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Archiv für die Kategorie ‘Computerkram’

Wer es nicht noetig hat…

12. Mai 2009 Kommentare ausgeschaltet

Ein Schreiben der Telekom:

(…) um Ihnen stets optimale Leistungen, maximalen Service und die neuesten Technologien bieten zu koennen, entwickeln wir unser Produktangebot kontinuierlich weiter. Dabei kommt es hin und wieder vor, dass wir Produkte komplett aus unserem Angebotsportfolio herausnehmen – so auch den derzeit von Ihnen genutzten Anschluss T-Online DSL 1000. Ihren Vertrag ueber den DSL-Anschluss und den zugehoerigen Tarif kuendigen wir daher zum 16.08.2009. Beachten Sie bitte, dass Ihr DSL-Anschluss zum Vertragsende automatisch abgeschaltet wird (…)

Der Adressat dieses Schreibens ist ein aelterer Herr, der in Innenstadtnaehe wohnt und dem der bisherige Anschluss voll und ganz ausreicht. Manch einer, der z.B. auf dem Land wohnt, waere froh, ueberhaupt DSL-1000 zu haben. In einer direkten Parallelstrasse zum hiesigen Bertelsmann-Konzern ist es nachweislich gerade mal moeglich, "nur" DSL-3000 zu bekommen. Verkehrte Welt…

Nun wird dieser Mensch quasi gezwungen, sich mit einem Tarif- oder Providerwechsel auseinander zu setzen und sich ggf. neue Hardware zu besorgen, da "nur" eine schnellere Leitung zur Verfuegung stehen wird. Tja, liebe T-Onliner, diesen brav zahlenden Kunden werdet Ihr verlieren. Der lebt demnaechst wahrscheinlich "Tuer an Tuer mit Alice", allein schon aus Prinzip :-)

KategorienComputerkram, Lokales

Problemfall Internet Explorer

7. Mai 2009 Kommentare ausgeschaltet

Microsoft’s Internet Explorer 6 gehoert noch zu den Bordmitteln von Windows XP und wird daher zumindest temporaer noch von einigen Leuten genutzt, zumindest solange, bis sie den Firefox oder andere Browser nachinstalliert haben. Der Internet Explorer 6 zeigt(e) beispielsweise diese Seite nicht richtig an, urspruenglich fehlte die gesamte rechte Navigationsleiste. Hierfuer gibt es allerdings einen kleinen "Workaround", der sowohl dieses Problem behob als auch die Kompatibilitaet zu den aktuellen Browsern beibehielt…

Allerdings ist es schwierig, es sozusagen "allen recht zu machen" und vor allen Dingen ist es noch schwieriger, seine Seite in allen moeglichen Browsern zu testen, da man sie ja schwerlich alle installieren kann bzw. moechte. Abhilfe schafft hier z.B. die Webseite "browsershots.org", die allerdings nicht immer alles angeforderte ausliefert, sich daraufhin aber trotzdem darauf beruft, es getan zu haben. Die Folge: Eine ewig-lange Wartezeit…

Der "IETester" ist ein interessantes Werkzeug. 25 MB umfasst die Installationsdatei, die hier in eine Emulation installiert wurde. Darin kann dann das Aussehen des eigenen Webdesigns in den Internet-Explorer-Versionen 5.5 bis 8 authentisch durchgetestet werden, ohne diese installieren zu muessen. Sehr praktisch! (Weiterer Link) Trotzdem: Nutzt Firefox. Er ist einfach die bessere Wahl :-)

KategorienComputerkram

Aus Alt Wird Neu

22. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Ein Commodore 64 mit SD-Kartenleser? Doch, so etwas gibt es mittlerweile. Ein amerikanischer Bastler hat einen alten, sogenannten "Brotkasten" zu einem Laptop umgebaut und das Ergebnis ist wirklich faszinierend. Der eigentliche "Atari-Freak" tut sich mit den C64-Befehlen zwar noch etwas schwer, hat aber ein schoenes Einzelstueck gefertigt. Dem wiederum fehlt zwar das legendaere 1541er-Floppylaufwerk im handlichen Schrankformat, aber via SD-Karte (die zum einen zweifelsohne ein Stilbruch ist, zum anderen trotzdem eine Bruecke zur Gegenwart schlaegt) werden die Programme viel schneller in den antiken Rechner geschaufelt. Also: Load "NormCast",8,1 :-)

Weiterlesen bei Spiegel Online / Weitergucken bei YouTube.

KategorienComputerkram

Endlich ordentliche MP3-Downloads!

14. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Das ist es! Tschuess iTunes und wie sie alle heissen…

Legale Musik-Downloads zu einem fairen Preis, in ordentlicher Qualitaet, ohne DRM und in einem allgemein-kompatiblen Format – das war bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch voellige Utopie.

Das folgende soll wirklich keine platte Werbung sein, es ist ein kurzer Erfahrungsbericht ueber eine neue Plattform, die zumindest dem Schreiber dieser Zeilen exakt (!) das Gewuenschte bietet.

Via Amazon.de kann man seit kurzem auch komplette Alben oder einzelne Songs als MP3-Dateien herunterladen. Die Auslieferung erfolgt natuerlich sofort nach der Bestellung – als normaler Download.
In diesem Fall habe ich mich mal testweise fuer den "HDL-Song" von "Jasper" entschieden, allein schon deswegen, weil dieses Lied schon durch einige Podcasts gegangen ist und der Interpret Unterstuetzung verdient hat.

Die folgenden Bilder lassen sich durch Klick vergroessern…

Der Bestellvorgang ist denkbar einfach und duerfte fuer Leute, die ohnehin schonmal etwas bei Amazon bestellt haben, intuitiv zu bewaeltigen sein. Zunaechst geht es auf die MP3-Angebotsseiten und man sucht sich etwas aus. Viele gaengige Alben gibt es fuer ca. 5 Euro, einzelne Songs fuer ungefaehr einen Euro.

Der gewuenschte Song wird angeklickt und danach in den virtuellen "Einkaufswagen" verschoben. Wurden alle Titel ausgewaehlt, klickt man auf "Zur Kasse gehen" und eine optionale Installation eines "Amazon-MP3-Downloaders" wird angeboten, der bei der Integrierung der kommenden Files in ein etwaiges iTunes- oder Windows-Media-Player-System helfen soll. Dieser Schritt wurde hier einfach uebersprungen, da ein eigenes System vorhanden ist. Letztendlich startet der Download sofort und automatisch ueber den Browser, wenn auf "Bestellung abschicken" geklickt wurde. Abgerechnet wird beispielsweise per Bankeinzug. Die MP3 war in wenigen Sekunden hier und abspielbereit.

Der "HDL-Song" duerfte wohl nicht mehr "podsafe" sein, da er mittlerweile bei Sony Music erschienen ist. Dafuer ist es eine neu-eingespielte Version, die sehr gut klingt. Die Datei hat allerdings nicht die urspruenglich erwarteten 256 kbps durchgehend-konstant, sondern ist variabel codiert. Die Bitrate schwankt also je nach Anforderung zwischen 192 und 320 kbps, also um den angegebenen Wert herum, was auch voellig in Ordnung ist. Die Datei ist ohne digitalen Kopierschutz und kann somit so oft wie gewollt gebrannt, gehoert oder kopiert werden.

Es muss keine proprietaere Software, die z.B. irgendwelche traegen Quicktime-Speichermonster in den Autostart schreibt, installiert werden. Das ist ein grosser Pluspunkt. Zudem haben die Dateien eine sehr gute Qualitaet, es gibt eine grosse Auswahl und groesstenteils sehr faire Preise.

Einwandfrei, ich bleib' dabei… (fuer diesen Beitrag erfolgte leider kein Sponsoring durch Amazon.de :))

KategorienComputerkram, Medien, Musik

Winnenden und die erneuten Folgen

22. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

Der Amoklaeufer von Winnenden hat diese unsaegliche Diskussion um und ueber jugendgefaehrdende Medien und insbesondere um sogenannte "Killerspiele(r)" wieder angeheizt. Populismus und nicht mal annaehernd vorhandendes Viertelwissen bei diversen Journalisten fuehren derzeit wieder zu einer wahren Spendenflut ins Phrasenschwein.

Dieses Thema ist uralt. Der Rock’n’Roll der 50er; "Beat Club" und Flower Power in den 60ern; "Eis am Stiel", Punk und Disco in den 70ern; "Rambo", Commodore64 und Walkmaenner in den 80ern sowie Techno und Internet in und ab den 90ern. IMMER gab es irgendeine sprichwoertliche "Zielgruppe", die von unsachlichen Journalisten und leichtglaeubigen Politikern nach einem schweren Vorfall dieser Art unter Beschuss genommen worden ist. Zeitgenoessische Filme, Fernsehsendungen und/oder Musikwellen mit all ihren Begleiterscheinungen wurden dabei nicht selten beschuldigt, die entsprechenden Ausloeser gewesen zu sein.

Dabei ist es hoechstwissenschaftlich-serioes erwiesen, dass Gewaltfilme und/oder entsprechende Computerspiele lediglich ohnehin schon vorhandene, negative Tendenzen und persoenliche Strukturen verstaerken koennen, im Normalfall aber nicht die Ausloeser sind. Diverse Lerntheorien, die bis heute in den Schulen behandelt werden, belegen das eindeutig.

Was ist die Folge? In den Medien jagt ein platter Spruch den naechsten und blanker Aktionismus versucht, Aufmerksamkeit zu erregen (siehe Kaufhof).

Wer etwas haben will, bekommt es auch. Es hat immer Mittel und Wege gegeben und genau das wissen die Jugendlichen meistens weitaus besser als wie die Erwachsenen, die dies zu verhindern versuchen. Schauen diese aber in ihre eigene Vergangenheit zurueck, muessten auch sie die Parallelen erkennen…

Ich bin kein Computerspieler. Frueher (in den 80ern) war kaum ein Arcade-Standgeraet à la "Pacman", "Galaga", "Donkey Kong" oder "Phoenix" vor mir sicher (siehe hier), doch bis in die Gegenwart hat das Interesse nicht gereicht. Wenn ich aber dann solche Beitraege wie den von Deef Pirmasens, seines Zeichens Macher des sprichwoertlich ausgezeichneten Blogs und gleichnamigen Podcasts "Gefuehlskonserve" lese, dann ergibt sich an dieser Stelle die Notwendigkeit, einen Hinweis darauf auch hier zu platzieren.

Daher folge ich hiermit Deef’s virtueller Einladung und publiziere seinen erwaehnenswerten Originaltext (Version vom 22.03.2009 / 18:20 Uhr) nachfolgend auch auf dieser Webseite:

Vorschlag für einen offenen Brief von Videospielfans an Medien, Politik und Eltern zur “Killerspiel”-Debatte

Den Fans von Videospielen geht es wie vielen anderen, die die Debatte, die in der Folge des Massenmords von Winnenden losgetreten wurde, verfolgen: sie sind fassungslos und verärgert. Fassungslos hinsichtlich des Leids, welches ein scheinbar ganz normaler Jugendlicher mit der Pistole seines Vaters angerichtet hat. Verärgert darüber, wie nun versucht wird, diese Wahnsinnstat unter anderem damit zu erklären, dass Videospiele Jugendliche zu Killern machten.

Neue Medien gelten als suspekt. Das ist nicht nur bei Videospielen oder dem Internet so, sondern galt früher auch fürs Fernsehen, Film, Micky-Maus-Hefte (die als Schmutz- und Schund verunglimpft wurden) und Büchern. Angeblich hat schon Goethes “Die Leiden des jungen Werther” reihenweise junge Männer in den Selbstmord getrieben.

Sind Menschen Pawlowsche Hunde?

Die Diskussion läuft dabei immer nach dem gleichen Muster ab: einem neuen Medium, das viele nur vom Hörensagen kennen, wird vorgeworfen, junge Menschen zu verblöden. Das Reiz-Reaktions-Muster welches dieser Argumentation zugrunde liegt, ist das von Pawlow. Sind Menschen wie Hunde, die auf ein Signal hin zu sabbern anfangen? Nein. Die psychologische Forschung hat die Annahme, menschliches Verhalten könne sich über plumpe Reiz-Reaktions-Schemata erklären lassen, schon vor Jahrzehnten widerlegt.

Wir Videospiel-Fans appellieren an Journalisten, sich mit Spielen und der Gesetzeslage, über die sie berichten, professionell auseinanderzusetzen. Kennen Sie den Unterschied zwischen ab 18 Jahren freigegebenen und indizierten Spielen? Wissen Sie ob World of Warcraft ein Egoshooter oder ein Online-Rollenspiel ist und ob Counterstrike nur Gewalt enthält oder Gewalt verherrlicht? In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass Journalisten all das nicht wussten und mittels ausgesuchter Experteninterviews ihre eigenen Vorurteile gegenüber Videospielen bestätigten.

Journalistische Sorgfaltspflicht

Bei genauem Hinsehen werden Sie, verehrte Journalisten, feststellen, dass es eine breite Palette an Psychologen, Medienpädagogen und Erziehungswissenschaftlern gibt, die nicht durch die Talkshows tingelt, keine lauten Verbotsschreie von sich gibt, sondern zur Differenzierung auffordert. Die journalistische Sorgfaltspflicht gebietet Ihnen ihre Recherche vorurteilsfrei und ergebnisoffen zu gestalten und in Konflikten beide Seiten darzustellen. Berichten Sie über die Erkenntnisse der Medienforschung, statt pauschal vorzuverurteilen. Warum erwähnen Sie überhaupt , dass der Massenmörder von Winnenden auch Computerspiele auf seinem Rechner hatte, wenn nicht bewiesen wurde, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Medieninhalten und Gewalttaten besteht?

Möglicherweise haben Sie das Gefühl, die negative Wirkung von Videospielen liege auf der Hand, weil viele jugendliche Attentäter gewalthaltige Games besaßen. Wenn sie annehmen, hier bestünde ein einwandfreier Kausalzusammenhang, dann ignorieren Sie, dass Millionen Menschen sich mit derartigen Medien beschäftigen und ein friedliches Leben führen. Die Schlussfolgerung, die Sie mit einem Satz wie “alle Attentäter beschäftigten sich mit Gewaltspielen” ihren Lesern/Hörern/Zuschauern aufnötigen, folgt der gleichen Pseudo-Kausalität, wie die Aussage “Alle Attentäter sahen gerne fern” oder “Alle Attentäter aßen gerne Kartoffeln”. Macht das Sinn, verehrte Journalisten?

Politikverdrossenheit durch Ignoranz und Populismus

Wir Videospiel-Fans appellieren an Politiker, reflexhafte Verbotsschreie nach Attentaten einzustellen. In Bierzelten mag das Applaus bringen, aber Sie machen sich bei den Millionen von wahlberechtigten Menschen, die sich besser mit Spielen auskennen als Sie, lächerlich. Ihre Erklärungsversuche und Schuldzuweisungen strotzen vor Ignoranz und Populismus. Sie schüren so – gerade bei jungen Leuten – die Politikverdrossenheit und Sie treiben Menschen, die noch wählen gehen, zu anderen Parteien.

Aus unserem Leben sind Medien nicht mehr wegzudenken. Warum haben wir immer noch keine regelmäßige Medienerziehung in den Schulen? Warum wird so wenig für die Aufklärung von Eltern bezüglich Medienwirkungsweisen und Medieninhalten getan? Warum wird zugelassen, dass unser Schulsystem aussortiert und frustriert und so eine hohe Zahl von Schulversagern produziert? Wie kann es sein, dass die einzige Anerkennung, die einzigen Erfolgserlebnisse, die manche Jungs erfahren aus Videospielen kommt? Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und der Anerkennung in den Schulen und wir müssen uns bewusst werden, welche Verantwortung Eltern hinsichtlich des Medienkonsums ihrer Kinder haben. Hier sind Sie gefragt, verehrte Politiker.

Nachhaltige Politik nimmt die Eltern in die Pflicht

Wir haben eines der restriktivsten Jugendschutzgesetze der Welt in Deutschland und das ist auch gut so. Wenn dennoch Spiele, die nicht für Kinder bestimmt sind, von Kindern gespielt werden, woran liegt das dann? Eltern sind verantwortlich dafür, dass ihre Kinder gut ernährt, gekleidet, erzogen werden. Wenn sie ihre Kinder verwahrlosen lassen, ist das ein Fall fürs Jugendamt. Wenn aber Kinder stundenlang vorm Fernseher oder dem Computer sich mit Inhalten beschäftigen, die nicht für sie gemacht sind, wenn diese Kinder also medial verwahrlosen, wieso ignoriert man dann die Verantwortung der Eltern und ruft nach Verboten für Videospielen? Nachhaltige Politik, die nicht nur auf schnelle Aufmerksamkeit abzielt, schaut auf die Ursachen, nicht auf die Symptome und nimmt die Eltern in die Pflicht.

Wir Videospiel-Fans appellieren an Eltern sich mit ihren Kindern und den Medien, die sie begeistern, auseinander zusetzen. Wenn Sie ihren Kindern schon Fernseher, Spielkonsolen oder Computer ins Zimmer stellen, sollten sie auch wissen, was damit gemacht wird. Sie werden feststellen, dass viele Spiele wunderbare Geschichten erzählen, die begeistern und berühren. Sie werden feststellen, dass viele Spiele völlig friedlich sind. Sie werden feststellen, dass Spiele, in denen Gewalt vorkommt, Brutalität nicht um der Gewalt willen eingesetzt wird, sondern als Handlungsaspekt einer Geschichte oder im Rahmen eines sportlichen Wettkampfs mit Teamcharakter.

Wenn ihr Kind aber auch Spiele besitzt, die erst ab 18 freigegeben oder gar indiziert wurden, so passiert das maßgeblich deshalb, weil Sie als Vater oder Mutter keinen oder zu wenig Überblick haben, was Ihr Kind eigentlich macht. Schauen Sie hin, haben sie Interesse und haben Sie den Mut Ihren Kindern Spiele, die nicht für Kinder gemacht wurden, wegzunehmen und zu verbieten. Die Verantwortung für ihre Kinder kann ihnen niemand abnehmen, nicht der Gesetzgeber und kein Zensor.

Gewaltverherrlichende Spiele sind bereits verboten in Deutschland

Es gibt in Deutschland komplexe, mehrstufige Restriktionen für Gewaltinhalte. Komplett verboten ist schon lange die Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt (§ 131 StGb). Spiele oder andere Medien, auf die das nicht zutrifft, die aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gefährden, werden von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien indiziert (§ 18 JuSchG) und dürfen nicht beworben oder offen verkauft werden. Spielezeitschriften dürfen nicht mal Rezensionen mit den Namen von indizierten Spielen drucken. Zu kaufen sind sie nur für Erwachsene, die im Laden gezielt danach fragen, weil indizierte Spiele nicht offen in Geschäften ausliegen dürfen.

Spiele oder andere Medien, die nicht kinder- oder jugendgefährdend aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen, dürfen nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden (§ 14 JuSchG). Sie werden je nach Inhalt von der USK, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, freigegeben ab 6, 12, 16 Jahren oder erhalten gar keine Jugendfreigabe (= Verkauf ab 18). Diese Spiele enthalten eine Kennzeichnung und dürfen normal beworben und in Geschäften präsentiert werden. Politiker, Journalisten oder andere, die fordern, gewaltverherrlichende Spiele müssten endlich verboten werden, verkennen, dass das schon der Fall ist (siehe oben).

Wir sind keine potentiellen Gewaltverbrecher oder Psychopathen

Bei einem Thema wie Jugendschutz und der Verhinderung von Gewalttaten ist es nicht nur wichtig, sondern absolut unerlässlich zu wissen, wovon man spricht. Da gibt es Leute, für die alleine schon der Verdacht, Videospiele könnten negative Einflüsse haben, genügt, um Verbote auszusprechen. Ob denen bewusst ist, dass sie damit die im Grundgesetz garantierte Meinungs- und Medienfreiheit mit Füßen treten, darf bezweifelt werden. Nur, was bringt es Spiele zu zensieren und zu verbieten, wenn der Nutzen dieser Restriktionen nicht erwiesen ist, sogar von den meisten Experten in Zweifel gezogen wird?

Wir Fans von Videospielen haben im Hinblick auf Games die Medienkompetenz, die vielen Journalisten, Politikern und leider auch Eltern abgeht. Viele von uns haben selbst Kinder, einige bloggen oder nutzen andere Web2.0-Techniken und nehmen so an der Debatte teil. Wir sind ganz normale Leute und wir sind viele. Wir wollen nicht mehr belogen und in die Nähe von Gewaltverbrechern und Psychopathen gerückt werden. Wir wünschen uns eine offene, auf Fakten basierende Diskussion. Hören Sie auf unsere Stimmen.

(Quelle: www.Gefuehlskonserve.de)

Bereits im Jahr 2006 gab es im "NormCast" Nr.66 ein Gespraech mit Olli, einem Online-Gamer, anlaesslich der damaligen, aehnlich gelagerten Ereignisse von Emsdetten. Zu hoeren bei Interesse hier.

Der obige Text von Deef ist von ihm selbst zusaetzlich vertont worden: "Gefuehlskonserve" Nr.168

Update vom 24.03.2009: Der Bayerische Rundfunk hat Deef hierzu befragt: "Suedwild"

KategorienComputerkram, Medien