Der folgende Artikel erschien heute in der Lokalzeitung "Die Glocke". Vor vielen Jahren bauten wir in eine leere, alte Scheune den ersten Funk-Raum ein, seitdem wurde das "Clubheim" staendig erweitert und verbessert. Doch nun muessen wir den Standort leider verlassen…
Amateure haben Angst vorm Funkloch
Rheda-Wiedenbrück (ng) – Herrscht beim Ortsverband Rheda-Wiedenbrück des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (Darc) bald Funkstille? „Die Gefahr besteht durchaus“, sagt Vorstandsmitglied Henning Kanschik. Denn nach 14 Jahren müssen die Funkamateure ihr Vereinsheim verlassen.
Ein neues Sendezentrum ist nicht in Sicht. Alle Versuche, ein neues Domizil für die vereinseigene Funktechnik zu finden, liefen ins Leere. Der Plan, das ehemalige Batenhorster Gefängnis anzumieten, scheiterte in letzter Minute. Jetzt hoffen Kanschik und Kollegen, über die Berichterstattung in der „Glocke“ eine neue Bleibe zu finden. Denn die Zeit drängt: „Spätestens am 31. Januar 2012 muss unser Vereinsheim an der Triftstraße in Rietberg-Mastholte geräumt sein“, sagt Vorstandsmitglied Sebastian Huth aus Rietberg. „Der neue Besitzer hat Eigenbedarf angemeldet.“
Drei Funkmasten, eine Schüssel
Seit 1997 funkt der Rheda-Wiedenbrücker Ortsverband aus der Nachbarstadt in die große, weite Welt. Per Zufall hatte der Verein, der sich aktuell aus 60 Funkamateuren aus Rheda-Wiedenbrück und Umgebung rekrutiert, damals das Clubheim im Dachgeschoss einer umgebauten Scheune aufgetan. „Der Standort war für uns einfach ideal“, sagt Henning Kanschik. „Weit und breit keine Nachbarn und im Garten genügend Platz zum Aufstellen unserer drei Funkmasten sowie der Satellitenschüssel.“
Komplizierte Technik
Einen neuen Standort mit ähnlichen Voraussetzungen zu finden, das ist der größte Wunsch der Hobbyfunker. „Denn ohne ein Vereinsheim können wir viele Aktivitäten nicht mehr anbieten“, unterstreicht der 27-jährige Langenberger. Technikkurse, Funklehrgänge und gesellige Abende seien nur mit einem festen Dach über dem Kopf möglich. „Und weil die Funkgeräte hochsensibel sind, kann man sie nicht jede Woche an einem anderen Ort aufbauen“, ergänzt Vorstandsmitglied Dirk Juchtmann aus Oelde. „Von den 27 Meter hohen Masten ganz zu schweigen.“
Keine Angst vor Funkwellen
Gesundheitsschädliche Strahlenbelastungen durch den Funkverkehr müssten potenzielle Vermieter nicht befürchten. Jeder, der Radio höre, vorm Computer sitze, Fernsehen schaue oder ein Handy benutze, sei den unsichtbaren Wellen ebenso ausgesetzt, sagt Kanschik. 60.000 Studien gebe es weltweit zum Thema Funkstrahlen – und alle kämen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einen eindeutigen Beweis für die Behauptung, dass Funkwellen gefährlich sind, sei die Wissenschaft bislang schuldig geblieben.
Wer dem Ortsverband bei der Vereinsheimsuche helfen will, kann sich bei Henning Kanschick, Tel. 05248/821564 oder 0175/4122769, melden. Quelle: Die Glocke
Bei Anruf – Licht! So koennte man das Projekt "Dial4Light" (welches natuerlich einen trendigen, englischen Namen tragen muss…) beschreiben. Eine zu durchquerende Gegend wird erst dann beleuchtet, wenn der Passant das Licht per Handy anfordert. Dazu muss er sich vorher per Internet bei "Dial4Light" registrieren. Der Grundgedanke: Energie sparen und einen krassen Gegenpol zu den beleuchteten Autobahnen Belgiens schaffen :)
Doch das Ganze hat Schattenseiten und arbeitet noch nicht wirklich zuverlaessig (siehe hier). Noch ist nicht jeder im Internet zugegen und/oder will sich ueberhaupt mit solchen Methoden auseinandersetzen. Und nicht jeder moechte seine Mobilfunknummer fuer alle moeglichen -vom eigentlichen Telefonzweck abweichenden- Dinge hergeben. Parkgebuehren, Eintrittsgelder, Mautgebuehren – all das kann per Handy abgewickelt werden (und das wird es teilweise auch schon). Daher geht der Trend fuer viele zum Zweit-Handy, dessen Nummer fuer solche Sachen hergegeben wird, obwohl die (werbetreibende) Industrie, Behoerden und andere Gruppierungen mittlerweile ganz wild auf die "richtigen" Handynummern sind. Bei dem weiterhin schrumpfenden Festnetzanteil in Verbindung mit immer duenner werdenden Telefonbuechern kein Wunder…
Generell ist das Bezahlen per Handy sicherlich eine innovative Idee, sollte aber nicht die alleinige Loesung sein bzw. bleiben. Alltaegliche Grundfunktionen duerfen dadurch nicht auf einen internet-affinen und mit Mobiltelefonen ausgeruesteten Bevoelkerungsanteil zugeschnitten bzw. limitiert werden. Doch der Anteil solcher Dienste wird steigen. Naja, wenn’s soweit ist, kann man ja die evtl. noch vorhandene, alte Prepaid-Handynummer recyceln. Aber die "Richtige" ist und bleibt – Privat!
Werte "auswaertige" Leser/innen. Ja, auch Du aus Passau oder Du aus Flensburg bist gemeint. Denn das Folgende ist bestimmt nicht nur ein lokales Phaenomen, doch gerade unser heissgeliebtes Staedtchen Guetersloh (laut oertlichem Lokalsender gleichzeitig Namensgeber fuer den sogenannten "besten Kreis der Welt") schafft es immer wieder, ins architektonische Fettnaepfchen zu treten. Schon in der Vergangenheit musste "unser" altes Rathaus, welches auch heute noch eine gute Figur abgeben wuerde, einem haesslichen Betonbunkerklotz weichen, der heutzutage trotz endlich mal erfolgter Fassadenreinigung ziemlich trist aussieht. Am Stohlmannplatz tummeln sich leichte Maedchen im wohl haesslichsten (Hoch-) Haus der Stadt, welches einst ein Vorzeigeobjekt gewesen ist. Am neuen Theater mit Glasfassade scheiden sich noch immer die Geister, weitere "Glaskaesten" finden sich im ganzen Stadtgebiet und bilden Fremdkoerper in urspruenglich-schoenen Strassenzeilen, hinter deren mittlerweile oftmals abgedeckten Schaufenstern dubios-anmutende Sportwettenlokale residieren und aus denen ihre Waren in offenen Schaufenstern praesentierende Einzelhaendler immer zahlreicher verschwinden. Es scheint, dass Teile Gueterslohs zu Spielwiesen fuer ueberambitionierte Architketen mutier(t)en – damals und heute.

Das hier im Bild zu sehende Gebaeude steht mittem im Stadtzentrum. Nun aber wird ernsthaft diskutiert, es abreissen zu lassen.
Anstatt dieser Fassade (die mit wenigen Mitteln wieder "aufhuebschbar" waere) soll dann ein fuenfgeschossiges Haus dort hervorragen.
Hervorragend, oder?
"Der mit einem Flachdach versehene Bau soll die 1.000m² Grundstücksfläche fast vollständig ausfüllen. Bislang steht an dieser Stelle noch das Kniepkampsche Haus, in dem 1908 die zweitälteste Apotheke Güterslohs eröffnet worden war. Sie schloss genau 100 Jahre später endgültig, weil sie nicht mehr wirtschaftlich zu führen war. Eine Abrissgenehmigung des historischen Hauses liegt bereits vor." (Quelle: NW-News.de)
DAS waere aber wirklich schade und wuerde den dortigen Platz noch enger wirken lassen. Macht mal so weiter, "liebe" Stadtplaner! Anstelle des Veerhoffhauses koennte auch ein hochmodernes Buerogebaeude mit sechs Etagen in wunderbarem Uni-Look und mit malerischen Stahltraegern am alten Kirchplatz stehen. Ach ja, der Kirchplatz… hmmm… wie waer’s mit einem "Event-Circle" mit hippen Kluengelgeschaeften und Doenerbuden anstatt alter Fassaden von Anno Tuck? Irgendein Architekt wird den gutbezahlten Auftrag sicher gerne annehmen und Guetersloh waere wieder von einem Stueck Geschichte befreit.
Waere doch toll, oder? (…wer Ironie findet, darf sie behalten…)
In einem Auslaeufer der Dalke wurde der EHEC-Erreger nachgewiesen (siehe hier).
Da das Guetersloher Hausfluesschen eine Verbindung zum Teich an der "Neuen Muehle" hat, wurde jetzt das fuer den 16. und 17.7.11 angesetzte "Radrennen ueber Wasser" abgesagt (siehe hier). Somit duerften auch die im Gespraech mit Alexx Koellner gemachten, diesbezueglichen Ankuendigungen aus dem NormCast Nr. 187 hinfaellig sein. Schade…
Die "Woche der kleinen Kuenste" in Guetersloh wartet mittlerweile alljaehrlich mit interessanten und netten Ueberraschungen auf. Organisiert von der "Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz e.V." gibt es dort ein Stelldichein zwischen Newcomern und alten Hasen. Junge Bands haben die Chance (vor allen Dingen bei gutem Wetter) vor einem verhaeltnismaessig-grossem Publikum zu spielen und ueber die "WdkK" verteilt finden verschiedenste Musikgenres ihre Verbreitung. In diesem Jahr wussten bereits am Montag die "Kilians" zu ueberzeugen. Im Vorjahr waren "The Kissaway Trail" aehnliche Ueberraschungskandidaten – im positiven Sinne.
Doch die "Woche der kleinen Kuenste" waere nicht dieselbe, wenn nicht irgendein "Urgestein" die Buehne auf dem Dreiecksplatz zieren wuerde. Nachdem Zoot Money in der Vergangenheit ebenfalls seine Orgelkuenste entfalten durfte, war in diesem Jahr niemand Geringeres als Brian Auger zu Gast. Er bildete in den 60er Jahren u.a. zusammen mit Julie Driscoll die beruehmte "Trinity"-Band, deren Ende bereits Anfang der 70er Jahre kam.
Doch mittlerweile hat der fast 72-jaehrige Auger eine wirkliche "Trinitaet" gegruendet und geht mit derselben derzeit noch einmal auf Tour. Waehrend er selbst -wie immer- die Tasten bedient, singt seine Tochter Savannah als aeusserst attraktive und stimmlich gut ausgerichtete Frontfrau. Sein Sohn Karma bearbeitet die Schiessbude.
In Guetersloh klang das Ganze ziemlich satt, virtuos und einfach nur gut. Alte Single-Hits wie "Road to Cairo" gab es ebenso zu hoeren wie eine kongeniale Cover-Version des Doors-Klassikers "Light My Fire", die eben NICHT dem Original nachempfunden war, sondern stark abgewandelt und voellig ungewoehnlich -doch zum Auger-Stil passend- daherkam. Auf besonderem Wunsch von Volker Wilmking wurde als Zugabe der Bob-Dylan-Klassiker "The wheel’s on fire" gespielt. An dieser Stelle zeigt sich, dass sich die Organisatoren der "WdkK" gerne auch mal selbst einen Gefallen tun. Warum auch nicht? Es sei ihnen wirklich vergoennt!
Brian Auger zeigte sich hinterher sehr nahbar, flachste mit den Organisatoren und Zuschauern. Ein sympathischer Zeitgenosse, der die Atmosphaere des heimeligen Dreiecksplatzes sehr zu geniessen schien…