Fliegerbier

12. November 2008 Kommentare ausgeschaltet

Wenn man unweit von Guetersloh entfernt, naemlich in Rheda-Wiedenbrueck, einen "Flieger" bestellt (der wiederum in Grossteilen Gueterslohs voellig unbekannt ist), dann bekommt man eine Mischung aus Pils und "Emsgold", einem Apfelsinchen-Sprudel. Man koennte den "Flieger" daher als Wiedenbruecker Variante vom "Radler" bzw. "Alster" bezeichnen. Ansonsten gibt es ausser dem Namen aber keine nachvollziehbare Beziehung zur Fliegerei…

Die Englaender sind da doch etwas anders gepolt. Sie brauen eigens Biere zum Gedenken an Flugzeuge und den "Helden", die sie geflogen haben, auch zu geschichtlich duesteren Zeiten. Als "Kentish Ale" wird das amberfarbene "Spitfire" – Bier bezeichnet. "Eine Flasche von die Bier die so herrlisch geprickelt in Bauchnabel" wurde mir kuerzlich geschenkt und es schmeckt – interessant. Allerdings fuer "deutsche Bierzungen" etwas arg gewoehnungsbeduerftig. Nun denn, letztendlich ist es ein "Ale" und ein eindeutiger Geschmacksvergleich zu einer gaengigen, hiesigen Biermarke laesst sich kaum ziehen. Eventuell kaeme etwas Vergleichbares dabei heraus, wenn man "Herforder Weihnachtsbier" bzw. "Lappmann`s" mit einem leicht-herberen Malzbier kreuzen wuerde…
Interessant ist die Aufschrift der Flasche: "The 4,5% Kentish Ale was first brewed in 1990 to celebrate the Battle of Britain which was fought in the skies above Kent 50 years earlier. The beer is named after the legendary aircraft designed by R.J. Mitchell. The versatility of the aircraft and the courage of its pilots were essential to victory and a key symbol of the spirit of that time. (…) Spitfire – The Bottle of Britain."

Letzteres ist in Anlehnung an das Original ein genial-einfacher Slogan. Aber ansonsten: Kriegsverherrlichung? Wer weiss, vieles laesst sich vielseitig ausdeuten. Bestimmt sorgt dieses Bier auf entsprechenden Brauereibesichtigungen fuer eine "Bombenstimmung". Interessanterweise habe ich ein etwaiges "Richthofen-Bier" noch nicht finden koennen :))
…obwohl es in den USA frueher auch mal ein "Red Baron Beer" geben hat…

KategorienDiverses

Windows-Wubi-Ubuntu

10. November 2008 Kommentare ausgeschaltet

Menschenskinder, was haben wir frueher Linux-Kernel kompiliert, um spezielle Hardwarekomponenten ans Laufen zu bekommen. Abende wurden mit vielen Fehlversuchen, aber oftmals auch mit guten Erfolgen gefuellt. Im Linux-Lager hat sich seitdem einiges getan, denn auch die Freunde von einfachen Installationsvorgaengen und Klicki-Bunti-Oberflaechen kommen dort mittlerweile auf ihre Kosten.

Eine schoene Methode, das kostenlos erhaeltliche, freie Betriebssystem Linux zu testen, ist die Methode mit dem sogenannten "Wubi-Installer". Das ist ein klitzekleines Programm, welches eigentlich nichts weiter macht, ausser dem zu installierenden Linux (hier die sogenannte "Ubuntu"-Distribution) Platz auf einer bestehenden Festplattenpartition zuzuweisen, die nicht veraendert wird. Zusaetzlich legt Wubi eine Verknuepfung im Bereich "Systemsteuerung/Software" unter Windows an, damit man das Ganze auch von Windows ausgehend absolut rueckstandslos (!) wieder deinstallieren kann.

Aus einem laufenden Windows ruft man die "Wubi.exe" auf, die sich tunlichst im gleichen Verzeichnis befinden sollte, in dem auch das zuvor heruntergeladene Ubuntu-CD-Image (699 MB, eine CD muss nicht gebrannt werden) liegt. Das geht alles sehr schnell. Man definiert, wohin das System installiert werden soll und welche Dateigroesse es einnehmen darf. Fertig. Daraufhin wird der Rechner neu gebootet und es erscheint gleich zu Anfang ein einfaches Auswahlmenue mit den Startoptionen "Windows" und "Ubuntu". Waehlt man Letzteres, dann beginnt der Installationsvorgang, der nach ca. 10 Minuten durchlaufen ist. Unter Windows sieht man davon nur zwei Dateien auf dem C-Laufwerk und das Verzeichnis "Ubuntu", welches natuerlich auch auf einer anderen Partition liegen darf.

Wie gesagt, frueher mussten fuer Dinge, die unter dem jetzigen Ubuntu selbstverstaendlich sind, richtige "Kommandozeilenschlachten" geschlagen werden. Heutzutage ist das Ganze aehnlich bequem wie unter Windows zu meistern. Die normalen Systemkomponenten sowie das Internet funktionieren sofort. Sogar eine DVB-S-Karte wurde auf Anhieb erkannt und war fast betriebsbereit. Fast. An dieser Stelle zeigt sich naemlich auch bei Linux eine Tendenz, die man unter Windows gerne mal limitiert: Die Downloadfreude. Fehlt beispielsweise ein Videocodec, dann laedt Ubuntu diesen sofort herunter und installiert ihn (natuerlich muss das vorher bestaetigt werden). Im Gegensatz zu vielen Windows-Update-Funktionen klappte das hier aber reibungslos. Auch das Flash-Plugin fuer den Firefox und aehnliche Dinge wurden online besorgt und gleich installiert. Die Installation von anderen Softwareprogrammen laeuft mittlerweile auch quasi per Mausklick und zuverlaessig. So gesehen gibt es erstmal nicht viel zu meckern.

Linux ist traditionell ein sehr ausgekluegeltes, aber auch sehr sensibles System, wenn es um Rechteverwaltung und Zugangsberechtigung geht. An vielen Stellen muss uebertrieben oft das Zugangspasswort eingegeben werden, was aber sicherlich in der Benutzerverwaltung angepasst werden kann. Es gibt auch nach wie vor Programme, die eine manuelle Anpassung per Konsole und Skripte erfordern, diese wurden hier aber extra ausgelassen, denn gluecklicherweise gibt es auch zu diesen dann in den allermeisten Faellen modernere Alternativen, bei denen die Installation und Konfiguration aehnlich komfortabel durchfuehrbar ist wie unter Windows.

Mit "Kaffeine" bekommt man einen schlanken, aber wirklich omnipotenten Mediaplayer, der auch digitale TV-Karten unterstuetzt, "Skype" gibt es ebenfalls fuer Linux und die Freeware "Audacity" duerfte gerade die Audioproduzenten ansprechen. Das OpenOffice funktioniert eigentlich so wie das Microsoft-Officepaket und der mitgelieferte "GIMP" ist ebenfalls recht effizient, wenn es um Grafikbearbeitung geht.

Die "Wubi"-Methode hat gegenueber einer Emulation à la VMware oder "within Windows-Loesungen" à la "andLinux" den Vorteil, dass es hiermit moeglich ist, das Linux unter realen Hardware-Bedingungen und ohne Einschraenkungen zu testen, da kein Windows parallel laufen muss und die normalen Ressourcen des Rechners komplett und frei zur Verfuegung stehen. Moechte man danach dann doch kein Linux mehr haben, dann entfernt man es einfach auf traditionellem Wege aus dem anschliessend gestarteten Windows heraus, es bleibt wirklich nichts davon uebrig (weil sich die Sache auch nicht in die Systemordner installiert) und Windows bootet dann auch wieder automatisch und ohne Abfrage hoch. Voellig unproblematisch.

Es gibt verschiedene "Ubuntu"-Versionen, neben der normalen beispielweise eine fuer Schulen und eine weitere fuer Multimediaproduzenten. Wer eine sehr Windows-aehnliche Oberflaeche haben moechte, kann "Kubuntu" (mit dem KDE-Desktop) testen, etwas schlanker (aber nicht weniger funktionell) wirkt das Ganze mit der Gnome-Oberflaeche.

Zum `Reinschnuppern (und Benutzen) wirklich eine tolle Sache!
(Thanks, Juergen!)

Bei der Abwaegung, ob es fuer persoenlich gewuenschte oder noetige Windows-Anwendungen ein jeweiliges Linux-Aequivalent gibt, kann die folgende Software-Vergleichsliste sicherlich hilfreich sein: Link

KategorienComputerkram

NormCast 127

8. November 2008 Kommentare ausgeschaltet

Gestoehnte Fakten, nackte Wuensche, Obamamania, Elektrosensibelchen, Querverbindungen und Extrapreise. Mit Punkrock von Pontifex, einer Corporate Dance-Anthem von X-Perience und dem neuen Song von Jammin*INC.

Eigenschaften: 128 kbps / Stereo / 25 MB / 27 Minuten

Kostenloser MP3-Download: NormCast Episode 127 vom 08.11.2008

Links:
Stoehn meine IP
Zellophon Records
Wikipedia ueber Barack Obama
Barack Obama – Yes We Can – Music video
Ladage Media
X-Perience – A Neverending Dream – Musikvideo
Boellhoff Deutschland
Die fehlerhafte Mobilfunk-Krebs-Studie
European Podcast Award
Beitrag zum EPA von Wolfgang Back
NormCast Nr.85 mit Jammin*INC
Jazzkantine

Musik:
PontifexNackt sehen
X-PerienceJoining Together
Jammin*INCBounce With Us

KategorienNormCast

Windowsfehler-Paypalzwang

8. November 2008 Kommentare ausgeschaltet

Die Zeitschrift PC-Welt hat mal wieder eine witzige Bildstrecke veroeffentlicht, die 50 verschiedene Windows-Fehlermeldungen zeigt. Die ein- oder andere darunter scheint allerdings "so gewollt" zu sein, zumal es auch entsprechende Programme gibt, die selbstdefinierte Fehlermeldungen moeglich machen. Eine der skurrilsten Fehlermeldungen, die mir noch zu Windows-98-Zeiten selbst mal begegnet ist, war "Es konnte kein Motherboard gefunden werden" ;)

In der letzten Woche gab es eine weitere: "Die Hardware konnte nicht installiert werden, das angegebene Farbprofil ist ungueltig". Jedesmal nach dem Einschalten des Druckers versuchte das System, diesen neu zu installieren – mit dem oben zitierten Ergebnis. Trotzdem funktionierte der Drucker einwandfrei. Dieser Fehler kam ganz ploetzlich von heute auf morgen und blieb hartnaeckig. Viele Leute leben mit ihm, wie man nach einiger Googelei diversen Foren entnehmen konnte, aber kaum einer hatte eine Loesung des Problems zu bieten. Hier wurde es unter Zuhilfenahme des Programms "XPLite" dann geloest, denn hiermit war es moeglich, die originalen Farbprofile wieder herzustellen. Danach funktionierte der Drucker wieder ohne Meckern…

eBay wird nach wie vor uninteressanter. Mittlerweile muessen Verkaeufer sich andauernd neu authentifizieren, im hiesigen Fall bisher schon zweimal, Teil 3 hat sich auch schon angekuendigt. Moechte man etwas verkaufen, dann kommt ein Fenster mit der Meldung, dass eBay den verwendeten Rechner nicht erkennt (Hallo, Datenschutz?) und man sich identifizieren muss. Hierfuer ruft eBay einen selbst unter der urspruenglich bei der Anmeldung angegebenen Telefonnummer an und eine automatisierte Ansage nennt dann eine vierstellige Pin-Nummer, die man in das entsprechende Eingabefeld eintragen muss. Ueber Flashcookies werden dann gewisse Attribute des Rechners hinterlegt.

Merke: Ohne Telefon zukuenftig kein eBay. Merke auch: Wenn du einen anderen Rechner benutzt, musst du diese Prozedur wieder ueber dich ergehen lassen. Merke dir zusaetzlich: Im Urlaubsort wird`s besonders schwierig.
Fazit: eBay, das Web 3.0 wirst du SO nicht mehr erleben…

…zumal mittlerweile in ziemlich aufdringlicher Art und Weise per Einblendungen auf die PayPal-Moeglichkeit hingewiesen wird. Vermutlich wird es ohnehin bald Pflicht. Aber ohne mich…

KategorienComputerkram

Internette Fernsehtuerme

6. November 2008 Kommentare ausgeschaltet

Schauplatz: Ein Buero im Gebaeude der deutschen Bundespost in den 80er Jahren. Fuer eine Schulrecherche gingen meine Wenigkeit und ein Klassenkamerad dorthin und wurden suesslich-nett "bedient". Zum damaligen Zeitpunkt gab es naemlich schon erste Plaene bezueglich des Fernsehturmes in der Naehe des Guetersloher Bahnhofs. Damit dieser "Himmelsfinger", wie er damals ab und zu genannt wurde, entstehen konnte, sollte ein Gebaeude weichen. Alternativ stand ein Jugendtreff zur Diskussion, welcher dort ebenfalls entstehen sollte. Natuerlich war "die Post" (von "Telekom" war noch keine Rede) darauf erpicht, ihren Turm zu bauen, um -so wie es hiess- "Versorgungsluecken" zu schliessen. Die nette Dame bat uns dann auch, an einer Abstimmung zugunsten des Fernsehturmes teilzunehmen, "denn ein Jugendtreff gibt es hier doch sowieso schon"…

Die Jahre vergingen, der Turm wurde gebaut und die Technik holte ihn sozusagen ein. Insbesondere die Satellitentechnik. Ueber einen langen Zeitraum waren auf dem Turm nur ganz wenige Richtantennen und ein grosser Parabolspiegel zu finden, sonst nichts. Selbst der in den Neunzigern aufgekommene UKW-Sender von "Radio Guetersloh" sendete zunaechst auf 107,4 mhz (also noch nicht auf 107,5) vom nahegelegenen Rathausdach ausgehend…

Drahtlose Netzwerke sind seit ein paar Jahren schwer auf dem Vormarsch. Und das voellig zurecht, machen sie das internette Leben doch in vielen Situationen einfacher. Selbst im hiesigen "Shack" wurden kuerzlich gefuehlt-kilometerlange, alte Kabelnetzwerkleitungen mit Wonne entfernt, denn der Wlan-Router ueberbrueckt innerhalb des Hauses und im angrenzenden Garten alles, was es zu ueberbruecken gilt.

Mittlerweile kommen dann endlich (!) auch mal die "richtigen" Leute auf die Idee, dass man nicht ausgelastete Fernsehtuerme auch fuer allgemeine Internetzugaenge nutzen koennte. Die Funkamateure haben dieses Thema schon lange auf der Pfanne, nicht zuletzt auch deswegen, weil viele Amateurfunk-Relaisfunkstellen (vornehmlich im 2m- und 70cm-Bereich) auf solchen Fernsehtuermen beheimatet sind.

Die durch Abschaltung der analogen Fernsehsender freigewordenen Frequenzressourcen koennten beispielsweise fuer drahtlose Webzugaenge genutzt werden, die zumindest fuer "das noetigste" ausreichen. Vergleichbare Kapazitaeten wie beispielsweise beim High-Speed-DSL kann und darf man natuerlich zumindest vorerst nicht erwarten. In laendlichen Gebieten koennten damit zumindest die groebsten Versorgungsluecken geschlossen werden (schon heute haben einige Dorfbewohner in eigener Initiative errichtete Funkstrecken in Betrieb) und in den Innenstaedten koennte man den Traum vom "kostenlosen, freien Basis-Internet fuer alle" realisieren. DAS waere wahre Grundversorgung 2.0! Wer`s denn schneller und komfortabler haben moechte, der zahlt halt entsprechend fuer den "breiten" Heimanschluss.

Initiativen wie "FON" (ein Anwender stellt Kapazitaeten seines eigenen Webzugangs der Allgemeinheit ueber Wlan zur Verfuegung) waren und sind schon ein Schritt in die richtige Richtung, leider aber sprichwoertlich (noch) zu dezentralisiert. Statt vieler, verschiedenster Hotspots koennten einheitliche Zugaenge die gewuenschte Selbstverstaendlichkeit eines Internetzugangs deutlichst foerdern, nicht nur in Deutschland…

Weiterlesen:
Die Sueddeutsche ueber das "Turbo-Internet vom Fernsehturm"
FON – Community
Wikipedia ueber FON
Foto vom Guetersloher Fernsehturm
Fernsehtuerme der Deutschen Telekom

KategorienAmateurfunk, Lokales, Medien