Tribute to Udo Juergens

20. Oktober 2014 Keine Kommentare

“Tribute Shows” sind ja oftmals so eine Sache. Manchmal sind sie deutlichst ueberzogen, manchmal werden sie dem, der oder den Geehrten nicht gerecht. In diesem Fall sind beide Befuerchtungen unbegruendet. Die ZDF-Geburtstagssshow fuer Udo Juergens, die seinem juengsten Album getreu, unter dem Motto “Mitten im Leben” stand, wurde dem mittlerweile 80-jaehrigen auf niveuavolle, stimmige Art und Weise gerecht, was u.a. mit dem Tagesquotensieg an diesem Samstagabend belohnt wurde.

Wenn eine solche Show es schafft, dass der / die Betrachter ein hohes Mass an Toleranz und Anerkennung auch fuer Kuenstler entwickeln, die bei ihnen ansonsten vielleicht nicht so hoch in der Beliebtheitsskala angesiedelt sind, dann muss es schon eine besonders gelungene Produktion sein.

So schmetterte Yvonne Catterfeld eine ueberraschend-stimmige Schmachtversion von “Immer wieder geht die Sonne auf” und Chris De Burgh zeigte sich mit seiner Version von “Mit 66 Jahren” von seiner tatsaechlich vorhandenen, rockigen Seite. Die Truppe “Santiano” brachte mit “The Devil Made The Rum For Us” eine froehlich-folkige Variante von “Der “Teufel hat den Schnaps gemacht” und Lang-Lang intonierte zusammen mit dem Email-Checker Tim Bendzko “Vielen Dank fuer die Blumen”. Jamie Cullum bewies in bester Udo-Tradition, dass ein Mensch und ein Klavier ausreichen, um Zuhoerer zu fesseln. Er brachte die Udo-Juergens-Komposition “If I never sing another song” beeindruckend zu Gehoer. Darueber hinaus gab es noch viele weitere, erwaehnenswerte Auftritte, die dann unter Mitwirkung von José Carreras und David Garrett in der wohl besten und emotionalsten Version von “Mein groesster Wunsch” gipfelten, die ich je gehoert habe…

Hoehepunkte und bemerkenswerte Stationen aus Udo’s Leben wurden in kleinen Einspielern passend komprimiert in Erinnerung gerufen und auch Johannes B. Kerner ueberzeugte mit emotionaler und tadelloser Moderation, allerdings weniger mit seinen Sanges”kuensten” :-)

Sendungen wie diese einen voellig zurecht nach wie vor Generationen vor dem Fernseher. Vielen Dank dafuer!

Das Tribute – Album gibt es z.B. hier.

Die Sendung wird noch ein paar Tage lang in der ZDF-Mediathek verfuegbar sein.

KategorienMusik

Windows 95 unter Android

10. Oktober 2014 Keine Kommentare

Man fragt nicht nach einem etwaigen Nutzen – man tut es einfach :)

Einer Anleitung der Webseite “Androidmag.de” folgend, habe ich auf dem WIKO Darkmoon Smartphone in wenigen Sekunden das gute, alte Windows 95 installiert.

Natuerlich ist das nur eine Spielerei, aber eine nette und es laeuft wirklich sehr schnell… Das Ausfuehren eines Doppelklicks und die generelle Navigation ist etwas “fummelig”, aber nach kurzer Zeit faellt beides schon viel leichter.

Probiert es mal aus. Fuer einen netten Retro-Effekt ist es allemal geeignet…

KategorienComputerkram

Augen auf beim Grabsteinkauf!

9. Oktober 2014 5 Kommentare

Wer glaubt, er koenne eine Grabstaette auf einem evangelischen Friedhof im Sinne der Verstorbenen frei gestalten, irrt sich leider gewaltig. Fassungslos stand ich kuerzlich in den Schauraeumen eines hiesigen Steinmetzes und musste mir anhoeren, dass der gewuenschte Grabstein fuer unsere Mutter leider nicht in Frage kaeme, da diese auf einem evangelischen Friedhof begraben sei. Schon waehnte ich eine versteckte Fernsehkamera hinter dem Verkaufstresen, doch leider entpuppte sich diese Aussage als traurige Wahrheit…

Der Grabstein stiess sofort ins Auge. “Guck mal,” sagte mein Vater, “der ist doch schoen. Man meint, man wuerde eine Meeresbewegung sehen und Mama hat das Meer doch so geliebt…”. Gesagt – getan. Einen schoeneren Bezug kann man doch kaum finden. Es handelte sich um einen schoenen, breiten Stein (ohne Sockel, denn Steine mit Sockel sind auch nicht erlaubt), der allerdings einen ebenfalls sehr schoenen Glanzueberzug hatte. Genau da liegt das Problem. “Solche Steine muessen wir abflammen oder abschmirgeln, da glaenzende Grabsteine auf hiesigen, evangelischen Friedhoefen nicht gestattet sind”. Unglaeubig schauten wir die Dame an. “Eine der offiziellen Begruendungen hierfuer ist, dass die von der Glanzschicht zeugenden Reflektionen bei der Andacht stoeren koenn(t)en”. Von diesem Moment an war ich fassungslos und fragte mich, welcher weltfremde Sesselfurzer sich so etwas Schikanoeses ueberlegt und durchgeboxt haben koennte? So eine Engstirnigkeit haette ich eventuell von der katholischen Kirche erwartet, aber selbst die ist hierbei anscheinend sehr viel toleranter.

Meine Mutter war zu Lebzeiten vom katholischen zum evangelischen Glauben uebergetreten, damit sie meinen Vater heiraten konnte. Jetzt wuerde sie sich wohl im Grabe herumdrehen, wenn sie wuesste, dass genau das nun dazu fuehrt, dass sie den Grabstein, der ihr mit Sicherheit hundertprozentig gefallen haette, nicht in der gewuenschten Form bekommen kann…

Wenn fuer teures Geld eine Grabstaette auf Jahre hinaus gekauft (!) wird, dann sollte man doch wohl das Recht haben, diese im besten Sinne zu bestuecken. Stattdessen soll alles formgerecht und nuechtern sein. Ihr Bueromenschen bei der Evangelischen Kirche in Westfalen – werdet mal wach!

Ich kann an dieser Stelle leider nur ein Zitat von der Webseite urbs.de anfuegen und doppelt unterstreichen:

“Wer die christliche Lehre auf Friedhofssatzungen reduziert, das Verbot von polierten Grabsteinen zum unantastbaren Glaubensdogma erhebt und Gemeindemitglieder über den Tod hinaus schikaniert, der braucht sich über Kirchenaustritte und zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber der christlichen Religion wahrlich nicht zu wundern. “

AMEN !

KategorienDiverses, Lokales

Grabsteingeier und Sektenbriefe

8. Oktober 2014 Keine Kommentare

Der Verlust eines lieben Menschen ist fuer die Betroffenen ein tragisches Element im Leben. Fuer andere, aussenstehende Firmen und Vereine ist es einerseits Geschaeft und andererseits Angriffsflaeche fuer plumpe Rekrutierungsversuche. All dies musste ich in den letzten Wochen erleben…

Ungefaehr zwei Wochen nach dem Tod der Mutter flatterten die ersten, zentimeterdicken Hochglanzkataloge ins Haus. Grabsteine in allen Facetten und Gewichtsklassen wurden dargeboten, gefuehlt-alle Grabsteinverkaeufer aus NRW und Niedersachsen haben uns bedacht, teilweise als DHL- / DPD-Paket(!)sendung (fuer die man ja angeklingelt wird…). Es ist schon recht pietätlos, wenn es einfach nur um die Kohle geht, was auch die nettesten Beischreiben nicht vertuschen koennen. Zudem sollten sich Unternehmen, die etliche Kilometer entfernt angesiedelt sind, doch wohl leicht ausmalen koennen, dass Grabsteine, die im allgemeinen gross und schwer sind, lieber, stressfreier und sicherlich auch guenstiger vor Ort gekauft werden…

In punkto Dreistheit konnten all diese Grabsteinunternehmen selbst in Gaenze nicht gegen einen einzigen, handgeschriebenen Brief anstinken, der uns erst kuerzlich, mehrere Wochen nach dem Trauerfall, ohne eindeutige Absenderangabe erreichte. Ich hatte ihn zunaechst mehr oder weniger “privat” bei Facebook eingestellt, auch, um zu sehen, ob andere Leute aehnlich darueber denken, wie ich. Die Kommentare waren vernichtend. “Die Geier kommen aus ihren Loechern”, “Armselig und dreist”, “Ab in die Tonne”, “Ich koennte kotzen und bin entsetzt”… um nur einige zu zitieren. Jemand schrieb: “Hier werden Gefühle zum Leben erweckt, auf die man gerne verzichten kann.” – und traf damit besonders gut ins Schwarze…

Wer hat diesen Brief geschrieben? Eine Rentnerin (koennte man aufgrund der Namensangabe und der Schrift denken), die uebereifrig und in Eigeninititative versucht, im Rahmen des Netzwerks der “Zeugen Jehovas” zu ueberzeugen? War es eine Auftragsarbeit ihres “Vereins”? Ist es vielleicht sogar “nur” eine Fliessbandabschrift, die durch Schuelerhaende erstellt wurde? Sei’s, wie es sei. Der Inhalt des Briefes zeugt von einer gewissen “Verblendung” und einem Grad von Religioesitaet, der an dieser Stelle unangebracht, unzutreffend, uebertrieben und -auf Deutsch gesagt- “kackendreist” herueberkam und sein eigentliches Ziel meilenweit verfehlte.

Trauernde Menschen sind anscheinend ein lohnendes Angriffsziel und in einer Zeit, in der die traditionellen Tuerdrueckermethoden anscheinend nicht mehr so funktionieren, wie frueher, hat es die hinter diesem Brief stehende Person tatsaechlich geschafft, sozusagen Zutritt zu bekommen. Das ist bedenklich. Wehret den Anfaengen! Religioeser Fanatismus -in welcher Form auch immer- hat hier nichts zu suchen – egal, aus welcher (Glaubens-)Richtung er kommt. Die “Zeugen Jehovas” brauchen sich hier auf jeden Fall nicht mehr blicken zu lassen…

KategorienDiverses

Roger Clarke-Johnson – a video portrait

2. Oktober 2014 Keine Kommentare

This is a seven-minute-video-portrait of a very good friend of mine…

Portrait Roger Clark-Johnson from Christopher Grigat on Vimeo.

KategorienLokales, Videos