Marillion auf neuen Wegen

25. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Die althergebrachten Distributionswege fuer Musik sind klinisch tot (Audio-CD) oder fuehren ein bluehendes Schattendasein (Vinyl). Der "richtige" Euro rollt aber mittlerweile in eine andere, virtuellere Richtung. Legale und illegale Musikdownloads machen mittlerweile den Loewenanteil von irgendwie verbreiteter Musik aus.

Die Band MARILLION feiert im naechsten Jahr ihr Dreissigjaehriges und verschliesst sich den neuen Stroemungen nicht. Sie hatte ihre groessten Erfolge bis heute zweifelsfrei unter Mitwirkung ihres Saengers "Fish", der die Band 1988 nach grossen Erfolgen wie "Lavender", dem Radio-Dauerbrenner "Kayleigh" oder "Incommunicado" verliess. Die Alben "Clutching At Straws", "Fugazi" und "Misplaced Childhood" sind nach wie vor unabdingbar mit dem Namen "Marillion" verbunden. Mit einem neuen Saenger gab es in den fruehen Neunzigern noch ein paar Achtungserfolge ("No one can", "Dry land"), danach verlor zumindest ich sie aber aus den Augen. Fish`s Soloalben "Vigil In A Wilderness Of Mirrors" oder "Internal Exile" liessen mich zu der Zeit eher aufhorchen.

Die derzeitige Marillion-Formation ist im "WebZwoNull" angekommen. Definitiv. Neben den "ueblichen Verdaechtigen" MySpace, YouTube, FaceBook oder iLike bedienen Marillion nun auch das ansonsten in der Musikindustrie verhasste P2P-Netzwerk. Seit dem 10.September ist das neue Doppelalbum "Happiness Is The Road" ueber das Netzwerk legal und mit dem Segen der Band verfuegbar. Allerdings mit einem "Kniff": "Having downloaded a song, an interactive window appears on the music fan’s computer with a video message from Marillion speaking directly to the consumer, telling them about their new album, the band’s latest news, the forthcoming Marillion tour and all the products and merchandise available at marillion.com. Music fans can listen to the track, and have the option to join the email mailing list, allowing access to a DRM-free version of the track."
Interessant. Der Weg zur DRM-freien Datei (DRM = "Digital Rights Management", salopp mit "Kopierschutz" uebersetzbar) fuehrt also ueber den hier geschilderten Umweg, der wiederum weiteres Interesse an der Band wecken soll. Eine an sich kluge Ueberlegung, nur stellt sich die Frage, ob die Leute, die mit ihren Vorab-Downloads Interesse bekunden, sich dann tatsaechlich in die Mailingliste eintragen, um das Album letztendlich "richtig" herunterladen zu koennen bzw. zu duerfen. Sei`s wie es sei, Marillion gehen einen mutigen und innovativen Weg, wirken in ihren Argumentationen gegenueber gezielten "Why did you do it?"-Anfragen in ihrer FAQ-Sektion aber leider oftmals stereotyp, ja teilweise weinerlich und finden viele blumige Worte. Was bleibt, ist, ihnen viel Glueck zu wuenschen!

Es gibt aber auch zusaetzlich etwas "fuer lau" auf der Band-Webseite. Der Sampler "Crash Course" liegt dort in sehr guter MP3-Qualitaet (256 kbps!) zum freien Download vor und wurde seit 2001 mehrmals aktualisiert. Darauf befinden sich Songs aus der zumindest in punkto Quantitaet beeindruckenden Discographie der Band. Manche Songs der aktuellen Version sind etwas "seierig", andere wiederum doch sehr gut hoerbar. Download

KategorienMusik

Gehirn – rechts oder links?

23. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Achtung, der folgende Beitrag ist stumpf geklaut! ;)
Da kommentierte kuerzlich ein gewisser "Udo" einen Beitrag auf dieser Seite und hinterliess einen Link zu seiner Seite, dem "Blog fuer Glueck und Erfolg".

Dort wurde die Frage gestellt, ob beim Betrachter des Beitrags gerade die rechte oder die linke Gehirnhaelfte quasi dominierend in Betrieb ist.

Zitat:
"Möchtest Du wissen, ob gerade jetzt in diesem Augenblick, eher Deine rechte, intuitive Hirnhälfte, oder mehr Deine linke, logisch-analytische Hirnhälfte aktiv ist. Kein Problem – wir können das innerhalb weniger Sekunden ermitteln.

Scroll bitte mal so weit runter, bis Du das Bild komplett auf Deinem Monitor hast und beantworte folgende Frage: “In welche Richtung dreht sich die Tänzerin auf dem Bild?”

Wenn die Tänzerin sich im Uhrzeigersinn dreht, dann dominiert momentan Deine rechte, intuitive Hirnhälfte. Dreht sie sich gegen den Uhrzeiger, dominiert Deine linke, logisch-analytische Hirnhälfte.

Hast Du Lust auf ein Experiment? Denk mal an einen komplizierten Sachverhalt. Eigentlich müsste sie sich im jetzt gegen den Uhrzeiger drehen. Wenn Du Dich danach entspannst und an etwas Wohltuendes denkst, ändert sie die Richtung und dreht sich im Uhrzeigersinn. Interessant – nicht wahr!

Dieses Bild habe ich schon in verschiedenen Blogs gefunden. Das Orginal stammt von “The Daily Telegraph“.

Verblueffend…

KategorienDiverses

NormCast 122

22. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Im zweiten Teil des Gespraechs mit Ulli Harrass dreht sich alles um den "European Podcast Award". Wer steckt dahinter? Was sind die Intentionen? Wie funktioniert das? Diese und weitere Fragen werden aufgegriffen und auf die allgemeine Diskussion in der "Szene" wird ebenfalls reagiert. Ohne Musik, ohne Schnickschnack – quasi eine Art Talkshow :)

Eigenschaften:
MP3 mit 80kbps bei 44,1 khz in Mono / 22,1 MB / 38:37 Minuten

Direkt-Download: NormCast Episode 122 vom 22.09.2008

Links:
NormCast 121 mit dem ersten Teil des Gespraechs
European Podcast Award
Computerclub Zwei
Wolfgang Back`s hier zitierter Blog-Eintrag zum EPA
EPA-Diskussion im CC-2-Forum
Diskussion bei Podster.de
"Phil’s Podcast" ueber den EPA
Nicole Simon
Homepage von Wolfgang Back
Heimseite von Wolfgang Rudolph
Ulli`s Firma "WayOf.net"
European Podcast Award – Blogseite

KategorienNormCast

Urheberrecht und Unterricht

17. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Frueher, da… :-)

…so fangen ja viele Ueberlegungen zu aktuellen Dingen an. So auch hier. Also, frueher, zum Beispiel im Englischunterricht, da gab es Pflicht-Themen, wie Shakespeare`s "Macbeth" (Horrible. I always hated it. When shall we three meet again…) oder -was schon interessanter war- "Death Of A Salesman" ("Tod eines Handlungsreisenden"). Als Belohnung winkte dann am Ende der Lektuere die Vorfuehrung des gleichnamigen Spielfilms.

Nach den "Freuden der Pflicht" kam die Kuer, zum Beispiel der "Logical Song" von "Supertramp" in einer Textanalyse. Kopien des Songtextes wurden schnell durch den Lehrer erstellt und an die Schueler verteilt. In diesen prä-Google-Zeiten setzten sich die Lehrer zu solchen Anlaessen noch vor ihren Plattenspieler und schrieben die gesungenen Worte haendisch mit. Im Franzoesischunterricht beschlagnahmte der Lehrer das Sprachlabor und liess selbstaufgenommene Tonbandspulen (!) mit franzoesischen Schlagern und Chansons laufen, deren Texte dann ebenfalls in die Sprachbildung integriert wurden. "On a tous les mêmes souvenirs…"
Als dann eine Schuelerin fuer die letzte Stunde vor den Sommerferien die Durchnahme des damaligen, franzoesischen Sommerhits "Voyage Voyage" von "Desireless" vorschlug, wurde nicht lange gefackelt. Einer brachte die Platte mit …wer wohl?… :), die Schuelerin bekam als Bedingung den Auftrag, den Text fuer den Lehrer aufzuschreiben, dieser korrigierte etwaige Fehler und kopierte das Werk auf Schulkosten. Mit 30 Zetteln und einem tragbaren Dual P50 bewaffnet kam der Lehrer am letzten Schultag in die Klasse und alle freuten sich, dass mal etwas aus der Musikwelt der Schueler im Unterricht beruecksichtigt wurde. Der Lehrer meinte letztendlich allerdings, dass der Text dieses Songs absolut unterdurchschnittlich sei :-)

Aus heutiger Sicht waere der erste Fall eine (unerlaubte?) Vervielfaeltigung (Songtext-Kopien) und das zweite eine (unerlaubte?) "oeffentliche" Auffuehrung. Damals war das aber ueberhaupt kein Problem, nein, es wurde zumindest toleriert und meistenteils sogar ausdruecklich erwuenscht. Natuerlich gab es auch damals schon allgemeingueltige Verguetungskriterien fuer solche Faelle, aber heutzutage sieht das Phaenomen "Urheberrecht in Schulen 2.0" dann so aus, dass die jeweiligen Lehrkraefte im Grunde genommen jederzeit mit einem Bein im Knast stehen koennten:

Der Paragraph 52 a im Urheberrechtsgesetz erhitzt einmal mehr die Gemüter. Laut der bis Ende des Jahres befristeten Klausel dürfen Lehrer und Wissenschaftler "kleine Teile" von Werken ausschließlich einem "bestimmt abgegrenzten Bereich von Unterrichtsteilnehmern" in einem Intranet "öffentlich zugänglich" machen. Sie gilt auch für Personen im Rahmen ihrer "eigenen wissenschaftlichen Forschung". (…) Denn aufgrund praktischer Notwendigkeiten würde so gut wie jeder Forscher und Lehrende weiter solche Materialien anderen Kollegen oder Auszubildenden bereitstellen. Auf diese zu verzichten, könne erst recht kein wissenschafts- oder bildungspolitisches Ziel sein. Verbesserungsfähig sei aber die Vergütung für die genehmigungsfreie Nutzung geschützten Materials für die Rechteinhaber.
Quelle: Heise Online

Auch wenn man dieses Beispiel vielleicht nicht 1:1 auf Songtexte und Musik uebertragen kann, ist die daraus zu erkennende Tendenz doch bedenklich. Natuerlich darf und soll man unter dem Deckmantel des Bildungsauftrags nicht einen unter Umstaenden sogar persoenlichen Freifahrtschein fuer solche Dinge im grossen Stil erwerben koennen duerfen, aber generell bedarf dieser Zustand wohl doch einer gehoerigen Lockerung.
Frei nach Westernhagen: "Ich bin froh, dass ich kein Lehrer bin…"

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Zum Download hier lang

16. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Der neue VLC-Player ist da und er soll auch einige angenehme Neuerungen mitbringen, berichtet die PC-Welt. So weit so gut.

Da das generell eine gute und nuetzliche (zudem kostenlose) Software ist, klickt man auf den "Download"-Button. Eine neue Seite oeffnet sich. Was dort steht, interessiert gar nicht, man sucht instinktiv nach dem naechsten "Download"-Button. Klick – nichts passiert. Diesmal erscheint eine weitere Seite mit einem "ZUM Download"-Button. Irgendwann klappt es dann auch.

Was soll das? Auf anderen Seiten ist es noch extremer, manchmal wird man ueber -gefuehlt- dudzende von Mirror-Seiten geleitet, bis dass man letztendlich an die Datei herankommt. Deren Download an sich ist dann meistens schneller vollzogen als wie das Auffinden derselben an Zeit verschlungen hat…

"Viele Wege fuehren nach Rom" – zu viele. Auch im Internet…

KategorienComputerkram