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Podcast – Alarm

24. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

MP3-Dateien sind nahezu ueberall abspielbar – wenn sie zumindest einigermassen "normgerecht" sind. DVD-Player, Digitalreceiver jeglicher Art, Handys, mobile MP3-Player oder Autoradios eignen sich mittlerweile nahezu universell zur Wiedergabe des mittlerweile zwar betagten, aber nach wie vor beliebtesten Audiodateiformats.

Doch leider bietet auch das MP3-Format (insbesondere durch das Vorhandensein des "ID3V2-Tags") Moeglichkeiten, eine Datei zumindest auf aelterer Hardware unhoerbar zu machen, weil beispielsweise aeltere Autoradios sie aufgrund diverser Nicht-Audio-Informationen, die in diesen ID3V2-Tag eingebaut werden koennen, nicht mehr erkennen. Das ist insofern aergerlich, als dass man das meistens erst dann merkt, wenn das Radio seinen Dienst quittiert und die extra fuer die lange Fahrt gebrannte CD-RW oder der USB-Stick dann vorerst in die Ablage wandern muessen, waehrend der Fahrer sich dann zwangsweise den "besten Hits der 80er, 90er und dem besten von heute" hingeben muss…

Ich schreibe das, weil dieses in letzter Zeit gehaeuft und bei verschiedensten Podcasts vorkommt. Abhilfe schafft in solchen Faellen das einfache Entfernen des id3-Tags – wenn man denn vor dem Ueberspielen auf den Auto-Datentraeger daran denkt :-) Die Audioinformationen selbst muessen NICHT neu komprimiert werden…

Hier mal ein Beispiel einer Datei, die NICHT ueberall funktioniert:

Die Apfel-Software "iTunes" schreibt generell oftmals viel inkompatiblen "Mist" in den id3-tag, aber ausschlaggebend fuer die Inkompatibilitaet duerfte hier das Vorhandensein einer viel zu grossen Coverbilddatei sein (1400*1400 Pixel) und zudem generieren Dateien im "png"-Format anscheinend ebenfalls einen fehlerhaften Header.

Sorry, Marcus, dass Deine Datei jetzt hier als Beispiel herhalten muss, aber: Du bist nicht allein :-)

Hier ein Beispiel einer kompatiblen Datei:

Das Coverbild sollte 300*300 Pixel NICHT ueberschreiten und moeglichst im ".jpg"-Format vorliegen. Zudem reicht die Angabe von "Album-Artist-Genre-Title-Track-Year" plus ggf. einzeiligem Kommentar. Alles andere ist nicht Luxus, sondern Ballast.

Wer mehr moechte, sollte von vornherein einen "Enhanced Podcast" erstellen, muss sich aber dann damit abfinden, dass dieser (zumindest noch) nicht ueberall problemlos abspielbar sein wird…

KategorienComputerkram

Absurde, deutsche Regelwut

21. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

[subjektivemeinungsaeusserung]
Es gibt viele Beispiele fuer "deutsche" Regelwut, die aber oftmals europaeische Wurzeln haben. Manchmal fragt man sich, ob demnaechst eine gestaffelte Gebuehr fuer’s Linksrumfurzen oder Rechtsrumfurzen erhoben werden wird :-)

Jetzt gab es ein neues Urteil: Das "Wegdruecken" eines ankommenden Anrufs waehrend der Autofahrt kommt einer Benutzung des Handys gleich und wird wie bei einem richtigen, durchgefuehrten Gespraech geahndet. Dabei ist das im allgemeinen doch nur ein kleiner Griff, der dem Senderwechsel beim Autoradio gleichkommt. Wenn das so weitergeht, darf man demnaechst waehrend der Autofahrt nicht einmal mehr Niesen und zum Taschentuch greifen…

Das Autofahrer mit Handy am Ohr zu unbedachtem Fahrfehlverhalten neigen, ist erwiesen und daher macht die Auflage, eine Freisprechanlage benutzen zu muessen, absolut Sinn. Doch die Tatsache, dass man das Handy waehrend der Fahrt nicht einmal beruehren darf, um es ggf. woanders hinzulegen oder einen Anruf wegzudruecken, ist ein zu weit gehender Eingriff in die Privatsphaere, die auch ein Autofahrer innerhalb seiner Karosserie geniessen duerfen sollte…
[/subjektivemeinungsaeusserung]

KategorienDiverses

Leistung lohnt sich – oder nicht ?

18. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

Die sogenannten "Langzeitstudenten" wurden frueher auf den Unis einerseits belaechelt, andererseits verkoerperten sie auch ein gewisses Lebensgefuehl. Die aufkommende Studiengebuehrenpflicht reduzierte die Anzahl dieser Langzeitstudierenden erheblich, machte aber vielen anderen Aspiranten die Teilnahme an einem Studiengang ebenfalls unmoeglich. Letztendlich wurde und wird oftmals ueberlegt, die Studiengebuehren wieder abzuschaffen.

Die voraussichtliche Laenge eines Studiums ist zwar vorgegeben und darf nicht so ohne weiteres ueberschritten werden, aber, was ist, wenn sich ein paar fleissige Leute hinsetzen und das Studium weit unter der zeitlichen Vorgabe absolvieren? Man sollte doch meinen, dass das eine gute Sache ist, denn schliesslich fallen sie niemandem (ausser sich selbst) zu Last und machen ggf. frueher den Weg fuer Nachzuegler frei. Zudem sind Ambition, Fleiss und Diziplin doch nach wie vor Tugenden, die zu foerdern sicherlich nicht falsch ist. Doch der jetzt bekannt gewordene, im Folgenden zitierte Fall laesst den Schreiber dieser Zeilen an der Richtigkeit des Systems zweifeln…

via Welt Online :

"Marcel Kopper und Robert Grünwald aus Dortmund sowie Marcel Pohl aus Arnsberg sind 22 Jahre alt. Zwei von ihnen haben das Kunststück vollbracht, ein auf elf Semester angelegtes Studium an der Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) in vier Semestern zu absolvieren. Kopper ist in den letzten Zügen seines Masters, die beiden anderen sind seit über einem Jahr fertig.

So schnell hat vor ihnen vermutlich noch niemand ein Bachelor- und Masterstudium geschafft. Sie sind stolz auf sich, ihre Familien stolz auf sie, und auch beruflich hat es sich gelohnt. (…)

Es könnte eine beispiellose Erfolgsgeschichte sein, aber es gibt ein Problem: Die FOM ist sauer. Sie will die Studiengebühren für die Regelstudienzeit kassieren und nicht akzeptieren, dass Pohl seit seiner Kündigung zum Ende des Sommersemesters 2011 nicht mehr zahlt.

Die Hochschule begründet dies damit, dass die Gebühren für das Studium schon im Vorfeld feststehen – unabhängig von der Dauer des Studiums. Wer seine Abschlüsse erreicht hat, habe eben auch alle Leistungen in Anspruch genommen. (…)

Zusätzlich wären weitere noch nicht eingeforderte Gebühren in Höhe von 7000 Euro fällig. In diesem Fall müssten auch Grünwald und Kopper damit rechnen, Post von ihrer Hochschule zu bekommen. Grünwald meint: "Ich kann diese Leute nicht verstehen."

"Wir hätten ein wenig Anerkennung erwartet. Stattdessen werden uns Steine in den Weg gelegt", sagt Pohl, dem nach einigen Wochen an der Dortmunder Hochschule die Idee zum Turbo-Studium gekommen war. (…)

Eine etwaige Hochbegabung lässt sich an den Leistungen in der Schule nicht ablesen. Keiner der drei hat eine Klasse übersprungen, ihre Abi-Noten waren 1,8 (Pohl), 2,3 (Grünwald) und 2,6 (Kopper). Es ist der Ehrgeiz, den das Trio nach der Schulzeit entwickelte und der sie aufstreben ließ. Das Gelingen ihres Plans zeigt auch, was Teamarbeit bewirken kann. Dass man in einer kleinen Gruppe effektiver sein kann als allein. (…)

Mittlerweile hat das Gericht ein Urteil gesprochen. Am Mittwoch, gegen 11 Uhr wurde bekannt: Wer an einer privaten Hochschule sein Studium verkürzt, muss dennoch die kompletten Studiengebühren zahlen. Private Studiengebühren seien im Gegensatz zu den "Semesterbeiträgen" öffentlich-rechtlicher Hochschulen ein vertraglich vereinbarter Gesamtpreis für das Studium, entschied das Amtsgericht Arnsberg in einem am Mittwoch verkündeten Urteil (Az: 12 C 64/12). (…)"

Fazit: Von wegen "Leistung muss sich wieder lohnen". Diejenigen, die es darauf anlegen und es auch erfolgreich durchziehen, werden im Nachhinein noch mit Fuessen getreten. Das kann und darf nicht die Botschaft sein. Diese drei Leute haben sich beispielhaft verhalten und sicherlich sehr viel Eigenleistung ohne Inanspruchnahme von Hochschulmitteln erbracht, fuer die sie aber so gesehen nun zusaetzlich bezahlen sollen. Keine Hochschule dieser Welt haette sich einen menschlichen und/oder finanziellen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn sie das Lernverhalten dieses Trios und die daraus resultierenden, positiven Resultate belohnt haette…

KategorienDiverses

NormCast 208

11. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet
KategorienNormCast

Poetry Slam auf der Dalkeinsel

8. Juli 2012 Kommentare ausgeschaltet

Es gibt sie noch, die Dichter und Denker. Doch ihre Werke spielen sich nicht immer nur in intellektuellen Hoehen ab, sondern auch mal in der Kloake, die gleich zu explodieren droht. Ein Fahrrad bekommt ploetzlich ein Eigenleben, waehrend die getruebte Seele des ins Heim gesteckten Hundes Selbstgespraeche fuehrt.
Zwischen blumigen Liebeserklaerungen und detailreichen Schilderungen der Auswirkungen des ueberschwenglichen Weingenusses gab es beim auf der Guetersloher Dalkeinsel im Stadtpark am 6.7.2012 abgehaltenen "Poetry Slam" eine Mischung aus durchaus ambionierten und oftmals gelungenen Texten auf die Ohren.

Der "Poetry Slam" ist ein kleiner, lyrischer Wettbewerb, dem diesmal die malerische Naturkulisse sehr gut zu Gesicht stand.

"Der Slam GT ist der Gütersloher Poetry Slam, findet (Anm. d. Red: normalerweise) jeden 2. Monat auf der Kleinen Bühne im Kesselhaus statt und wird vom Autor und DJ Micha-El Goehre moderiert. Neben Slammern aus ganz Deutschland stellen sich auch Poeten aus Gütersloh und der Umgebung regelmäßig ihrem heimischen Publikum.

Poetry Slam ist ein moderner Dichterwettstreit, bei dem die Autoren zeitlich begrenzt und ohne Hilfsmittel ihre Texte vor einem Publikum vortragen können. Das Konzept schlägt eine Brücke zwischen dem gedruckten Wort und der Bühne und überwindet die Grenzen zwischen Autor und Zuhörer. Beim Poetry Slam ist der Zuschauer integraler, aktiver Bestandteil der Veranstaltung, nicht nur, weil das Publikum am Ende den Sieger bestimmt. Es kürt mit seinem Beifall einen Tagessieger, der sich damit auch für den Highlander qualifiziert. Der Gewinner des Highlanders vertritt den Slam GT auf dem NRW-Slam. (…)

Es gibt nur wenige einfache Regeln:
– nur Selbstverfasstes ist erlaubt
– wenn die Zeit vorbei ist (7 Minuten beim SLAM GT) wird gnadenlos unterbrochen
– keine Hilfsmittel (Verkleidungen, Instrumente etc.) (…)" Quelle: SlamGT Weblog

Souveraen und immer wieder fuer einen Scherz gut, zeigte sich Moderator Micha-El Goehre auf der kleinen Buehne und trug einen Text vor, den die aus Zuschauern bestehende Jury als "Massstab" ansehen sollte. Im Durchschnitt gab es pro Jurymitglied ca. 7 Punkte hierfuer. Im Laufe des Abends schienen einige Jurymitglieder diese gelungene Vorlage mental aus den Ohren verloren zu haben, denn so manche, sprichwoertlich "unterirdische" Darbietung erzielte aehnliche Werte. Zumindest muss man den Autoren dieser Werke aber bescheinigen, dass sie -um woertlich im Bild zu bleiben- "die Eier haben", sich auf die Buehne zu stellen und in aller Ausfuehrlichkeit von ihrer letzten Begegnung mit der Kloschuessel zu berichten. Doch hob beispielsweise Sven Stickling aus Bielefeld mit seinen aeusserst treffsicheren Texten das Niveau deutlichst an und letztendlich gewann er zusammen mit "Jonas" die Endausscheidung des Abends. Voellig zurecht.

Ist Geschmack eine Frage des Niveaus oder ist Niveau eine Frage des Geschmacks? Diese Frage stellt sich bei solchen Veranstaltungen durchaus, aber gerade das macht sie so spannend. Es ist wie bei einem Musikkonzert bei offener Buehne, auf der sich sowohl erfahrene Rampensäue als auch blutige Anfaenger tummeln (duerfen). So soll es sein.

Was bleibt, ist die Erinnerung an die doch ueberwiegenden, textlichen Hoehepunkte und an eine wirklich heimelige Insel-Atmosphaere, fuer die neben dem guten Wetter auch ein eigens aus Hamburg "importiertes", schoen anzusehendes Espresso-Mobil sorgte.

KategorienLokales