XP geht! Aber kommt Vista?
Am kommenden Montag ist es soweit: Microsoft stellt den Verkauf von Windows XP nahezu komplett ein. Eine Ausnahme bilden da z.B. nur die EEE-PCs von Asus, welche weiterhin mit XP angeboten werden sollen, da diese aufgrund beschraenkter Hardware-Kapazitaeten fuer Windows-Vista nicht geeignet sind. Erfahrungsgemaess kann auch davon ausgegangen werden, dass der technische Support fuer XP relativ schnell reduziert und zumindest in Teilbereichen schnell eingestellt werden wird.
Schade ist es, denn Windows XP war und ist das Microsoft-System, welches auch hier bisher am laengsten und bestaendigsten genutzt worden ist. Wenn man die urspruengliche "Teletubbie-Installation" mit ein wenig Hintergrundwissen, welches einschlaegige PC-Zeitungen gerne vermitteln, etwas "entschlackt" und modifiziert hat, dann ist XP ein mittlerweile schnelles und aeusserst stabiles System. Vista hingegen wird als traege und ueberladen bezeichnet und kaum jemand moechte es wirklich haben. Ein wesentlicher Grund fuer die Abneigung gegenueber Vista ist sicherlich auch, dass XP schon so lange gute Dienste leistet und viele Leute einfach keine Lust haben, eine neue Installationsorgie zu starten und sich die vielen kleinen Tricks und Kniffe, die sie aus der XP-Welt kennen, gegebenenfalls neu aneignen muessen. Hinzu kommen die noch immer vorhandenen, massiven Hardware-Inkompatibilitaeten und der Mangel an Treibern fuer Vista.
Man erinnere sich: Als XP aufkam, war es genau so. Allerdings war die Microsoftwelt damals noch unterteilt. Die Spiele-Fraktion hatte entweder noch Windows 98, welches sich nicht gerade durch besondere Stabilitaet auszeichnete, oder Windows Millennium, welches eigentlich nur ein schlechter Witz war. Beide Systeme hatten noch einen DOS-basierten Unterbau. Die Nicht-Spieler, die damals schon mehr "gefrickelt" haben und vermehrten Wert auf Stabilitaet legten, benutzten Windows 2000. Im Profi-(Server-)Bereich gab`s noch Windows NT 4.0. Windows XP stellte damals verhaeltnismaessig hohe Anforderungen an die Hardware, das wurde aber gerne sprichwoertlich in Kauf genommen, nachdem die ersten, positiven Erfahrungsberichte veroeffentlicht wurden. Mittlerweile kann auch das Vorurteil bezueglich zu hoher Hardware-Anforderungen revidiert werden, denn eigentlich lief und laeuft XP auch auf aus heutiger Sicht "schlapper" Hardware. Es verband alle bisherigen Welten miteinander, sowohl private als auch kommerzielle Anwender setzten relativ schnell auf das System. Bis heute.
Mit seiner Ankuendigung, das ungeliebte Vista dem bewaehrten XP vorzuziehen, vergrellt Microsoft doch einige Kunden und laeuft Gefahr, die alten Zustaende wieder herzustellen, allerdings unter anderen Vorzeichen. Anders als zum Startzeitpunkt von XP vor einigen Jahren haben mittlerweile andere Betriebssysteme genug Relevanz, um KleinWeich einige Marktsegmente komplett abzugraben. Fuer Profi-Serveranwendungen wird Linux herhalten und die Privatanwender stroemen -voellig nachvollziehbar- immer mehr in Richtung Apple.
Die restlichen Windows-Enthusiasten ruesten sich jetzt schon fuer "die Zeit dazwischen", also zwischen dem Ende von XP und der Einfuehrung des Vista-Nachfolgers, noch "Windows 7" genannt. Ziel ist es, die "Generation Vista" komplett zu ueberspringen. Es gibt sogar schon eine Online-Petition fuer die Beibehaltung des XP-Systems (hier!). Na denn, Glueck auf! Vielleicht ist der gegenwaertige Firmen-Abtritt von Bill Gates ein Zeichen. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen. Die Moeglichkeit, dass Windows XP auf (m)einem zukuenftigen Computersystem nur noch im Rahmen einer Emulation weiterlebt (um ein paar Programme, die ueber die Jahre unverzichtbar geworden sind, weiter nutzen zu koennen), ist deutlichst gegeben. Wahrscheinlich wird XP dann nur noch das Gastsystem sein. Und wovon?
Tja hmmmm… ;)
Etwas hat tatsaechlich einen grossen Seltensheitswert auf den Mattscheiben in hiesigen Gefilden: Das Loge des schweizer Fernsehens. Waehrend des gestrigen Halbfinalspiels zwischen der Tuerkei und Deutschland fiel das Bild gleich dreimal aus, weil das zentrale Fernsehsignal der UEFA, welches eigentlich alle TV-Stationen verwenden muessen (!), ausgefallen war. Lediglich das schweizer Fernsehen verfuegte ueber eine eigene Direktleitung via Glasfaser. Gluecklicherweise waren die Techniker beim ZDF schlau genug, um stumpf das Satellitensignal aus der Schweiz auf den eigenen Kanal zu geben. Manchmal heiligt der Zweck die Mittel… Das Spiel selbst war mal wieder eine absolute Zitterpartie, endete 3:2 fuer Deutschland und objektiv gesehen muss neidlos anerkannt werden, dass die Tuerken ueber weite Strecken das bessere Team gewesen sind. Sollte das Form-Auf-und-Ab der deutschen Elf System haben, dann muessten sie allerdings im Finale laut Reihenfolge wieder ordentlich spielen – gegen Spanien 