Eierlegende Wollmilchsau

26. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Mal wieder ein Fundstueck (Klick auf`s Bild fuer Vergroesserung):

Eine Werbung fuer den "PK-232" aus den fruehen neunziger Jahren. Hierbei handelt es sich um einen wahren Amateurfunk-Alleskoenner (fuer damalige Verhaeltnisse). Mit diesem Geraet konnten verschiedene digitale Betriebsarten realisiert werden, traditionelles Morsen, Funkfernschreiben und sogar Packet Radio inklusive. Damals kaempfte man aber auch mit der softwarebasierten Initialisierung von seriellen Schnittstellen, was oftmals in kryptischen und ellenlangen Batchlaeufen gipfelte. Unter DOS und den ersten Windows-Versionen war dieses Geraet trotzdem ein Segen (auch deshalb, weil man zwei Funkgeraete gleichzeitig daran anschliessen konnte). Mit dem Aufkommen von Windows95 und den spaeteren Windows-Versionen liess die Popularitaet dieses Geraetes rapide nach, weil es innerhalb einer spaeteren Windows-Umgebung nur schwer zu handhaben war und die oftmals DOS-basierten Treiber (TFPCX und Co.) dort nur schwer oder gar nicht funktionierten. Da waren z.B. TNC (Terminal Node Controller) mit Host- und/oder Kiss-Modus fuer die Packet-Freaks wesentlich einfacher zu handhaben. In den spaeten neunziger Jahren verpasste die Firma Timewave dem Konzept noch einmal ein zeitgemaesseres Update (siehe hier), was aber auch nicht mehr viel einbrachte. Mittlerweile ist es moeglich, die meisten Betriebsarten, die der PK-232 zu bieten hat, sogar mit einer ganz normalen PC-Soundkarte zu realisieren. Auch deswegen ist dieses einst hochmoderne Geraet mittlerweile nur noch selten zu finden…

KategorienAmateurfunk

Nicht von schlechten Eltern

23. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Kuerzlich fand ich eine Fanseite zu der sympathischen Fernsehserie "Nicht von schlechten Eltern" aus den neunziger Jahren. Darauf erzaehlt der Macher der Seite unter anderem, was es fuer Schwierigkeiten mit einer geplanten Veroeffentlichung des Soundtracks der Serie auf dieser Webseite gegeben hat. Das Lied heisst uebrigens "We belong together" und kommt von der Band "Wooden Heart". Interessant ist in diesem Zusammenhang das Zitat, welches dort wiedergegeben wird und welches angeblich von einem Mitarbeiter der Firma "Warner Music" stammt…

Hier die Story: (Quelle: http://www.nvse.de/innowork.php)

Der Titelsong
… zum Download / als Kopie

Ein zweigeteiltes Problem … schon vor einigen Jahren gab es von mir die Idee, den Titelsong zum Download anzubieten. Das MP3-Format – Schrecken und auch Segen der Musikindustrie, hat es doch ganz neue Märkte erschlossen – war geboren, der Download wäre technisch gesehen machbar gewesen, doch Deutschlands Verwaltungsdschungel zeigt, wie man es besser nicht machen sollte: man kann sich auch zu Tode verwalten. Zunächst hätte die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) zustimmen müssen, was sie gegen Zahlung einer entsprechenden Gebühr auch getan hätte – sofern wir exakt hätten aufschlüsseln können, wie oft der Song heruntergeladen worden wäre. Das wäre zwar möglich, aber nicht 100%ig sicher gewesen.

Aufgrund der häufigen Anfragen "Könnt ihr den Soundtrack mal brennen?" habe ich mich schließlich auch danach erkundigt. Das wäre gegen Zahlung eines entsprechenden Obulus an die GEMA möglich gewesen (auch wenn das für die drei Tracks auf der Single schon fast den größten Teil des regulären Kaufpreis ausgemacht hätte). Aber: hier wäre die Genehmigung des Rechteinhabers noch zusätzlich erforderlich gewesen. Was sich nun abspielte, wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig gewesen wäre: von der GEMA verwies man mich zunächst an den Rechteinhaber, den ich erst mal ermitteln mußte. Ursprünglich war das die Plattenfirma WEA, die es aber in dieser Form nicht mehr gibt. Rechtsnachfolger ist Warner Music mit Sitz in Hamburg und Berlin.

Dort wußte man zunächst nicht, wo man mich hinschicken sollte, bis ich schließlich im fünften oder sechsten Anlauf doch in der richtigen Abteilung landete. Wieder trug ich mein Problem vor, und irgendwann erkundigte man sich nach der geplanten Stückzahl. Basierend auf den bisherigen Anfragen schätzte ich mal sehr großzügig, daß es sich langfristig um maximal 100 Exemplare handeln würde. Daraufhin bekam ich allen Ernstes die Aussage: "Deswegen wollen Sie hier die Pferde scheu machen? Brennen Sie die Dinger und die Sache ist gegessen." Natürlich war man nicht bereit, mir diese Aussage schriftlich zu geben, so daß ich selbstverständlich das Risiko nicht eingehen werde. Insbesondere in Zeiten, in denen jeder "Raubkopierer" als Verbrecher hingestellt werden, mutet diese Aussage doch sehr seltsam an.

Für die Fans bleibt somit nur der Weg über die Internet-Auktionshäuser … es tut mir leid, Leute, es scheiterte nicht an uns. Und bevor es zu Mißverständnissen kommt: die anfallenden GEMA-Gebühren, evtl. zu leistende Zahlungen an die Rechteinhaber und die Materialkosten (für einen CD-Rohling und ggf. einen Cover-Ausdruck) wären auf die Besteller umgelegt worden, ansonsten hätten wir natürlich nichts dafür verlangt.

Quelle: http://www.nvse.de/innowork.php

KategorienMedien

Jeanette x 2 = ?

22. November 2006 Kommentare ausgeschaltet


In Deutschland ist die Schauspielerin und Saengerin Jeanette (Biedermann) durch ihre Rolle in "Gute Zeiten schlechte Zeiten" und durch Songs wie "Rock my life" bekannt. Wenige Leute wissen noch, dass es bereits im Jahre 1977 eine Saengerin mit diesem Namen gab, die sich mit einem Lied immerhin 15 Wochen in den Charts hielt und bis auf Platz 4 vordrang. Das Lied hiess "Porque te vas" ("Weil du gehst") und zeichnete sich nicht gerade durch hohe Sangeskuenste der spanischen Interpretin aus. Trotzdem wird es immer wieder mal im Radio gespielt. In Spanien und Frankreich ist Jeanette Dimech, so ihr richtiger Name, danach weiterhin erfolgreich geblieben, in Deutschland hatten Masterboy in den Neunzigern einen kleinen Erfolg mit einer sehr individuellen Coverversion des Songs.

KategorienMusik

TAN-Nummern-Generator

21. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Nein, kein "Flux-Kompensator" :-)
Es ist doch immer so eine Sache mit den Dingen, die einfach nur funktionieren muessen, die gewissermassen selbstverstaendlich sind und die einen ansonsten nicht weiter interessieren. Man nutzt es und denkt nicht weiter darueber nach. Aber wehe, wenn sich dann irgendwann einmal etwas aendert…

"Frueher" gab es einen TAN-Bogen (=>Transaktionsnummer), der automatisch vom jeweiligen Bankinstitut zugeschickt wurde. Fuer jede Transaktion nutzte man eine der aufgelisteten ("Geheim-") Nummern und strich sie danach aus der Liste aus, da sie nur einmal benutzt werden konnte. Jetzt kommt die Bank mit einem kleinen, technischen Teil um die Ecke, dem eine ellenlange Beschreibung beilag. Eigentlich geht es dabei aber nur um die Bedienung von ein- oder zwei Knoepfen und um einen Schlitz, in den man seine Bankkarte einschieben kann. Der darauf befindliche Chip wird ausgelesen und auf Knopfdruck wird dann zum Beispiel eine neue TAN-Nummer generiert. Eigentlich ganz praktisch, wenn man sich denn erstmal bemueht hat, sich mit dem Ding zu befassen. Bis es soweit war, lag es wirklich bis zum bitteren Ende des letzten, traditionellen Papier-TAN-Bogens unbenutzt in der Schublade. :)

Ist das jetzige Verfahren sicherer? Wahrscheinlich nicht. Verliert man die Bankkarte, kann trotzdem mit einem beliebigen, anderen TAN-Generator eine gueltige Nummer generiert werden. Besser waere es demzufolge gewesen, diese Generatoren generell nur fuer eine einzelne Karte oder ggf. eine genau definierte Kartengruppe herauszugeben.

Vermutlich sind diese Dinger in der Masse gar nicht mal billig und es stellt sich die Frage, ob das bisherige Verfahren nicht weiterhin ausgereicht haette. Aber vielleicht wird jetzt ordentlich Porto gespart, da keine Boegen mehr verschickt werden muessen (was es zumindest etwas sicherer macht) und somit koennte sich das eines Tages sogar mal auszahlen… …sofern zwischenzeitlich nicht wieder eine schnelle Idee umgesetzt wird….

KategorienDiverses

Alle gegen meine Entchen

21. November 2006 Kommentare ausgeschaltet

Das Recht auf eine Privatkopie (z.B. von Musik-CDs) ist weiterhin umstritten und wird laut Heise nach wie vor heftig diskutiert. Im zugehoerigen Forum gab es dazu einen netten Beitrag zu lesen :)

Zitat:

München (xyz): Am späten Montag abend wurde in München ein Mann auf offener Straße von einem Verhaftungskommando, das vorgibt, von GEMA, IFPI und ZPÜ beauftragt zu sein, aufgegriffen. Ihm wird vorgeworfen, durch das öffentliche Pfeifen von "Alle meine Entchen" auf dem Münchner Marienplatz gegen etliche Gesetze und Regeln verstoßen zu haben. Die GEMA wirft dem Mann vor, keine Urheberrechtsabgabe gezahlt zu haben. Die IFPI wirft ihm vor, eine unrechtmäßige Kopie der Alle-meine-Entchen-Melodie in seinem Gehirn aufzubewahren. Die ZPÜ bezichtigt den Mann des Kopierens der Melodie in sein Gehirn, ohne dass er für sein Gehirn eine ausreichenden Vergütungssatz bezahlt hätte.

Nach seiner Verhaftung sagte der Mann, er sei sich keiner Schuld bewusst, außerdem habe er beim Kopieren der Melodie in sein Gehirn keinerlei Kopierschutz umgangen. Vielmehr sei er sich des Vorgangs des Kopierens nicht einmal bewusst gewesen. Sollte es zu einer Verhandlung kommen, wird sich die GEMA wohl vorwerfen lassen müssen, nicht einwandfrei nachweisen zu können, wer denn der wahre Urheber von "Alle meine Entchen" ist. Seit der Inhaftierung des Mannes sitzt dieser in seiner Zelle und singt einen Hit der Charts nach dem anderen.

Nach Auffassung der drei klagenden Parteien müssten nun die Haftstrafen der Mitinhaftierten angehoben werden, weil auch diese sich nun des Kopierens schuldig machten.

Wer Satire findet, darf sich Gedanken darüber machen.

KategorienMedien