Asterix und das Bezahlsystem
Früher nannte ich fast alle Asterix-Hefte aus dem Ehapa-Verlag mein eigen. Sie wurden gekauft wenn sie aktuell waren, im Ausland, im Urlaub und im Tante-Emma-Laden gegenüber.
Irgendwann schwand das Interesse, die Softcover-Hefte vergilbten und/oder einzelne Seiten lösten sich. Somit wurden sie vor dem innerlich prophezeiten, gänzlichen Zerfall auf dem Flohmarkt mit noch gutem Gewissen verkauft.
Die Zeit verging, doch irgendwann kam, angestachelt durch ein liebes Geburtstagsgeschenk, die Ambition, die an sich schönen und kultigen Geschichten in "richtiger' Buchform zu besitzen. Also sammele ich seit geraumer Zeit einzelne Ausgaben der 41-bändigen Asterix-Hardcoverserie via Kleinanzeigen zusammen.
Der Neupreis pro Buch beträgt bei Amazon aktuell 14 Euro. Der "sportliche" Sammelaspekt meinerseits besteht nun darin, die Sammlung für die Hälfte des Neupreises (oder weniger) zu vervollständigen. Das hat mit den ersten 30 gekauften Bänden auch wunderbar funktioniert.
Ich schrieb diverse Anbieter bei Kleinanzeigen an, machte ihnen ein Angebot inklusive Versand, so dass für mich der Preis pro Buch nie über 7 Euro (oftmals auch darunter) lag. Bezahlen würde ich per Echtzeitüberweisung und Alternativen wie PayPal und das interne Kleinanzeigen-Bezahlsystem würde ich ausschliessen, da ich beides nicht nutze. Viele Leute übermittelten mir daraufhin ihre Iban-Nummer, ich habe meistens umgehend bezahlt und nicht selten hatte ich das Buch bereits innerhalb von einem oder zwei Tagen im Briefkasten. Absolut unkompliziert. Und schnell.
Mittlerweile häufen sich aber die Absagen. Es heisst dann, dass nur das Kleinanzeigen-Bezahlsystem akzeptiert werden würde. Warum?
Für Verkäufer ist es problembehaftet, denn man kann im Endeffekt ohne Geld und ohne Ware enden (Ware wird korrekt verschickt, Käufer behauptet, einen Stein bekommen zu haben, reklamiert, somit kein Geld und keine Ware).
Als Käufer biete ich dem Verkäufer aber sozusagen "kritiklos" an, ihm oder ihr vorab Geld zu überweisen, ohne zu wissen, ob mir überhaupt was geschickt wird. Also ist der Verkäufer hierbei eigentlich im Vorteil, trotzdem beharren viele auf diesem blöden "Bezahlsystem", welches seit seiner Einführung Kleinanzeigen sehr nachhaltig negativ verändert hat.
Zudem bringt mir die reine Kombination aus Iban-Nummer und zugehörigem Namen noch lange keine Möglichkeit, ein fremdes Bankkonto zu übernehmen und/oder zu manipulieren. Das befürchten aber anscheinend viele. Unbegründet, wohlgemerkt.
Wenn mich ein Angebot interessiert, dann schaue ich immer (!) nach den weiteren Angeboten des Anbieters, wie lange er/sie dabei ist und letztendlich entscheidet der Verlauf der direkten, schriftlichen Kommunikation, ob ich "zuschlage" oder nicht. Zu früheren eBay-Zeiten kamen natürlich auch noch die Bewertungen hinzu.
Mittlerweile ist das alles sehr frustrierend. Man schreibt nette Mails, nennt Adressen, eigene Homepages und sonstige Referenzen, gibt sich also richtig und redlich Mühe – und dann kommt die lapidare Antwort: "nur Bezahlsystem". Nun denn. Dann ist das halt so. Schade ist es aber trotzdem – und manchmal auch sehr ärgerlich…
Ich werde die Sammlung trotzdem vollenden. Auch ohne euch :))