Audiotische Gleichschalterei

7. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

Die Technologie ist alt, ihr Anwendungsgebiet gross. Die Rede ist von Limitern und anderem elektronischem Schnickschnack, der zwar nuetzlich sein kann, ein Audiosignal aber gerne auch mal verunstaltet. Man nehme das Beispiel Radio. Mittlerweile werden fast auf jedem Sender Techniken eingesetzt, die den Gesamtpegel durchweg anheben und auch die Klangfarbe veraendern.

Im Buergerfunk von Radio Guetersloh, wo unsereins immerhin schon 65 Sendungen gemacht hat, trat es besonders ausgepraegt zum Vorschein: An Stellen, die eigentlich leiser werden sollten, blieb es laut und man hatte den Eindruck, der Sprecher wuerde wirklich mitten in die Songs hineinsprechen. Des Raetsels Loesung: Ein Echtzeit-Filter in der Sendetechnik, der Lautstaerkeschwankungen ausgleichen soll und saemtliche Pegel auf ein glattgebuegeltes Niveau einstellt. Der Zweck ist es natuerlich, eine einheitliche Lautstaerke zu erreichen, die das Radio als "Nebenbeiberieselung" unauffaellig und den Zuhoerer bei der Stange haelt. Hatte man nun eine Sendung produziert, die laute und leise Passagen enthielt, dann waren die Ein- und Ausblendungen durch diesen zwischengeschalteten Filter leider unangenehm hoerbar. Also wurden hier fuer das Radio spaeter Sendungen produziert, deren Huellkurven schon eine Balkenform angenommen hatten, damit nicht mehr soviel nachgeregelt werden konnte und die Sendung zumindest auf einem durchgehenden Lautstaerkeniveau verblieb. Fuer Freunde der echten Dynamik war das natuerlich ein Schlag ins Gesicht, aber es war (leider) notwendig und hat auch gut funktioniert.

Beispiel Audio-CDs: Die Erstauflage der "Brothers In Arms" – CD von den "Dire Straits" strotzte nur so vor Dynamik. Leise Passagen waren leise, laute waren laut. Die Pegel verhielten sich entsprechend unterschiedlich, wobei das Gesamtvolumen den mittlereren Bereich nicht ueberstieg, was unter anderem Verzerrungen bei der Wiedergabe vermieden hat. Da eine CD so gut wie kein Eigenrauschen produziert, war so etwas in der Anfangsphase der fuer CDs bestimmten Aufnahmen auch absolut gewollt. Heutige Alben-CDs sind klanglich mittlerweile oftmals so stark angehoben, dass auch hier wieder saemtliche Pegel am oberen Limit sind und sich gerade bei dichter Instrumentierung nach einem ziemlichen "Soundbrei" anhoeren. Ein absolutes Negativ-Beispiel hierfuer ist das Album "Ode To Ochrasy" von "Mando Diao".

Bild oben links: Huellkurve des Dire Straits – Songs "Walk Of Life", als Beispiel fuer ein durchgehend ziemlich gleichlautes Lied, direkt von der Erstauflagen-CD (1985) digital eingelesen.
Bild oben rechts: Huellkurve des Dire Straits – Songs "The Man`s Too Strong", als Beispiel fuer ein in punkto Lautstaerke wechselhaftes Lied, ebenfalls von der 1985er-Ur-CD digital eingelesen.
Bild unten links: Kontrastvergleich: Coldplay`s "Talk" von der CD "X&Y" (2005), unter gleichen Bedingungen digital eingelesen.
Bild unten rechts: Huellkurve der NormCast-Radiosendung Nr.56 im extra angepassten Format :)

Im Fernsehen wird wiederum anders gedacht, natuerlich zugunsten des Werbegeldbeutels. Der Film oder die Serie befindet sich auf entweder normalem oder zu leisem Lautstaerkeniveau, waehrend die zwischenzeitliche Werbung deutlichst darueber geschaltet wird. Es ist oftmals viel zu laut und der Griff zur Fernbedienung schnell notwendig, da es manchmal wirklich eklatante und daher unangenehme Pegelunterschiede sind. An dieser Stelle kann eine verfeinerte Form der oben beschriebenen Filter- und Limitertechnik auch mal positiv eingesetzt werden und das hat sich die traditionsreiche "Dolby"-Gruppe (Jawoll, die mit den Logos auf den alten Tapedecks :)) auf die Fahnen geschrieben.

"Dolby Volume arbeitet auf zwei Ebenen. Der „Volume Leveler“ vergleicht das laufende Tonspektrum mit vorhergehenden. Dabei nutzt Dolby Techniken aus dem Profibereich, etwa eine „auditorische Szenenanalyse“. Diese Technik erkennt, welche Töne angehoben werden müssen und welche nicht. Einen abschwellenden Klavierakkord zum Beispiel dreht Dolby Volume nicht lauter. Der zweite Schritt ist der „Volume Modeler“. Er reagiert darauf, dass das menschliche Gehör bei geringer Lautstärke Höhen und Tiefen weniger gut wahrnimmt. Bei alten Stereoverstärkern gab es hierfür die Loudness-Taste. Sie ignorierte aber die tatsächliche Lautstärke und verfremdete das ursprüngliche Signal oft zu einem Tonbrei. Der Volume Modeler nutzt die Erkenntnisse der Datenkompression von MP3 oder Dolby Digital: Tondaten, die unterhalb der Hörschwelle liegen, entfallen dort einfach. Der Volume Modeler macht das genaue Gegenteil: Er hebt die Lautstärke von Klangbestandteilen, deren Lautstärke unterhalb der Hörschwelle liegt, will damit den Klang auch bei geringer Lautstärke voll und detailreich gestalten."
(Quelle: Bild Digital) => Gut so! Und schlecht fuer RTL 2 :-)

KategorienMedien, Musik

NormCast.de auf dem iPhone

4. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet


Dank an Alexx fuer diesen Screenshot, der (so denke ich mal) in "Originalgroesse" (also 1:1) die Darstellung dieser Webseite auf dem iPhone zeigt. Fuer mein Dafuerhalten ist alles dort, wo es sein soll. Das im mittleren Part andere Zeilenumbrueche sind, liegt wohl in der Natur der Sache. Ich selbst habe kein iPhone und daher sind solche Bildchen generell immer interessant…

KategorienDiverses

NormCast 123

2. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

Oktoberfeststimmung in den Charts, Ebay unterm Hammer, das Ende der CD, Blip.fm, Telefunken damals und heute, sechs Ukulelen und ein Bass, KeinOhrHasen, Paparazzi und Rap aus Guetersloh

Kostenloser MP3-Direkt-Download: NormCast Episode 123 vom 02.10.2008

Eigenschaften: 128 kbps / Stereo / 27 MB / 29:28 Minuten

Links:
Gscheidle.com
Max-Emanuel-Brauerei Muenchen
Oktoberfest Muenchen
eBay-Jobs unter dem Hammer
Sandisk`s SD-Speichermusik
Norman bei Blip.fm
Telefunken Reloaded
www.FourStrings.de
Das Video "Shaft" mit dem Ukulele Orchestra Of Great Britain
Film "KeinOhrHasen"
Soundtrack zu "KeinOhrHasen"
Film "Paparazzi"

Musik:
Seabird – Stronger
21 Klunker – Sag mir wohin

KategorienNormCast

Gordischer Video-Knoten

1. Oktober 2008 Kommentare ausgeschaltet

"AutoGK" steht fuer "Auto Gordian Knot". Es ist eine kleine Datenwollmilchsau, die es ermoeglicht, DVD-Filme mit wirklich nur ganz wenigen Mausklicks und ohne grosses Hintergrundwissen als platzsparende, vor allen Dingen auch mobil nutzbare Filmdateien abzuspeichern und dabei eine erstaunlich gute Bild- und Tonqualitaet zu bewahren.

Im Zeitalter von guenstigen, externen Festplatten lockt die Idee, die heimische Filmesammlung mobil zu halten, so dass sie beispielsweise auch auf laengeren Reisen zur Verfuegung steht. Ein weiterer Ansporn koennte das Entfernen von ggf. langen CD/DVD-Reihen aus dem aus allen Naehten platzenden Schrankregal sein.

Wie schon oft erwaehnt liegt die Zukunft sicherlich darin, dass Audio- und Videodateien, Bilder und Dokumente zukuenftig nicht mehr auf CDs oder DVDs dauerhaft verbleiben, sondern irgendwo auf einem (heimischen?) Server abgelegt werden, auf den von ueberall (wenn authorisiert) her zugegriffen werden kann. Die Audio-CD-Sammlung ist bei vielen Leuten schon digitalisiert und beispielsweise in Form von MP3-Dateien auf den iPod oder die heimische Festplatte verschoben worden. Die Filme werden folgen, ganz sicher.

Solange die "verlustfreie" Abspeicherung von DVDs (z.B. als ISO-Dateien) aber noch zuviel Speicherplatz verschlingen wuerde, bietet sich die Umwandlung in DivX bzw. Xvid an. Natuerlich gibt es auch weitere Formate, aber insbesondere XviD ist kostenlos, "open source" und plattformuebergreifend. Die meisten MPEG-4-zertifizierten DVD-Player spielen es problemlos ab und die Moeglichkeit, Untertitel und eine zweite Audiospur (Fremdsprache) mit einzubinden, machen ebenfalls einen nicht unerheblichen Reiz aus. Wer bereit ist, ca. ein Gigabyte pro Film zu opfern, der wird erstaunlich-gute Ergebnisse erhalten und sich somit die Moeglichkeit schaffen, sofern vorhanden bis zu ca. 500 Filme auf eine einzige platzsparende, externe Festplatte fuer rund 60-90 Euro Anschaffungspreis zu bannen.

Seit der Einfuehrung des DivX-Codecs vor ungefaehr zehn Jahren hat sich viel getan. Waehrend anfaenglich noch Kloetzchen und andere Pixelartefakte an der Tagesordnung waren, sind die moderneren Varianten sehr ausgereift und bieten bei richtiger Konfiguration eine dem Original sehr nahe kommende Bild- und Tonqualitaet. Selbst Surround-Ton ist kein Problem mehr.

Die Software "AutoGK" leistet hierbei wertvolle Hilfe. Waehrend man frueher noch mit handgeschriebenen Batchlaeufen hantierte, damit der Rechner ueber Nacht an einem einzigen Film herumrechnen konnte, werden alle diese Dinge unter der intuitiven, grafischen Benutzeroberflaeche vereinigt. AutoGK bringt zwei bzw. drei Unterprogramme mit, die ansonsten aber nicht weiter beachtet werden muessen. Der gesamte, installierte Programmordner gibt sich mit gerade mal ca. 13 MB Festplattenspeicher zufrieden.

Vor der Benutzung der Software muss allerdings die gewuenschte DVD auf die Festplatte kopiert werden. Hierbei ist zu beachten, dass kopiergeschuetzte Kauf-DVDs nicht unter Umgehung des Kopierschutzes auf die HDD gelangen duerfen. Das ist im Grunde genommen der gleiche Bloedsinn, der auch schon in punkto Audio-CDs letztendlich und gluecklicherweise zur Abschaffung (!) des Kopierschutzes auf Audio-CDs gefuehrt hat, da die Leute oftmals Schwierigkeiten hatten, die darauf enthaltene Musik beispielsweise auf ihren mobilen MP3-Player zu ueberspielen. An dieser Stelle wird also nicht weiter auf das sogenannte "DVD-Rippen" eingegangen, daher nicht verzagen, Google fragen :)

Wer aber seine selbstaufgenommenen DVD-Videos oder TV-Aufnahmen ins XviD-Format uebertragen moechte, wird mit der legalen Freeware "AutoGK" ebenfalls seine helle Freude haben.

In "AutoGK" oeffnet man nun oben die ".ifo"-Datei des ersten Films, z.B. "VTS_02_0.ifo" ("Step1"). Darunter gibt man den Pfad fuer das zu erstellende Video ein, z.B. "E:\filme\film.avi". Mittig waehlt man die gewuenschte(n) Tonspur(en) aus (Reihenfolge ist ebenfalls waehlbar), rechts ggf. die Untertitel ("Step2"). Darunter links im Schritt 3 ("Step3") wird die gewuenschte Endgroesse des Films eingegeben, was sehr eindeutig ist (z.B. 1CD – 1/2CD – 1/3 DVD-R etc.). Rechts daneben lohnt ein Klick auf "Advanced Settings", um im sich dann oeffnenden Fenster rechts die Guete des Audios einzustellen (dortiger Rest bleibt unangetastet). Es empfiehlt sich, eine konstante ("CBR") Variante einzustellen, da der Film sonst letztendlich asynchron werden koennte. Werte zwischen 96 und 128 kbps reichen fuer einen normalen, sprachlastigen Film voellig aus. Bei Musik bzw. Konzerten darf es auch mehr sein, zusaetzlich gibt es natuerlich auch die Moeglichkeit, die originale (DTS/Surround) Audiospur zu verwenden, wenn gewuenscht.

Danach klickt man auf "Add Job", der rechts unten im Fenster des Programms erscheint. Auf die gleiche Art und Weise stellt man dann die Aufgaben fuer eventuell weitere Filme ein und drueckt zum Schluss "Start". Als kleinen Komfortfaktor wurde die Moeglichkeit vorgesehen, dass der Rechner automatisch herunterfaehrt, wenn die in der "Job Queue" ("Arbeitsschlange") aufgelistete Arbeit getan ist. Das ist z.B. dann sehr praktisch, wenn der PC ueber Nacht arbeiten soll. Generell kann er das aber auch tagsueber im Hintergrund machen, wenn man sowieso damit arbeitet, denn diese Prozesse laufen prima parallel mit, ohne den eigentlichen Betrieb merklich auszubremsen, sehr (!) aufwendige Grafik- und/oder Spieleanwendungen ausgenommen.

Auch ueber die "schwarzen Balken" braucht man nicht mehr nachzudenken, denn das Programm "filtert die sozusagen heraus" (salopp gesagt) und laesst die dadurch gesparte Datenkapazitaet der letztendlichen Bildqualitaet positiv zukommen. Beim Abspielen beispielsweise via Heim-DVD-Player werden die Balken ohnehin automatisch neu gesetzt. Ein Hinweis: Beim allerersten Durchlauf nach der Installation muss man abwarten, bis dass das Audio fertig codiert ist (links unten im "Log" ersichtlich) und sich dann ein Fenster mit der "GNU-General Public Licence" geoeffnet hat. Diese muss unverstaendlicherweise einmal manuell bestaetigt werden, die anschliessend eventuell erscheinende Meldung, dass diverse "DivX-Codecs" gefunden wurden, kann einfach mit "ok" weggeklickt werden. Macht man das nicht, bleibt der Rechner an der Stelle stehen. Hat man es einmal gemacht, muss man es zukuenftig nicht mehr wiederholen. Pro Film wird die gesamte Umwandlung ungefaehr die doppelte Spielzeit desselben in Anspruch nehmen (3GHZ-AMD-System).

Fazit: Eine wirklich einfache, auch vom Laien relativ einfach zu nutzende Software, die gute Ergebnisse liefert. Leider wird sie nicht mehr direkt weiterentwickelt, aber die zuletzt erschienenen Versionen reichen voellig aus. Download

KategorienComputerkram

Telefunken reloaded

29. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

"Hat`s gequalmt und auch gestunken, dann war es sicher Telefunken"…
So bzw. so aehnlich wurde frueher gerne mal ueber die renomierte Marke aus Deutschland gespottet, die unter dem Strich schon ueber einhundert Jahre alt ist. In den 80er Jahren ist aber das, was sozusagen das richtige "Telefunken" ausmachte, heruntergewirtschaftet und letztendlich zerschlagen worden.

Dabei waren das damals groesstenteils tolle Geraete, gerne erinnere ich mich an meinen allerersten Plattenspieler, es war das Modell "Mister Hit 2000". Ein paar Jahre spaeter gab es zu Weihnachten den allerersten Radiorecorder, einen "Bajazzo CR 5000 Station". Beide Geraete existieren leider nicht mehr…

Grundig ist ja auch irgendwann zugrunde gegangen und danach wurden weiterhin Geraete verkauft, auf denen zwar "Grundig" stand, in denen aber etwas anderes, meistens minderwertigeres verbaut war. Die Qualitaet konnte beiweitem nicht mehr an die alten Zeiten anknuepfen und vorbei war`s mit "aussen Grundig, innen pfundig"…

Auch "AEG" ist mittlerweile wieder auferstanden. Unter dem einst klangvollen Namen werden heute rauschige Kuechenradios mit brummenden Netzteilen oder billig anmutende Espressomaschinen verkauft. Nun heisst es gerne mal: AEG = Auspacken – Einschalten – Geht nicht :-)

Und jetzt – Halleluja- soll "Telefunken" wieder auferstehen!
(Quelle: Heise-Meldung)

Lockenwickler, Kaffeemaschinen oder ein dekorativer Foehn Marke "Telefunken", das waer`s doch. Oder vielleicht ein elektronischer Kaminanzuender, Modell "TeleFunkenFlug" :) Lasst die Toten ruhen und ehrt ihr Andenken bzw. das, was an wirklich guter Substanz die Jahre ueberdauert hat und ggf. heute noch funktioniert. Aber verhoekert bitte nicht schon wieder irgendwelchen billigen "Kuesselkram" unter klangvollem Namen.

Naja, vielleicht wird`s ja doch was, Ausnahmen bestaetigen die Regel…

KategorienDiverses