, dass er mal eine Solosingle gemacht hat, vor mittlerweile 32 Jahren. Es war eine Coverversion des alten Bruce-Channel-Hits "Hey Baby".

Im Jahre 1976 hat zum Beispiel ein gewisser Ringo Starr auf seinem Album "Ringo`s Rotogravure" eine sehr interessante und voellig andere Version davon veroeffentlicht und die Version von DJ Oetzi duerfte wohl auf der "Wies`n" derzeit wieder Hochkonjunktur haben.

Jerry`s Version davon ist typisch fuer die fruehen siebziger Jahre und eigentlich ist die B-Seite der Single, einer seiner eigenen Songs, aus heutiger Sicht viel interessanter.

Und wo gab`s die Platte noch? Bei eBay. Erstaunlich. Ein einziges Exemplar wurde umgehend gefunden und ersteigert. Zwar zu einem recht stolzen Preis (6 Euro plus Versandkosten), aber das war in diesem Fall schlichtweg egal. Es ist immer etwas anderes, wenn man die Leute persoenlich kennt.

Bei vielen Platten war frueher immer der sogenannte "Waschzettel" beigelegt, also ein Papier mit Werbeinformationen ueber Musik und Kuenstler, oftmals unfreiwillig-komisch. Hier steht folgender Text auf der Rueckseite:

Erinnern Sie sich noch an die im Jahre 1962 erschienene Aufnahme von "Hey!Baby"? Diese Platte wurde auf Anhieb Nr.1 in der englischen Hitparade.
Ein Vergleich mit der Original-Version wuerde jedoch beweisen, um wieviel interessanter, z.B. vom Arrangement her, man eine Plattenaufnahme heute gestalten kann.
Nicht zuletzt dank Jerry Hovell, der sich erneut einem breiteren Publikum vorstellen kann. Fans werden ihn als Saenger der Gruppe "Roundhouse" wiedererkennen. Allerdings wird nur Fachleuten bekannt sein, dass er bereits 1969 in London eine LP mit der Gruppe "Justine", bei der er als Bassist und Saenger war, produziert hat.

Auf dem Coverphoto sieht er aus wie ein Schlagersaenger und er sagte mir auch, dass er damals von seiten der Plattenfirma her in diese Ecke gedraengt werden sollte. Das wollte er nicht und somit war diese Aera schnell zuende.

Heutzutage musiziert er nebenberuflich weiter, meistens zusammen mit Roger Clarke-Johnson, wie auf der unteren Bildmontage zu sehen. Derjenige rechts unten im Bild, das ist Jerry heute :) Das Bild entstand allerding nicht waehrend eines Buehnenauftritts, sondern auf einer Privatparty…

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