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Leistung lohnt sich – oder nicht ?

18. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

Die sogenannten "Langzeitstudenten" wurden frueher auf den Unis einerseits belaechelt, andererseits verkoerperten sie auch ein gewisses Lebensgefuehl. Die aufkommende Studiengebuehrenpflicht reduzierte die Anzahl dieser Langzeitstudierenden erheblich, machte aber vielen anderen Aspiranten die Teilnahme an einem Studiengang ebenfalls unmoeglich. Letztendlich wurde und wird oftmals ueberlegt, die Studiengebuehren wieder abzuschaffen.

Die voraussichtliche Laenge eines Studiums ist zwar vorgegeben und darf nicht so ohne weiteres ueberschritten werden, aber, was ist, wenn sich ein paar fleissige Leute hinsetzen und das Studium weit unter der zeitlichen Vorgabe absolvieren? Man sollte doch meinen, dass das eine gute Sache ist, denn schliesslich fallen sie niemandem (ausser sich selbst) zu Last und machen ggf. frueher den Weg fuer Nachzuegler frei. Zudem sind Ambition, Fleiss und Diziplin doch nach wie vor Tugenden, die zu foerdern sicherlich nicht falsch ist. Doch der jetzt bekannt gewordene, im Folgenden zitierte Fall laesst den Schreiber dieser Zeilen an der Richtigkeit des Systems zweifeln…

via Welt Online :

"Marcel Kopper und Robert Grünwald aus Dortmund sowie Marcel Pohl aus Arnsberg sind 22 Jahre alt. Zwei von ihnen haben das Kunststück vollbracht, ein auf elf Semester angelegtes Studium an der Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) in vier Semestern zu absolvieren. Kopper ist in den letzten Zügen seines Masters, die beiden anderen sind seit über einem Jahr fertig.

So schnell hat vor ihnen vermutlich noch niemand ein Bachelor- und Masterstudium geschafft. Sie sind stolz auf sich, ihre Familien stolz auf sie, und auch beruflich hat es sich gelohnt. (…)

Es könnte eine beispiellose Erfolgsgeschichte sein, aber es gibt ein Problem: Die FOM ist sauer. Sie will die Studiengebühren für die Regelstudienzeit kassieren und nicht akzeptieren, dass Pohl seit seiner Kündigung zum Ende des Sommersemesters 2011 nicht mehr zahlt.

Die Hochschule begründet dies damit, dass die Gebühren für das Studium schon im Vorfeld feststehen – unabhängig von der Dauer des Studiums. Wer seine Abschlüsse erreicht hat, habe eben auch alle Leistungen in Anspruch genommen. (…)

Zusätzlich wären weitere noch nicht eingeforderte Gebühren in Höhe von 7000 Euro fällig. In diesem Fall müssten auch Grünwald und Kopper damit rechnen, Post von ihrer Hochschule zu bekommen. Grünwald meint: "Ich kann diese Leute nicht verstehen."

"Wir hätten ein wenig Anerkennung erwartet. Stattdessen werden uns Steine in den Weg gelegt", sagt Pohl, dem nach einigen Wochen an der Dortmunder Hochschule die Idee zum Turbo-Studium gekommen war. (…)

Eine etwaige Hochbegabung lässt sich an den Leistungen in der Schule nicht ablesen. Keiner der drei hat eine Klasse übersprungen, ihre Abi-Noten waren 1,8 (Pohl), 2,3 (Grünwald) und 2,6 (Kopper). Es ist der Ehrgeiz, den das Trio nach der Schulzeit entwickelte und der sie aufstreben ließ. Das Gelingen ihres Plans zeigt auch, was Teamarbeit bewirken kann. Dass man in einer kleinen Gruppe effektiver sein kann als allein. (…)

Mittlerweile hat das Gericht ein Urteil gesprochen. Am Mittwoch, gegen 11 Uhr wurde bekannt: Wer an einer privaten Hochschule sein Studium verkürzt, muss dennoch die kompletten Studiengebühren zahlen. Private Studiengebühren seien im Gegensatz zu den "Semesterbeiträgen" öffentlich-rechtlicher Hochschulen ein vertraglich vereinbarter Gesamtpreis für das Studium, entschied das Amtsgericht Arnsberg in einem am Mittwoch verkündeten Urteil (Az: 12 C 64/12). (…)"

Fazit: Von wegen "Leistung muss sich wieder lohnen". Diejenigen, die es darauf anlegen und es auch erfolgreich durchziehen, werden im Nachhinein noch mit Fuessen getreten. Das kann und darf nicht die Botschaft sein. Diese drei Leute haben sich beispielhaft verhalten und sicherlich sehr viel Eigenleistung ohne Inanspruchnahme von Hochschulmitteln erbracht, fuer die sie aber so gesehen nun zusaetzlich bezahlen sollen. Keine Hochschule dieser Welt haette sich einen menschlichen und/oder finanziellen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn sie das Lernverhalten dieses Trios und die daraus resultierenden, positiven Resultate belohnt haette…

KategorienDiverses

NormCast 208

11. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet
KategorienNormCast

Poetry Slam auf der Dalkeinsel

8. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

Es gibt sie noch, die Dichter und Denker. Doch ihre Werke spielen sich nicht immer nur in intellektuellen Hoehen ab, sondern auch mal in der Kloake, die gleich zu explodieren droht. Ein Fahrrad bekommt ploetzlich ein Eigenleben, waehrend die getruebte Seele des ins Heim gesteckten Hundes Selbstgespraeche fuehrt.
Zwischen blumigen Liebeserklaerungen und detailreichen Schilderungen der Auswirkungen des ueberschwenglichen Weingenusses gab es beim auf der Guetersloher Dalkeinsel im Stadtpark am 6.7.2012 abgehaltenen "Poetry Slam" eine Mischung aus durchaus ambionierten und oftmals gelungenen Texten auf die Ohren.

Der "Poetry Slam" ist ein kleiner, lyrischer Wettbewerb, dem diesmal die malerische Naturkulisse sehr gut zu Gesicht stand.

"Der Slam GT ist der Gütersloher Poetry Slam, findet (Anm. d. Red: normalerweise) jeden 2. Monat auf der Kleinen Bühne im Kesselhaus statt und wird vom Autor und DJ Micha-El Goehre moderiert. Neben Slammern aus ganz Deutschland stellen sich auch Poeten aus Gütersloh und der Umgebung regelmäßig ihrem heimischen Publikum.

Poetry Slam ist ein moderner Dichterwettstreit, bei dem die Autoren zeitlich begrenzt und ohne Hilfsmittel ihre Texte vor einem Publikum vortragen können. Das Konzept schlägt eine Brücke zwischen dem gedruckten Wort und der Bühne und überwindet die Grenzen zwischen Autor und Zuhörer. Beim Poetry Slam ist der Zuschauer integraler, aktiver Bestandteil der Veranstaltung, nicht nur, weil das Publikum am Ende den Sieger bestimmt. Es kürt mit seinem Beifall einen Tagessieger, der sich damit auch für den Highlander qualifiziert. Der Gewinner des Highlanders vertritt den Slam GT auf dem NRW-Slam. (…)

Es gibt nur wenige einfache Regeln:
– nur Selbstverfasstes ist erlaubt
– wenn die Zeit vorbei ist (7 Minuten beim SLAM GT) wird gnadenlos unterbrochen
– keine Hilfsmittel (Verkleidungen, Instrumente etc.) (…)" Quelle: SlamGT Weblog

Souveraen und immer wieder fuer einen Scherz gut, zeigte sich Moderator Micha-El Goehre auf der kleinen Buehne und trug einen Text vor, den die aus Zuschauern bestehende Jury als "Massstab" ansehen sollte. Im Durchschnitt gab es pro Jurymitglied ca. 7 Punkte hierfuer. Im Laufe des Abends schienen einige Jurymitglieder diese gelungene Vorlage mental aus den Ohren verloren zu haben, denn so manche, sprichwoertlich "unterirdische" Darbietung erzielte aehnliche Werte. Zumindest muss man den Autoren dieser Werke aber bescheinigen, dass sie -um woertlich im Bild zu bleiben- "die Eier haben", sich auf die Buehne zu stellen und in aller Ausfuehrlichkeit von ihrer letzten Begegnung mit der Kloschuessel zu berichten. Doch hob beispielsweise Sven Stickling aus Bielefeld mit seinen aeusserst treffsicheren Texten das Niveau deutlichst an und letztendlich gewann er zusammen mit "Jonas" die Endausscheidung des Abends. Voellig zurecht.

Ist Geschmack eine Frage des Niveaus oder ist Niveau eine Frage des Geschmacks? Diese Frage stellt sich bei solchen Veranstaltungen durchaus, aber gerade das macht sie so spannend. Es ist wie bei einem Musikkonzert bei offener Buehne, auf der sich sowohl erfahrene Rampensäue als auch blutige Anfaenger tummeln (duerfen). So soll es sein.

Was bleibt, ist die Erinnerung an die doch ueberwiegenden, textlichen Hoehepunkte und an eine wirklich heimelige Insel-Atmosphaere, fuer die neben dem guten Wetter auch ein eigens aus Hamburg "importiertes", schoen anzusehendes Espresso-Mobil sorgte.

KategorienLokales

Satellitenfernsehen kompakt

4. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

Eigentlich ist dieses Produkt relativ unsinnig, denn Zugaenge zu einer Satellitenantenne finden sich zumeist stationaer zuhause und seltenst auf Reisen bzw. in Hotels. Doch zumindest fuer Camper koennte es interessant sein, oder fuer Leute, die kleine, unscheinbare Installationen bevorzugen. Der PCTV-USB-Stick von PCTV Systems ermoeglicht den Empfang von Satellitenfernsehen z.B. auf dem Laptop. Er ist in natura allerdings tatsaechlich groesser, als es die Abbildung vermuten laesst, grob geschaetzt hat er die Laenge und Breite einer halben Zigarettenschachtel. Doch die Gefahr, dass er einen nebenliegenden USB-Anschluss verdeckt und somit unbrauchbar macht, besteht nicht, denn zum Lieferumfang gehoert ein "Abstandhalter" in Form eines sehr kurzen USB-Verlaengerungskabels.
Die Installation unter Windows 7 (64Bit) erfolgte reibungslos. Die beiliegende Treiber-/Software-CD wurde nicht gebraucht, denn das Betriebssystem erkannte das Geraet sofort und schnell. Somit war es auch mit dem bordeigenen "Windows Media Center" sofort benutzbar, welches allerdings gerade in Bezug auf die Sendersortierung sehr umstaendlich gestaltet ist. Somit wurde als alternative Softwareloesung das Programm "DVBDream" installiert, das nach einem etwas laenger dauernden Satellitensuchlauf auch ordentliche Bilder lieferte, sowohl in HD als auch in normaler Aufloesung. Der USB-TV-Stick kann, sollte er an einem aktiven USB-Hub haengen, auch ohne den beigelegten, kleinen Netzadapter betrieben werden. Trotz seiner kompakten Abmasse wirkt dieser USB-Tuner wie gesagt etwas zu gross, aber dennoch viel kleiner als die allermeisten, externen TV-Loesungen, die derzeit auf dem Markt erhaeltlich sind. Er passt bequem mit in die Laptoptasche.
Die notwendige Sat-Schuessel allerdings nicht :-)

KategorienComputerkram

Windows – Geschichte(n)

30. Juni 2012 Kommentare ausgeschaltet

Ach ja, das waren noch Zeiten :) Auf einem Pentium 133 mit 32 MB Ram liefen mit einer Hauppauge-TV-Karte fluessige (!) TV-Bilder unter Windows 95. Heutzutage setzt ja schon ein popeliger Billig-DVB-T-Stick Systeme jenseits der 2ghz voraus. Und warum? Weil viele Firmen heutzutage einfach keine guten, schmalen, effizienten Treiber mehr programmieren koennen…

Auf einem 386er SX20-Laptop mit 2 MB Ram installierte ich Windows 3.11, auf einem 486er codierten wir damals schon die ersten MP3-Dateien. Unter Windows 2000 lief TV nativ, waehrend in einer VMware unter Linux gleichzeitig (!) eine zweite TV-Karte fluessige Bilder zeigte. Windows XP wurde auf einem PentiumII-Laptop mit 128 MB Ram installiert und lief ueberraschend flott. Geschichten wie diese koennte ich viele erzaehlen, da in der Vergangenheit noch viel experimentiert wurde. Heutzutage muessen die Systeme einfach nur noch funktionieren…

Auf der Webseite WinHistory.de wird die Geschichte von Windows eindrucksvoll dargestellt. Nahezu jede Version wird behandelt und ist teilweise sogar antestbar. Die Abteilung Windows Quäler listet nahezu unmoegliche, aber im Nachhinein doch lauffaehige Software-Hardware-Kombinationen auf. Die Frage, ob man heutzutage mit Windows95 noch etwas anfangen koennte, wird beantwortet und alte Demo-Disketten sind ebenfalls herunterladbar.

Eine nette, engagierte Webseite mit Kultcharakter.

KategorienComputerkram