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Zwetschgenwasser in Pfefferminztee

6. Oktober 2011 Kommentare ausgeschaltet

Die Schweiz bietet dem Klischee zufolge in erster Linie Berge, Uhren, Messer, Kuehe, Schokolade und Kaese. Doch sie hat noch viel mehr zu bieten, wie ich unlaengst im Rahmen eines verlaengerten, dort verbrachten Wochenendes feststellen durfte. Es ist ein schoenes Land, wirklich…

Eine Tortur war und ist allerdings der Hinweg ueber die deutsche A5. Ab Frankfurt ueber Karlsruhe bis kurz hinter Freiburg gab und gibt es nur Baustellen. Kaum ist eine passiert, folgt nahtlos (!) die naechste. 80km/h sind das allerhoechste, mit dem man die "Wir bauen fuer Sie" und "Vielen Dank fuer ihr Verstaendnis"-Schilder passieren kann. Nein, liebe Leute, spaetestens nach der fuenften Baustelle in Folge ohne "Leerlauf" hoert jedes Verstaendnis auf…

In der Schweiz angekommen sollte man peinlichst genau auf seine Geschwindigkeit achten, es wird sehr haeufig kontrolliert. 120 km/h auf Autobahnen sind zugelassen – mehr nicht. Eine Frechheit -und das muss man mal ganz klar so sagen- ist die schweizer Vignettenpraxis. Ich werde nie mehr ueber die Oesterreicher schimpfen, denn bei denen muss man nicht gleich ein "Pickerl" fuer das ganze Jahr (!) kaufen, auch wenn man es nur ein Wochenende nutzt. In der Schweiz schon. 40 Franken kostet der "Spass" beim Grenzuebertritt. Unglaublich…

Vor ca. 25 Jahren war ich erst- und einmalig in der Schweiz, doch damals nur mehr oder weniger als Durchreisender. Jetzt wurde es mal wieder Zeit und am Ende der Anreise wurden wir schon auf dem Balkon mit einem postkartenmaessigen Rundblick belohnt…

Die Schweiz ist (aus "deutscher" Sicht) teuer. Sehr teuer. Der gegenwaertige, unguenstige Euro-Kurs verstaerkte diesen Eindruck erheblich. Ein "SchniPo" (Schnitzel mit Pommes) kostete an diesem Wochenende in einem ganz normalen, unspektakulaeren Landgasthof satte 35 Franken. Ein normales Bier bekommt man nicht unter 5 Franken, eine 90-Minuten-Rundfahrt mit dem Schiff auf dem Vierwaldstaetter See schlaegt mit 35 Franken pro Nase zu buche. Mitgebrachte Handys schaltet man am besten aus, denn ein 2-Minuten-Gespraech zurueck ins deutsche Festnetz kann locker 6 Euro kosten. Eine fuer deutsche Verhaeltnisse "normale" Wohnung ist gerade in der Innenstadt seltenst unter 900 Franken Miete zu finden, meistenteils liegen die Mieten eher weit darueber. Ein Besuch mit vier Mann in einem Stadtcafe in "Brunnen", einem am Vierwaldstaettersee gelegenen Oertchen, kostete inklusive Verzehr von vier Stueck Kuchen und vier Tassen Kaffee mal eben so schlappe 56 Franken…

Natuerlich ist es schwierig, diese Summen unter Benutzung "deutscher" Massstaebe einzuschaetzen, denn die Schweizer verdienen meistens auch viel mehr Geld, so dass man allerhoechstens aufgrund der Verhaeltnismaessigkeit(en) urteilen kann. Doch eines ist klar: Ein verlaengertes Wochenende in der Schweiz ist fuer einen Deutschen ziemlich teuer. Woanders koennte man fuer aehnliche Summen gleich eine ganze Woche Urlaub machen…

Die Deutschen sind in manchen Teilen der Schweiz nicht sonderlich beliebt. Sie sind dort halt Auslaender, gegen die z.B. die "SVP", eine konservative Partei, propagiert. Aehnliche Argumente hoert man hierzulande auch aus einschlaegig-bekannten Kreisen gegen einschlaegig-bekannte Kreise. So gesehen also nichts ungewoehnliches. Doch wir haben in der kurzen Zeit mit vielen Schweizern interagiert und wurden immer freundlichst behandelt. Generell sind die Schweizer uebrigens sehr hoeflich – und irgendwie auch "Vereinsmeier", denn allein in dem kleinen ca. 1800-Seelen-Dorf, wo wir naechtigten, soll es ungefaehr 60 verschiedene Vereine geben…

Ein schweizer Postkasten besteht aus zwei Elementen: Ein normaler "Schlitz" fuer die Briefe und darunter ein aufklappbares Fach fuer groessere Dinge. Selbiges ist unabgeschlossen, wohlgemerkt. Doch anscheinend gibt es keine Probleme in punkto Diebstahl. Die Leute lassen manchmal auch ihre Garagen mit saemtlichen Gartengeraeten ueber Nacht offen stehen. Das waere in vielen Gegenden hierzulande undenkbar…

Auf einer Viehschau mit anschliessendem Festzeltbesuch im "Doerfli" haben wir uns dann doch gewundert. Es spielte eine dreikoepfige Kapelle voellig ohne Verstaerker oder Mikrophone groesstenteils volkstuemliche, akkordeonlastige Musik. Und es brauchte letztendlich nur wenige Takte, bis dass die Tanzflaeche des gar nicht mal so kleinen Zeltes mit jungen und aelteren Leuten komplett gefuellt war. Alles war friedlich, alle hatten Spass. Tuersteher? Schnapsleichen? Security? "Hölle-Hölle-Hölle"? – Fehlanzeige! Sehr erholsam…

"Kaffee Träsch", eine Mixtur aus Kaffee und Obstschnaps, wurde dort viel getrunken. Brrrrr… Gibt es auch als Variante mit Pfefferminztee, die aber auch nicht besser schmeckte. Erst, als wir beides zusammenkippten, musste sogar die Bedienung (die eigenhaendig probierte) anerkennen, dass das "gar nicht mal so schlecht" schmecken wuerde :-)

Fazit: Tolle Landschaft, nette Leute, interessante Unterschiede und ein hoher Wohlfuehlfaktor – trotz dieses allgegenwaertigen, unwohlen Gefuehls im Portemonnaie…

Ganz zum Schluss war ich uebrigens noch beim "Podparade"-Kollegen Roger Lévy zu Besuch und natuerlich haben wir auch ein Kurzgespraech fuer den "NormCast" aufgenommen. Demnaechst hier zu hoeren…

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Fax-Abzocke

30. September 2011 Kommentare ausgeschaltet

Gewerbe-Abzocke, Teil 2:

Fax – Spam ist ja sowas von retro… aber er findet noch statt. Leider. Denn je nach Geraet kostet diese unerwuenschte "Post" ihren Empfaenger durch anfallende Druckkosten bares Geld.

Als "dreist" kann man das derzeit umgehende Fax mit der Ueberschrift "Unternehmensdatenbank.info" bezeichnen. Auch hier soll der Inhaber einer Firma diverse Daten in dieses Formular eintragen und an den Absender zurueckschicken. Und auch hier sieht das zunaechst wieder sehr amtlich aus.

"Wir bitten -sofern ihr Unternehmen wirtschaftlich aktiv ist- um Uebermittlung der Grunddaten (…) um die Aktualitaet der Daten zu gewaehrleisten. (…) Ruecksendefrist ist (…)."

Etwas tiefer wird’s in einem Seitenkasten dann richtig heftig und -auf Deutsch gesagt- "kackendreist":

"Fuer die Veroeffentlichung der Kontaktdaten wird eine jaehrliche Service- und Verwaltungsgebuehr in Hoehe von 480 Euro netto bei 2 Jahren Laufzeit berechnet. Aufgrund hoher Bearbeitungszeiten (Anm. d. Red.: Pruuuuusssst!) muessen wir leider bei verspaeteter Ruecksendung der Kontaktdaten einen Verspaetungszuschlag von einmalig 10 Euro erheben. (…)

Kein weiterer Kommentar noetig, oder? :-)
Also, wenn so ein Fax ankommt, dann ab damit in die "Ablage B" (= Müll) …

KategorienDiverses

Gewerbe-Abzocke

28. September 2011 Kommentare ausgeschaltet

Wenn "normale Papierpost" ins Haus kommt, ist mittlerweile besondere Vorsicht geboten. Oftmals sehen Schreiben mit eigentlichem Werbecharakter sehr "amtlich" aus und sind diversen, offiziellen Vorlagen taeuschend-echt nachempfunden. In Wirklichkeit geht es den Absendern jedoch mal wieder nur um das liebe Geld, doch dieses Ansinnen wird -wenn ueberhaupt- im Kleingedruckten versteckt. Eine Unsitte, der unbedingt Einhalt geboten werden muss.
Die sogenannte "Gewerbeauskunftzentrale" verschickt derzeit vorgedruckte, sehr amtlich anmutende und teilweise vorausgefuellte Formulare an Gewerbetreibende, auch an Kleinbetriebe (die NW berichtet). Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer, Rechtsform sind schon ausgefuellt, den Rest (Email, Webadresse…) soll der Adressat nachtragen und das Formular zurueckschicken.

Wurde dies einmal gemacht, schnappt die Falle gnadenlos zu. Der ganze Spass -die Eintragung in ein Register auf der Webseite dieser "Zentrale"- kostet ab dann naemlich € 569 pro Jahr. Werden diese nicht innerhalb von zwei Wochen ueberwiesen, gibt es die erste Mahnung…

Das Dumme (fuer den "Kunden") ist, dass diese Sache bisher noch legal ist, da ein rechtsgueltiger Vertrag zustande kommt. Doch der Widerstand waechst. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite Ratgeberrecht.eu. Hier wird dieser Fall sehr ausfuehrlich vorgestellt und neuere Rechtslagen werden per Updates nachgereicht. Lesenswert!

KategorienDiverses

NormCast 193

23. September 2011 Kommentare ausgeschaltet

40 Jahre disco mit Ilja Richter! Das "Making of" einer zugehoerigen CD aus NormCastHausen :)

Gratis MP3 Download: NormCast Episode 193 vom 23.09.2011


Links zur Sendung:

Ilja Richter (Wikipedia)
Disco (Wikipedia)
Ilja Richter (Fanpage)

Sony Music Deutschland
Blogeintrag zur ersten CD/DVD-Rutsche

Die besagte CD bei Amazon.de

4-DVD-Box Jubilaeums Edition (Amazon)
3-DVD-Box Fan Edition


Diese Podcastfolge erscheint begleitend zum CD-Release der "Ilja Richter Disco Show", die nun ueberall im Handel erhaeltlich ist. Es ist eine weitere (Zusammen-) Arbeit mit und fuer Sony Music. Zur Illustration zitiere ich im Folgenden den Text, den ich fuer das CD-Inlay geschrieben habe und der darin auch zu finden ist…

Hallo Freunde!

"Nach dem Bade – Hitparade". – Das war die eine Loesung. Die andere aber hiess: "disco". Jene damals oftmals doch recht skurrile Mischung aus Rock, Pop, Disco und – Schlager. Und dazwischen: Ilja Richter, ein sympathischer, junger Mann mit fuer damalige Verhaeltnisse frechen Ideen, die er mit viel Gefuehl und somit oftmals unterschwellig in die Sendung einbaute.

Fuer die juengeren Zuseher war er der Kumpel, der ihnen die Stars ins Wohnzimmer holte. Fuer die Eltern war Ilja der nette Junge von nebenan, der ihnen die musikalische Welt ihrer Sproesslinge naeherbrachte und im Umkehrschluss die Schlagerwelt der Jugend gleich mitvermittelte. Somit einte Ilja Richter Generationen vor den Fernsehern der 70er und 80er Jahre.

Nun hat er es wieder geschafft. Der Erfolg der Tournee 2011 und natuerlich auch die mit einer goldenen Schallplatte dokumentierte Beliebtheit der bisherigen CD/DVD-Editionen anlaesslich des vierzigjaehrigen Jubilaeums beweisen dies eindrucksvoll.

Diese Ihnen nun vorliegende "Special Edition" Disco-Show-CD soll eine akustische Bruecke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart bauen. Hierfuer wurden Originalsequenzen aus alten disco-Zeiten mit aktuellen Tondokumenten und einigen beliebten disco-Hits vermischt. Uns hat es grossen Spass gemacht, dieses Material zu sichten und fuer Sie aufzuarbeiten. Gute Unterhaltung!

KategorienNormCast

R.E.M. sind Geschichte

22. September 2011 Kommentare ausgeschaltet

Die Band "R.E.M." (der Name steht fuer "Rapid Eye Movement" und beschreibt eine Schlaf-Phase) hat sich aufgeloest. Nach 31 Jahren. Ihr Einfluss vor allem im Indie-Bereich ist bis heute unueberhoerbar und immer im ersten neuen Jahr eines Jahrzehnts warteten R.E.M. mit Ueberraschungen auf. 1981 erschien ihre erste Single, 1991 kam das legendaere Album "Out Of Time" mit vielen ihrer groessten Hits, 2001 spielten sie umsonst und draussen auf der Koelner Domplatte ein grandioses Konzert und jetzt -in 2011- loesen sie sich auf. Anscheinend hat es ihnen die "1" am Ende einer Jahreszahl besonders angetan…

Das "Out Of Time" – Album ist eines meiner Lieblingswerke ueberhaupt. Songs wie "Near Wild Heaven", "Losing my Religion" und "Shiny Happy People" waren Teil des damaligen Bundeswehr-Soundtracks. Der Nachfolger "Automatic For The People" (1992) mit Songs wie "Man On The Moon" und "The Sidewinder Sleeps Tonite" war auch noch verdammt gut, aber "Monster" (1994) konnte daran beiweitem nicht anknuepfen. Erst im Jahr 2001 kam mit "Reveal" ein sommerfrisches Album, welches auch heute noch sehr gut durchhoerbar ist. "Accelerate" (2008) war mit Sicherheit auch kein Schwachpunkt ihrer Karriere. Somit duerfte das aktuelle Werk "Collapse Into Now" das (zumindest voerlaeufige) Ende ihrer Discographie markieren.

This is not the end of the world as we know it, but thank you for the music, R.E.M.!

KategorienMusik